Belet-ekallim

Ninegal (sumerisch DINGIRNIN.E2.GAL, akkadisch DINGIRBe-el-te-kal2-lim, / Belet-ekallim, hurritisch Wel-tigalli / Fel-digalli, ugaritisch Pen-digalli, aber auch Blt-bhtm) ist um 2600 v. Chr. noch eine eigenständige Göttin und bedeutet Herrin des großen Hauses/Palastherrin.

Zur früheren Bedeutung und der Genealogie von Ninegal liegen kaum Informationen vor. In der Zeit vor Sargon von Akkad wurde ihr ein eigenes Fest und ein eigener Monatsname gewidmet: itiEzem-maḫ DINGIRNin-E2-gala8-ka, welches als Monat des großen erhabenen Festes für Ninegal den Höhepunkt aller Opferfeste bildete. Eigene Kulttempel wurden bisher von Ninegal nicht entdeckt, da Anrufungen und Opferrituale immer in unmittelbarer Nähe zu Inanna in deren Tempeln vorgenommen wurden.

Erst in der späteren Ur-III-Zeit wird Ninegal als Sonderform der Inanna verwendet und übernimmt folgende Genealogie: Tochter vom Vater Nanna und der Mutter Ningal, Schwester des Utu, Geliebte des Dumuzi und Schwägerin der Geschtinanna. Ihre Botin war Ninšubur. In anderen Regionen wird Ninegal auch mit Nungal (Göttin des Gefängnisses) verehrt und gilt als Tochter vom väterlichen Himmelsgott An und der mütterlichen Unterweltsgöttin Ereschkigal.

Als Morgenstern wurde sie mit der Sonne in Verbindung gebracht, weshalb ihr in dieser Rolle die männlichen Attribute zugeschrieben wurden; als Abendstern entsprechend wegen der Gleichsetzung mit dem Mond die weiblichen Eigenschaften. Ninegal konnte so in drei Geschlechtern auftreten: Männlich, weiblich und Zwitter.

Literatur

  • Geeta de Clercq, Gernot Wilhelm: Die Göttin Ninegal/Belet-ekallim nach den altorientalischen Quellen des 3. und 2. Jt. v. Chr., Julius-Maximilians-Universität, Würzburg 2004

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