Wurzburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Würzburg
Würzburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Würzburg hervorgehoben
49.7944444444449.9294444444444177Koordinaten: 49° 48′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 177 m ü. NN
Fläche: 87,63 km²
Einwohner: 135.212 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1543 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 97070–97084
Vorwahl: 0931
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 6 63 000
Stadtgliederung: 13 Stadtbezirke
mit 25 Stadtteilen
Adresse der Stadtverwaltung: Rückermainstraße 2
97070 Würzburg
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Georg Rosenthal (SPD)
Festung Marienberg mit „alter Mainbrücke“ im Vordergrund
Kiliansdom und Rathaus

Würzburg ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken mit Sitz der Regierung von Unterfranken, des Bezirks Unterfranken und des Landratsamtes Würzburg. Gegenwärtig hat die Stadt am Main, die eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist, über 134.000 Einwohner und steht damit hinter München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle unter den bayerischen Großstädten.

Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Würzburg. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Frankfurt am Main, rund 120 Kilometer nordwestlich, Nürnberg 115 Kilometer südöstlich, Stuttgart 140 Kilometer südwestlich und Mannheim 177 Kilometer westlich. Im Jahr 2004 konnte Würzburg das 1300-jährige Stadtjubiläum feiern. Die weltberühmte Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Würzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal (Maindreieck). Die Stadt wird überragt von der Festung auf dem Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Würzburg. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und gehören alle zum Landkreis Würzburg:

Veitshöchheim, Güntersleben, Rimpar, Estenfeld, Rottendorf, Gerbrunn, Randersacker, Eibelstadt, Reichenberg, Eisingen, Höchberg, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn und Zell am Main

Nr. Stadtbezirk Bevölkerung
(31. Dezember 2006)
01 Altstadt 18.924
06 Frauenland 18.007
07 Sanderau 14.150
02 Zellerau 11.243
12 Lengfeld 11.234
08 Heidingsfeld 10.195
04 Grombühl 9.696
09 Heuchelhof 9.076
11 Versbach 6.921
03 Dürrbachtal 6.840
05 Lindleinsmühle 6.283
10 Steinbachtal 4.763
13 Rottenbauer 3.314
  Würzburg 131.320

Stadtgliederung

Die folgenden ehemals selbständigen Städte und Gemeinden wurden nach Würzburg eingemeindet:

  • 1930: Die Stadt Heidingsfeld mit den Gemeindeteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Vogelshof und Zwickerleinshof
  • 1974: Die Gemeinde Rottenbauer
  • 1976: Aus der Gemeinde Oberdürrbach die Gemeindeteile Oberdürrbach, Schafhof und Ziegelhütte
  • 1976: Die Gemeinde Unterdürrbach
  • 1978: Die Gemeinde Lengfeld mit den Gemeindeteilen Holzmühle, Pilziggrund, Riedmühle und Rosenmühle
  • 1978: Die Gemeinde Versbach mit den Gemeindeteilen Herrnmühle, Schäfermühle und Straubmühle
  • 1978: Aus der Gemeinde Höchberg der Gemeindeteil Steinbachtal

Das Stadtgebiet von Würzburg ist heute in 13 Stadtbezirke eingeteilt, die sich weiter in insgesamt 25 Stadtteile gliedern. Die Stadtbezirke und Stadtteile sind fortlaufend nummeriert. Bei der folgenden Übersicht sind die Stadtteile mit ihren Nummern den 13 Stadtbezirken zugeordnet:

Karte der Bezirke

01 Altstadt

  • Dom (01)
  • Neumünster (02)
  • Peter (03)
  • Innere Pleich (04)
  • Haug (05)
  • Äußere Pleich (06)
  • Rennweg (09)
  • Mainviertel (17)

02 Zellerau

03 Dürrbachtal

  • Dürrbachau (07)
  • Unterdürrbach (22)
  • Oberdürrbach (23)

04 Grombühl

05 Lindleinsmühle

06 Frauenland

07 Sanderau

08 Heidingsfeld

09 Heuchelhof

10 Steinbachtal

  • Steinbachtal (15)
  • Nikolausberg (16)

11 Versbach

12 Lengfeld

13 Rottenbauer


Raumordnung

Würzburg ist das Oberzentrum der Planungsregion Würzburg, zu der die kreisfreie Stadt Würzburg und die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg gehören. Dem Oberzentrum Würzburg sind folgende Mittelzentren zugeordnet: Kitzingen, Karlstadt, Lohr am Main, Marktheidenfeld und Ochsenfurt.

Klimadiagramm von Würzburg[1]

Klima

Die mittlere Januar-Temperatur beträgt +0,6 °C, im Juli liegt die mittlere Temperatur bei +18,4 °C. Über das gesamte Jahr gesehen ergibt sich eine mittlere Temperatur von +9,2 °C. Die höchste je gemessene Temperatur stellen +38,5 °C am 28. Juli 1921 dar, die maximale Tiefsttemperatur waren −24,0 °C am 10. Februar 1956.

Hochwasserstände

Alter Kranen

Der Wasserstand wird mit dem Messstab am Alten Kranen. gemessen: Normalstände an der Ufermauer des Mains, Hochwasserstände am Mauerwerk des Gebäudes Alter Kranen.

Extreme Hochwasserstände des 14. bis 19. Jahrhunderts sind am rechten Türpfosten am Eingang zum Grafeneckart markiert: das Jahrtausendhochwasser am Magdalenentag des 21. Juli 1342, weitere am 29. Februar 1784, am 27. Januar 1682 und am 30. März 1845.

Hochwasserstände des 20. Jahrhunderts sind an der Mauer des Alten Kranens dokumentiert: am 7. Februar 1909, 16. Januar 1920 und am 25. Februar 1970 (Wasserpegel 670 cm). Siehe auch Hochwasser in Würzburg.

Geschichte

Würzburg um 1550 nach Sebastian Münster
Würzburg um 1650 in einem Stich Merians
Mainbrücke (um 1900)
Marienkapelle auf dem Würzburger Marktplatz
Altes Rathaus Grafeneckart

Gründung und frühe Geschichte

Für die Zeit um 1000 v. Chr. ist eine keltische Fliehburg auf dem Marienberg nachgewiesen. Nach der Völkerwanderungszeit lassen sich die Franken in der Region nieder. Ab etwa 650 ist Würzburg fränkischer Herzogsitz. Im Jahr 689 missionierten die iro-schottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan die Gegend. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 1. Mai 704.

Mittelalter und Neuzeit

Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde im Jahr 1127 in der Stadt am Main ausgetragen.

Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die minderjährige Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen Rainald III. und seit diesem Jahr Erbin der Freigrafschaft Burgund (heute Franche-Comté). Auf dem Reichstag zu Würzburg 1168 wurde der damalige Bischof Herold durch Friedrich I. Barbarossa mit der Herzogswürde belehnt. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan „Fürstbischöfe“ nennen und den Titel „Herzog in Franken“ führen.

Fürstbischof Johann von Egloffstein gründete am 10. Dezember 1402 die Universität Würzburg als „Hohe Schule zu Würzburg“. Kurz nach dem Tod des Fürstbischofs musste der Lehrbetrieb aus Geldmangel und anderen Gründen ausgesetzt werden. Am 19. Juli 1476 wurde der Prediger Hans Böhm nach einem Ketzerprozess verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Festung Marienberg im Mai 1525 erfolglos berannt. Die aufständischen Bauern erlitten eine schwere Niederlage vor den Toren der Stadt Würzburg. Das Bauernkriegsdenkmal am Ende der Tellstiege zwischen Alter Mainbrücke und der Festung Marienberg erinnert an die Haufen der Bauern und ihre Anliegen, die in 12 Artikeln proklamiert wurden. Das Denkmal stellt mehrere Wurzeln dar, die an einer schräg gestellten Mauer emporranken, aber oben absterben. Besonders wurden persönliche Freiheit und Mäßigung bei Steuer- und Fronforderungen erbeten. [2] Tilman Riemenschneider stellte sich als Bürgermeister auf die Seite der Bauern und wurde deshalb auf der Festung Marienberg gefoltert und inhaftiert. Das historische Gasthaus Hof zum Stachel (in der Gressengasse) war damals ein Treffpunkt der aufbegehrenden Bürger und Bauern und war für Eingeweihte am Morgenstern (Stachel) als Wirtshausschild zu erkennen.

Unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wird 1582 im Zuge der Gegenreformation die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gegründet. Würzburg war in den 1630er Jahren ein Kerngebiet der Hexenverfolgungen. In der Zeit der Hexenprozesse nahmen unter der Regentschaft des Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg die Hexenverfolgungen in Würzburg große Ausmaße an. Sie erreichten zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt. Im Stift brannten über 900 „Hexen“, allein in der Stadt Würzburg an die 200. Im Dreißigjährigem Krieg wurde die Stadt im Oktober 1631 durch den Schwedenkönig Gustav Adolf erobert. Bis 1634 waren große Teile des Hochstifts wieder zurückerobert.

Die Würzburger Residenz wird von 1719 bis 1779 erbaut. Im Jahr 1725 werden die Würzburger Lügensteine gefunden. Am 21. Juni 1749 findet der letzte Hexenprozess in Würzburg statt. Die Subpriorin des Klosters Oberzell wird am Hexenbruch verbrannt [3].

Durch den Reichsdeputationshauptschluss fielen Stadt und Hochstift Würzburg 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Würzburg wurde 1805 Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, mit dem Ferdinand III. aus der toskanischen Nebenlinie des Hauses Habsburg ausgestattet wurde. Die Stadt wurde 1814 erneut bayerisch und gleichzeitig eine direkt der Regierung unterstehende Stadt (welche später als kreisfreie Stadt bezeichnet wurde). Ferner wurde die Stadt Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorging. Die Stadt wurde faktisch Nebenresidenz des bayerischen Königshauses. 1817 wurde Würzburg Hauptstadt des Untermainkreises, der ab 1837 als Unterfranken bezeichnet wurde. Im gleichen Jahr gründeten Friedrich Koenig und Andreas Bauer im Kloster Oberzell die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer. Im Jahr 1821 wurde Prinz Luitpold, der spätere Prinzregent Luitpold in Würzburg geboren. Der Pegel Würzburg wurde 1823 in Betrieb genommen und ist damit der älteste in Betrieb befindliche Pegel am Main. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 die nach ihm benannten Strahlen.

