Benigner Tumor

Krebs bezeichnet in der Medizin einen malignen (bösartigen) Tumor – eine bösartige Neoplasie. Im engeren Sinn sind die malignen epithelialen Tumoren (Karzinome) und die malignen mesenchymalen Tumoren (Sarkome) gemeint. Umgangssprachlich werden auch die bösartigen Hämoblastosen als Krebs, wie beispielsweise Leukämie als „Blutkrebs“ bezeichnet.

Alle sonstigen Tumoren, zu denen auch benigne (gutartige) Neoplasien zählen, sind kein „gutartiger Krebs“ oder Krebs irgendeiner Form. Diese sind Gewebsvermehrungen oder Raumforderungen im Körper, die keine Metastasen bilden. Das betrifft sowohl die Schwellung bei einer Entzündung als auch gutartige Neoplasien (Neubildungen von Körpergewebe durch Fehlregulationen des Zellwachstums).

Gutartige Tumoren wie Muttermale und Fettgeschwülste (Lipome) werden in der Fachsprache nicht als Krebs bezeichnet, aber sie können trotzdem gefährlich werden, da sie entarten können oder lebenswichtige Organe in deren Funktion beeinträchtigen (etwa der Kleinhirn-Brückenwinkeltumor). Krebs ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verwandter Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen, sich teilen und gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können. Krebs hat unterschiedliche Auslöser, die letztlich alle zu einer Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts zwischen Zellzyklus (Wachstum und Teilung) und Zelltod (Apoptose) führen.

Die sich dem Krebs widmende medizinische Fachdisziplin ist die Onkologie.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und Verlauf

Prinzipiell kann jedes Organ des menschlichen Körpers von Krebs befallen werden, es gibt jedoch erhebliche Häufigkeitsunterschiede nach Alter, Geschlecht, kollektiver Zugehörigkeit, geographischer Region, Ernährungsgewohnheiten usw. In Deutschland treten Krebserkrankungen gehäuft in Organen wie Brustdrüse (Frauen), Prostata (Männer), Lunge und Dickdarm auf.

Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dennoch ist nicht jeder Krebsverlauf tödlich, falls rechtzeitig eine Therapie begonnen wird oder der Krebs erst in hohem Lebensalter auftritt und dann langsam wächst. Die derzeitige Heilungsrate bei allen Krebserkrankungen beträgt durchschnittlich 30 bis 40 Prozent. Als geheilt wird in der Onkologie ein Patient bezeichnet, der mindestens fünf Jahre lang ohne Rückfall (Rezidiv) überlebt. Diese Definition von geheilt ist problematisch, weil viele der Rückfälle erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Es fließen mithin viele Patienten in die Krebs-Erfolgsstatistik ein, die später an Krebs sterben.

Die Krebserkrankung äußert sich in verschiedenen Ausprägungen und Krankheitsbildern, aus diesem Grunde können keine generellen Aussagen bezüglich Lebenserwartung und Heilungschancen gemacht werden. Es sind gegenwärtig etwa 100 verschiedene Krebserkrankungen bekannt, die sich in Überlebenschance, Behandlungsmöglichkeiten und der Bildung von Metastasen teilweise stark unterscheiden.

Die Häufigkeit der meisten Krebserkrankungen nimmt mit dem Alter deutlich zu, so dass man Krebs auch als eine Alterserkrankung des Zellwachstums ansehen kann. Daneben sind das Rauchen, andere karzinogene Noxen, familiäre Disposition (Veranlagung) und Virusinfektionen die Hauptursachen für Krebserkrankungen. Der Nobelpreisträger zur Hausen führt gut 20 Prozent aller Krebserkrankungen auf Infektionen zurück (HPV, Hepatitis B und C, Helicobacter pylori, EBV, HHV 8, HTLV-1, bestimmte Parasiten (Blasenkrebs im Nildelta), Merkelzell-Polyoma-Virus).[1]


Durch Krebsvorbeugung und Früherkennung kann das Krebsrisiko unter bestimmten Umständen (abhängig vom Diagnosezeitpunkt, der Krebsart und einem dafür optimalen Alter des Patienten) deutlich verringert werden.


Zellteilung im gesunden Gewebe gegenüber der bei Krebs

Namensgeschichte

Der Name Krebs wurde Galenus zufolge durch die Ähnlichkeit der geschwollenen Venen eines äußeren Tumors mit Krebsbeinen inspiriert (→ Krankheit als Metapher). Zuvor verwendete Hippokrates den Begriff „Krebs“ vermutlich als erster, als er bei der Behandlung eines Brustgeschwüres die Ähnlichkeit mit den Beinen eines Krustentieres entdeckte – außerdem galt der Brustbereich dem Tierkreiszeichen Krebs zugehörig (vgl. Homo signorum). Aristoteles bezeichnete als Krebs oberflächlich feststellbare, in benachbarte Organe infiltrierende und einwachsende Geschwülste (etwa fortgeschrittener Hautkrebs oder Brustkrebs).

Krebsentstehung

Bei Krebszellen ist die Abstimmung von Wachstum, Teilung und Zerstörung im Zellverband außer Kraft gesetzt. Regulierende Signale werden nicht erkannt oder nicht ausgeführt, da meistens der dafür benötigte genetische Code defekt ist.

