Wuppertal-Cronenberg
Wappen von Cronenberg (4)
Wappen von Wuppertal

Cronenberg (4)
Stadtbezirk von Wuppertal

Lage des Bezirks Cronenberg  in Wuppertal
Koordinaten 51° 15′ 8″ N, 7° 6′ 39″ O51.2522222222227.1108333333333100Koordinaten: 51° 15′ 8″ N, 7° 6′ 39″ O
Höhe 100–325 m ü. NHN
Fläche 21,5 km²
Einwohner 21.691 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 1009 Einwohner/km²
Ausländeranteil 5,8 %
Vorwahl 0202
Politik
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Grüne FDP UWG FWG*
6 4 2 1 1 1
Quelle: Wuppertaler Statistik - Raumbezogene Daten

Cronenberg (wahrscheinliche Bedeutung: „Krähenberg“ oder „Kranich(en)berg“) ist ein Stadtteil von Wuppertal und verwaltungsrechtlich einer der zehn Bezirke der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick von Westen auf das Zentrum von Cronenberg (von Solingen-Gräfrath aus)

Cronenberg liegt auf einem von Norden nach Süden leicht abfallenden Höhenrücken, der im Osten von den Bächen Gelpe und Morsbach und im Westen und Süden von dem Fluss Wupper begrenzt wird. Der Stadtbezirk liegt auf einer Höhe von 335 m über NN (Hahnerberg) bis 100 m (Wuppersohle bei Müngsten), hat eine Fläche von 2151,45 ha und ist zu ca. 53% bewaldet. Seit 2006 gehört Cronenberg zum Naturpark Bergisches Land.

Gliederung im Bezirk

Einteilung in Quartiere

Geschichte

950 Jahre Cronenberg
Cronenberg Mitte mit „Krings-Eck“ (links) und reformierter Kirche von 1771

Erstmals erwähnt wird Cronenberg als „Cronberga“ um 1050 in einer Urkunde des Klosters Werden. Etwa 1220 taucht es als „Croyaberge“ in einem Heberegister des Stiftes Gerresheim auf. Dort wird 1312 die „parochia (= Kirchspiel) Cromberg“ genannt. Sie gehörte zur Burg Elberfeld und ist damit im Besitz der Erzbischöfe von Köln. Nach mehreren Besitzerwechseln ist Cronenberg seit 1427 gemeinsam mit Elberfeld Teil des Herzogtums Berg. 1453 wird Cronenberg als "Dorf" erwähnt, in dem gutbesuchte Märkte stattfinden.

Das Herzogtum geht 1806 in französische Herrschaft über. Im französischen Verwaltungssystem nach der Niederlage Preußens erhält Cronenberg – nach einer kurzen Zugehörigkeit zum Arrondissement Elberfeld im Kanton Ronsdorf – 1808 den Status einer selbständigen „Commune“. Johann Abraham von den Steinen wird Bürgermeister („Directeur“).

In den Jahren nach der Niederlage Napolèons und der Eingliederung des Großherzogtums Berg in das Königreich Preußen (Rheinprovinz) im Jahr 1815 gibt es häufig verwaltungstechnische Wechsel. Bis 1820 gehört Cronenberg zum Landkreis Solingen, wird dann dem Landkreis Mettmann zugewiesen. Dieser wird im gleichen Jahr schon wieder aufgelöst und Cronenberg kommt zum Landkreis Elberfeld. 1827 erkennt die preußische Regierung Cronenberg als Stadt an, indem es im Verbund mit anderen Orten zu einem Städteverband zusammengeschlossen wird, der einen Abgeordneten im rheinischen Provinziallandtag stellt. Nach Ernennung von Elberfeld und Barmen zu kreisfreien Städten am 21. September 1860 wird der Landkreis Elberfeld aufgelöst und Cronenberg kommt erneut zum zeitgleich wieder neu gegründeten Landkreis Mettmann.

1891 wird Cronenberg durch den Bau der Burgholzbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Mit Elberfeld, Barmen, Remscheid und Solingen ist Cronenberg durch Straßenbahnlinien ebenfalls gut angebunden.