Würzburg wird 1934 Großstadt. Aufgrund der siebzehn Minuten dauernden Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 durch die Royal Air Force kamen über 5000 Menschen ums Leben. Die Innenstadt wurde zu neunzig Prozent zerstört. Das Modell der komplett zerstörten Innenstadt und die Namen der identifizierbaren Getöteten werden in der ständigen Gedenkstätte rechts am Eingang zum Grafeneckart dokumentiert. Das Massengrab mit einer Gedenkglocke für die Bombardierungsopfer befindet sich links vor dem Haupteingang zum Hauptfriedhof. In der Marienkapelle wird jeden Freitag zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Bombardierung um die Mittagszeit das ökumenische Versöhnungsgebet von Coventry für den Frieden gehalten. An zahlreichen Gebäuden erinnern Hinweise an den Wiederaufbau nach der Zerstörung. Der US-Kunstschutzoffizier John D. Skilton rettete die Residenz durch Abdichtungsmaßnahmen am Dach trotz des Bauholzmangels vor dem Zerfall durch die Winterfröste. [4]

An die Trümmerfrauen und Trümmermänner, die den Wiederaufbau Würzburgs erst wieder möglich machten, erinnert eine Gedenktafel aus Buntsandstein an der Hochwasserschutzmauer zwischen Altem Kranen und Kranenkai. Hier endeten die fast 30 km Gleisnetz der Trümmerbahn. Der Trümmerschutt wurde ab Mainufer auf Schiffen abtransportiert. Eine Lore mit Keupersteinen erinnert an diese Zeit.[5] Wegen der Zerstörungen an Wohnraum waren einzelne Zimmer mit bis zu sieben Personen überbelegt. Würzburger ohne Wohnung, die ins Umland geflohen waren, durften als „Außenbürger“ nicht wieder nach Würzburg zurückziehen („Zuzug verboten“). [6]


Die Stadt Würzburg wurde 1973 mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Die Bayerische Landesgartenschau fand 1990 in Würzburg statt. Im Jahr 2004 wurde das 1300-jährige Stadtjubiläums gefeiert.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

Im Jahre 1880 hatte Würzburg 50.000 Einwohner. 1934 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor die Stadt zwischen 1939 (108.000 Einwohner) und 1945 (53.000 Einwohner) rund die Hälfte (55.000) ihrer Bewohner. 1957 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Ende Dezember 2004 lebten in Würzburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 133.539 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse¹ oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1200 5.000
1512 5.365
1571 8.590
1621 9.782
1703 13.883
1787 18.070
1813 19.925
1. Juni 1830 ¹ 21.672
3. Dezember 1846 ¹ 22.650
3. Dezember 1852 ¹ 29.848
3. Dezember 1855 ¹ 32.598
3. Dezember 1861 ¹ 36.119
3. Dezember 1864 ¹ 41.575
3. Dezember 1867 ¹ 42.185
1. Dezember 1871 ¹ 40.005
Jahr Einwohner
1. Dezember 1875 ¹ 44.975
1. Dezember 1880 ¹ 51.014
1. Dezember 1885 ¹ 55.010
1. Dezember 1890 ¹ 61.039
2. Dezember 1895 ¹ 68.747
1. Dezember 1900 ¹ 75.499
1. Dezember 1905 ¹ 80.327
1. Dezember 1910 ¹ 84.496
1. Dezember 1916 ¹ 71.044
5. Dezember 1917 ¹ 70.923
8. Oktober 1919 ¹ 86.571
16. Juni 1925 ¹ 89.910
16. Juni 1933 ¹ 101.003
17. Mai 1939 ¹ 107.515
31. Dezember 1945 52.999
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 55.604
13. September 1950 ¹ 78.443
25. September 1956 ¹ 102.950
6. Juni 1961 ¹ 116.883
31. Dezember 1965 122.067
27. Mai 1970 ¹ 117.147
31. Dezember 1975 112.584
31. Dezember 1980 128.652
31. Dezember 1985 127.997
25. Mai 1987 ¹ 123.378
31. Dezember 1990 127.777
31. Dezember 1995 127.295
31. Dezember 2000 127.966
31. Dezember 2005 129.628
31. Dezember 2006 131.320

¹ Volkszählungsergebnis

Religion

2006 im Zuge der äußerlichen Restaurierung freigelegte Westfassade des Kiliansdomes

Christentum

Würzburg wurde 741/742 Sitz eines Bistums, das sich neben seinem geistlichen Gebiet bald auch ein weltliches Herrschaftsgebiet schaffen konnte (Fürstbistum ab 1168 beziehungsweise Hochstift Würzburg). Oberster Herr dieses Territoriums war der Bischof, später der Fürstbischof.

Die Reformation konnte im Bistum zunächst Fuß fassen, wurde dann aber vor allem durch die Gegenreformation ab 1586 stark unterdrückt. Die Anhänger des Luthertums wurden aus der Stadt verbannt. Während der schwedischen Besatzung konnten die Protestanten vorübergehend wieder Fuß fassen. 1633 wurde ihnen für ein Jahr sogar der Dom zur Benutzung eingeräumt. Doch brachte erst das bayerische Religionsedikt von 1803 eine Gleichbehandlung beider Konfessionen. Im selben Jahr erhielten die Protestanten die Kirche des säkularisierten St.-Stephans-Klosters. Später wurden weitere Gemeinden gegründet. Alle Gemeinden gehören von Anfang an zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und sind Teil des Dekanats Würzburg innerhalb des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg. Heute haben auch verschiedene Freikirchen in Würzburg ihre Gemeinden gegründet; die meisten sind in der Evangelischen Allianz zusammengeschlossen. Das 1803 säkularisierte Fürstbistum Würzburg wurde 1821 als eigenständiges Bistum innerhalb der Kirchenprovinz Bamberg neu umschrieben. Innerhalb dieses Bistums gehören heute die Pfarrgemeinden der Stadt zum Dekanat Würzburg Stadt

Jüdische Gemeinde

Würzburg ist Sitz einer alten jüdischen Gemeinde, die erstmals 1147 erwähnt wurde. Ihre Blütezeit hatte sie im 12. und 13. Jahrhundert. 1298, 1336/1337 und 1349 kam es zu Pogromen gegen die jüdischen Einwohner der Stadt und auch des Umlandes. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurden die Juden immer wieder aus der Stadt verwiesen. 1803 konnte sich nach mehr als 150 Jahren wieder eine jüdische Familie in Würzburg niederlassen. Am 2. August 1819 war Würzburg der Ausgangspunkt der Hep-Hep-Unruhen, die sich gegen jüdische Bürger richteten. Um 1900 erreichte die jüdische Gemeinde mit annähernd 2.500 Mitgliedern ihren höchsten Stand. Bei den Novemberpogromen 1938 starben in Würzburg mindestens vier Menschen. Die 1837 erbaute Hauptsynagoge und weitere Einrichtungen der Jüdischen Kultusgemeinde wurden von SA-Männern zerstört, woran eine Gedenktafel an einer Mauer der Domerschulstraße erinnert. Im November 1941 begann die Deportation der verbliebenen Würzburger Juden in Konzentrationslager. Die jüdische Gemeinde hörte 1943 auf zu existieren. Bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Würzburg eine neue jüdische Gemeinde gegründet, die im Jahr 1970 in der Valentin-Becker-Straße 11 eine neue Synagoge erhielt, in deren Vorraum eine Gedenktafel an die Verfolgung und Ermordung der Würzburger Juden erinnert. Im ersten Stock des dort befindlichen Jüdischen Altersheims wurde 1987 ein "Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken" errichtet. Bis zur Shoa gab es sieben Synagogen in Würzburg. Eine von ihnen, die 1929 in der Sandbergerstraße errichtet wurde, beherbergt heute die Jakob-Stoll-Schule, eine Realschule für Knaben. In ihrem Innern wird mit einer Gedenktafel an den Leiter dieser ehemaligen Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA), den Pädagogen Jakob Stoll, erinnert, der nach seiner KZ-Haft in die USA emigrierte. Am ehemaligen Standort einer anderen Synagoge in Heidingsfeld in der Zindelgasse / Ecke Dürrenberg wurde 1986 eine Gedenksäule errichtet.[7] Am 23. Oktober 2006 wurde nach fünfjähriger Bauzeit das neue jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum eröffnet, das den Namen Shalom Europa trägt. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist durch Kontingentflüchtlinge auf ca. 1.100 gestiegen. Seit August 2001 gibt es wieder einen Rabbiner in Würzburg.

Islam

An der Edith-Stein-Straße befindet sich die 2005 von der Ahmadiyya-Gemeinde erbaute Moschee Baitul Alim (Haus der Gelehrten).

Andere Religionsgemeinschaften

Würzburg ist der Hauptsitz der Sekte Universelles Leben.

Politik

Die Stadt wurde schon seit ihrer Gründung vom Rat und vom Bürgermeister verwaltet. Der Rat ist seit 1256 bezeugt. An dessen Spitze stand der Schultheiß. Später gab es einen „Alten Rat“ und einen „Neuen Rat“. Der Alte Rat, auch Oberrat genannt, war die bischöfliche Aufsichtsbehörde, der neue Rat hatte kaum Befugnisse. Nach den Bauernkriegen wurden die bürgerlichen Freiheiten nahezu ganz eingeschränkt. Ein Denkmal in den Grünanlagen unterhalb der Residenz erinnert an die Bauernkriege. An der Spitze der Stadt stand fortan der vom Bischof eingesetzte Stadtschultheiß. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden der innere und der äußere Rat zu einem Kollegium vereinigt. 1818 erhielt die Stadt jedoch durch das Bayerische Gemeindeedikt wieder ihre Selbstverwaltung. An der Spitze der Stadt stand fortan der Erste Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt.

