Benjamin Calau

Benjamin Calau (* 1724 in Friedrichsstadt; † 1785 in Berlin) war ein bildender Künstler im Berlin des 18. Jahrhunderts.

Leben

Calaus Vater, der Maler Christoph Callau/ Kallau († 1753), unterrichtete ihn und seine beiden ebenfalls künstlerisch tätigen Brüder im Zeichnen. Seit 1749 bis 1771 lebte Benjamin in Leipzig- dort wurde er 1755 kursächsischer Hofmaler. Vor 1770 unternahm er zahlreiche Experimente im Bereich der Wachsmalerei und der "enkaustischen Malerei". Dieses, bereits seit der Antike bestehende und von Plinius der Ältere in seiner „Naturalis historia“ beschriebene Verfahren war seit dem 6. Jahrhundert verloren gegangen. Calau rekonstruierte die Enkaustik der Römer zwar nicht, aber er entwickelte ein eigenes, auch in der Praxis brauchbares Verfahren in Wachs zu malen. Hierzu gab er 1769 die Schrift „Ausführliche Versuche, wie das Punische oder Eleodorische Wachs aufzulösen“ heraus.

In Berlin war man von jener Technik fasziniert, so dass Calau seit 1771 dort ansässig wurde. Hier brachte er es zum Hofmaler Friedrichs II. und wurde Mitglied der Akademie der Künste. 1772 erhielt er ein preußisches Privileg für den Vertrieb seiner Wachsfarben, über deren genaue Zusammensetzung heute nichts mehr bekannt ist. In eben jener Wachsfarbenmalerei fertigte er auch neun Porträts für den berühmten „Freundschaftstempel“ des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Halberstadt an. In seinen letzten Lebensjahren war Calau, der schon zu Beginn seiner Berliner Zeit im kunsthandwerklichen Bereich tätig war, er bemalte mit den Wachsfarben vor allem Porzellan und Fayencen, schließlich Tapetenfabrikant.

Literatur

  • Heinrich Heldt: Der Berliner Hofmaler Benjamin Calau (1724 – 1785) aus Friedrichstadt, in: Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.): Nordelbingen: Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 74, Heide/ Holstein 2005.
  • Susanne Geese: Calau, Benjamin, in: K. G. Saur Verlag/ Günter Meissner (Hgg.), Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 15: Bucki-Campagnari, München/ Leipzig 1997, S. 553.

Weblinks

  • Gemälde von Benjamin Calau im Gleimhaus, Halberstadt

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