Cronenberg und das 1929 gegründete Wuppertal (rot umrandet)

Seit 1929 ist Cronenberg Teil von Wuppertal, das damals im Rahmen der kommunalen Neugliederung neu entstand. Ein kleiner Teil musste dabei an Remscheid abgegeben werden. Viele Cronenberger waren mit dieser Eingliederung nicht zufrieden, aber auch Alternativen (etwa die gesamte Eingliederung in das benachbarte Remscheid) wurden abgelehnt. 1933 plädiert der „Haus- und Grundbesitzerverein Cronenberg“ für eine Wiedererlangung der Selbstständigkeit; dieses Vorhaben scheitert.

Konfessionen

Emmauskirche
Kirche Heilige Ewalde

2003 schlossen sich die lutherische (evangelische) und die reformierte Gemeinde zusammen. Die Hauptkirche ist ein markanter Punkt Cronenbergs und eine Art Wahrzeichen des Stadtteils. Die Emmauskirche, ebenfalls im Zentrum, wird derzeit zu einem Gemeindezentrum umgebaut.

Außerdem werden Gottesdienste in der Nikodemuskirche in Sudberg und in der Friedenskirche an der Hahnerberger Straße gefeiert.

Die katholische Kirchengemeinde trägt den Namen „Heilige Ewalde“ (Mehrzahl) – nach den beiden missionierenden Mönchen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., die den Märtyrertod starben. Die Kirche mit Gemeindezentrum liegt nordöstlich vom Ortskern an der Hauptstraße. In der Gemeinde gibt es einen nennenswerten Anteil von italienischen Gemeindegliedern.

Einwohnerentwicklung

Politik

Die politischen Diskussionen im Stadtbezirk zeichnen sich einerseits dadurch aus, dass – ungeachtet der Differenzen – meist sachbezogen und nicht parteipolitisch argumentiert und entschieden wird. Andererseits hat man mit einem Küllenhahner als Oberbürgermeister einen sehr guten „Draht“ zur Stadtspitze. Die Arbeit der Bezirksvertretung wird ergänzt durch das Engagement der Bürgervereine, von dem Cronenberg profitiert.

Bezirksvertretung

Entsprechend der NRW-Gemeindeordnung gibt es in jedem Stadtbezirk eine Bezirksvertretung, deren Mitglieder auf fünf Jahre gewählt werden. Die BV hat verschiedene Entscheidungs-, Anhörungs- und Mitbestimmungsrechte, soweit es um Cronenberger Belange geht. Die Vorsitzende der Cronenberger BV ist Frau Ingeborg Alker, die auch die Sitzungen leitet. Die Sitzungen finden in der Regel monatlich statt (außer in den Ferien). Die Protokolle der öffentlichen Teile der Sitzungen sind im Internet einsehbar. Die Sitzverteilung:

CDU SPD GRÜNE FDP FWG* UWG Gesamt
2004 6 4 2 1 1 1 15

Sowohl in der Wahlperiode 1999–2004 als auch in der laufenden Periode 2004–2009 stellt die CDU die stärkste Fraktion in der Bezirksvertretung.

* Das Mitglied der FWG - Wuppertaler Generationenbündnis war ursprünglich Mitglied der WfW.

Bürgermeister

  • 1808 – 1828 Johann Abraham von den Steinen
  • 1828 – 1834 Friedrich Wilhelm Ernst (Vertreter)
  • 1834 – 1835 Wilhelm Wortmann
  • 1835 – 1846 Ludwig Döring
  • 1847 – 1853 Wilhelm Händeler
  • 1853 – 1857 Jacob Cronenberg
  • 1857 – 1867 Eduard Theobald de Leuw (* 4. Dezember 1820, † 2. Juli 1872)
  • 1867 – 1869 (Verwaltung)
  • 1869 – 1873 Otto Bock
  • 1873 – 1885 Otto Paulussen
  • 1885 – 1920 Albert Kemmann (* 1858, † 1931)
  • 1920 – 1929 Maximilian Reifarth