Die Regierenden Würzburgs seit 1797:

  • 1797–1820: Georg Ignaz Brock
  • 1821–1832: Wilhelm Josef Behr
  • 1835–1840: Sebastian Benkert
  • 1840–1852: Matthäus Johann Bermuth
  • 1853–1859: Josef Friedrich Treppner
  • 1859–1862: Ludwig Weis
  • 1862–1865: Jakob Hopfenstätter
  • 1865–1884: Georg Zürn
  • 1884–1899: Johann Georg Ritter von Steidle
  • 1900–1913: Philipp Ritter von Michel
  • 1913–1917: Max Ringelmann
  • 1918–1920: Andreas Grieser
  • 1921–1935: Hans Löffler
  • 1935–1945: Theo Memmel
  • 1945–1946: Gustav Pinkenburg
  • 1946: Michael Meisner
  • 1946–1948: Hans Löffler
  • 1948–1949: Karl Grünewald
  • 1949–1956: Franz Stadelmayer
  • 1956–1968: Helmuth Zimmerer, FWG
  • 1968–1989: Klaus Zeitler, SPD
  • 1990–2002: Jürgen Weber, WL
  • 2002–2008: Pia Beckmann, CSU
  • seit 1. Mai 2008: Georg Rosenthal, SPD

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2008 kam es zwischen der Amtsinhaberin Pia Beckmann (41,3 %) und ihrem SPD-Herausforderer Georg Rosenthal (24,7 %) zur Stichwahl. Weitere Kandidaten waren Matthias Pilz (GRÜNE, 16,3 %), Benedikt Kuttenkeuler (Würzburger Liste, 14,6 %) und Uwe Dolata (ÖDP, 3,0 %).

In der Stichwahl konnte der SPD-Kandidat sich dann überraschend gegen Amtsinhaberin Pia Beckmann mit 52,5 % gegen 47,5 % durchsetzen. Die Wahlbeteiligung betrug dabei lediglich 41,0 %. Am niedrigsten fiel sie in Grombühl mit 30,0 %, am höchsten in Rottenbauer mit 52,6 % aus. Die CSU-Kandidatin setzte sich zwar in Heidingsfeld, am Heuchelhof- mit 56,9 % ihr bestes Ergebnis- und Rottenbauer durch, verlor aber in allen anderen Stadtteilen. Georg Rosenthal erzielte sein bestes Ergebnis in der Zellerau mit 59,4 %, sein schlechtestes am Heuchelhof mit 43,1 %.

Ort Wahlbeteiligung in % Pia Beckmann, CSU, in % Georg Rosenthal, SPD, in %
Altstadt 37,3 46,5 53,5
Dürrbachtal 50,5 47,5 52,5
Frauenland 43,7 46,4 53,6
Grombühl 30,0 43,0 57,0
Heidingsfeld 45,9 51,2 48,8
Heuchelhof 33,5 56,9 43,1
Lengfeld 45,0 48,8 50,2
Lindleinsmühle 38,4 46,6 53,4
Rottenbauer 52,6 54,6 45,4
Sanderau 40,0 47,6 52,4
Steinbachtal 50,8 45,7 54,3
Versbach 47,5 46,8 53,2
Zellerau 36,3 40,6 59,4
GESAMT 41,0 47,5 52,4

Stadtrat

Die Verteilung im Stadtrat sieht folgendermaßen aus:

Wappen

Das Wappen der Stadt Würzburg zeigt in Schwarz eine schräg gestellte, eingekerbte, von Rot und Gold gevierte Fahne an silberner Lanzenstange. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb mit aufgelegtem Wappen.

Die Fahne als Ortswappen taucht seit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts auf. Es handelt sich um die Fahne des alten Herzogtums Franken, jedoch in anderer Farbgebung. Ferner war die Fahne des Herzogtums nicht geviert. Seit 1570 wird die Fahne auch ausnahmslos in den Siegeln der Stadt verwendet.

Städtepartnerschaften

Der Mwanza-Weg im Stadtteil Heuchelhof

Die Stadt Würzburg unterhält mit folgenden Städten, nach denen im Stadtteil Heuchelhof auch einige Straßen benannt sind, eine Städtepartnerschaft:

Frankreich Caen (Frankreich), seit 1962
Vereinigtes Königreich Dundee (Vereinigtes Königreich), seit 1962
USA Rochester (Vereinigte Staaten), seit 1964
Tansania Mwanza (Tansania), seit 1966
Japan Ōtsu (Japan), seit 1979
Spanien Salamanca (Spanien), seit 1980
Deutschland Suhl (Deutschland), seit 1988
Schweden Umeå (Schweden), seit 1992
Irland Bray (Irland), seit 2000
Tschechische Republik Trutnov (Tschechien), seit 2008 (Patenschaft seit 1956)

Sport

Würzburg beheimatet den Schwimmverein SV Würzburg 05. Dessen Wasserballmannschaft ist fünfmaliger deutscher Meister und spielt in der deutschen Wasserball-Liga DWL (Saison 2006/2007). Mit Annika Lurz und Thomas Lurz stellt der SVW 05 zwei Ausnahmeathleten der deutschen Schwimmszene.

Würzburg ist im Tischtennis durch die Müller Würzburger Hofbräu in der Tischtennis-Bundesliga vertreten. Die 1. Herren Mannschaft wurde am 19. Juni 2005 erstmals Deutscher Meister.

Basketball wurde in Würzburg lange Jahre in der Basketball-Bundesliga (BBL) gespielt. Im Würzburger Basketball wurden der jetzige NBA-Spieler Dirk Nowitzki und die deutschen Nationalmannschafts-Spieler Robert Garrett und Demond Greene „groß“. Das damalige Erstligateam musste nach sieben erfolgreichen BBL-Jahren in der Saison 2004/2005 sportlich und wirtschaftlich Insolvenz anmelden. Der nachfolgende Versuch des USC Mainfranken Basket, in der 2. Basketball-Bundesliga Fuß zu fassen, scheiterte noch in derselben Saison. Nach einem Jahr Pause im höherklassigen Basketball steht in der Saison 2007/2008 mit den SC Heuchelhof Würzburg Baskets ein von zwei passionierten Managern in Kooperation mit dem örtlichen Verein SC Heuchelhof geführtes Projekt in der 1. Regionalliga in den Startlöchern auf dem Weg zurück in den Profibasketball.

Beim Fußball sind vor allem die traditionsreichen Rivalen Würzburger FV und Würzburger Kickers hervorzuheben, die beide bereits in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt haben.

In und um Würzburg wird erfolgreich Ju-Jutsu betrieben. So werden in Heidingsfeld erfolgreich Wettkämpfe bestritten, die Ju-Jutsu-Abteilung des Sportverein Oberdürrbach hat gar zwei Weltmeister und einen Vizeweltmeister hervorgebracht.

Der Radsport wird von der Radsportgemeinschaft Würzburg gefördert. Neben einer regulären Radtourenfahrt, der „Mainfrankentour“ wird jährlich noch die Kiliani Radeltour ausgerichtet, die vor allem Gelegenheitsfahrer ansprechen soll. Ansonsten zeichnet sich der Verein durch regelmäßige, öffentliche Trainingstreffs für Rennrad, sowie für Mountainbike aus.

Die Abteilung Rhönrad der Turngemeinde Würzburg ist seit Jahren sehr aktiv. Neben zahlreichen Erfolgen bei Landes- und Bundesklassewettkämpfen konnten sich die TGWler auch international behaupten. Claudia Renz wurde 1997 Weltmeisterin im Geradeturnen mit Musik. Isabell Gramß schafft es in der Jugendklasse sich auf den 3. Platz der Rhönrad-Weltmeisterschaft 2005 zu turnen.

Alljährlich im Frühjahr locken zwei etablierte Laufveranstaltungen jeweils mehrere tausend Läufer in die Stadt. Der Würzburger Residenzlauf findet regelmäßig im April statt und führt auf 10 Kilometern in vier Runden um die Residenz. Im Mai findet der Würzburg-Marathon statt. Die Marathondistanz führt in zwei unterschiedlichen Runden durch die Stadt.

Zur Fußball-WM 2006 in Deutschland war Würzburg Gastgeber des Nationalteams von Ghana.

Des Weiteren hat der am Hubland sesshafte Hockey und Tennis Club Würzburg (HTCW), die Chance mit der 1.Herrenmannschaft in die 2.Regionalliga aufzusteigen. Die Jugendmannschaften des Vereins haben in den letzten Jahren viele regionale und deutschlandweite Titel gewonnen. Die Jugendmannschaft des Jahrgangs 1990 und 1991 zum Beispiel, hat schon vier bayerische und eine süddeutsche Meisterschaft gewonnen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Hand

Würzburger Altstadt von der Festung Marienberg aus

Die Stadt ist durch ihre Hochschulen, die Julius-Maximilians-Universität, die Musikhochschule und die Fachhochschule geprägt, die über 5.500 wissenschaftliche und technische Angestellte und Beamte sowie Versorgungs- und Verwaltungspersonal beschäftigen (Stand: 2003). Nächstgrößter Arbeitgeber mit etwa 5.000 Angestellten und Beamten ist die Stadt Würzburg selbst.

Wirtschaft

Größter industrieller Arbeitgeber ist die Koenig & Bauer AG (KBA), einer der größten Hersteller von Druckmaschinen weltweit. Würzburg ist ebenso der Produktions- und Verwaltungsstandort von NOELL, einem der führenden deutschen Brückenkranhersteller. Weiterhin hat die Firma MERO, bekannt für die Raumfachwerke und Stahl-Glaskonstruktionen, ihren Hauptsitz in Würzburg. Mit der Würzburger Hofbräu ist eine weitere Aktiengesellschaft ansässig. Als größeres Handelsunternehmen ist die Duttenhofer Gruppe zu nennen. Die Vogel Medien Gruppe hat ihren Hauptsitz in Würzburg. Auch die Fürstlich Castell'sche Bank, eine kleine Privatbank für die Region, hat ihren Sitz in Würzburg.

