Benediktinerinnen-Abtei St. Gertrud
Hauptgebäude, ehemaliges Gutshaus

Das Kloster Alexanderdorf – Benediktinerinnen-Abtei St. Gertrud ist ein Frauenkloster in der Gemarkung Alexanderdorf des Ortsteils Kummersdorf-Alexanderdorf der Gemeinde Am Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming, Brandenburg. Das einzige nachreformatorische Benediktinerinnen-Kloster in Brandenburg wurde 1934 in einem ehemaligen Gutshaus eingerichtet und 1984 zur Abtei erhoben. In der Anlage leben, arbeiten und beten rund dreißig Benediktinerinnen nach der Regula Benedicti der Benediktiner. Namenspatronin ist die Zisterzienserin Gertrud von Helfta.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wurzeln des Klosters Alexanderdorf liegen im Jahr 1919 in Berlin. Krankenschwestern, die im Lazarettdienst des Ersten Weltkriegs tätig waren, schlossen sich mit dem Ziel zusammen, neben ihrer Arbeit die kirchliche Liturgie mit Eucharistiefeier und Stundengebet gemeinsam zu feiern. 1924 wurde die Gemeinschaft als St. Hildegard-Schwesternschaft anerkannt.

Freistehender Glockenturm

Als 1934 die Berliner Krankenhäuser aufgegeben wurden, zogen die Ordensschwestern in die Mark Brandenburg und gründeten rund 30 Kilometer südlich Berlins in einem ehemaligen Gutshof in Alexanderdorf das Kloster St. Gertrud. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren bauten die Schwestern die Hofgebäude nach ihren Erfordernissen um. Unter der sowjetischen Besetzung Alexanderdorfs 1949 wanderten 22 Schwestern nach Westfalen und gründeten in der Diözese Münster das Kloster St. Scholastika in der Burg Dinklage, das dem Kloster Alexanderdorf bis heute verbunden ist.[1] 1984 wurde das Kloster Alexanderdorf zur Abtei erhoben und die erste Äbtissin Gisela Müller gewählt.[2] Ihre Nachfolgerin wurde im Jahr 2000 Ursula Schwalke.

Klosterleben und Arbeitsbereiche

Die Zielsetzung ihres Klosterlebens beschreiben die Schwestern auf ihrer Homepage wie folgt:

Unsere klösterliche Gemeinschaft lebt nach der alten Regel des hl. Benedikt (ca. 480-547). Benedikt versteht das Kloster als Ort der Begegnung mit Gott. Diese Begegnung vollzieht sich im Gebet, in der Arbeit und im gemeinschaftlichen Leben. Nach der Weisung der Psalmen "Siebenmal am Tag singe ich dein Lob" versammeln wir uns im Tageslauf immer wieder zum Gebet in der Kirche. Im Hören auf Gott in den Worten der Schrift werden wir aufmerksam für seine Gegenwart. Wir entdecken ihn in Ereignissen und Begegnungen, werden offen für sein Wirken in der ganzen Schöpfung. Lob, Dank und Fürbitte sind Antwort auf das Geschenk seines Mit- uns- Seins.[3]

Die Schwestern arbeiten in der Küche, im ausgedehnten Garten und in einer Waschküche. In einer Paramentenwerkstatt entstehen liturgische Gewänder. Die klösterliche Hostienbäckerei beliefert nahezu alle katholischen und zunehmend auch evangelische Gemeinden in Ostdeutschland. Angebote für Gäste gibt es zur Spiritualität der heiligen Gertrud von Helfta und zu Themen der mönchisch-benediktinischen Tradition. Bibeltage und Wochenenden zur „Meditiation des Tanzes" ergänzen das Angebotsspektrum. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bilden zwei Gästehauser mit 22 Zimmern, die auch erholungssuchenden Familien offen stehen. Darüber hinaus finden Sommermusiken statt. Nach dem Wegfall der Hilfen des Bistums unterstützt insbesondere der Förderverein Kloster Alexanderdorf e.V. die Ordensschwestern.[2]

Gebäude und Umgebung

Gästehaus

In einem ersten Schritt bauten die Schwestern die 1934 vorgefundenen Gebäude und Stallungen zur Kapelle, zu Wohn- und Arbeitsräumen sowie zu einem Gästehaus um. Später folgte die Umgestaltung eines Nebenflügels zur Klausur. 1979 begann der Ausbau der Scheune zur Kirche, die einen freistehenden Glockenturm erhielt. Parallel wurde die Klausur renoviert. Zwischen 1998 und 2000 erfolgte eine umfassende Sanierung und Erweiterung des Gästeflügels. In den Außenanlagen stehen ein Spielplatz, eine Tischtennisplatte und eine Gästewiese mit einem kleinen Teich zur Verfügung.[2]

Die flache, wiesen- und waldreiche Umgebung, die zu der von Wassergräben durchzogenen Notte-Niederung gehört, bietet verschiedene ausgeschilderte Wanderwege. Dazu zählen der Klosterrundweg oder ein Weg zum nahegelegenen Naturschutzgebiet am Schulzensee. Zudem führt der Europäische Fernwanderweg E10 OstseeBöhmerwaldDolomiten am Kloster vorbei. Badestrände finden sich unter anderem am Mellensee, der rund fünf Kilometer östlich liegt. Der Ort Kummersdorf-Alexanderdorf, der ca. 650 Einwohner hat[4], verfügt über eine Gaststätte, eine Pension und einen Tierarzt. Größere Orte in der Umgebung sind die Kleinstädte Zossen und Trebbin.

Anmerkungen

  1. Abtei Burg Dinklage, Geschichte
  2. Homepage des Klosters, Seite Wir über uns
  3. Gemeinde Am Mellensee, Ortsteile

Literatur

  • Ruth Lazar: Nicht auf Sand gebaut. Benediktinerinnen in Alexanderdorf. Mit Fotografien von Angelika Fischer. Morus Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-87554-358-0

Weblinks

52.15888888888913.3358333333337Koordinaten: 52° 10′ N, 13° 20′ O


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