Wappen

Historisches Wappen Cronenbergs

Das - auch als Cronenberg Stadt war nicht offizielle, weil nicht amtlich genehmigte - Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf einem grünen Berg stehend. In der Pranke hält er ein schwarzes Sensenblatt, das die ausgeprägte Werkzeugindustrie in Cronenberg symbolisiert und auf das ehemalige Sensenprivileg Cronenbergs hinweist. Unter dem mittleren Rundbogen ist eine Krähe zu sehen, in Anspielung auf die mutmaßliche Herkunft des Namens „Cronenberg“ von „Krähenberg“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Cronenberg von der Nordseite; Zeichnung von Johann Müller (1856)

Theater

  • TiC (Theater in Cronenberg)
    Kleines, aber erfolgreiches Cronenberger Privattheater mit Haupt-Spielstätte direkt über der Stadtteilbibliothek. In der Spielstätte in Unterkirchen werden musikalische Produktionen gezeigt.

Museen

  • Bergisches Straßenbahnmuseum e.V.
    Der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands! Das Teilstück der ehemaligen Wuppertaler Straßenbahnlinie 5 (Dönberg – Elberfeld Bf. – Cronenberg – Solingen-Mühlenhof) zwischen Cronenberg-Lenzhaus und Kohlfurther Brücke konnte als Museumsbahn erhalten werden. Die Strecke schlängelt sich hier durch den Wald des malerischen Kaltenbachtals auf etwa drei Kilometer Länge. Sie wird von ehrenamtlichen Straßenbahnern unterhalten und betrieben. Zudem kann man die Fahrzeugsammlung aus Meterspur-Straßenbahnen der Region Rhein-Ruhr-Wupper und Westfalen besichtigen.

Zeugen der Industriekultur

  • Manuelskotten
    Auf halber Höhe zwischen Cronenberg-Mitte und dem Ortsteil Kohlfurt im Kaltenbachtal gelegen ist der Manuelskotten, der einzige wasserkraftgetriebene Betrieb in Wuppertal. Hier werden noch heute große Cuttermesser für die Lebensmittelindustrie geschliffen. Der Manuelskotten kann als „lebendiges Industriedenkmal“ auch besichtigt werden.

Denkmäler

Ehrenmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges
Ehrenmal, Detailansicht
  • Cronenberger Ehrenmal
    Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde 1927 anlässlich der Jahrhundertfeier der damals noch selbständigen Stadt Cronenberg errichtet. Am höchsten Punkt wurde auf drei Seiten aufgeteilt „Cronenberg seinen Helden“ in Stein gehauen, was heute eher unreflektiert wirkt. Das Denkmal erhielt später zusätzlich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, die zurückhaltender gestaltet ist. Das Ehrenmal befindet sich in einem Park hinter der evangelischen Emmauskirche.

Musik

  • Cronenberger Männerchor e. V.
    Traditionsreicher Chor mit über 100 Sängern
  • Gesangverein MGV „Sängerhain“ 1893 Wuppertal-Sudberg
  • PosaunenChor Cronenberg
    Blasorchester mit ca. 40 Mitspielern und Mitspielerinnen
  • Spell'88 – Gospels und Musicals aus Cronenberg
    Seit der Gründung im Jahr 1988 wurden acht Musicals auf die Bühne gebracht, die in eigenen Aufführungen, bei Gottesdiensten, auf Hochzeiten, Taufen und Stadtfesten aufgeführt werden. Höhepunkte sind jeweils die Auftritte beim Evangelischen Kirchentag. Spell'88 wird vom Cronenberger evangelischen Kantor Martin Ribbe geleitet.