Etwa 5.000 der insgesamt 25.000 Gene des Menschen sind für die sichere Erhaltung des genetischen Codes von einer Zellgeneration zur nächsten zuständig. Diese sogenannten Protoonkogene und Tumorsuppressorgene überwachen die korrekte Abfolge der Basenpaare in der DNA nach jeder Reduplikation, entscheiden über die Notwendigkeit von Reparaturvorgängen, halten den Zellzyklus an, bis die Reparaturen ausgeführt sind, und veranlassen gegebenenfalls einen programmierten Zelltod (Apoptose), falls die Reparatur nicht zum Erfolg führt.

Nach der heute plausibelsten Theorie der Krebsentstehung (Karzinogenese) ist das primäre Krankheitsereignis eine Veränderung in einem dieser „Wächtergene“, entweder durch einen Kopierfehler oder seltener durch eine angeborene Mutation. Dieses Gen kann dann den von ihm überwachten Teilschritt nicht mehr korrekt begleiten, so dass es in der nächsten Zellgeneration zu weiteren Defekten kommen kann. Ist ein zweites Wächtergen betroffen, so potenziert sich der Effekt fortlaufend. Wenn auch Apoptose-Gene (z. B. p53) betroffen sind, die in einer solchen Situation den programmierten Zelltod auslösen müssten, werden diese Zellen unsterblich.

Durch weitere Veränderungen der DNA kann die Zelle zusätzliche Eigenschaften ausbilden, die eine Behandlung der Krebserkrankung erschweren, darunter die Fähigkeit, unter Sauerstoffmangel zu überleben, eine eigene Blutversorgung aufzubauen (Angiogenese) oder aus dem Verband auszuwandern und sich in fremden Geweben wie Knochen, Lunge oder Gehirn anzusiedeln (Metastasierung). Erst durch diese Fähigkeit gewinnt der Krebs seine tödliche Potenz: 90% aller Krebspatienten, bei denen die Krankheit tödlich ausgeht, sterben nicht am Primärtumor, sondern an dessen Metastasen beziehungsweise an Folgekrankheiten der Metastasierung.

Das Immunsystem versucht grundsätzlich, die unkontrolliert wachsenden Zellen zu bekämpfen. Da diese aber in vielerlei Hinsicht normalen Körperzellen gleichen, sind die Abwehrmaßnahmen meist nicht ausreichend, um den Tumor zu kontrollieren.

Krebszellen sind häufig aneuploid, das heißt, sie haben dann eine veränderte Chromosomenzahl.[2] Es ist Gegenstand der Forschung, ob die Aneuploidie von Krebszellen Ursache oder Folge der Erkrankung ist. Damit verbunden ist die Theorie, wonach die Entstehung von Krebs nicht oder nicht nur auf die Mutation einzelner Gene, sondern auf die Veränderung des kompletten Chromosomensatzes zurückgeht.[3]

Mehrschrittmodell/Dreistufenmodell

Die meisten Krebsforscher gehen von einem „Mehrschrittmodell“ der Krebsentstehung aus. Das Mehrschrittmodell versucht die Krebsentwicklung ursächlich zu verstehen. Die Proliferation der relevant genetisch veränderten Zelle zu einem Zellhaufen, ohne äußere Einflüsse im Laufe der Zeit, oder schneller durch promovierende Einflüsse, vergrößert dabei entscheidend die Wahrscheinlichkeit für eine weitere relevante genetische Veränderungen im Rahmen des Mehrschrittprozesses. Solche Veränderungen können wieder durch äußere Einflüsse (krebserregende Stoffe) induziert werden, oder durch genetische Instabilität der veränderten Zellpopulation zustande kommen. Irritierende Reize können durch Erhöhung der Proliferation diesen Prozess beschleunigen. Bis zu zehn verschiedene Mutationen müssen erfolgt sein. Einige dieser notwendigen Mutationen können vererbt werden, was erklärt, dass auch sehr kleine Kinder an Krebs erkranken können und dass Krebs in sogenannten „Krebsfamilien“ gehäuft auftreten kann. Ein typisches Beispiel dafür ist das vererbbare Xeroderma pigmentosum. Bei nahen Verwandten von Patientinnen mit Brustkrebs ist die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu bekommen, doppelt so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. In den dazwischenliegenden Schritten der Tumorentstehung (Promotion und Progression) spielen nicht genotoxische Prozesse eine große Rolle, was Beobachter dazu verleiten könnte, diese Einflüsse als eigentliche „Krebserreger“ einzustufen. Die eigentliche Malignität (bei malignen Tumoren) der entarteten Zelle wird in der Phase der Progression erreicht. Die Begriffe Promotion und Progression werden zunehmend vom Begriff der Co-Carcinogenese ersetzt.

Das ältere sogenannte „Dreistufenmodell“ gliedert die Krebsentstehung dagegen in Phasen: Initiation, Promotion und Progression. So soll die Jahre bzw. Jahrzehnte dauernde Latenzphase zwischen dem initialen DNA-Schaden, also der Transformation einer einzelnen Zelle, und dem nachweisbaren Tumor erklärt werden. Problematisch am Dreistufenmodell ist, dass die Begrifflichkeiten Initiation, Promotion und Progression lediglich beschreiben und nicht die Ursache erklären.

