Yazid I.

Yazid I. (arabisch ‏يزيد بن معاويه‎, Yazīd ibn Muʿāwiya) (* 644; † 11. November 683) war der zweite Kalif der Umayyaden (680-683).

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Als Sohn von Muawiya I. und der Südaraberin Maisun übernahm Yazid ibn Muawiya nach dem Tod seines Vater (680) die Herrschaft im Kalifat. Zwar nahm Yazid 669 schon an der Belagerung von Konstantinopel teil, doch war er nach der Regierungsübernahme eher am inneren Ausbau des Reiches interessiert. So beließ er die bewährten Statthalter seines Vaters in ihren Ämtern, verstärkte die Grenzbefestigungen und reformierte das Finanzwesen. Besonderes Interesse zeigte er für den Ausbau der Bewässerungsanlagen in der Umgebung von Damaskus. Allerdings weitete sich die Opposition gegen die Erblichkeit des Kalifats unter den Umayyaden weiter aus. So wurde Yazid I. im Hedschas sowie Teilen des Irak und des Iran nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt. Zwar konnte ein Aufstand der Aliden in Kufa niedergeschlagen und Husain ibn ʿAlī in der Schlacht von Kerbala getötet werden (10. Oktober 680), doch erforderte die Opposition des Abdallah ibn az-Zubair in Mekka einen Feldzug in den Hedschas. Nachdem schon Medina geplündert worden war, wurde bei der Belagerung Mekkas durch die Umayyaden auch die Kaaba schwer beschädigt (683).

Große Eroberungen konnten unter diesen innenpolitischen Umständen nicht erfolgen. Zwar stießen die Muslime unter Uqba ibn Nafi durch den Maghreb bis zum Atlantik vor, doch wurden sie 683 von den Berbern vernichtend geschlagen, so dass sich die Truppen nach Tripolitanien zurückziehen mussten. Auch gegen Byzanz erlitten die Muslime einige Rückschläge, als dieses Rhodos und Zypern zurückeroberte und erneut die Seeherrschaft im Mittelmeer gewann (683).

Nachwirkungen

Nach dem frühen Tod von Yazid I. wurde dessen Sohn Muawiya II. (683-684) neuer Kalif, bevor Marwan I. (684-685) die Umayyaden-Linie der Marwaniden an die Macht brachte.

Der schnelle Wechsel der Kalifen und der Rückzug der umayyadischen Truppen aus dem Hedschas nach dem Tod Yazid I. führte zur Ausrufung des Kalifen Abdallah ibn az-Zubair (684-692) und zu einer schweren Krise der umayyadischen Herrschaft.

Durch schiitische Überlieferung, sowie auch nach Überlieferung durch Sahih Buchari und Sahih Muslim (Sunnintische Gelehrte) gilt er als einer der verschwenderischsten Herrscher seiner Zeit, gefolgt von Tyrannei und Weinanbau. Auch habe er selbst Zeit seines Lebens Alkohol getrunken.

Siehe auch

Literatur

  • Gernot Rotter: Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg. (680 - 692). Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-02913-3, (Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes 45, 3).



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