Benedikt VIII.

Benedikt VIII. (eigentlich Theophylakt II. von Tusculum; † 9. April 1024 in Rom) war Papst vom 20. oder 21. Mai 1012 bis zu seinem Tode. Sein Name ist lateinisch für „der Gesegnete“.

Leben

Benedikt VIII. wurde als Sohn des Grafen und kaiserlichen Admirals Gregor von Tusculum aus dem Geschlecht der Tuskulaner geboren, das zu dieser Zeit in Rom viel Macht besaß. Der spätere Papst war ein brutaler, aber begabter Condottiere. Er wurde wie sein ihm nachfolgender Bruder und der darauf folgende Neffe der beiden als Laie zum Papst erhoben. Damit wurde das Papsttum für drei Pontifikate wieder wie hundert Jahre vorher zum Privatbesitz einer Familie. Nach seiner Wahl übergab Papst Benedikt den Grafentitel von Tusculum, den er von seinem Vater geerbt hatte, an seinen Bruder Alberich. Er ernannte zur Festigung seiner Macht diesen und seinen anderen Bruder Romanus von Tusculum zum Konsul und Herzog von Rom und stattete beide mit den entsprechenden Befugnissen aus.

Zunächst hatte sich Benedikt mit dem Gegenpapst Gregor VI. aus der bis dahin dominierenden Familie der Crescentier auseinanderzusetzen, obwohl diese mit den Grafen von Tusculum verwandt waren. Benedikt schaffte es aber schnell, den Gegenpapst bei König Heinrich II. auszumanövrieren. Er krönte König Heinrich II. und dessen Gattin Kunigunde schließlich am 14. Februar 1014 zu Kaiser und Kaiserin.

Danach konsolidierte Papst Benedikt den Kirchenstaat. Im Jahre 1016 schlug das von ihm aufgestellte Heer die nun auch Oberitalien verwüstenden nordafrikanischen Sarazenen bei Luni. Als diese Sardinien besetzten, verbündete sich Benedikt mit den Seemächten Genua und Pisa und vertrieb mit seiner frisch gebauten Flotte und der Unterstützung seiner Bündnispartner die Sarazenen von der Insel. Sardinien wurde daraufhin Pisa zum Lehen übergeben. Ein weiterer Feldzug gegen die Byzantiner in Süditalien blieb jedoch erfolglos. 1020 suchte er den Kaiser in Bamberg auf und bat um Hilfe gegen die Expansion der Byzantiner in Süditalien, wo seit 1017 die Normannen als neue politische Kraft spürbar wurden. Eine Synode, die der Papst und der Kaiser gemeinsam 1022 in Pavia abhielten, beschloss Dekrete für die Kirchenreform, die auch eine Verschärfung der Zölibatspflicht beinhalteten. Gemeinsam mit Heinrich II. kämpfte er in mehreren Synoden gegen Simonie und für den Zölibat.

Auf die Zusammenarbeit mit diesem Kaiser ging auch die endgültige Beifügung des Zusatzes filioque zum Glaubensbekenntnis zurück.

In den Jahren 1017 und 1020 ließ der Papst in Rom Juden unter dem Vorwurf enthaupten oder verbrennen, deren Blasphemie sei der Auslöser für einen Orkan und ein Erdbeben gewesen. 1020 besuchte er in Deutschland die Städte Fulda und Bamberg und weihte in Bamberg die zur Alten Hofhaltung gehörende Thomaskapelle und die St. Stephanskirche ein.

1022 ließ Robert II. von Frankreich in Orleans etwa zwölf Kanoniker als Ketzer verbrennen. Die erste Ketzerverbrennung der Geschichte war ein fürchterliches Fanal für das Papsttum, das diesen Glaubensterror aufgreifen und zur „heiligen Inquisition“ juristisch fundiert weiterentwickeln sollte.

Er starb am 9. April 1024 in Rom. Neuer Papst wurde sein Bruder Romanus als Johannes XIX.

Literatur

Weblinks

 Commons: Benedikt VIII. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Sergius IV. Papst
1012–1024
Johannes XIX.

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