Historische Annahmen

1902 schrieb John Beard, dass Krebszellen trophoblastischen Embryonalzellen glichen. Zu Beginn einer Schwangerschaft sorgten diese Zellen dafür, dass sich der Embryo in der Gebärmutter einnisten könne. Das Wachstum sei aggressiv und chaotisch. Die Zellen teilten sich schnell und gewännen ihre Energie aus der Zuckergärung. Sie unterdrückten das Immunsystem der Mutter und produzierten humanes Choriongonadotropin (hCG), das mittlerweile als Tumormarker anerkannt ist. Die Wucherung stoppt erst, wenn der Embryo ab der siebten Woche Pankreasenzyme erzeugt. Ohne diese Enzyme entstünde der bösartigste Tumor, das Chorionkarzinom. Die Annahme, dass Krebstumoren Energie aus der Zuckergärung gewännen (d. h. der Tumor würde anaerob leben), war die Basis für viele überholte Behandlungsmethoden.

Im Jahr 1908 entdeckten Ellermann und Bang ein Virus, das Leukämie in Hühnern verursachte.

Peyton Rous war es dann, der 1911 aus einem Muskeltumor mit der hohen Filterfeinheit von 120 Nanometern einen Extrakt filterte, mit dem er wieder Krebs erzeugen konnte. Er vermutete in diesem Extrakt ein Virus. 1966 erhielt Rous für diese Entdeckung des Rous-Sarkom-Virus (RSV) den Nobelpreis.

Theorien zu Krebsauslösern

Entsprechend der oben beschriebenen Theorie sind vor allem Einflüsse, die das Erbgut verändern, krebserregend. Besonders empfindlich dafür ist die Zelle während der Zellteilung; daher sind Zellen, die sich schnell teilen, besonders anfällig. Auch Einflüsse, die das Immunsystem daran hindern, entartete Zellen zu erkennen und zu beseitigen, gelten als krebsfördernd. Besonders gefährlich sind demnach:


Tabelle: Cancerogene in der Umwelt: Verschiedene Faktoren als Verursacher von Krebs-Todesfällen in den USA nach Environmental Protection Agency (EPA), Angabe in % aller Krebs-Todesfälle [12]

Faktor Anteil in %
Allgemeine (anthropogene) Umweltbelastungen (z.B. Innenraum, Luft, Trinkwasser, Boden, Altlasten, Pestizid-Eintrag) 2
Geophysikalische Faktoren (z.B. Sonnenlicht-Exposition, Innenraumbelastung durch Radon, allg. Strahlenbelastung) 3
Arbeitsplatz 4
Industrieprodukte <1
Tabakkonsum 30
Alkohol 3
Nahrung 35
Lebensmittel-Zusatzstoffe <1
Fortpflanzungs- und Sexualverhalten 7
Arzneimittel und medizinische Prozeduren 1
Infektionen 10?
Unbekannt ?

Folgen des Tumorwachstums

Die Folgen bösartigen Tumorwachstums für den Organismus sind sehr vielfältig und bei jedem Patienten individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Tumorwachstum kann einerseits unmittelbar zu lokalen Wirkungen im Nachbargewebe führen. Andererseits können Tumoren auch systemische (den gesamten Organismus betreffende) Wirkungen verursachen. Entscheidend für den Krankheitsverlauf ist häufig die Ausbildung von Tochtergeschwülsten, die ihrerseits in den betroffenen Organen zu einer Reihe von Funktionsstörungen führen können.[13]

Lokale Wirkungen

Wenn Tumoren wachsen, können sie das gesunde Nachbargewebe verdrängen, ohne es zu zerstören, oder aber zerstörend in das Nachbargewebe einwachsen (invasiv-destruierendes Wachstum). Beide Formen des Wachstums können zu lokalen Komplikationen führen. So kann beispielsweise durch expansives Wachstum ein blutführendes Gefäß komprimiert werden. Die in der Folge auftretende Durchblutungsstörung des abhängigen Gewebes kann dazu führen, dass dieses Gewebe abstirbt (Nekrose). Infiltrierend-destruierendes Wachstum kann beispielsweise in Hohlorganen wie dem Darm durch Zerstörung des Gewebes zu Durchbrüchen (Perforationen) und Fistelungen führen. Tumorfisteln führen häufig durch Infektionen zu weiteren Komplikationen.[13]

Systemische Wirkungen

Tumoren können auf unterschiedliche Weise den gesamten Organismus beeinflussen. Vom Primärtumor ausgehende Tochtergeschwulste können sich in anderen Organen ansiedeln und hier durch lokales Wachstum Gewebe zerstören und zu Funktionsstörungen führen. Bei vielen Patienten kommt es im Laufe der Krebserkrankung zu einem allgemeinen Kräfteverfall und Gewichtsverlust (Tumorkachexie, Auszehrung). Zu den systemischen Wirkungen von Tumoren werden auch sogenannte paraneoplastische Syndrome gerechnet. Hierbei kommt es zu charakteristischen Symptomen in verschiedenen Organsystemen, die letztlich durch den Tumor verursacht werden. Beispielsweise kann ein Lungenkrebs zu einer Störung der hormonellen Regulation des Wasserhaushalts führen (Schwartz-Bartter-Syndrom).[13]

Die meisten Patienten sterben nicht am Primärtumor, sondern an dessen Metastasen. Die unkontrollierte Vermehrung vor allem der Metastasen schädigt lebenswichtige Organe, bis diese ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Häufige unmittelbare Todesursachen sind Gefäßverschlüsse (Thrombembolien) oder vom Organismus nicht mehr beherrschbare Infektionen (Sepsis, Blutvergiftung).[14]

Einordnung der Krebsarten

Bösartige (maligne) Tumoren unterscheiden sich von gutartigen (benignen) Tumoren durch drei Kennzeichen: Sie wachsen

  • infiltrierend: die Tumorzellen überschreiten Gewebegrenzen und wachsen in benachbartes Gewebe ein
  • destruierend: sie zerstören dabei umliegendes Gewebe
  • metastasierend: sie bilden via Blut- und Lymphgefäßen oder durch Abtropfung Tochtergeschwülste (Metastasen).