Industrie und Gewerbe sind zumeist kleine und mittelständische Betriebe in den Industriegebieten Hafen, Aumühle und Würzburg-Ost.

Anders als im benachbarten Bereich Schweinfurt, wo eher Großindustrie und Maschinenbau sesshaft wurden, ist Würzburg das Dienstleistungszentrum der Region. Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2008 bei 5,5 Prozent.

Beschäftigungsstruktur

Wirtschaftszweig Sozial-
versicherungs-
pflichtig
Beschäftigte
Anteil an den
Gesamt-
Beschäftigten
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 300 0,4 %
Bergbau; Gew. von Steinen und Erden 0 0,0 %
Verarbeitendes Gewerbe 13.732 19,8 %
Energie- und Wasserversorgung 692 1,0 %
Baugewerbe 2.966 4,3 %
Handel; Inst., Rep. von Kfz. und Gebrauchsg. 14.078 20,3 %
Gastgewerbe 2.459 3,6 %
Verkehr und Nachrichtenübermittlung 3.941 5,7 %
Kredit- und Versicherungsgewerbe 3.099 4,5 %
Dienstleistungen für Unternehmen, Immobilien 21.593 31,1 %
Öffentl. Verwaltung u. ä. 6.433 9,3 %
Summe 69.293 100,0 %

Stadtgebiet Würzburg-Beschäftigte 2002;[8]

Verkehr

Würzburg ist historisch ein bedeutender Knotenpunkt für den Verkehr. Diese ursprünglich durch den Main hervorgerufene verkehrszentrale Lage wird heute durch die Autobahnen und die Deutsche Bahn bestimmt.

Straßenverkehr

A 3 Grenze NiederlandeRuhrgebietFrankfurt am MainWürzburgNürnbergRegensburgPassau - Grenze Österreich
A 7 Grenze DänemarkHamburgHannoverKasselWürzburgUlmFüssen - Grenze Österreich
A 81 WürzburgHeilbronnStuttgartSingen (Hohentwiel)
B 8 Grenze NiederlandeRuhrgebietFrankfurt am MainWürzburgNürnbergRegensburgGrenze Österreich
B 13 WürzburgAnsbachEichstättIngolstadtUnterschleißheimMünchenBad TölzSylvensteinstausee
B 19 EisenachMellrichstadtWürzburgUlmOberstdorfGrenze Österreich
B 22 Würzburg (Mainfrankenpark)BambergBayreuthWeiden in der OberpfalzCham
B 27 BlankenburgGöttingenFuldaWürzburgLudwigsburgStuttgartTübingenDonaueschingenGrenze Schweiz

Einige größere Projekte stehen auf der Warteliste: Zum einen die geplante B 26n von der A 3 Anschlussstelle-Helmstadt über Karlstadt, Arnstein bis zur A 7 Autobahnkreuz-Werneck. Ein neuer Anschlussknoten an der B 19 im Stadtteil Lengfeld, an welchem ein IKEA-Kaufhaus angesiedelt wird, ist im Bau.

Blick auf den alten Hafen
Gleistrassen des Hauptbahnhofes in Würzburg
Blick auf Main, alten Hafen sowie „Brücke der Deutschen Einheit“

Öffentlicher Personennahverkehr

Hauptartikel: Straßenbahn Würzburg, Omnibusverkehr im Raum Würzburg

Das Stadtgebiet von Würzburg ist ebenso wie der Landkreis in den Verkehrsverbund Mainfranken eingegliedert. Innerhalb dieses Tarifverbundes können alle Linien des öffentlichen Personennahverkehrs zu einheitlichen Preisen genutzt werden. Zum 1. Februar 2009 wurde der Tarifverbund um das Gebiet des Landkreises Kitzingen erweitert. Eine Ausdehnung auf weitere, benachbarte Landkreise ist beabsichtigt, jedoch noch nicht konkretisiert. Es besteht eine Übergangsregelung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

Das Rückgrat des ÖPNV in Würzburg sind fünf Straßenbahnlinien, die ein Streckennetz von 19,7 Kilometern Länge bedienen. Zuletzt wurde 1989 eine Neubaustrecke in den Stadtteil Heuchelhof eröffnet sowie 1996 deren Fortsetzung in den Stadtteil Rottenbauer. Eine verbesserte Straßenbahnanbindung des Universitätsklinikums soll mittels einer weiteren Neubaustrecke in absehbarer Zeit erfolgen. Über die Anbindung weiterer Stadtteile und Umlandgemeinden wird ebenfalls nachgedacht; konkrete Planungen bestehen für eine neue Linie zum Hubland. Betreiber des Straßenbahnnetzes ist die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.

Weiterhin verkehren in Würzburg zahlreiche Stadt- und Regionalbuslinien, die von der Omnibus-Betriebsgesellschaft (NVG), einem Tochterunternehmen der WSB, der Omnibusverkehr Franken GmbH sowie einer Reihe weiterer privater Omnibusunternehmen versorgt werden. Hauptknotenpunkt des Omnibusverkehrs ist der Busbahnhof am Hauptbahnhof.

Schienenverkehr

Würzburg ist überregionaler Knotenpunkt im Personenverkehr der Deutschen Bahn. Es kreuzen sich eine Nord-Süd-Verbindung von Hamburg, Bremen, Hannover und Kassel nach Nürnberg und München sowie die von Nordwest nach Südost verlaufende Trasse aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und Frankfurt am Main nach Regensburg, Passau, Wien und weiter nach Budapest. Richtung Norden, Westen und Osten bestehen mindestens stündliche Verbindungen im Fernverkehr. Am Hauptbahnhof bestehen pro Stunde zwei Taktknoten mit Anschlüssen in alle Richtungen.

Das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes stammt aus den 1950er Jahren und wurde seitdem nur geringfügig verändert. Eine Modernisierung ist demzufolge vonnöten und wird von der Stadt bereits seit den 1990er Jahren geplant, konnte bislang jedoch nicht verwirklicht werden. Neben dem Hauptbahnhof existieren in Würzburg noch die Stationen Süd und Zell, die allerdings nur eine untergeordnete Bedeutung haben und lediglich im Regionalverkehr bedient werden.

Im Güterzugverkehr hat Würzburg seine frühere Knotenpunktfunktion mit der Stilllegung seines Rangierbahnhofes im Februar 2005 vollständig verloren.

Luftverkehr

Sportflieger starten und landen auf dem 3,5 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum gelegenen Flugplatz Würzburg-Schenkenturm oder dem 5 km entfernten Sonderlandeplatz Hettstadt, der von der „Fluggruppe Hermann Köhl e. V.“ betrieben wird. Geschäftsreisejets können den Flugplatz Giebelstadt im Landkreis Würzburg anfliegen. Dieser Fluglatz wurde bis vor kurzem von den US-Streitkräften genutzt. Er soll von einer privaten Betreibergesellschaft u.a. unter Beteiligung der Firma Knauf betrieben werden..

Medien

In Würzburg unterhält der Bayerische Rundfunk (BR) das Regionalstudio Mainfranken des Studio Franken und auf der Frankenwarte eine Sendeanlage für UKW, Mittelwelle und DVB-T mit einem gegen Erde isolierten, abgespannten 111 m hohen Stahlfachwerkmast. Das Regionalstudio beherbergt zwei Hörfunk- und ein Fernsehstudio. Von Montag bis Freitag wird von dort für Unterfranken das Regionalprogramm „Mittags in Mainfranken“ für Bayern 1 produziert. Dienstags und Donnerstags kommt aus Würzburg der „Heimatspiegel“ für die „Nordkette“ Franken von Bayern 2. Weitere Berichte aus der Region werden nach Bedarf von Würzburg nach Nürnberg, München oder andere ARD-Studios für die weiteren Hörfunkprogramme zugeliefert. Zudem liefert das mainfränkische Fernsehstudio des BR Bilder für die ARD.

Bis 1999 wurde für den Mittelwellensender die Sendefrequenz 520 kHz genutzt. Diese Frequenz liegt nicht im offiziellen Mittelwellenband und somit konnte der nur 200 Watt starke Würzburger Sender, der zusammen mit dem gleich starken Sender in Hof im Gleichwellenbetrieb betrieben wurde, gut zum Test der Ausbreitungsbedingungen im Mittelwellenbereich genutzt werden. Da viele moderne Radios die Frequenz 520 kHz nicht mehr empfangen konnten, erfolgte 1999 eine Frequenzänderung auf 729 kHz.

Ferner besteht dort die private Funkhaus-Würzburg-Studiobetriebs-GmbH, welche die beiden Hörfunkprogramme 106,9 Radio Gong sowie Charivari.fm mit „Radio Opera“ veranstaltet. Sie versorgen die Region Mainfranken mit regionalen Informationen.

Seit 1987 gibt es noch einen lokalen Fernsehsender namens TV Touring, der nicht nur im regionalen Kabelnetz, sondern auch über Franken-SAT zu empfangen ist. Ehemals waren es sogar zwei Sender, die Würzburg abwechselnd mit Lokalfernsehen versorgten. In den Anfangsjahren war auch noch die RTU (Radio Television Unterfranken) zu sehen, deren Gesellschafter die Zeitungsgruppe Main-Post war.

Als Rundfunksender der amerikanischen Streitkräfte sendete bis Juli 2008 AFN (American Forces Network) ebenfalls in Würzburg von einem kleinen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast, auf dem Areal der US-Streitkräfte auf Mittelwelle 1143 und UKW 104,9. Die Frequenzen sind noch in Betrieb und werden nun aber vom Standort Schweinfurt aus bedient. AFN ist damit in Würzburg nicht mehr zu empfangen.

Bis 1992 gab es in Würzburg auch noch einen dritten Lokalsender mit dem Namen Radio W1. Er startete am 8. Mai 1987 und teilte sich die UKW-Frequenz mit Main-Radio (heute: Radio Charivari) und Radio Mainland (heute: Radio Gong). Eine beliebte Rubrik war der wöchentliche Szenebericht „Kai war dabei“. Dieser Sender bekam später die eigenständige Frequenz 95,8 MHz zugewiesen. Der Sendebetrieb wurde zum 1. Oktober 1992 unter anderem aus finanziellen Gründen eingestellt. Zunächst war auf dieser Frequenz bis zum 31. März 2008 das 24 Stunden-Volksmusikprogramm Radio Melodie zu hören. Am 21. November 2008 startete das Jugendradio egoFM.

