Bend It Like Beckham
Filmdaten
Deutscher Titel: Kick it like Beckham
Originaltitel: Bend It Like Beckham
Produktionsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2002
Länge: 112 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 6
Stab
Regie: Gurinder Chadha
Drehbuch: Gurinder Chadha
Produktion: Gurinder Chadha, Deepak Nayar u. a.
Musik: Craig Pruess
Kamera: Jong Lin
Schnitt: Justin Krish
Besetzung

Kick it like Beckham (Originaltitel: Bend It Like Beckham) ist eine Filmkomödie der britischen Regisseurin Gurinder Chadha aus dem Jahr 2002. Im darauffolgenden Jahr erschien die an den Film gehaltene, englischsprachige Schullektüre „Bend It Like Beckham“ von Narinder Dhami, welche im Englischunterricht deutscher Schulen verwendet wird.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Jesminder Bhamra, kurz Jess, die Tochter einer in Großbritannien lebenden Familie mit indischen Wurzeln, spielt, gegen den Willen ihrer Eltern leidenschaftlich gerne Fußball. Insbesondere ihre Mutter erwartet, dass Jess sich doch lieber darum kümmern solle, die traditionelle indische Küche zu erlernen und andere Rollenerwartungen zu erfüllen. Die indische Familie befindet sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen für Pinky, die ältere Schwester von Jess. Pinky hat sich ihren Ehemann selbst ausgesucht, was bei den Indern, wo traditionsgemäß die Eltern Ehen arrangieren, schon sehr westlich ist. Zudem hat sich Pinky durchaus der englischen Gesellschaft angepasst, und sie geht auch nicht mehr jungfräulich in die Ehe. Auf den ersten Blick scheint es so, als ob es ihr gelungen sei, dies vor ihren Eltern zu verheimlichen, aber im Verlauf der Handlung macht die Mutter eine Bemerkung, aus der hervorgeht, dass sie es die ganze Zeit wusste.

Jess dagegen hat noch keinen Freund. Ihre Fußballbegeisterung fällt auf, weil sie mit ihren indischen Freunden im Park Fußball spielt. Sie lernt die gleichaltrige Juliette „Jules“ Paxton, eine weiße Engländerin kennen. Diese überredet Jess schließlich, sich einer Frauenfußballmannschaft anzuschließen.

Jess wird bald zu einer Leistungsträgerin dieses Teams und verliebt sich in ihren Trainer Joe. Zunächst gibt sie offen zu, in einer Frauenfußballmannschaft zu spielen. Nachdem ihre Mutter das ausdrücklich verbietet, schleicht sich Jess heimlich aus dem Haus, unter dem Vorwand arbeiten zu gehen. Für einige Zeit gelingt es ihr, ihre Aktivitäten auf dem Fußballfeld vor ihren Eltern zu verbergen. Irgendwann fliegt ihr Geheimnis auf und sie arrangiert sich mit ihrer Schwester Pinky, die sie deckt.

Gemeinsam mit dem Team fliegt sie sogar nach Hamburg zu einem Spiel. Dort kommt es beinahe zu einem Kuss zwischen ihr und Joe, der die Freundschaft zu Jules auf eine schwere Probe stellt. Auch Jess’ Heimlichkeiten vor den Eltern kommen heraus.

Vor einem wichtigen Endspiel, welches unglücklicherweise am gleichen Tag stattfindet wie die Hochzeit von Pinky, muss sich Jess entscheiden, ob sie daran teilnehmen oder bei der Hochzeit ihrer Schwester Pinky dabei sein will. Jess bekommt Hilfe von ihrem Vater, der sieht, wie unglücklich sie auf der Hochzeit ist. Mit Hilfe ihres Vaters und ihres homosexuellen Freundes Tony kann Jess am Endspiel teilnehmen.

Kurz vor dem Spiel versöhnen sich Jess und Jules endlich wieder. Ein US-amerikanischer Talentscout ist von der Leistung der beiden so überzeugt, dass sie ein Fußball-Stipendium an einer amerikanischen Universität erhalten. Jess überredet ihre Eltern, ihr zu erlauben, in die USA zu fahren. Dabei wird sie vor allem von ihrem Vater unterstützt, der bedauert, seine eigene sportliche Karriere abgebrochen zu haben. Er wollte als junger Mann in England Cricket spielen, bis er durch rassistische Bemerkungen weißer Engländer gedemütigt wurde und seine Mannschaft verließ. Er möchte nun seiner Tochter die Chance einräumen, die er nicht bekommen hat. Auch Joe kommt zum Flughafen, um sich von ihr zu verabschieden, nachdem sie ihm gesagt hat, dass sie keine Beziehung mit ihm haben kann. Aber dann wird ihnen beiden klar, dass sie verliebt sind und sie beschließen, es Jess’ Eltern zu beichten, wenn Jess aus den USA zurück kommt.