Die Stadieneinteilung erfolgt bei Karzinomen nach der internationalen TNM-Klassifikation. Dabei steht T0 bis T4 für die Ausdehnung des Primär-Tumors, N0 bis N3 für den Lymphknotenbefall (lat. Nodulus lymphaticus) und M0 bzw. M1 für das Fehlen oder Vorhandensein von Fern-Metastasen.

Sonderformen

Daneben werden noch semimaligne Tumoren und Präkanzerosen unterschieden. Semimaligne Tumoren erfüllen nur zwei der genannten Kriterien, Präkanzerosen sind entartetes Gewebe, welches sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu malignen Tumoren entdifferenziert, aber noch nicht infiltrierend und metastasierend gewachsen ist.

Der häufigste semimaligne Tumor ist das Basaliom, ein Tumor der Basalzellschicht vor allem der sonnenexponierten Haut, der infiltrierend und destruierend wächst, allerdings nicht metastasiert. Unbehandelt kann der Tumor das gesamte Gesicht einschließlich der Gesichtsknochen zerstören.

Die weitaus häufigste Präkanzerose ist die zervikale intraepitheliale Neoplasie, eine Wucherung des Gebärmutterhalses, deren Zellen zellbiologisch Zeichen der Malignität aufweisen, allerdings vom Gewebe her noch nicht infiltriert, destruiert oder metastasiert haben. Zur Vorsorge wird Frauen der jährliche Gebärmutterabstrich nach Papanicolaou, auch PAP-Abstrich genannt, empfohlen, da Präkanzerosen sich deutlich besser behandeln lassen.

Gewebeherkunft

Krebstumoren werden nach dem Typ des entarteten Gewebes klassifiziert. Den weitaus größten Teil aller Krebserkrankungen machen Karzinome aus, also Tumoren, die von Epithel ausgehen. Diese werden nochmals differenziert in Plattenepithel- oder squamöse Karzinome, die sich von verhornter und unverhornter (Schleim-)Haut ableiten, und Adenokarzinome, welche sich vom Drüsenepithel ableiten und je nach Ursprung und Aufbau weiter differenziert werden. Vom Übergangsgewebe ausgehende Karzinome werden als Urothelkarzinome bezeichnet und sind unter anderem für den Blasenkrebs typisch. Eine weitere große Gruppe sind die hämatologischen Krebsformen des Blutes und der blutbildenden Organe, die sich in Leukämien und Lymphome, auch „Lymphdrüsenkrebs“ genannt, unterteilen lassen. Daneben gibt es seltenere bösartige Tumoren, wie die vom Stütz- und Bindegewebe ausgehenden Sarkome, neuroendokrine Tumoren wie das Karzinoid oder von embryonalem Gewebe ausgehende Teratome (vor allem der Keimdrüsen).

Lokalisation

Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) klassifiziert maligne Tumoren nach ihrer Lokalisation.

Statistik

Statistisch gesehen entwickelt jeder dritte Europäer im Laufe seines Lebens Krebs.[15] In Deutschland erkranken etwa 395.000 Menschen jährlich an Krebs, davon rund 195.000 Frauen und 200.000 Männer. Die meisten Fälle treten im Alter von über 60 Jahren auf. Die unter 60-jährigen machen mit etwa 107.000 Fällen nur rund ein Viertel der Krebs-Neuerkrankungen aus. Einer US-Studie zufolge sterben weltweit jeden Tag etwa 20.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Insgesamt wird es danach 2007 etwa 7,6 Millionen Tote durch Krebs geben – davon 4,7 Millionen in Entwicklungsländern. Die Gesamtzahl aller jährlich weltweit neudiagnostizierten Krebserkrankungen wird dieser Quelle nach mit 12,3 Millionen angegeben. Dies ist die erste Schätzung dieser Art. Beim Tod durch die Folgen des Rauchens rechnen Forscher weiter mit steigenden Zahlen. Im 20. Jahrhundert sei der Tabakkonsum Ursache für etwa 100 Millionen Todesfälle gewesen, im 21. Jahrhundert sei mit etwa einer Milliarde Toten zu rechnen.[16][17]

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 1.750 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. Am häufigsten werden in dieser Altersgruppe Leukämien, Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Die neuesten für Deutschland zur Verfügung stehenden statistischen Zahlen (Krebsregister des Saarlandes) ergeben für den Zeitraum von 1998 bis 2002 für alle Krebsarten eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von 55 Prozent. Nach dieser fünfjährigen Überlebenszeit ergibt sich für die Überlebenden sodann meistens eine durchschnittliche Lebenserwartung, die der von Gleichaltrigen der allgemeinen Bevölkerung entspricht. Nur bei sehr wenigen Krebsarten ist dies nicht der Fall, hier muss eine 10-Jahres-Frist abgewartet werden. Von allen Krebsheilungen werden ca. 90 % ausschließlich durch die lokal auf die Tumorregion gerichtete, sogenannte lokoregionäre Behandlung, also durch Operation und Strahlentherapie (»Stahl und Strahl«) erreicht.