Zusätzlich ist Klassik Radio in Würzburg auf 92,1 MHz terrestrisch empfangbar.

Als Tageszeitungen erscheinen die Main-Post und das katholische Volksblatt (welches aber nur eine Auflage von etwa 12.000 hat), vertrieben durch die Main-Post-Verlagsgruppe (gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) mit Sitz in Würzburg/Heuchelhof. Aus diesem Hause erschien am 29. Januar 2004 auch die erste lokale Wochenzeitung Europas im Tabloid-Format, Boulevard Würzburg, die am 1. März 2007 in neun7 umbenannt wurde. Die Main-Post-Verlagsgruppe gibt auch markt, das größte Verbrauchermagazin in Unterfranken mit einer Gesamtauflage von über 625.000 Exemplaren, das jeden Mittwoch kostenlos an alle mainfränkischen Haushalte verteilt wird, heraus.

Weitere kostenlose Anzeigenblätter sind wob (mittwochs in Stadt und Landkreis Würzburg) und primaSonntag (sonntags nur im Stadtgebiet).

Über kulturelle Veranstaltungen im Raum Mainfranken informiert monatlich das Magazin Leporello. Ferner gibt es FRIZZ – Das Magazin (seit 2003), das mit einer IVW-geprüften Auflage monatlich erscheint. Für den Leser ist es kostenlos und liegt an rund 700 Auslagestellen in und um die Stadt aus. Es ist Mitglied im Bewegungsmelderverbund und informiert über sämtliche Veranstaltungen aus den Bereichen Lifestyle, Kultur, Musik usw. und enthält unter anderem den offiziellen Mensaplan der Uni-Mensa. Daneben erscheint noch Xity, das seit dem 25. Januar 2007 mit einem kostenlosen TV-Programm erscheint. Es informiert die Leser auch über Events, News und Angebote über die Stadt und bietet für sie zudem noch eine kostenlose Heftreservierung an.

Vier Mal pro Jahr (Januar, April, Juli und Oktober) erscheint kostenlos für Mitarbeiter, Studierende und die Öffentlichkeit Blick, die Zeitschrift der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die unter anderem über Themen aus der Forschung informiert. Bis Juli 2006 wurde die Hochschulzeitung Julius kostenlos verteilt, jedoch ist dieses Projekt nach zwei Jahren, unter Protest der Studierenden, aus finanziellen Gründen eingestellt worden. Nachfolgerin dieser Hochschulzeitung wurde im Dezember 2006 gewürzt, die sich nun als „Erste Würzburger Studentenzeitung“ bezeichnet und sich mittlerweile Max & Julius nennt. Wie ihre Vorgängerin informiert sie die Würzburger Studenten auch regelmäßig über das Hochschulgeschehen und andere wichtige Themen in der Stadt.

Für die Hochschulen in Würzburg erscheint auch monatlich die Unizeitung Sprachrohr und viermal pro Jahr das Hochschulmagazin UnimaxX (Auflage 10.000) sowie einmal pro Semester der Uniguide (Auflage 15.000) von Frizz – Das Magazin. Für den international Kultur interessierten Würzburger erscheint monatlich die Kulturzeitung „StuporMundi“ in einem mehrsprachigen Layout mit Themen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik für den Bohemian des 21 Jahrhunderts.

Bildung und Forschung

Turm der Neubaukirche, dient als Aula und Festsaal der Julius-Maximilians-Universität
  • Julius-Maximilians-Universität, Erstgründung 1402, Neugründung 1582, eine der ältesten und traditionsreichsten Universitäten Deutschlands, seit 1802 bayerische Universität. Mit über 30 Studentenverbindungen zählt Würzburg in diesem Bereich zu den „Verbindungshochburgen“.
  • Hochschule für Musik Würzburg, gegründet 1804 als öffentliche Musikanstalt an der Universität, ist sie die älteste Musikausbildungsstätte Deutschlands. 1821 wurde sie Königliches Musikinstitut, 1875 Königliche Musikschule, 1912 Königliches Konservatorium der Musik, 1921 Bayerisches Staatskonservatorium und anschließend Bayerische Fachakademie für Musik. 1973 erhielt sie den Namen Hochschule für Musik. 2001 wurde die Fachakademie für Musik Würzburg eingegliedert.
  • Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt; gegründet 1971 aus einem Polytechnikum mit Abteilungen in Würzburg und Schweinfurt. Ab 1995 wurde die Abteilung Aschaffenburg angegliedert, die jedoch am 1. Oktober 2000 wieder eigenständig wurde.
  • Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC)
  • Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern)
  • BioMed/ZmK Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie und -medizin (BioMed) und Zentrum für moderne Kommunikationstechnologien ZmK
  • Schulen: Würzburg verfügt über zahlreiche Schulen[9], darunter neun Gymnasien:

Seit Ende der 90er Jahre kommt es in der Schullandschaft zu größeren Veränderungen, zum einen durch den gesellschaftlichen Wandel (sinkende Schülerzahlen an Grund- und Hauptschulen), zum anderen durch den schrittweisen Rückzug der Stadt Würzburg als Schulträger aufgrund zu hoher finanzieller Belastungen durch den Schulbetrieb.

US-Streitkräfte

Von 1945 bis September 2008 besaß Würzburg eine Garnison der US-Streitkräfte. Es existierten vier Kasernen, die Emery Barracks (bis 1990), die Hindenburg-Kaserne (bis 1990), die Faulenberg-Kaserne (bis 2006) und die Leighton Barracks (bis 2008), in denen bis zum Jahr 2006 circa 6.000 Soldaten mit 3.000 Familienangehörigen angesiedelt waren. Die Leighton Barracks waren von 1945 bis 1955 und von 1996 bis 2006 der Sitz des Hauptquartiers der 1. US-Infanteriedivision, der „Big Red One“, eines gepanzerten Großverbandes in Stärke von vier Brigaden, von denen zuletzt drei in Franken und der Oberpfalz (u. a. Schweinfurt, Kitzingen, Vilseck) und die 4. Brigade in Fort Riley in Kansas stationiert waren. Zuvor waren Teile der 3. US-Infanteriedivision von 1958 bis 1996 sowohl in Würzburg, als auch in Schweinfurt,Kitzingen sowie anderen ehemaligen Standorten der US-Streitkräfte in Deutschland stationiert.

Weitere Verbände und Dienststellen, die in den beiden Kasernen zuletzt in Würzburg stationiert waren:

  • 98th Area Support Group (Faulenberg Kaserne)
  • 417th Base Support Battalion (Leighton Barracks)
  • diese beiden sind aufgegangen in die U.S. Garrison Franconia
  • 101st Military Intelligence Battalion (Leighton Barracks)
  • 1st Military Police Company
  • 69th Signal Battalion (Leighton Barracks)

Im Rahmen der Reorganisierung der amerikanischen Landstreitkräfte kam es auch zu tiefgreifenden Änderungen in Würzburg. Die Umstrukturierungen betrafen vor allem die 1. US-Infanteriedivision, die zu einem großen Teil in die Heimat zurückverlegt wurde. Infolge dessen wurde die Faulenberg-Kaserne (Nürnberger Straße) geschlossen und Ende 2006 erfolgte die Rückgabe der Liegenschaft an Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Offiziell erfolgte der Abzug am 6. Juli 2006 mit einem Appell. Die Streitkräfte der US-Armee ziehen sich bis September 2008 vollständig aus Würzburg zurück. Die Verabschiedung fand am 13. Mai 2008 mit dem Einholen der amerikanischen Flagge statt. Die Übergabe der letzten Schlüssel fand in einer Zeremonie am 14. Januar 2009 satt. Seit Oktober 2007 ist das Gelände bereits im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Ähnlich wie in Kitzingen finden auch in Würzburg bereits konkrete Überlegungen für eine sinnvolle Konversion der Liegenschaften statt (Gewerbe, Wohnen, Startup-Firmen, Universität etc.). Es soll ein neuer Stadtteil "Leighton Barracks" entstehen. Deshalb wird für die weitere Nutzung des Geländes von der Größe der Altstadt (135 ha) zurzeit ein Ideenwettbewerb veranstaltet. Unter anderem ist eine Nutzung des Geländes für die Landesgartenschau 2016 geplant.

Weiterhin gab es bis Oktober 2007 ein Krankenhaus der US Army, das Würzburg Hospital, das eines der drei Hospitäler im Verantwortungsbereich des US Army European Command war. Das Gebäude befindet sich nur zehn Gehminuten von den Leighton Barracks entfernt.

Da die Soldaten mit ihren Familien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind und das Militär auch als ein nicht unbedeutender Arbeitgeber fungiert, wird die Schließung von der Stadt mit großer Sorge vor allem im Hinblick auf die mittelständischen Betriebe betrachtet. Nicht zu vergessen sind jedoch auch die unzähligen persönlichen Kontakte zwischen US-Soldaten und der Würzburger Bevölkerung, wodurch bei den Betroffenen durch den Abzug eine große Lücke entstehen könnte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Bühnen

Mainfranken Theater Würzburg

Das Mainfranken Theater besitzt als Dreispartenhaus ein Schauspiel-, ein Musiktheater- und ein Ballettensemble. Diesen stehen mit dem „Großen Haus“ und den „Kammerspielen“ zwei Auftrittsorte zur Verfügung, die beide im Gebäude des Mainfrankentheaters in der Würzburger Altstadt liegen.

Im Kulturspeicher, einem ehemaligen Hafengebäude am Rande der Altstadt, sind neben einem Museum auch das „Bockshorn“ und der „tanzSpeicher“ zu finden. Ersteres hat sich vor allem den Bereichen Kabarett, Chanson und Musik verschrieben, wobei sich die meisten der hier auftretenden Künstler schon zuvor durch Fernsehauftritte oder diverse Auszeichnungen einen Bekanntheitsgrad erarbeitet haben. Der tanzSpeicher dient als Veranstaltungsort sowohl für externe Tanzvorführungen als auch für Auftritte des eigenen Ensembles.

