Benediktinerabtei Schäftlarn
Blick auf das Kloster Schäftlarn vom Hochufer bei Straßlach

Kloster Schäftlarn ist eine Benediktinerabtei in Schäftlarn (Ebenhausen), an der Isar südlich von München. Die Abtei gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an. Die offizielle Bezeichnung ist: Abtei zu den heiligen Dionysius und Juliana.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Kloster wurde 762 von Waltrich, einem aus einer fränkischen Adelsfamilie stammenden Benediktiner, auf seinem Land (Pippinsbach) gegründet. In den nächsten beiden Jahrhunderten wuchs das Kloster durch verschiedene Schenkungen (darunter Schwabing und Hesselohe). Im 10.Jahrhundert war die Abtei erloschen. 1140 wurde das Kloster Schäftlarn durch Bischof Otto von Freising dem Prämonstratenser-Orden übertragen, der das Kloster Schäftlarn bis zu seiner Auflösung im Rahmen der Säkularisation am 1. April 1803 nutzte.

Am 17. Mai 1866 übergab Ludwig II. von Bayern den Besitz wieder den Benediktinern. Es wurde ein Benediktinerkloster und ein Gymnasium eingerichtet. Am 17. April 1910 wurde das Kloster durch Prinzregent Luitpold zur Abtei erhoben.

Gymnasium

Stich des Klosters aus dem „Churbaierischen Atlas“

Von 1941 bis 1945 wurde die Schule durch die Nationalsozialisten geschlossen. Nach dem Krieg wurde der Schulbetrieb am 5. November 1945 in Form eines Progymnasiums für die Klassen 5 bis 10 wieder aufgenommen. Abiturprüfungen fanden im Kloster Schäftlarn erstmals 1973 statt.

Heute besuchen rund 420 Schüler das private Gymnasium mit Tagesheim (für Jungen und Mädchen) und Internat (für Jungen). Nur noch vier Patres sind im Schulbetrieb tätig. Die Schule nahm bis vor kurzem am Schulversuch "Europäisches Gymnasium" teil und bietet einen humanistischen Zweig an. Die ehemaligen Absolventen des Gymnasiums ("Altschäftlarner") sind im "Verein der Freunde Schäftlarns" organisiert.

Sehenswürdigkeiten

Kloster Schäftlarn

Der heutige Klosterbau wurde 1707 nach Plänen von Giovanni Antonio Viscardi fertiggestellt. Die als Klosterkirche erbaute St.-Dionys-Kirche ist ein Juwel des Rokoko. 1733 bis 1740 wurde unter François de Cuvilliés d.Ä. ein Neubau begonnen. 1751 bis 1760 wurde der Bau von Johann Baptist Gunetzrhainer und Johann Michael Fischer vollendet. 1754 bis 1756 malte und stukkierte Johann Baptist Zimmermann die Kirche aus. 1756 bis 1764 stellte Johann Baptist Straub die Altäre und die Kanzel auf. Im Moment müssen Teile der Decke mit Netzen gesichert werden. Eine Generalsanierung ist dringend erforderlich. Sehr sehenswert ist außerdem der erst vor wenigen Jahren neugestaltete "Prälatengarten". Der Eingang liegt ca. 20 Meter rechts von der Klosterpforte.

Höhere Obere

Abt
  • Godefried Spindler OPraem (1750-1808), letzter Abt des Klosters Schäftlarn vor der Säkularisation, Taufnahme Johann Peter [1]
Prioren
  • Benedikt Zenetti, 1866–1872 (1872–1904 Abt von St. Bonifaz)
  • Thaddäus Brunner, 1872–1883
  • Gregor Lindemann, 1884–1887
  • Pius Bayer, 1887–1888
  • Placidus Auracher, 1889–1899
  • Raphael Barth, 1899–1904
  • Sigisbert Liebert, 1904–1910
Äbte

Literatur

Klosterkirche
  • Wolfgang Winhard, Gregor Peda: Kloster Schäftlarn: Geschichte und Kunst, Kunstverlag Peda Gregor; ISBN 3927296805
  • Sigisbert Mitterer: 1200 Jahre Kloster Schäftlarn, Seitz Verlag; 1962

Einzelnachweise

  1. „Oberpfalz“ - Biographien, eingesehen am 28. Oktober 2008
  2. „Neuer Abt in Schäftlarn“, orden-online.de, 11. Juli 2008

Weblinks

47.97861111111111.4669444444447Koordinaten: 47° 58′ 43″ N, 11° 28′ 1″ O


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