Sport

  • Seit 1902 steht der Cronenberger SC für Fußball auf den Südhöhen. Die 1. Mannschaft spielt derzeit in der Niederrheinliga (Verbandsliga) und ist nach dem Wuppertaler SV die „Nummer 2“ im Tal. Mit zurzeit 14 gemeldeten Jugendteams stellt der CSC eine der größten Jugendabteilungen im Kreis. Der im Februar 2006 verstorbene langjährige 2. Vorsitzende und Manager Horst Neuhoff zog nahezu 30 Jahre die Fäden beim CSC und half die 1. Mannschaft bis an die Spitze der Verbandsliga zu bringen. Der Sportplatz Hauptstraße wurde deshalb in „Horst-Neuhoff-Sportplatz“ umbenannt.
    2006 wurde der CSC vom Deutschen Fußballbund für seine besonders bemerkenswerte Jugendarbeit mit einer Urkunde der Sepp-Herberger-Stiftung ausgezeichnet.
    Der CSC war 1921 Westdeutscher Vizemeister und 1952 Deutscher Amateur-Vizemeister. Im Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft unterlag der CSC im Ludwigshafener Stadion vor über 80.000 Zuschauern dem VfR Schwenningen mit 2:5. Trotz der Niederlage gilt dies bis heute als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte. In der Endspielelf spielten Herbert Jäger, Paul Wansel, Helmut Bogkmann, Edmund Dapprich, Reinhold Dyckers, Karl Rauhaus, Erich Streup, Siegfried Wellner, Willi Kunze, Günter Görts und Edwin Schulz.
    Werner Görts, ein Cronenberger Gewächs, schlug erfolgreich die Profilaufbahn ein und spielte von 1966 bis 1978 für Werder Bremen in der Bundesliga. In 391 Bundesligaeinsätzen schoss er 74 Tore. Von 1993 bis 1996 war der ehemalige Nationalspieler Holger Fach Trainer der 1. Mannschaft des Cronenberger SC.
  • Cronenberger Schützenverein 1836 e.V., Lenzhaus
  • Cronenberger Turngemeinde 1880 e.V.
  • Gartenhallenbad
    Das Gartenhallenbad Cronenberg (Zum Tal 27) besitzt ein Schwimmbecken in der Größe 12,5 x 25,0 m und ein Nichtschwimmerbecken in der Größe 12,5 x 8,0 m. Das Bad ist behindertengerecht mit für Rollstuhlfahrer geeigneten Zugängen in die Sauna und ins Schwimmbad ausgestattet. Ein Lifter ermöglicht Schwimmern, die nicht über die Leiter oder die Treppe ins Becken gelangen können, das Schwimmen.
  • RSC Cronenberg
    Bundesliga Rollhockey, mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, auch auf internationaler Ebene. Rollkunstlauf. Engagierte, breit angelegte Jugendarbeit in allen Sparten des Rollsports in der vereinseigenen Rollsporthalle.
  • Schachfreunde Vonkeln 1931
    Der Verein gehört zu den größeren Vereinen im Schachbezirk Bergisch-Land. 1941 nahm ein Mitglied an den Deutschen Einzelmeisterschaften teil.
  • Schützenbund Kohlfurther Brücke 1891 e.V.
  • Ski-Club Cronenberg
    Der Ski-Club Cronenberg bietet eine Reihe von Sportaktivitäten rund um den Wintersport (Ski alpin, Ski nordisch, Snowboard) und ergänzende Angebote (Inline-Alpin, Roller-Ski, Radfahren MTB, Laufen, Hallentraining) sowie regelmäßige Ski-Trainingsfahrten im Winter.
Wappen SSV 07 Sudberg
Fußballplatz an der Riedelstraße in Wuppertal-Sudberg
  • SSV 07 Sudberg
    Fußballverein auf den Wuppertaler Südhöhen. 1. Mannschaft = Landesliga
    In den Jugendmannschaften finden Kinder und Junioren von 4 bis 18 Jahren sportliche Betätigung.
  • SVC - Schwimmverein Cronenberg e. V.
    Der traditionelle Schwimmverein in Wuppertal Cronenberg seit 1932. Hier können Kinder und Jugendliche Schwimmen lernen, ihre Schwimmabzeichen machen und bei Wettkämpfen teilnehmen.
  • Uni - Dojo Wuppertal e.V.
    Shotokan Karate seit 1984 in Wuppertal. Das eigene Dōjō seit Sommer 2006 in Cronenfeld.

