AA-2-2
R-3 Luft-Luft-Rakete (NATO-Code AA-2 Atoll)
Elektronik des Infrarotsuchkopfs

R-3 ist eine sowjetische Luft-Luft-Rakete mit der NATO-Bezeichnung AA-2 „Atoll“. Der auch als Vympel K-13 bekannte Lenkflugkörper entstand als eine Kopie der AIM-9 Sidewinder.

Darüber, wie die Sowjetunion an eine Sidewinder-Rakete gelangen konnte, gibt es nur Vermutungen. Eine beliebte Geschichte ist: Am 24. September 1958 feuerte eine taiwanische North American F-86 eine Sidewinder auf eine chinesische Mikojan-Gurewitsch MiG-17 ab. Die Rakete explodierte nicht, sondern blieb in der MiG-17 stecken. Die Sidewinder wurde in die damalige Sowjetunion geschickt und dort untersucht.

Die Infrarot-Zielsucheinrichtung und die Steuerungseinrichtung der Sidewinder haben die sowjetische Lenkflugkörperentwicklung sehr beeinflusst.

Als erstes wurde eine Version entwickelt, die ebenfalls mit Infrarotsuchkopf arbeitete und ab 1960 an die Luftstreitkräfte geliefert wurde. 1961 begann auf dieser als K-13A bezeichneten Version aufbauend die Entwicklung einer Variante mit halbaktivem Radarsuchkopf. Der neue, von der NATO als AA-2-2 "Advanced Atoll" bezeichnete Lenkflugkörper K-13R, wurde ab 1966 an die Streitkräfte geliefert.

Die R-3 wurde in China unter der Bezeichnung PL-2 produziert und darauf aufbauend die chinesischen Lenkflugkörper PL-3 und PL-5 entwickelt.

Technische Daten

Kenngröße Daten
Hersteller Vympel
Hauptfunktion taktische Luft-Luft-Rakete
Länge 2,8 m
Durchmesser 0,12 m
Spannweite 0,45 m (K-13A), 0,53 m (K-13R)
Startgewicht 70 kg
Geschwindigkeit Mach 2,5 (≈3031 km/h)
Reichweite 6,5 km
Antrieb Feststoff
Lenkung Infrarot (K-13A), halb-aktives Radar (K-13R)
Indienststellung 1960

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