Sehr selten gibt es auch Spontanremissionen. Sie treten nur bei etwa 1:50.000-100.000 Fällen auf. Als Spontanremission bezeichnet man ein komplettes oder teilweises Verschwinden eines bösartigen Tumors in Abwesenheit aller Behandlungen oder mit Behandlungen, für die bisher kein Wirksamkeitsnachweis geführt werden konnte. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit solcher Spontanremissionen unter der Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose. Trotz intensiver Forschung gelingt es zur Zeit nicht, gezielt Spontanremissionen therapeutisch zu induzieren.

„Wir beobachten seit 15 Jahren, dass die Krebssterblichkeit in den USA und Deutschland sinkt“, sagt Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Den größten Anteil am Erfolg schreibt die US-Statistik der Darmkrebsfrüherkennung zu. Bei Männern sinke die Lungenkrebs-Rate, weil sie weniger rauchten.[18]

Viele Malignompatienten tauchen in Krebsstatistiken offenbar nicht auf. Oft werden bösartige Tumoren nur durch eine Sektion aufgedeckt. In Hamburg hat man die zwischen 1994 und 2002 am Institut für Rechtsmedizin durchgeführten Autopsien in Sachen Krebsdiagnose genauer untersucht. 8844 Sektionen gingen in die Auswertung ein. Bei 519 Toten (5,9 %) fand sich ein bösartiger Tumor. Nur 58 dieser Fälle waren dem Krebsregister gemeldet worden. Zwei Drittel der Malignome waren zu Lebzeiten bekannt, 27,2 % wurden erst bei der Sektion entdeckt. Bei gut der Hälfte war der Krebs die Todesursache. Selbst von den letalen Tumoren waren 17 % erst bei der Autopsie erkannt worden. Damit scheinen die Krebsregister, die ja auf zu Lebzeiten bekannten Tumorerkrankungen basieren, nicht exakt zu sein.[19]

Vergleich der diagnostizierten und der tödlichen Krebserkrankungen in Deutschland

Zahlen mit Stand: 2002[20]

männlich weiblich Summe
Betroffenes Organ (+ ICD-10 Code) diagnostiziert verstorben diagnostiziert verstorben diagnostiziert verstorben
Alle 218.250 109.631 206.000 99.945 424.250 209.576
Lunge (C33, C34) 32.550 28.742 12.450 10.390 45.000 39.132
Darm (C18 – C21) 35.600 14.014 35.800 14.854 71.400 28.868
Brust (C50) 400 200 55.150 17.780 55.550 17.980
Bauchspeicheldrüse (C25) 6.050 6.103 6.600 6.716 12.650 12.819
Magen (C16) 11.200 6.612 8.250 5.776 19.450 12.388
Prostata (C61) 48.650 11.422 48.650 11.422
Blut: Leukämie (C91 – C95) 5.500 3.508 4.750 3.369 10.250 6.877
Niere (C64, C65, C66, C68) 10.300 3.819 6.400 2.560 16.700 6.379
Eierstock (C56) 9.950 5.910 9.950 5.910
Harnblase (C67, D09.0, D41.4) 18.850 3.432 7.100 2.019 25.950 5.451
Lymphdrüsen: Non-Hodgkin-Lymphome (C82 – C85) 5.850 2.708 6.250 2.713 12.100 5.421
Mundhöhle und Rachen (C00-C14) 7.800 3.713 2.600 986 11.400 4.699
Speiseröhre (C15) 3.700 3.476 1.050 1.047 4.750 4.523
Gebärmutter (C54, C55) 11.350 2.678 11.350 2.678
Haut: Malignes Melanom (C43) 6.000 1.137 7.700 1.073 13.700 2.210
Gebärmutterhals (C53) 6.500 1.763 6.500 1.763
Kehlkopf (C32) 2.800 1.382 450 201 3.250 1.583
Schilddrüse (C73) 1.300 250 2.800 525 4.100 775
Blut: Morbus Hodgkin (C81) 900 162 850 169 1.750 331
Hoden (C62) 4.350 193 4.350 193


Prozentualer Anteil der Zahl der Krebssterbefälle in Deutschland (im Jahr 2000)


Krebshäufungen bei bestimmten Berufen

Jahr der
Beschreibung
Krebsart Beruf
1775     Hodenkrebs Schornsteinfeger (Kontakt mit in Ruß enthaltenem Benzo(a)pyren[21])
1820    Hautkrebs Braunkohlearbeiter (Kontakt mit Braunkohleteeren)
1879    Lungenkrebs Bergleute (Inhalation von Kohlestaub)
1894    Hautkrebs Seeleute (Sonnenexposition; Kontakt mit geteerten Seilen, Planken etc.)
1895    Blasenkrebs Arbeiter mit Kontakt zu Fuchsin
1902    Hautkrebs Röntgen-Personal
1912    Lungenkrebs Berufe mit Chromat-Kontakt
1922    Skrotal- und Hautkrebs Berufe mit Kontakt zu Schieferölen
1928    Leukämie Berufe mit Kontakt zu Benzol
1933    Nasen- und Lungenkrebs Berufe mit Kontakt zu Nickel
1933    Lungenkrebs Berufe mit Kontakt zu Asbest
1938    Pleuramesotheliom Berufe mit Kontakt zu Asbest
1954    Peritonealmesotheliom Berufe mit Kontakt zu Asbest
1972    Lungenkrebs Berufe mit Kontakt zu halogenierten Ethern („Haloethern“), insbesondere Dichlordimethylether[22][23]
1974    Leberangiosarkom Berufe mit Kontakt zu Vinylchlorid