Kritiken

„ Ein im englischen Upperclass-Milieu angesiedelter Film, der die Schwierigkeiten einer multikulturellen Gesellschaft anspricht, seine Lösungsstrategien jedoch auf eine eher märchenhafte Ebene verlagert. In prächtigen Farben und in Anlehnung an das populär unterhaltende "Bollywood"-Kino gestaltet, kann er seine kämpferisch-emanzipatorische Haltung letztlich nicht einlösen.“

Filmdienst[1]

„Die Dialoge sind so treffsicher wie die Girls, die Story einer 18-Jährigen, die trotz Culture-Clash und Liebesleid für ihren Traum kämpft, ist ergreifend, aber nicht rührselig erzählt. Ein gut platzierter Schuss in Herz und Zwerchfell – für Frauen wie für Fahnenschwinger.“

TV Spielfilm [2]

„Gurinder Chadhas klassischer Genremix aus Drama und Komödie ist ein sympathisches, relativ unprätentiöses Stück Kino, dass die Konfliktstoffe Kind-Eltern und England-Indien charmant aufbereitet und dabei nicht die Prise Humor vergisst. Dennoch kann der Film letztlich kein Genre vollständig zu Ende führen und so bleibt ihr sicher nur als anspruchslose Dramödie intendierter Film etwas auf der Strecke.“

Filmspiegel.de[3]

„Kick It Like Beckham" ist pralle Lebensfreude in buntem Bilderrausch verpackt mit einigen Links zu ernsthafteren Themen wie latenter Rassismus, Vorurteile, Rivalität. Da akzeptiert man sogar das Super-Happy-End.“

br-online[4]

„Beinahe jede Figur von mittelschwerer Bedeutung bekommt ihr eigenes kleines Problemszenario beschert, und Chadha schneidet jeden Kuchen an, der in der Plot-Backstube bereit steht: Homosexualität, Ausländerfeindlichkeit, Eifersucht, gekränkter Stolz, und so ziemlich jede mögliche Variation von familieninternen Schwierigkeiten. Ernst ist es ihr allerdings mit nichts davon: Angeschnitten und kurz probiert, wird jedes Motiv auch genauso schnell wieder beiseite gestellt.“

filmszene.de [5]

„Bei aller Detailverspieltheit und Gesellschaftstudie geht leider der Spannungsbogen ein wenig verloren und gerade am Ende weist der Film deutliche Längen auf, die viele, die der Gesamtthematik nicht soviel abgewinnen können, eher langweilen. Insgesamt ist der Film sicherlich eher für die weiblichen Zuschauer interessant, die sich von der Thematik Fußball und dem Namen "Beckham" im Titel nicht abschrecken lassen sollten.“

Cineclub.de [6]

Wissenswertes

  • Die Fußballspielerinnen wurden von Simon Clifford gecoacht, dem Cheftrainer der brasilianischen Fußballschule Futebol de Salão.
  • Beinahe alle mitwirkenden Spielerinnen sind tatsächlich professionelle Spielerinnen.
  • Viele der Hochzeitsgäste sind Verwandte von Gurinder Chadha.
  • Jess trägt die Trikotnummer 7, dieselbe Nummer, die Beckham für Manchester United und in der Nationalmannschaft trug.
  • Parminder Nagra hatte Angst, dass sie wegen ihrer Narbe die Rolle nicht bekommen würde. Stattdessen wurde sowohl die Narbe als auch ihre reale Entstehungsgeschichte in den Film aufgenommen.
  • Obwohl sowohl David Beckham, als auch der Begriff „bend“ in den USA bekannt sind, wollte 20th Century Fox für den amerikanischen Markt, den Film in „Move it like Mia“ umbenennen, um ihn an die bekanntere Fußballspielerin Mia Hamm anzulehnen. Regisseurin Chadha setzte sich dagegen ein.
  • Der bekannteste Song aus dem Film ist "Inner Smile" von der schottischen Band Texas.
  • Melanie C wollte unbedingt, dass ihr Lied „Independence Day“ für den Film verwendet wird und schrieb deshalb extra den Text zum Film passend um.
  • Im ersten Filmscript waren Jess und Jules ineinander verliebt, nicht in Joe.
  • Im Film sind Jess und Jules im selben Alter, tatsächlich ist Keira Knightley (*1985) zehn Jahre jünger als Parminder Nagra (*1975).
  • In der Simpsons Folge "Marge online" entdeckt Lisa durch den Film ihr Interesse an Fußball.

Filmpreise

Auszeichnungen

Nominierungen

Literatur

  • Dhami, Narinder: Bend it like Beckham. Klett Verlag: Stuttgart 2003
  • Giardina, Michael D.: „Bending It Like Beckham in the Global Popular: Stylish Hybridity, Performativity, and the Politics of Representation“. In: Visual Economies of/in Motion: Sport and Film, ed. by C. Richard King and David J. Leonard (New York: Peter Lang, 2006), 33–55.
  • Korte, Barbara und Claudia Sternberg: Bidding for the Mainstream? Black and Asian British Film since the 1990’s (Amsterdam: Rodopi, 2004).
  • Roy, Anjali Gera: Translating Difference in Bend It Like Beckham. In: New Cinemas: Journal of Contemporary Film, 4 (2006), 55–66.
  • Sedlmayr, Gerold: Negotiating Diasporic Spaces in Contemporary Multi-Ethnic Britain. Gurinder Chadha’s Bend It like Beckham. In: Medialised Britain. Essays on Media, Culture and Society ed. by Jürgen Kamm (Passau: Stutz, 2006), 173–184.

Einzelnachweise

  1. Kabel eins Filmlexikon
  2. TV Spielfilm
  3. Filmspiegel.de
  4. BR-Online
  5. Filmszene.de, Filmarchiv Buchstabe K
  6. cineclub.de
  7. IMdB

Weblinks


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