Schulen

  • Städtische Gemeinschaftsgrundschule Hütterbusch, entstanden aus der Fusion der Grundschulen „Am Hofe“ und „Kampstraße“ (früher „Kuchhauser Schule“)
  • Hermann-Herberts-Schule (früher „Dohrer Schule“)
  • Gemeinschaftsgrundschule Rottsieper Höhe
  • Gemeinschaftsgrundschule Cronenberger Straße („Gelbe Schule“, früher im Volksmund „Hahnerberger Schule“)
  • Friedrich-Bayer-Realschule (im „Schulzentrum Süd“, das auf der Grenze zu Elberfeld steht)
  • Carl-Fuhlrott-Gymnasium (im „Schulzentrum Süd“)
  • Hauptschule Cronenberg, Berghauser Straße

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Werkzeugkiste (alle zwei Jahre, nächster Termin 2009)
  • Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg
  • Waldfest der Naturfreunde Cronenberg
  • Kirmes in der Kemmannstraße (jährlich am ersten September-Wochenende)
  • „Cronenberg hilft“: Benefizveranstaltung mit großem Musikprogramm (jeweils im Januar in der „Alten Schmiede“ der Firma Knipex, Oberkamperstr.)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Historische Entwicklung

Seit Jahrhunderten hat in Cronenberg die Eisenverarbeitung – ausgehend von Eisenerzvorkommen, Holzreichtum und Wasserkraft (hohe Niederschläge, gefällereiche Landschaft) eine hohe Bedeutung („bergische Kleineisenindustrie“). Schon früh wurden Eisenerze mit Hilfe von Holzkohle und Sauerstoffzufuhr vor allem in sogenannten Rennöfen erschmolzen. Dies hat sich in Straßennamen erhalten: Schorfer Straße (von „schürfen“), An der Hütte, Am Hütter Busch und Hütter Straße von „verhütten“. Die lokalen Erzfunde wurden zunehmend durch Einfuhr aus dem Siegerland ersetzt, als die Vorkommen zu unergiebig wurden. An die Verhüttung schloss sich die Weiterverarbeitung in häufig mit Wasserkraft angetriebenen Schmieden und Schleifbetrieben („Schleifkotten“) an.

Lange Zeit lag der Schwerpunkt auf der Herstellung von Sensen, für das Gebiet der Ämter Elberfeld, Beyenburg und Bornefeld seit dem 16. Jahrhundert das Schmiedeprivileg besaß. Auch das Zunftgericht hatte seinen Sitz in Cronenberg.

Das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts existierende Zunftwesen erwies sich jedoch immer deutlicher als Hemmnis für den technischen Fortschritt. So war etwa zeitweise das Schmieden mit Hilfe von Wasserhämmern verboten, was gegenüber Betrieben in der benachbarten Grafschaft Mark ein deutlicher Produktivitätsnachteil war. Das Sensengewerbe nahm an Bedeutung ab und der Schwerpunkt der Produktion verlagerte sich auf andere, nicht den Zunftregeln unterliegende Produkte wie Werkzeuge und Kleineisenwaren (Nägel, Pfannen etc.). 1861 kamen auf 777 Wohnhäuser "349 Fabriken und einzeln stehende Schmieden" (Holtmanns, S. 78) Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Industriebetriebe der Metallverarbeitung. 1928 hatte Cronenberg 221 metallverarbeitende Unternehmen mit 3821 Personen. Das waren ca. 80 % aller Beschäftigten.

Heutiger Stand – Ansässige Unternehmen

Heute ist Cronenberg Sitz von bekannten Werkzeugherstellern (z. B. Knipex (Zangen), Picard (Hämmer), Stahlwille (Schraubwerkzeuge), Wera (Schraubwerkzeuge), P. Hermann Jung) (Maurerkellen) und anderen metallverarbeitenden Unternehmen (z. B. Walter Klein Wuppertal und Schmittenberg Metallwerke). Auch der Werkzeughandel ist etwa mit der Firma Meister-Werkzeuge in Cronenberg zu Hause.