Behandlungsmöglichkeiten

  • Operation: operative Entfernung des Tumors und benachbarter Lymphknoten.
  • Strahlentherapie
  • Medikamentenbehandlung
  • Radioimmuntherapie
    • Diese Therapieform ist die Weiterentwicklung der Immuntherapie. Die Radioimmuntherapie kombiniert die zielgenaue Wirkungsweise der Immuntherapie/Antikörpertherapie mit der hohen Wirksamkeit der Strahlentherapie. Bei der Radioimmuntherapie führt ein Antikörper (Ibritumomab) eine krebszellenzerstörende Strahlenquelle zielgenau zu den Krebszellen. Im Gegensatz zur reinen Immuntherapie werden bei der Radioimmuntherapie nicht nur die Zellen an der Tumoroberfläche zerstört, sondern auch die Zellen im Innern der Tumormasse.
  • Palliativmedizinische Behandlung zur Förderung der Lebensqualität
    • Gabe von Schmerzmitteln
    • Besserung des Allgemeinbefindens durch Schmerzbehandlung
    • Ausreichende Ernährung
    • Hemmung des Knochenabbaues
    • Steigerung der Blutbildung im Knochenmark
    • Symptomatische Behandlungen wie Aufdehnung von Stenosen durch Bougierung oder Einlage von Stents
    • Physiotherapie (speziell Atemtherapie bei Lungenkrebs)
  • Alternative Behandlungsmethoden, unter anderem die Mistel-Therapie oder die Verwendung von Amygdalin. Beide sind umstritten. Tatsache ist aber, dass viele erfolgreiche Zytostatika (wie Vincristin) ursprünglich in Pflanzen gefunden wurden. Diese Zytostatika sind aber hochrein und hochkonzentriert und deshalb nicht mit „Kräutertee“ oder ähnlichem zu vergleichen.
  • Es gibt Experimente zur Krebsbehandlung mit Viren.

Die unbefriedigende Heilungsrate bei bestimmten Tumorerkrankungen und die Nebenwirkungen der etablierten Behandlungsmethoden lösen oft Ängste und Verzweiflung bei den Betroffenen und deren Angehörigen aus. Dies führt unter Umständen zur Hinwendung zu unkonventionellen Behandlungsarten, denen in vielen Fällen der Nachweis der Wirksamkeit fehlt, und deren Grundlagen meist einer naturwissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Einige von ihnen werden als „Wunderheilung“ abgelehnt, andere hingegen als ergänzende Therapieverfahren auch von der Schulmedizin akzeptiert.

Auch wenn – leider häufig – eine vollständige Heilung nicht erreicht werden kann, ist in Betracht zu ziehen, dass bei einem 75-jährigen Krebspatienten eine Lebenszeitverlängerung von 1 oder 2 Jahren schon als ein sehr gutes Resultat zu betrachten ist (ältere Krebspatienten sterben oft an etwas anderem als am Krebs), während bei einer 45-jährigen Brustkrebspatientin erst eine 10-jährige Rückfallfreiheit als „sehr gut“ bewertet wird – denn sie hat eigentlich noch eine deutlich höhere Lebenserwartung.

In den Industriestaaten überleben 75 von 100 Kindern eine Krebserkrankung, während die krebsbedingte Mortalität bei Kindern in Entwicklungsländern bei zwei Dritteln liegt (The Lancet).

Krebsvorbeugung

Es sind nicht alle Faktoren bekannt, die die Krebsentstehung fördern oder hemmen.

Um das Risiko einer Krebserkrankung zu vermindern, sollte ein Aussetzen des Körpers gegenüber kanzerogenen Stoffen vermieden werden.

Bedeutende krebsfördernde Faktoren sind:

  • Rauchen und Passivrauchen
  • Einatmen anderer Feinstäube (darunter Asbest, Ruß, Autoabgase)
  • Strahlung (radioaktive Strahlung bzw. Stoffe, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung)

Es ist zwar nicht bewiesen, dass man z. B. durch eine „allgemeine gesunde Lebensweise“ das Risiko an Krebs zu erkranken, verringern kann, aber diese kann auch bei anderen Erkrankungen (etwa Herzinfarkt) vorbeugend wirken.

Eine Früherkennung kann bei vielen Krebsarten die Heilungschancen verbessern – dies gilt vor allem für ältere Menschen, da bei ihnen viele Krebserkrankungen häufiger auftreten als bei jungen.

