Bendavid

Bendavid

Lazarus Bendavid (* 18. Oktober 1762 in Berlin; † 28. März 1832 ebenda) war ein deutsch-jüdischer Mathematiker, Philosoph und Pädagoge.

Biografie

Bendavid war der Sohn des David Hirsch und dessen Ehefrau Chawa. Nach erfolgreichem Besuch der Berliner Talmudschule begann Bendavid an der Universität Halle Mathematik und Philosophie zu studieren. Später wechselte er an die Universität Göttingen. Als er dort als Hauslehrer tätig war, machte er u.a. die Bekanntschaft mit Georg Christoph Lichtenberg.

Nach Abschluss seines Studiums wirkte Bendavid als Privatdozent. Als solcher ging er Ende 1791 an die Universität Wien und lehrte dort sechs Jahre lang Philosophie. Dabei versuchte er, Immanuel Kants Ideen zu popularisieren.

1797 kehrte er wieder nach Berlin zurück. Seit dieser Zeit schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen. Anlässlich eines Wettbewerbs prämierte die Akademie der Wissenschaften in Berlin Bendavids Arbeit Über den Ursprung unserer Erkenntnis 1801 mit dem ersten Preis. Ab 1802 engagierte ihn die Haude- und Spenersche Zeitung als politischen Redakteur.

Ab 1806 berief man Bendavid zum Direktor der jüdischen Freischule von Berlin. Dieses Amt hatte er bis 1826 inne. Die Umstrukturierung der Schule in diesem Jahr nahm Bendavid zum Anlass, seine Amt niederzulegen und in Pension zu gehen.

Im Alter von 70 Jahren starb Lazarus Bendavid am 28. März 1832 in Berlin.

Werke

  • Versuch einer logischen Auseinandersetzung des mathematischen Unendlichen, 1789
  • Etwas zur Charakteristik der Juden, 1793
  • Versuch über das Vergnügen, 1794
  • Versuch einer Geschmackslehre, 1799 (Digitalisat)
  • Über den Ursprung unserer Erkenntnis, 1801
  • Selbstbiographie, 1806
  • Zur Berechnung des jüdischen Kalenders, 1817

Literatur

  • Dominique Bourel: Lazarus Bendavid und die Akademie zu Berlin. In: Europäische Sozietätsbewegung und demokratische Tradition. 1996, S. 1454–1462
  • Dominique Bourel: Lazarus Bendavids Bildungsweg und seine Tätigkeit als Direktor der jüdischen Freischule. In: Jüdische Erziehung und aufklärerische Schulreform. 2002, S. 359–367

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