Mit den Firmen Tigges GmbH und Co KG, J. vom Cleff A. Sohn GmbH & Co KG und Hein GmbH & Co KG sind auch Produzenten von Verbindungselementen (Schrauben etc.) im Stadtteil vertreten. Auch Hersteller von Spezialfedern, wie die Gebrüder Schmidt und Maschinenbauer sind hier ansässig.

Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Wuppertal e.V. wurde 1960 gegründet, hat ihren Sitz in der Heidestraße und ist eine der größten Institutionen im Behindertenbereich im Bergischen Land. Sie betreibt für Menschen mit geistiger Behinderung oder Mehrfachbehinderung in Cronenberg zwei Werkstätten und sechs Wohnheime und auf Norderney ein Hotel. Zu den Leistungen der Werkstätten zählen unter anderem Montage- und Verpackungsarbeiten sowie Metallbearbeitung.

Verkehr

Neuer Radweg auf der Strecke der Burgholzbahn (Brücke an der Kaisereiche)
Unterwegs zum Tunnelfest (März 2006)
Burgholztunnel: Eingang Ostportal

ÖPNV

In Cronenberg lagen früher mehrere Bahnhöfe der Burgholzbahn, auch „Samba“ genannt, die von 1891 bis 1988 fuhr. Ebenso war Cronenberg seit 1900 an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Straßenbahn wurde durch Busverkehr ersetzt, der Zugverkehr stillgelegt. Aus der Bahnstrecke ist heute ein Rad- und Wanderweg, der sanft ansteigend von der Hindenburgstraße über den Zoo und vorbei an der Kaisereiche und dem Bahnhof Küllenhahn bis zum Bahnhof Cronenberg führt.

Die Cronenberger Ortsmitte ist von Wuppertal Hbf aus werktags im 10-Minuten-Takt durch die Schnellbuslinien CE64 (Richtung Solingen) und CE65 (Richtung Sudberg) zu erreichen, parallel dazu mit der Linie 625 (Richtung Berghausen/Sudberg). Von Remscheid Mitte aus verkehrt die Linie 615 (Richtung Wuppertal Hbf) und berührt dabei auch Cronenberg. Von Solingen Mitte bedient tagsüber die Linie CE64 (Richtung Wuppertal Hbf) Cronenberg. Innerhalb Cronenbergs werden die meisten Randlagen durch die Linie 633 angefahren (Richtung Am Burgholz respektive Am Hofe)

Individualverkehr

Schon immer galt: Wer Cronenberg erreichen will, muss Steigungen überwinden. Vor dem Beginn des systematischen Straßenbaus, also bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, führten Wege für Menschen, Packpferde und die weitverbreiteten zweirädrigen Karren mit Zugtieren über die Höhenrücken, meist entlang der Wasserscheiden, weil dort Schnee und Wasser schneller verschwanden. Besonders an Steigungen war das Gelände den starken Belastungen schlecht gewachsen, so dass sich über die Jahre eindrucksvolle Hohlwege bildeten. Dies ist heute noch an vielen Stellen, beispielsweise im Bereich des Kaltenbachtals und im Wald hinter der Heidestraße erkennbar. Ein weiterer, sehr schöner Hohlweg führt von Clemenshammer aus in nordwestlicher Richtung den Hang hinauf und endet unterhalb der Wohnanlagen der Lebenshilfe am Mastweg.

Von Elberfeld aus ist Cronenberg durch die Südstadt über die Cronenberger Straße erreichbar, von Barmen über Lichtscheid, von Remscheid aus über die Hastener Straße. Vom Sonnborner Kreuz, Solingen und den westlichen Stadtteilen Remscheids führt der Weg durch die Kohlfurth über die Wupper dann über die Wahlert ins Cronenberger Zentrum.

Da sich die Hauptstraßen allesamt im Ortszentrum treffen, leidet dieses stark unter dem Verkehr; eine Lösung ist nicht in Sicht, da für eine Ortskernumfahrung kein Platz vorhanden ist.