Wie Ernährung und Krebsraten zusammenhängen könnten: Im Rahmen der EPIC-Studie[24] wird seit 1992 über 500.000 anfangs gesunden Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern auf den Esstisch geschaut. Außerdem werden deren Gewicht, Größe und Körper-Fettverteilung registriert und Blut abgenommen. Seit 15 Jahren werden alle neu aufgetretenen Krebsfälle und anderen chronischen Krankheiten erfasst und mit den Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil assoziiert. Im Lauf der Jahre konnten so immer mehr Erkenntnisse über die Zusammensetzung einer „gesunden“ Ernährung gewonnen werden, die einen potenziellen Schutz vor Krebs und anderen Erkrankungen bieten könnten. Im April 2007 zogen Wissenschaftler der Studienzentren am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE) in Potsdam-Rehbrücke Bilanz:

  • Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr schützt vor Lungenkrebs und Krebs des oberen Verdauungstraktes. Vor allem Männer mit geringerem Konsum profitieren von einer Erhöhung auf 300 g Obst und Gemüse am Tag. Ein Zusammenhang mit anderen Krebsentitäten ist nicht belegt.
  • Alkoholkonsum ist bei Frauen mit höheren Sexualhormonspiegeln verbunden. Frauen, die viel Alkohol trinken, haben ein leicht erhöhtes Mammacarcinomrisiko.
  • Eine hohe Ballaststoffaufnahme ist mit einem verminderten Darmkrebsrisiko verbunden. Wer seinen täglichen Konsum von 15 auf 35 g steigert, kann sein Risiko um 40% senken.
  • Wer viel rotes Fleisch (auch Rindfleisch) und Wurstwaren isst, hat ein erhöhtes Risiko für Magen- und Dickdarmkrebs[25]. Mit 100 g mehr rotem Fleisch pro Tag steigt das Risiko um 49%, ein Plus an 100 g Wurst lässt es wohl um 70 % ansteigen. Dies hängt auch erheblich mit der Nitrit-Belastung durch Pökeln zusammen.
  • Je höher der Vitamin-C-Spiegel im Blut, desto geringer das Magenkrebsrisiko. Ein hoher Vitamin-C-Spiegel wirkt vor allem bei hohem Fleisch- und Wurstkonsum vorbeugend gegen Magenkrebs. Die Ascorbinsäure ist ein Reduktionsmittel und baut aggressive Oxidantien ab.
  • Reichlich Fisch zu essen senkt das Risiko für ein Kolonkarzinom.

Körperlich sehr aktive Menschen haben ein geringeres Darmkrebsrisiko. Bei Brustkrebs ist die Rolle der Bewegung weiterhin eher unklar.[26]

Zur Erklärung der präventiven Wirkungen von Obst und Gemüse kommen einige Substanzen in Frage, die synergetisch im Naturverbund wirken: sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.[27] Zahlreiche Studien weisen auf das Eingreifen von sekundären Pflanzenstoffen in die Krebsentstehung hin[28]:

  • Antioxidantien binden an Krebs verursachende freie Radikale.
  • Carotinoide, Polyphenole, Flavonoide lagern sich an die DNA im Zellkern an, wo sonst Karzinogene binden.
  • Phenolsäuren, Glukosinolate, Sulfide hemmen die Aktivierung von Prokarzinogenen.
  • Glukosinolate, Monoterpene, Sulfide, Polyphenole regen karzinogenentgiftende Enzyme an.
  • Phenolsäuren, Ellagsäure, Ferulasäure, Kaffeesäure binden Karzinogene, wonach diese ausgeschieden werden.
  • Phytosterine, Saponine verlangsamen die Vermehrung von Tumorzellen im Dickdarm.

Früherkennung

Mammogramm mit diagnostiziertem Brustkrebs
Konventionelle Röntgenaufnahme der Lunge mit einem Bronchialkarzinom

Bei den meisten Krebserkrankungen ist eine Früherkennung wichtig. Nur selten, wie beispielsweise beim Lungenkrebs, ist die Früherkennung bislang ineffektiv. Die Früherkennung ist primär Aufgabe jedes Menschen und nicht bloß des Arztes. Unbehandelt wächst der maligne Tumor solange, bis das Organ bzw. der Körper zerstört ist. Da die Gefahr einer Krebserkrankung für eine Bevölkerung schwankt und u. a. von neu aufkommenden Umweltgiften abhängt oder von der Eliminierung solcher Gifte durch Umweltschutzgesetze, sowie durch das Ernährungsverhalten und der Bereitschaft, sich vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, aber auch durch das Sexualverhalten (Durchseuchung einer Bevölkerung mit möglicherweise krebserregenden Viren), muss für jede Generation und jedes Land immer aufs Neue das individuelle Krebsrisiko bestimmt werden.

Je eher ein Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungsaussichten. Es ließen sich mehr Krebskrankheiten heilen, wenn sie früher erkannt würden. Aber nicht jede Früherkennung bietet nur Vorteile (siehe auch Screening). Man tauscht ein Risiko gegen ein Bündel anderer Risiken, wie falsch-positive Befunde.

Für Männer sind regelmäßige Untersuchungen des Arztes auf Blut im Stuhl und das Abtasten der Prostata wichtig, für Frauen ein Abstrich vom Gebärmutterhals (systematische Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs) und Mammographie-Vorsorgeuntersuchungen (über 50 Jahren), wobei der in absoluten Zahlen geringe Nutzen der Mammographie mit dem Arzt besprochen sein sollte.

Auch mittels gentechnischer Untersuchungen ist es möglich, bestimmte Krebsarten bereits im Frühstadium zu erkennen. Dieses Verfahren wird in der Praxis jedoch selten angewandt.