Das Boulevardtheater „Chambinzky“ liegt im Frauenland und präsentiert vor allem Komödien, Volksstücke und Musicals, in eigenen Produktionen. Für diese Zwecke stehen eine große und eine kleine Bühne zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Chambinzky auch eine Musikkneipe – dieses Gastronomiekonzept hat sich seit der Gründung 1983 bewährt.

Dem Experimentaltheater haben sich sowohl das „Theater am Neunerplatz“ als auch das „theater ensemble“ verschrieben, wobei beide daneben auch noch einige andere Sparten bieten: Das Theater am Neunerplatz, in der Zellerau gelegen, präsentiert außerdem politische und satirische Stücke sowie Kindertheater. Das theater ensemble befindet sich ebenfalls in der Zellerau und widmet sich ferner dem Absurden Theater, Dramen und Komödien und bietet außerdem Theaterkurse für jedermann an.

Entsprechend seiner historischen und kulturellen Bedeutung besitzt Würzburg eine Vielzahl weiterer Bühnen, die sich mit den verschiedensten Sparten des Theaters beschäftigen. Im Einzelnen sind dies das Kinder- und Jugendtheater „Spielberg“, die „Werkstattbühne“, das „Plastische Theater Hobbit“, das „Würzburger Kasperhaus“, das Tanztheater „blackboX“, das Theater „Augenblick“ der Mainfränkischen Werkstätten und der „Kunstkeller Würzburg“.

Zudem verfügt Würzburg eine Vielzahl von Improvisationstheater-Gruppen, darunter mit den Würzburger Beutelboxern eine der ältesten Gruppen Deutschlands (seit 1990).

Museen und Galerien

  • Das Museum am Dom stellt ca. 300 Bilder und Plastiken aus einem Jahrtausend aus. Christliche Themen, die durch moderne und zeitgenössische Künstler dargestellt wurden (Ernst Barlach, Joseph Beuys, Otto Dix, Dina Draeger, Lars Käker, Käthe Kollwitz, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke) werden direkt der Themenbehandlung durch alte Meister gegenüber gestellt (unter anderen Tilman Riemenschneider, Georg Anton Urlaub, Johann Peter Wagner, Johann Zick)
  • Domschatz – Museum der Diözese Würzburg (Grabbeigaben, Goldschmiedearbeiten und liturgische Gewänder)
  • Fürstenbaumuseum – fürstbischöfliche Wohnräume, Schatzkammer und Abteilung Stadtgeschichte Würzburgs
  • Historischer Saal der Fischerzunft
  • Hofspitalkirche „Spitäle“ – in der spätgotischen 1789 umgebauten Kapelle des ehemaligen Hofspitals befindet sich die Galerie Spitäle mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Das Museum im Kulturspeicher am alten Hafen verfügt über 3.500 m² Ausstellungsfläche für die Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Unter einem Dach präsentiert es die städtische Sammlung (ehemals Städtische Galerie), u. a. mit Werken von Stephan Balkenhol, Carl Grossberg, Magdalena Jetelová, Camill Leberer, Wilhelm Leibl, Hans Purrmann, Emy Roeder und Max Slevogt und die Sammlung Peter C. Ruppert, Konkrete Kunst in Europa nach 1945, u. a. mit Werken von Josef Albers, Hans Arp, Max Bill, Anthony Caro, Günter Fruhtrunk, Auguste Herbin, Richard Paul Lohse, Bridget Riley und Victor Vasarely. Ein kontinuierliches Programm an Sonderausstellungen begleitet beide Sammlungen im Museum im Kulturspeicher, das im Jahr 2005 den Bayerischen Museumspreis der Versicherungskammer Bayern erhielt.
  • Kunstschiff „Arte Noah“ – Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler
  • Das Mainfränkisches Museum auf der Festung Marienberg beherbergt in 45 Räumen eine Sammlung fränkischer Kunstwerke, darunter die größte Sammlung von Skulpturen und Arbeiten vom Bildhauer Tilman Riemenschneider, aus seiner Werkstatt und auch von seinen Schülern. Darunter sind auch die Sandsteinfiguren der Marienkapelle. Weiter werden gezeigt Gemälde von Lucas Cranach und Giovanni Battista Tiepolo, Grabdenkmäler, Fayencen, eine vorgeschichtliche Sammlung mit Steinpfeilen, Rüstungen, Zeugnisse der Römerzeit, Zeugnisse fränkischer Weinkultur sowie Sammlungen zur Volkskunde.
  • Das Martin-von-Wagner-Museum der Universität befindet sich im Südflügel der Residenz und umfasst die Antikenabteilung, die Gemäldegalerie und die Graphische Sammlung. Die Antikenabteilung beherbergt eine überraschend große Auswahl von griechischen und etruskischen Vasen und Amphoren, Korkmodelle der italienischen antiken Bauwerke, aber auch Sarkophage mit Mumien. Die Motive auf den antiken Vasen sind vielfältig und geben Aufschluss über Leben, Sport und Treiben in den alten Zeiten.
  • Mineralogisches Museum Würzburg – Museum der Universität – Edelsteine, Mineralien, Gesteine, Erze und Meteoriten
  • Röntgen-Gedächtnisstätte – zeigt das Originallabor, in dem Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte
  • Siebold-Museum – Ständige Sammlung und Wechselausstellungen unter anderem mit Exponaten aus dem Nachlass des Würzburger Japanforschers Philipp Franz von Siebold
  • Staatsgalerie Würzburg – bayerische Staatsgemäldesammlung

Erinnerungskultur

Neben den Gedenkorten zu jüdischem Leben (→siehe dort) erinnert ein Gedenkstein am Geschwister-Scholl-Platz / Ottostraße an die christlichen Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, die 1943 ermordet wurden. Im Gewerbegebiet von Heuchelhof halten mehrere Straßennamen die Erinnerung an Verfolgte und Opfer der NS-Gewaltherrschaft aufrecht. In Heidingsfeld erinnert der Herta-Mannheimer-Weg an die jüdische SPD-Stadträtin Herta Mannheimer, die im KZ Auschwitz ermordet wurde. Ebenfalls in Auschwitz kam der katholische Pfadfinder Fred Joseph 1943 ums Leben, der - als "Halbjude" diffamiert - trotz Verbots einen Pfadfinderstamm gründete. Nach ihm nennt sich heute ein Stamm der St.-Georgs-Pfadfinder im Stadtteil Sanderau.[10]

Chöre

Bibliotheken und Archive

Bibliotheken

  • Universitätsbibliothek der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität mit Institut für Hochschulkunde, der bedeutendsten deutschen Fachbibliothek für Universitäts-, Wissenschafts- und Studentengeschichte
  • Stadtbücherei Würzburg. Öffentliches Bibliothekssystem mit Zentralbücherei im Falkenhaus am Marktplatz und Zweigstellen in den Stadtteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Lengfeld und Versbach. Kulturell überregionale Bedeutung durch Autorenlesungen mit namhaften Persönlichkeiten (z. B. Nobelpreisträger Imre Kertész). Durch die Rokoko-Stuckfassade auch touristisch interessant. Aktive Teilnahme an einem EU-Projekt, mehrere Auszeichnungen.

Archive

  • Der Staatsarchiv Würzburg ist für den Regierungsbezirk Unterfranken zuständig und verwahrt rund 21.350 lfd. Meter Akten zur Geschichte des Regierungsbezirks und der auf dessen Gebiet liegenden ehemaligen Territorien.
  • Das Stadtarchiv Würzburg verwahrt die Urkunden- und Aktenüberlieferung der städtischen Dienstsstellen, das Archiv des Bürgerspitals, das Archiv der Stadt Heidingsfeld und die Archive der eingemeindeten Orte sowie ca. 90 Nachlässe von Würzburger Persönlichkeiten und eine umfangreiche Foto-, Plakat- und Kartensammlung.
  • Das Diözesanarchiv verwahrt die Schriftgutüberlieferung des alten und des 1821 geschaffenen neuen Bistums Würzburg sowie Sondersammlungen und ca. 250 Nachlässe und personenbezogene Sammlungen.
  • Das Universitätsarchiv verwahrt die Überlieferung der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität.
  • Das Archiv der ehemaligen Reichsstudentenführung und des ehemaligen Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) befindet sich als Depositum im Staatsarchiv Würzburg und wird von dort aus betreut.
  • Das 1987 eröffnete Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte ist die zentrale Auskunftsstelle für jüdische Geschichte in der Region.

Fränkische Mundart

Die fränkische bzw. unterfränkische Mundart wird überall in Würzburg geprochen und verstanden. In der Närrischen Weinprob, die im Januar zu Beginn der Fastnachtszeit im Staatlichen Hofkeller unter der Würzburger Residenz stattfindet, werden kritische Beiträge zum Jahresgeschehen in allen fränkischen Mundarten vorgetragen. Diese mundartliche Sitzung wird auch im Dritten Programm des Bayrischen Fernsehens übertragen.

