Zobbenitz
Zobbenitz
Gemeinde Calvörde
Wappen von Zobbenitz
Koordinaten: 52° 24′ N, 11° 22′ O52.40456583333311.367287564Koordinaten: 52° 24′ 16″ N, 11° 22′ 2″ O
Höhe: 64 m ü. NN
Fläche: 13,53 km²
Einwohner: 327 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Jan. 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039056
Zobbenitz (Calvörde)
Zobbenitz

Lage von Zobbenitz in Calvörde

Zobbenitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Calvörde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Zobbenitz liegt ca. fünf Kilometer vom Flecken Calvörde entfernt. Im Norden verläuft die Wanneweh, ein Nebenfluss der Ohre, auch im Norden befinden sich die Salchauer Wiesen und der Honigberg. Südwestlich des Ortes liegt die Zobbenitzer Pax. Sie ist Bestandteil des Naturschutzgebiets Klüdener-Pax-Wanneweh. Die Landschaft um Zobbenitz ist nach der naturräumlichen Gliederung ein Bestandteil der Altmarkplatten.

Geschichte

Dorfkirche in Zobbenitz

Zobbenitz wurde im Jahr 1347 erstmals als Czobenize urkundlich erwähnt. Es ist wendischen Ursprungs und in Hufeisenform angelegt. Dieses ist auch heute noch ersichtlich. Zobbenitz überlebte zwei Großbrände, wurde im Dreißigjährigen Krieg fast völlig zerstört und ist heute sehenswerter denn je. 1672 wurde die heutige unter Denkmalschutz stehende Kirche im Fachwerkstil erbaut. Sie ist das Kleinod des Ortes und in dieser Region wohl einmalig. In den vergangenen Jahren wurde sie vom Fundament bis zur Turmspitze einschließlich der Orgel saniert. 1707 kam Zobbenitz durch den Recess zur Braunschweigischen Exklave Calvörde. 1864 wurde durch die Separation die Feldmark neu aufgeteielt, einerseits um Moore zu entwässern, andererseits, weil die landwirtschaftliche Nutzfläche von Zobbenitz bis kurz vor Born reichte. 1902 wurde hier eine Molkerei erbaut. 1911 bestand bereits eine Anbindung an die Kleinbahnlinie Neuhaldensleben-Gardelegen. Diese wurde 1951 stillgelegt. Bis 1945 gehörte Zobbenitz zum Landkreis Helmstedt, danach zum Landkreis Gardelegen bis zur Zuordnung zum Kreis Haldensleben im Jahr 1950. Historisch ist Zobbenitz mit den Flecken Calvörde verbunden, als Exklave des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Zobbenitz, Berenbrock, Dorst, Grauingen, Klüden, Mannhausen, Velsdorf und Wegenstedt mit dem Flecken Calvörde zur neuen Gemeinde Calvörde zusammen.[1]

Wappen

Das Wappen wurde am 19. Juni 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein goldenes schreitendes Pferd mit schwarzer Mähne, Hufen und Schweif auf goldenem Schildgrund.“

Die Gestaltung eines Wappens für die Gemeinde Zobbenitz wurde vom Gemeinderat im Juni 1995 an den Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch in Auftrag gegeben, um im Siegel, auf der Flagge und im sonstigen Gebrauch ein den Regeln der Heraldik entsprechendes und offiziell genehmigtes Wappen als Hoheitszeichen und Symbol kommunaler Identität zu führen. Das bisher von der Gemeinde in Gewohnheitsrecht gebrauchte Wappen, das ein Pferd zeigte, war nicht genehmigungsfähig. Es war jedoch Wunsch und Beschluss der Gemeinde, ein Pferd in den braunschweigischen Farben zu führen. Dazu ist festzustellen, dass die Farben des Herzogtums Braunschweig seit dem Spätmittelalter aufgrund von Erbteilung mehrfach wechselten. Trug der Schild des Hauses Braunschweig ursprünglich einen goldenen Löwen in rotem Feld, tauchte bald darauf ein blauer Löwe in goldenem Feld auf. Das Herzoghaus trug auch einen viergeteilten Schild, der je zwei der o.g. Wappenbilder wechselseitig zeigte. Die Frage, vor der der Heraldiker Mantzsch stand, war also: Sollen die Wappenfarben Gold-Rot oder Blau-Gold sein? Da Zobbenitz zum Herzogtum Braunschweig zählte (nicht Braunschweig-Lüneburg), wurden die Tinkturen Blau und Gold gewählt.

Zobbenitzer Anger

Der großflächige Anger von Zobbenitz ist im Süden winkelförmig abgeknickt und geprägt von breiten, baumumstandenen Rasenflächen in der Mitte sowie mit den flankierenden Fahrweg und der seitlichen lockeren Straßenbebauung mit ihren Vorgärten und Grünbereichen. Er wurde im fortgeschrittenen 19. Jh. mit zeitgleicher städtische Historismus-Architektur (einzelne Bauten des frühen 20. Jh. oder der Zeit um 1800 in Fachwerkbauweise) errichtet. Die Häuser mit den Nummer 6, 8-23 und 60 der Dorfstraße am Anger, stehen ebenso unter Denkmalschutz.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zur Bundesstraße 71, die Magdeburg mit Bremen verbindet, sind es in östlicher Richtung ca. 9 km.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Sehenswürdigkeiten

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. Mathias Köhler: Ohrekreis (I) (= Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Bd. 10.1) – Petersberg: Imhof, 2005 und Broschüre der Verwaltungsgemeinschaft Calvörde

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