Viele Krebserkrankungen werden vom Patienten selbst aufgrund von Veränderungen erkannt. Ein Arztbesuch ist empfehlenswert bei:

  • ungewöhnlichen Schwellungen; Wunden, die nicht abheilen; Veränderung der Form, Größe oder Farbe eines Hautmals oder abnorme Blutungen
  • chronischer Husten oder anhaltende Heiserkeit, eine Veränderung beim Stuhlgang oder beim Urinieren, oder einen unerklärlichen Gewichtsverlust
  • fühlbare Veränderungen beim regelmäßigen Abtasten der Brüste

Jede dieser Selbstuntersuchungen ist mit einem recht großen Fehlerrisiko behaftet. Knötchen in der Brust können gut harmlos sein, und andererseits können Laien bösartige Brusttumoren erst ertasten, wenn sie schon 1 ml Volumen haben – und mit großer Wahrscheinlichkeit schon metastasiert haben.

Einzelnachweise

  1. Ärzte Zeitung, 08.10.2008, "Gut 20 Prozent aller Krebserkrankungen sind auf Infektionen zurückzuführen", [1]
  2. Zimonjic D et.al., Derivation of human tumor cells in vitro without widespread genomic instability., in Cancer Res., 61/2001, S.8838–44
  3. Das Chaos in den Chromosomen, Peter Duesberg, Spektrum der Wissenschaft 10/07 S55 ff
  4. Andrew J. Einstein et al., JAMA; 298: 317-23
  5. Krebsevolution, Carl Zimmer, Spektrum der Wissenschaft 9/07 S85
  6. C Murgia et al.: Clonal Origin and Evolution of a Transmissible Cancer. Cell, 2006, Vol 126, S. 477-487
  7. Zitiert nach „Stem cell warning“, New Scientist, 6. Januar 2007, S. 4
  8. Reeves GK et.al., Cancer incidence and mortality in relation to body mass index in the Million Women Study: cohort study, in BMJ, 335/2007, S.1134.
  9. Calle EE, Obesity and cancer., in BMJ, 335/2007, S. 1107–8.
  10. Dalton, S.O., Mellemkjær, L., Olsen, J.H., Mortensen, P.B., Johansen, C. (2002). Depression and cancer risk: A register-based study of patients hospitalized with affective disorders, Denmark, 1969-1993. American Journal of Epidemiology, 155, 1088-1095
  11. Schapiro, I.R., Nielsen, L.F., Jørgensen, T., Boesen, E.H., Johansen, C. (2002). Psychic vulnerability and the associated risk for cancer. Cancer, 94, 3299-3306
  12. Nach M. Bahadir, H. Parlar, Daniela Angerhöfer, Michael Spiteller : Springer Umweltlexikon, Berlin, Heidelberg 2000, S. 248 [2]
  13. a b c U.-N. Riede, M. Werner, H.-E. Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart 2004. S.382–384. ISBN 3-13-683305-8
  14. Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Krebs, abgerufen am 12. Oktober 2007
  15. Mitteliung an die Presse – 2876. Tagung des Rates Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz. 9.–10. Juni 2008. Abgerufen am 21. Juli 2008. (PDF) S. 21
  16. „Täglich 20 000 Tote durch Krebs“, Ärzte-Zeitung, 18. Dezember 2007, S.1
  17. Angeben der American Cancer Society 2007 auf Datenbasis der International agency research on cancer der WHO
  18. Abgewandelt zitiert nach „Sieg in Zahlen“,Hanno Charisius, Süddeutsche Zeitung, 19. Januar 2007, S. 18.
  19. Zitiert nach „Krebs viel häufiger als vermutet“, MT, 14. Dezember 2007, S. 4, nach Dr. Dr. SAMIR M. SAID vom Carl-von-Basedow-Klini-kum Merseburg und Kollegen: Samir M. Said et al., Dtsch Med Wochenschr 2007; 132:2067-2070
  20. Broschüre »Krebs in Deutschland« der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland
  21. heiz-tipp.de: Benzpyren, abgerufen am 27. August 2007
  22. gesundheit.msn.de: Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), abgerufen am 27. August 2007
  23. Deutsches Ärzteblatt, 93/1996, S.A-247/B-195/C-183
  24. dife.de: EPIC-Potsdam-Studie, abgerufen am 17. Oktober 2007
  25. Teresa Norat et al.: Meat, Fish and Colorectal Cancer Risk: The European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. The Journal of the National Cancer Institute, Vol. 97, June15, 2005
  26. Abgewandelt zitiert nach „Was schützt vor Krebs und Diabetes?“, MMW-Fortschr. Med., Nr. 24/2007 (149. Jg.), S. 16, dort zitiert nach „EPIC-Symposium“, Berlin, 25. April 2007
  27. UGB: Krebsforschung: Obst und Gemüse schützen [3]
  28. UGB: Krebs: Wie die Nahrung schützen kann [4]

Literatur

  • H.-J. Schmoll, K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie. 4. Auflage. Springer, Berlin 2005. 3 Bände. ISBN 978-3-540-20657-6.
  • Krebs in Deutschland, Häufigkeiten und Trends. 4. Auflage 2004, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland, Saarbrücken (= Krebsatlas)
  • Eckart, W. U. (Hrsg.): 100 Jahre organisierte Krebsforschung; 100 Years of Organized Cancer Research, Thieme, Stuttgart. 2000. 201 S. ISBN 3-13-105661-4.
  • H. Stamatiadis-Smidt, H. ZurHausen, O. D. Wiestler (Hrsg): Thema Krebs. 3. Auflage. Springer, Berlin 2006. ISBN 3-540-25792-6.

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