Bauwerke

Wahrzeichen

  • Alte Universität: Das Renaissance-Gebäude wurde 1591 fertiggestellt, neun Jahre nach der Wiedergründung der Universität durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Herausragend ist vor allem die Universitätskirche (Neubaukirche) die der Universität als Aula dient.
  • Alter Kranen am Kranenkai. Erbaut 1772–1773 von Balthasar Neumanns Sohn.
  • Bürgerspital (Würzburg) zum Heiligen Geist
  • Falkenhaus, auch „Haus zum Falken“: Das Gebäude am Oberen Markt stammt aus dem 18. Jahrhundert. 1751 wurde die Fassade mit überreichen Rokoko-Stuckdekorationen versehen.
  • Die Festung Marienberg (auch Marienfeste genannt) ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Sie ist mit städtischem Bus ab Residenz, zu Fuß ab Alter Mainbrücke oder per Auto zu erreichen. Nach dem Passieren mehrerer Tore der imponierenden Befestigungsanlage erreicht man das Mainfränkische Museum, dann eine wegen ihrer Dimensionen kaum zu identifizierende Pferdeschwemme aus Buntsandstein, einen 100 m tiefen Brunnen, die Marienkirche und den Fürstengarten. Eine Umrundung der Festung zu Fuß ergibt erste Eindrücke. Das wahre Ausmaß der Befestigungsanlagen erschließt sich beim Rückweg durch die Weinberge zum Mainufer. Die Festung wurde von den Fürstbischöfen als Sitz gewählt, später aber zu Gunsten der neu erbauten, repräsentativeren Residenz aufgegeben.
  • Grafeneckart und Rathaus mit Vierröhrenbrunnen
  • Höfe und Bürgerhäuser, Unterer Markt und Gressengasse. In der Gressengasse befindet sich der Gast-Hof Zum Stachel, der heute ein Weinlokal ist und zur Zeit der Bauernkriege ein Treffpunkt der Aufständischen war.
  • Juliusspital mit einer Rokoko-Apotheke und einer Kellerführung (im Innenhof)
  • Das Käppele wurde von Balthasar Neumann erbaut. Es ist von weither als Silhouette sichtbar. Erreicht werden kann diese Wallfahrtskapelle über eine steil hinauf führende Prozessionstreppe. Die Aussicht von oben erstreckt sich auf den Main, die langgestreckte Festungsanlage und die Stadt Würzburg mit ihren vielen Kirchtürmen. Die Innenausstattung ist in barockem Stil. Häufig werden Konzerte aufgeführt. Vom Querschiff aus gibt es einen Zugang zu den hinteren Räumen, in denen die Dankesgaben der Wallfahrer für die Heilung von Krankheit und Leid ausgestellt sind.
  • Die Würzburger Residenz, wurde 1981 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft. Sie ist im Barockstil 1720–1744 im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut worden. Das Treppenhaus wird durch ein 600 m² großes freitragendes Gewölbe überspannt, das von Giovanni Battista Tiepolo in Fresko-Technik ausgemalt wurde. Die Einfahrtshalle (Vestibül) wurde so konstruiert, dass bis zu 6-spännige Kutschen vorfahren konnten. In der Residenz sind auch Institute und Museen der Universität untergebracht. In den Südwesten des Residenzgebäudes ist die Hofkirche integriert. Die Weinkeller des Staatlichen Hofkellers liegen unter dem Nord- und Südflügel. Der Hofgarten mit den schmiedeeisernen Toren von Johann Georg Oegg und einem Denkmal von Fried Heuler an Oegg am Rennweg liegt hinter der Residenz.
  • Bismarckturm im Bismarckswäldchen oberhalb des Weinberges am Stein
  • Beim Heizkraftwerk am alten Hafen wurde im Zuge der Umrüstung von Kohle- auf Erdgasfeuerung auch das äußere Erscheinungsbild gründlich überarbeitet. Für die Fassadengestaltung wurde dem Architekturbüro Brückner & Brückner 2007 die Auszeichnung „best architects 08“ in Gold verliehen. In die Umgestaltung einbezogen wurde auch das Becken des alten Hafens, insbesondere durch die Errichung einer großen Freitreppe am Ort des ehemaligen Kohlebunkers.
  • Kamin der Wäscherei des Universitätsklinikums Grombühl ( Höhe: 66 Meter, Baujahr: 1917)
  • Aussichtsturm Frankenwarte, 1894 durch den Verschönerungsverein Würzburg erbauter Turm auf dem Nikolausberg
  • Huttenschlösschen, erbaut von Christoph Franz von Hutten (*1673 †1729), seit 1884 Corpshaus des Corps Rhenania Würzburg
  • Neue Universität
  • Neubaukirche
  • Kulturspeicher
  • Rückermainhof
  • Roter Bau

Kirchen

Bedeutende romanische Kirchen sind der Dom St. Kilian, das Neumünster und die Kirche St. Burkhard. Weitere Kirchen sind im Artikel Kirchen in Würzburg beschrieben.

Mainbrücken

  • Die Alte Mainbrücke war bis 1886 der einzige Flussübergang. Sie wurde von 1476 bis 1703 erbaut und zeichnet sich durch Heiligenfiguren aus, die um 1730 hinzugefügt wurden.
  • Die Brücke der Deutschen Einheit (auch Talavera-Brücke genannt, nach dem großen Volksfest- und Parkplatz auf der linken Mainseite) ist die jüngste Brücke. Die Schrägseilbrücke überquert den Main und ein Hafenbecken.
  • Die Friedensbrücke wurde 1888 als Luitpoldbrücke erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg umbenannt.
  • Die südlichste der vier Straßenbrücken ist die Konrad-Adenauer-Brücke. Die Spannbetonbrücke wurde von 1965 bis 1967 erbaut.
  • Die Ludwigsbrücke wurde 1895 erbaut und ist in der Bevölkerung wegen der vier Löwenstatuen an den beiden Auffahrten zur Brücke auch als Löwenbrücke geläufig.
  • Als Verbindung von Würzburgs neuem Hafen nach Zell am Main ist die Laurentiusbrücke auch als Zeller Brücke bekannt.
  • Der Sebastian-Kneipp-Steg wurde am 22. Juli 1978 eingeweiht und ist eine reine Fußgängerbrücke.

Modelle der Bauwerke für Blinde

Vor einzelnen markanten Bauwerken stehen abtastbare Modelle. Sie sind profiliert und aus Metall gefertigt und erleichtern es den Blinden, sich eine Vorstellung von den Größenverhältnissen, Innenhöfen, Dachneigungen, Türmen und Zinnen zu machen. Diese Modelle stehen vor dem Grafeneckart, zwischen Dom und Dom-Museum sowie vor der Residenz.

Öffentlich zugängliche Würzburger Gärten und Parks

Hofgarten der Würzburger Residenz
Fürstengarten der Feste Marienberg

Jedem Besucher sofort ins Auge fallend ist der Ringpark, der anstelle der früheren Befestigungsanlage halbkreisförmig um die Altstadt von Mainufer (Friedensbrücke) zu Mainufer (Ludwigsbrücke) verläuft. Er ist 3,3 km lang und bis zu 240 m breit. Er wird von Hauptbahnhof und Berliner Platz unterbrochen, grenzt an den Hauptfriedhof und ist von der Residenz durch eine hohe Mauer getrennt. Markante und exotische Bäume im Park sind mit deutscher und lateinischer Bezeichnung spezifiziert.

Der Hofgarten liegt hinter der Residenz und vor der ehemaligen Stadtbastion (heute Ringpark). Er bietet Buchen, Laubengänge, Brunnen und Blumen und steigt über drei Terrassen an. Im "Südgarten" ist das Wasserbassin der Mittelpunkt. Im östlich an der Residenz gelegenen Gartenteil ist der Hang zur ehemaligen Stadtbastion durch Treppen zu ersteigen. Laubenartige Gänge führen bogenförmig um das Areal.

Das Lusamgärtchen am übrig gebliebenen Kreuzgangflügel des Neumünsterstifts ist eine sehr kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Dort wird von den Besuchern auch des Walther von der Vogelweide gedacht.

Der Garten hinter dem Juliusspital ist zur Erholung der Patienten, aber auch über den Torbogen der Zehntscheuer für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier gibt es einen alten Baumbestand.

Der linksmainische Grünstreifen am Main zwischen Alter Mainbrücke und Talavera ist an heißen Sommerabenden ein erfrischender Aufenthaltsort.

Der Fürstengarten der Festung Marienberg entstand auf einer früheren Geschützplattform der Festung und bietet deswegen eine besondere Aussicht auf die Stadt. Er wurde nach Vorbild der italienischen „giardini secreti“ angelegt.

Der Botanische Garten der Universität umfasst Bauerngarten, exotische Nutzpflanzen und unterschiedliche Baumarten.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar: Internationales Filmwochenende Würzburg
  • März: Frühjahrsvolksfest, Gedächtnis- /Hoffnungslauf
  • April: ShuttleParty, Residenzlauf
  • Mai: Africa Festival – Fest afrikanischer Kulturen in Europa, Würzburg-Marathon
  • Mai/Juni: Würzburger Weindorf
  • Juni: Kunstmarkt, Umsonst und Draußen Festival
  • Juni/Juli: Mozart-Fest
  • Juli: Kiliani-Volksfest
  • Juli/August: Christopher Street Day
  • August: Historische Bürgermahlzeit
  • August/September: Fürstbischöfliche Hofmusiktage
  • August/September: Weinparade am Dom (2008 evtl. Ortswechsel)
  • September/Oktober: Mainfranken-Messe (alle zwei Jahre)
  • September: Stadtfest und Theaterfest
  • Oktober: ShuttleParty
  • Oktober: Würzburger Improtheaterfestival
  • Oktober/November: Würzburger Kabarett-Tage
  • November: Würzburger Wirtschaftssymposium
  • November: Würzburger Bachtage
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Nachtleben

Als Studentenstadt besitzt Würzburg ein aktives und vielfältiges Nachtleben mit einigen Diskotheken, Clubs, Bars, Kneipen und anderen gastronomischen Betrieben.

Weit über den fränkischen Raum hinaus bekannt ist in Würzburg die Diskothek Airport, eine der ältesten Großraumdiskotheken Deutschlands, die im Oktober 1983 eröffnet wurde.

Auf der nicht profit-orientierten Seite sind städtische Einrichtungen wie die Jugendeinrichtungen „Cairo“ und „Bechtolsheimer Hof“ (kurz: B-Hof), das teilweise kirchlich finanzierte „Immerhin“ und das selbstorganisierte „Autonome Kulturzentrum Würzburg“ (akw!) mit ihrem reichhaltigen Angebot weitab des Mainstreams erwähnenswert.

Personen

Ehrenbürger

Siehe: Liste der Ehrenbürger von Würzburg

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält überregional bekannte, in Würzburg geborene Personen, unabhängig davon, ob diese ihren späteren Wirkungskreis in Würzburg hatten, chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr.