Die größte Veränderung ergab sich für die Bürger und die Industrie Cronenbergs mit der Eröffnung des Burgholztunnels im März 2006. Nach jahrelangen Diskussionen und Bürgerprotesten wurde für den Lückenschluss der Landesstraße 418 zur A 46 eine Tunnellösung realisiert, die den Staatsforst Burgholz und den Stadtteil Küllenhahn weitgehend schont. Die A 46 und die Stadtteile Vohwinkel und Sonnborn sind nun leicht zu erreichen. Kurz vor der Freigabe war das Bauwerk mit einem Tunnelfest gefeiert worden.

Zeitungen

  • Cronenberger Woche in der Kemmanstraße 6 (erscheint wöchentlich freitags und ist mit 16.000 Exemplaren die auflagenstärkste Zeitung in Cronenberg und der oberen Elberfelder Südstadt)
  • Cronenberger Anzeiger in der Hauptstraße 15 (erscheint wöchentlich am Dienstagnachmittag und hat eine Auflage von rund 6000 Exemplaren)

Öffentliche Einrichtungen

Im Stadtbüro Cronenberg (Rathausplatz 4, Cronenberg-Mitte) werden folgende Dienstleistungen angeboten: Standesamtwesen, Verwaltungsangelegenheiten, Rentenversicherungsangelegenheiten, Einwohnermelde- und Passangelegenheiten. Die Stadtbibliothek Wuppertal unterhält in der Ortsmitte eine an zwei Tagen in der Woche geöffnete Zweigstelle.

Am Ende der Friedensstraße liegt am Rand des Staatsforstes Burgholz das Waldpädagogische Zentrum.

Die Freiwillige Feuerwehr Wuppertal-Cronenberg als südlichster Löschzug Wuppertals in der Kemmannstraße hält neben den normalen Aufgaben Brandschutz, Hilfeleistung und Umweltschutz auch eine Ersthelfer-vor-Ort-Gruppe vor, die bei Abwesenheit des nächsten Rettungswagens im medizinischen Notfall alarmiert wird.

Die Freiwillige Feuerwehr Hahnerberg hat ihr Quartier nahe der Hofschaft Korzert am Theishahner Kreuz. Sie ist die einzige Freiwillige Feuerwehr in Wuppertal, die eine Drehleiter besitzt. Im gleichen Gebäude ist auch die Rettungswache Süd stationiert.

Bekannte Persönlichkeiten, die mit Cronenberg in Verbindung stehen

  • Peter Jung, der amtierende Oberbürgermeister von Wuppertal, stammt aus Küllenhahn.
  • Hans Kremendahl, der Vorgänger Jungs als Oberbürgermeister, ist in Cronenberg geboren.
  • Hermann Herberts war von 1956 bis 1961 sowie von 1964 bis 1969 Oberbürgermeister Wuppertals.
  • Robert Daum war von 1946 - 1948 und von 1949 bis 1951 Oberbürgermeister von Wuppertal. Er
stammt aus dem heute zu Cronenberg gehörenden Wohnquartier Hahnerberg.

Literatur

  • J. Holtmanns et al. (Hg.), Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg (sic!), Remscheid 1877
  • J. Holtmanns, Beiträge zur Geschichte der Stadt Cronenberg, Remscheid 1898
  • Wilhelm Engels/Paul Legers, Aus der Geschichte der Remscheider und Bergischen Werkzeug- und Eisen-Industrie, Remscheid 1928
  • Peter Bockemühl, Cronenberg – Geschichte und Eigenart, o. O., o. J.
  • Cronenberger Fabrikanten Verein (Hg.), Cronenberg – Aus Geschichte und Wirtschaft, Wuppertal 1970
  • Siegfried Horstmann/Ernst Hass, Das alte Cronenberg in Bildern, Remscheid 1981
  • Egon Viebahn, Hämmer und Schleifkotten im Gelpetal, Wuppertal 1983
  • Cronenberger Heimat- und Bürgerverein e.V. (Hg.), Cronenberg – Blick in die Vergangenheit, Wuppertal o. J.
  • Cronenberger Heimat- und Bürgerverein e.V. et al. (Hg.), 950 Jahre Cronenberg, Wuppertal 2000

Weblinks


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