Benigne Inokulationslymphoretikulose
Klassifikation nach ICD-10
A28.1 Katzenkratzkrankheit
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Die Katzenkratzkrankheit (KKK) ist eine Krankheit des Menschen, die durch Kratzverletzungen von Katzen übertragen wird. Es ist eine Infektionskrankheit, die meist anhand von Lymphknotenschwellungen an der Achsel oder am Hals erkannt wird und in der Regel gutartig verläuft. Die Katzen sind nur Überträger der Krankheit, zeigen aber nach derzeitigem Kenntnisstand keine Krankheitszeichen. Auch im Katzenfloh sind die Erreger der Katzenkratzkrankheit nachweisbar. Über ihn wird die Krankheit wahrscheinlich von Katze zu Katze übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Ursache

Der Erreger der Krankheit ist Bartonella henselae, ein gramnegatives, stäbchenförmiges Bakterium. Als weiterer Erreger wird Afipia felis genannt. Der Erreger wird durch das Kratzen von Katzen oder auch deren Biss übertragen. Bei einer Reihe von Patienten ist aber keinerlei Katzenkontakt nachweisbar. Katzenflöhe als Überträger sind nicht gesichert.

Synonyme (andere Namen)

Katzenkratzfieber; Katzenkratzlymphadenitis; im Wissenschaftsgebrauch zunehmend auch im Deutschen anzutreffen englisch cat scratch disease or fever; benign inoculative lymphoreticulosis; benigne Inokulationslymphoretikulose; französisch Maladie des griffes de chat.

Verbreitung

Die Krankheit kann bei Kindern und bei Erwachsenen ausbrechen. Insbesondere Menschen mit einer Immunschwäche erkranken schneller. Obwohl die Katzenkratzkrankheit weltweit verbreitet ist, wird sie meist nicht sofort erkannt, da eine spezifische Blutuntersuchung notwendig ist. Erfolgt diese nicht, kann die Krankheit nicht eindeutig identifiziert werden. Der Erreger lässt sich bei 10 bis 70 % der Katzen in Deutschland nachweisen. Ein familiäres Auftreten der Krankheit kann durch eine neu angeschaffte Katze ausgelöst werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beschrieben. Die Krankheit ist nicht meldepflichtig.

Symptome

Nach zwei bis zehn Tagen kann es an der Kontaktwunde zu einer rot-braunen Papel kommen. Diese Papeln tun nicht weh und verschwinden nach einigen Tagen oder Wochen wieder spontan. Etwas später sind dann im Lymphabflussgebiet der Wunde Lymphknotenschwellungen nachweisbar, die schmerzlos oder schmerzhaft sein können. In einigen Fällen kommt es zu eitrigen Einschmelzungen der Lymphknoten. Die Lymphknoten können über Wochen vergrößert bleiben.

Es gibt schwere atypische Verlaufsformen der Krankheit mit hohem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. Insbesondere bei einer geschwächten Körperabwehr kann es zu einer Beteiligung des Zentralnervensystems oder einer Sepsis kommen.

Komplikationen

Diagnostik

Differenzialdiagnostik

Therapie

In der Mehrzahl der Fälle heilt die Krankheit auch ohne Therapie aus. Falls dies nicht der Fall ist, muss eine Antibiotikatherapie erfolgen. Positive Erfahrungen liegen mit Azithromycin vor. Wahrscheinlich sind aber auch andere Antibiotika wirksam.

Literatur

  • Ridder GJ, Boedeker CC, Technau-Ihling K, Sander A. Cat-scratch disease: Otolaryngologic manifestations and management. Otolaryngol Head Neck Surg. 2005 Mar;132(3):353-8. PMID 15746844
  • Ridder GJ, Boedeker CC, Technau-Ihling K, Grunow R, Sander A. Role of cat-scratch disease in lymphadenopathy in the head and neck. Clin Infect Dis. 2002 Sep 15;35(6):643-9. PMID 12203159

Links

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/905.htm http://www.kleintiermedizin.ch/katze/halter/halter4.htm http://www.antibiotikamonitor.at/12_99/12_99_3.htm Neue Aspekte in Klinik, Diagnostik und Therapie der Katzenkratzkrankheit im Kopf- und Halsbereich

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