Sonstige bekannte Personen in Würzburg

Würzburg in Reiseberichten

Der 1917 in der Schweiz erschienene Band Poetenleben enthält einen launigen Bericht Robert Walsers über einen Aufenthalt in der Stadt. Darin wird unter anderem der Freizeitwert mainfränkischer Weinlokale in der Altstadt und auch einschlägiger Lokalitäten in den erwanderbaren Weinbergen um Würzburg herum lobend erwähnt. Auf seiner Reise von München nach Berlin hatte der junge Schweizer Poet im Sommer 1901 bei seinem Würzburger Freund, dem Dichter Max Dauthendey, einen achttägigen Unterwegshalt eingelegt.

Im 1927 veröffentlichten Reisebericht Das Wirtshaus im Spessart von Kurt Tucholsky (Pseudonym: Peter Panter) wird ein Ausflug mit Besuch auf der Festung Marienberg und Konsum des Steinweins erzählt.

Im Frühjahr 2008 berichtete der Schriftsteller Wladimir Kaminer im Monatsmagazin "Cicero" in der Rubrik "Kaminers Reisen" über einen Aufenthalt in Würzburg. Er beschrieb seine Wahrnehmungen rund um den Wahlkampf anlässlich der Kommunalwahl. [11]

Lokale Spezialitäten

Würzburg ist das Zentrum des Frankenweins; auf dem Stadtgebiet befinden sich die bekannteste Frankenweinlage Würzburger Stein und die drei großen, traditionsreichen Weingüter mit jeweils saalartigen Weinstuben:

Alle drei Weingüter bieten Führungen durch die Weinkeller und direkten Weinverkauf an.

Bekannte Weinlagen (Einzellagen) sind neben dem Stein die Lagen Abtsleite, Innere Leiste (südlich der Festung Marienberg), Kirchberg, Pfaffenberg, Schloßberg sowie Stein/Harfe (oberhalb des Hauptbahnhofs).

Eine weitere Besonderheit der Würzburger Trinkkultur sind die Bäcken, Weinstuben, in denen mitgebrachtes Essen verzehrt werden darf.

Außerdem hat Würzburg seit den 1980er Jahren seine eigene Würzburger Bratwurst.

Beinamen und Mottos

Bemerkenswert sind die verschiedenen Beinamen oder Mottos, die Würzburg in den letzten Jahrzehnten hatte:

  • Mitte der 70er Jahre warb die Stadt mit dem Motto Würzburg – Das Weinfaß an der Autobahn, welches in großen Lettern auf hochkant gestellten Weinfassböden zu lesen war, die an allen Ausfallstraßen Würzburgs postiert wurden. Dieser Beiname wurde schnell von etlichen Reiseführern adaptiert und gab öfter Anlass für spöttische Bemerkungen.
  • Seit einigen Jahren nennt sich die Stadt Europastadt Würzburg und verweist in diesem Zusammenhang auf die Verleihung des Europapreises durch den Europarat im Jahr 1973. Der Titel Europastadt ist jedoch kein offizieller Titel und hat nichts mit dem Europapreis zu tun, auch handelt es sich nicht um einen geschützten Begriff, auch wenn es auf einigen offiziellen Publikationen der Stadt den Anschein erwecken mag.
  • Der 1986 aus Vertretern von Handel, Gastronomie und Dienstleistung gegründete Förderkreis Würzburg macht Spaß e. V., 2005 umbenannt in Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e. V., wirbt mit dem gleichnamigen Motto für seine Aktionen.
  • Zur 600-Jahr-Feier der Universität Würzburg im Jahre 2002 erhielten alle Ortsschilder den Zusatz Universitätsstadt, ebenso wird dieser Zusatz bei Durchsagen am Würzburger Hauptbahnhof verwendet.
  • Das neue Motto der Würzburg AG lautet „Würzburg. Provinz auf Weltniveau.“[12] und ist stark diskutiert[13][14][15].

Sonstiges

Airbus A321-100 mit dem Namen Würzburg
  • In Würzburg wurde am 13. Oktober 1945 die Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) gegründet.
  • Würzburg gab einem Flugzeug seinen luftigen Namen; der Airbus A321-100 D-AIRU der Lufthansa ist daraufhin auf den Namen der Stadt getauft worden.
  • Der ICE-Triebzug 406 080 trägt seit 2002 ebenfalls den Namen „Würzburg“. Es handelt sich hierbei um ein Mehrsystem-Fahrzeug, das auch für die Stromsysteme in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Frankreich ausgerüstet ist.
  • Das Eisenbahnmuseum Würzburg taufte die Dampflok 52 7409 auf den Namen „Stadt Würzburg“. Sie trägt das Würzburger Wappen auf den Windleitblechen.
  • Der Würzburg-Riese (FuMg 65) und Würzburg (FuMg 39) waren Radar-Anlagen, die im Zweiten Weltkrieg das Eindringen alliierter Bomber und Jäger in den von Deutschland kontrollierten Luftraum anzeigen konnten.
  • In Würzburg erinnern seit dem Jahr 2006 Stolpersteine an Opfer aus der Nationalsozialistischen Zeit, zum Beispiel vor dem Kaufhof an die früheren Eigentümer des Kaufhauses sowie vor der Kiliansgruft an einen katholischen Pfarrer, der für seine Überzeugung einstand.
  • 1946 wurde der Pfadfinderstamm Schwarzer Haufen Würzburg gegründet, dies war nur mit der Genehmigung der amerikanischen Besatzungsmacht möglich
  • 1971 bis 1975 fand in Würzburg die sog. Würzburger Synode statt.
  • Das Würzburger Leitungswasser besitzt wegen des muschelkalkhaltigen Bodens eine äußerst hohe Wasserhärte.
  • Jakobsweg: Eine der Routen aus dem Netz der Jakobswege nach Santiago de Compostela führt, von Veitshöchheim und Margetshöchheim kommend, über die Kirche Don Bosco zur Alten Mainbrücke, wechselt dort von linksmainisch nach rechtsmainisch und verläuft am Mainufer Richtung Randersacker. Er ist Teil des Fränkischen Wegs, der von Fulda über Würzburg, Ochsenfurt, Uffenheim nach Ulm geht.
  • Würzburg ist der Produktionsort des Filmes „Lammbock“.
  • „Würzburger Schlüssel“ wird eine Klassifikation psychischer Störungen aus dem Jahr 1933 genannt, die zu einer Differenzierung der psychischen Krankheiten führte und von der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie“ entwickelt wurde.

Anmerkungen

  1. Geoklima 2.1
  2. Gedenktafel am Bauernkriegsdenkmal am Ende der Tellstiege
  3. Quelle: Hexenprozess der Maria Renata Singer. In: Peter Moser: Würzburg, 1999, S. 175
  4. Roland Flade: Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre. Mainpost, Würzburg 2008, ISBN 3-925232-60-5 (mit vielen Zeitzeugenberichten), S. 115 - 117: Ein Amerikaner rettet Tiepolos Fresken. Kunstschutz-Offizier John d. Stelton.
  5. Gedenktafeln an der Hochwasserschutzmauer beim Alten Kranen und bei der Lore
  6. Quelle: 1945. In: Robert Meier: Feurich-Keks und Zucker-Bär, 2005, S. 60 - 61
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 199
  8. Quelle: CTW Würzburg
  9. BMBF: Alle Schulen in Bayern, Seite 27 (PDF-Dokument). Stand 25. Januar 2008
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 199f.
  11. Wladimir Kaminer: Kaminers Reisen: Würzburg. In: Cicero. 4, 2008.
  12. [1]
  13. [2]
  14. [3]
  15. [4]

Literatur

  • Erich Keyser, Heinz Stoob (Hrsg.): Bayerisches Städtebuch. Band V. 1. Teilband Unter-, Mittel- und Oberfranken. aus: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Kommissionen. E. Kohlhammer, Stuttgart 1971, (Band 2 1974 ISBN 3-17-210181-9)
  • Wagner, Horst-Günter (Hrsg.): Städtische Straßen als Wirtschaftsräume. Dokumentation zum Funktionswandel Würzburger Geschäftsstraßen, Würzburg 1980, 134 S. = Würzburger Universitätsschriften zur Regionalforschung
  • Roland Flade, Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Würzburg 1987
  • Ursula Gehring-Münzel, Vom Schutzjuden zum Staatsbürger. Die gesellschaftliche Integration der Würzburger Juden 1803-1871, Würzburg 1992
  • Sybille Grübel, Clemens Wesely: Würzburg. 100 Jahre Stadtgeschichte. Sutton, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-039-4
  • Peter Moser: Würzburg – Geschichte einer Stadt. Bamberg 1999, ISBN 3-933469-03-1
  • Cornelia Boese: Von Räubern, Feen und großen Geistern. Würzburger Künstlergeschichten. Peter Hellmund, Würzburg 2004, ISBN 3-9808253-3-7
  • Barbara Schock-Werner: Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn (1573–1617). Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1623-X
  • Stadt Würzburg (Hrsg.): Stadtplan für Gäste. Juli 2005 (kostenloser kleiner Stadtplan mit Geschichtsdaten, Beschreibung der Sehenswürdigkeiten und praktischen Hinweisen).
  • Robert Meier: Feuerich-Keks und Zucker-Bär. Geschichten und Anekdoten aus dem alten Würzburg. Wartberg Verlag GmbH & Co. KG, Gudensberg-Gleichen, 2005, ISBN 3-8313-1603-1.
  • Peter Süß: Würzburg, der offizielle Stadtführer. Stürtz, Würzburg 2005, ISBN 3-8003-0996-3
  • Peter Hellmund (Hrsg.): Würzburger Sammelsurium. Was es in dieser Stadt doch so alles gibt. Peter Hellmund, Würzburg 2006, ISBN 3-939103-04-7
  • Ralf Nestmeyer: Franken. Ein Reisehandbuch. 4. Auflage. Michael-Müller, Erlangen 2007, ISBN 978-3-89953-278-4

Weblinks


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