Benennung variabler Sterne

Zur Benennung veränderlicher Sterne wurde ein an die Bayer-Bezeichnungen angelehntes System entwickelt, bei dem ein Identifikator gefolgt vom Genitiv des Sternbildnamens verwendet wird.

Da in früheren Jahrhunderten nur wenige Veränderliche bekannt waren, erschien es vernünftig, die lateinischen Großbuchstaben ab R als Identifikator zu verwenden, also beispielsweise R Lyrae. Dadurch sollte eine doppelte Vergabe von großen lateinischen Buchstaben, die auch bei den Bayer-Bezeichnungen im Sternbild Schwan bis Q verwendet wurden, ausgeschlossen werden. Bis 1836 war die Benennung erst in einem Sternbild, der Schlange, beim Buchstaben S angelangt.

Mit dem Aufkommen der Fotografie im 19. Jahrhundert stieg allerdings die Anzahl der entdeckten Veränderlichen rasch an. Statt langer visueller Messreihen konnte man nun dazu übergehen, in verschiedenen Abständen aufgenommene Himmelsfotos miteinander zu vergleichen. Dadurch erreichte aber das Namenssystem beim Buchstaben Z seine Grenze, obwohl in vielen Sternbildern noch weitere Veränderliche zu benennen waren. Ähnlich war es einst auch den Bayer-Bezeichnungen ergangen. Das Benennungssystem wurde daher um Doppelbuchstaben erweitert, zunächst von RR bis ZZ'', dann noch einmal von AA bis QZ.

Als auch dies nicht mehr ausreichte, schlug der holländische Astronom A. A. Nijland vor, das System der Benennung von Grund auf neu zu gestalten und einfach die Bezeichnungen V1, V2, V3, … zu verwenden: das V für veränderlich, gefolgt von einer fortlaufenden Nummer. Da einige der vergebenen Namen jedoch bereits fest etabliert waren, etwa für RR-Lyrae-Sterne und W-Ursae-Maioris-Sterne, wurde dieses neue System erst ab der Nummer V335 eingesetzt.

Das derzeitige Benennungssystem für veränderliche Sterne lautet daher für jedes Sternbild:

  1. Beginne bei R und setze fort bis Z.
  2. Fahre fort mit RR, RS, … RZ, dann SS, ST, … SZ, TT, … TZ, usw. bis ZZ.
  3. Benutze weiter AA, AB, … AZ, BB, BC, … BZ, usw. bis QZ. Die Kombinationen JJ bis JZ werden dabei ausgelassen.
  4. Beende schließlich nach allen 334 möglichen Buchstabenkombinationen die alphabetische Benennung und nummeriere weiter mit V335, V336, V337, …

Beispiele für derart benannte Sterne sind R Leonis, VY Canis Majoris und V373 Scuti.

Siehe auch: Sternbenennung


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