Belostomatidae
Riesenwanzen
Lethocerus deyrollei

Lethocerus deyrollei

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Wasserwanzen (Nepomorpha)
Familie: Riesenwanzen
Wissenschaftlicher Name
Belostomatidae
Leach, 1815
Männliche Riesenwanze mit Eigelege am Rücken

Riesenwanzen (Belostomatidae) sind eine Familie der Wanzen (Heteroptera) in der Teilordnung der Wasserwanzen (Nepomorpha). Sie kommen weltweit mit ca. 150 Arten vor, von denen in Europa nur eine Art, Lethocerus patruelis, beheimatet ist. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die Tropen und Subtropen.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Wanzen erreichen Körperlängen zwischen 2 und 12 Zentimetern. Damit gehören einige Vertreter dieser Familie zu den größten Wanzen weltweit. Sie haben einen ovalen, stromlinienförmigen und flachen Körperbau und sind meist dunkelbraun gefärbt. Ihre Vorderbeine sind wie bei den nahe verwandten Skorpionswanzen (Nepidae) zu kräftigen Fangbeinen ausgebildet. Ihre mittleren und hinteren Beinpaare sind dagegen anders als bei den Skorpionswanzen als Schwimmbeine mit breit abgeflachten Schienen (Tibien) und Fußgliedern (Tarsen) und dichten starren Schwimmborsten gut entwickelt. Sie sind gute Schwimmer und gute Flieger. Sie haben Duftdrüsen am Hinterleib und eine sehr kurze, ausstülpbare Atemröhre am Hinterleibsende.

Lebensweise

Die sowohl in stehenden wie langsam fließenden Gewässern lebenden Wanzen halten sich zumeist am Grund der Gewässer auf und machen dort Jagd auf Gliederfüßer, Molche, Frösche und Fische. Sie fangen ihre Beute und injizieren ihnen mit ihrem Stechrüssel ihren Speichel, der die Beute betäubt und von innen auflöst. Der Stich ist auch für Menschen schmerzhaft. Die Tiere kommen am Abend oft an Land und fliegen umher, da sie, besonders während der Paarungszeit, von Lichtquellen angezogen werden.

Entwicklung

Bei einigen Arten der Riesenwanzen suchen sich die Weibchen aktiv ihren Partner. Die Männchen erzeugen durch periodische Bewegungen charakteristische Wellenbildungen auf der Wasseroberfläche. Damit machen sie auf sich aufmerksam. Der Akt besteht aus bis zu 30 Paarungen. Nach etwa einem Monat sind die Eier ablegereif. Zwischen Männchen und Weibchen findet dann ein regelrechter Kampf statt, bei dem das Weibchen regelmäßig siegt und das Männchen gefügig macht. Es besteigt das Männchen und klebt ihre Eier auf seinen Rücken. Ein durchschnittliches Gelege umfasst 100 Eier. Das Männchen betreibt Brutfürsorge und trägt die Eier umher und bewacht sie, bis die Larven nach etwa einer Woche geschlüpft sind und ein eigenständiges Leben führen. Bei höheren Temperaturen kann sich die Brutzeit verkürzen. Danach sind die Männchen wieder paarungsbereit. Oft tragen die Männchen noch Reste leerer Eischalen auf dem Rücken. Werden sie erneut von einem Weibchen gepackt, dann entfernt dieses vor der Eiablage die Reste.

Riesenwanzen und der Mensch

In Teilen Ostasiens und Südostasiens werden Riesenwanzen als Nahrungsmittel verzehrt. Man fängt sie mit auf dem Wasser treibenden Fallen, die mit UV-Lichtlampen bestrahlt werden.

Systematik

Die Familie der Riesenwanzen wird in drei Unterfamilien, die 10 Gattungen beinhalten, eingeteilt:

Unterfamilie Belostomatinae

  • Abedus
  • Belostoma
  • Diplonychus
  • Hydrocyrius
  • Limnogeton
  • Poissonia
  • Sphaerodema
  • Weberiellia

Unterfamilie Lethocerinae

  • Lethocerus

Unterfamilie Horvathiniinae

  • Horvathinia

Referenzen

  • Belostomatidae. Fauna Europaea. Abgerufen am 04.12.2006.
  • K.H.C. Jordan: Wasserwanzen. Die Neue Brehm-Bücherei, Leipzig, 1950.

Weblinks


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