Bellenz
Bellinzona
Wappen von Bellinzona
Basisdaten
Kanton: Tessin
Bezirk: Bellinzona
BFS-Nr.: 5002Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6500
UN/LOCODE: CH BZA
Koordinaten: (721800 / 117729)46.1999969.016659227Koordinaten: 46° 12′ 0″ N, 9° 1′ 0″ O; CH1903: (721800 / 117729)
Höhe: 227 m ü. M.
Fläche: 19.1 km²
Einwohner: 17'111
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.bellinzona.ch
Bellinzona
Bellinzona
Karte
Karte von Bellinzona

Bellinzona (dt. veraltet Bellenz; frz. Bellinzone, veraltet Bellence; lat. Bilitio) ist eine politische Gemeinde und Hauptort des italienischsprachigen Kantons Tessin in der Schweiz. Mit 17'111 Einwohnern ist sie nach Lugano die zweitgrösste Stadt im Kanton.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt östlich des Flusses Tessin. Bellinzona liegt etwa an der Grenze von Sopraceneri (nördliches Tessin) und Sottoceneri (Südtessin). Die Stadt erstreckt sich in der Talebene des Flusses, umgeben vom Gotthardmassiv. Von der 230 m ü. M. hoch liegenden Stadt Bellinzona wird gesagt, dass es vom Norden her gesehen die erste Stadt ist, welche im Süden Europas liegt.

Aus der Ebene, die mit der Magadinoebene direkt verbunden ist, ragen Felsen heraus, die in der letzten Eiszeit geformt wurden. Nicht selten windet es.

Geschichte

Bellinzona wird erstmals 590 als Belitio oder Belintiona erwähnt, danach als Berinzona, Beliciona, Birrinzona und 1168 Birizona. Der Ort war als Schlüssel zu den Pässen St. Gotthard, Lukmanier und San Bernardino von grosser strategischer Bedeutung. Die Stadt Como verkaufte ihn 1242 an Mailand. Nach verschiedenen Besitzerwechseln trat der französische König Ludwig XII. Bellinzona 1503 im Vertrag von Arona an Uri, Schwyz und Unterwalden ab.[2]

Bevölkerung

Beim letzten Zensus (Volkszählung) im Jahr 2000 hatte die Stadt 16'463 Einwohner. Davon sprachen 14'392 Italienisch, gefolgt von 590 Deutschsprechenden. 30,6% waren 2000 ausländischer Herkunft, die meisten davon kamen aus Italien.

Die Agglomeration von Bellinzona hat 48'300 Einwohner in 16 Gemeinden (Stand 2005). Bellinzona und seine Agglomeration sind Teil der Metropolregion Tessin, zu der unter anderem auch Lugano und Locarno gehören. Diese hat ca. 325'000 Einwohner.

Verkehr

Bellinzona ist ein Verkehrsknotenpunkt. Von hier aus gelangt man zu den Alpenpässen Sankt Gotthard, Lukmanier, San Bernardino und Nufenen.

Die Stadt liegt an der Autobahn A2 (Basel - Gotthard - Bellinzona - Lugano - Chiasso) . Die Autobahn A13 (St. Margrethen - Chur - San Bernardino - Bellinzona) endet in Bellinzona. Die Gotthardbahn von Luzern bzw. Zürich führt über Bellinzona nach Chiasso.

Wirtschaft

Die lokale Industrie basiert vor allem auf dem Maschinenbau. Die Società Bancaria Ticinese hat ihren Sitz in Bellinzona.

Sehenswürdigkeiten

In Bellinzona stehen mittelalterliche Bauten, welche seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Dazu gehören die Wehrmauern, der Stadtkern und die Burgen von Bellinzona: Castelgrande, Castello di Montebello, Castello di Sasso Corbaro. Sie wurden mit den Wehrmauern von den Römern zur Verteidigung gegen die Alemannen errichtet und im Mittelalter erweitert.

Das 1847 erbaute Teatro Sociale ist ein Beispiel für die Architektur des Klassizismus.

Im Ortsteil Ravecchia befindet sich die romanische Kirche San Biagio mit Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Persönlichkeiten

In Bellinzona geboren

In Bellinzona gestorben

Quellen

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. Knapp Ch., Borel M. und Attinger V.(Herausg): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: AA - Emmengruppe (Seite 187). Neuenburg: Attinger, 1902.

Literatur

  • Alessandra Campagna: Schweizerische Kunstführer, Band 649: La chiesa di San Biagio a Ravecchia-Bellinzona, Bern 1998, ISBN 3-85782-649-5
  • Werner Meyer: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 551/552: Die Burgen von Bellinzona, Bern 1994, ISBN 3-85782-551-0
  • Simona Martinoli: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 624: Il teatro Sociale di Bellinzona, Bern 1997, ISBN 3-85782-624-X
  • Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Feste im Alpenraum. Migros-Presse, Zürich, 1997. ISBN 3-9521210-0-2, Seite 93 Rabadan

Weblinks


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