Benjamin Kapper

Bronisłau Kaper (auch Bronislaus Kaper, eigentlich Bronisław Kaper, Pseudonyme Benjamin Kapper und Hans Mühlen; * 5. Februar 1902 in Warschau; † 26. April 1983 in Hollywood) war ein polnischer und später eingebürgert US-amerikanischer Komponist für Filmmusiken und Schlager polnischer Herkunft.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bronisław Kaper wurde vermutlich 1902 in Warschau geboren. Über sein Geburtsjahr kann heute nur gemutmaßt werden, da weder Unterlagen existieren, noch Kaper selbst zu seinen Lebzeiten sein exaktes Geburtsdatum wusste. Tatsache ist, dass Kaper 1908, im Alter von sechs Jahren, Klavier spielen konnte, und in Polen als Wunderkind galt. In seinen Jugendjahren schrieb Kaper bereits eigene Kompositionen und studierte daraufhin am Warschauer Musikkonservatorium. Um seinen Vater zufriedenzustellen, der seinen Sohn in einem einträglichen Beruf wissen wollte, studierte Kaper parallel Rechtswissenschaften.

In den 1920er- und 1930er Jahren schrieb Kaper Lieder, die er in England, Frankreich und Deutschland zum Besten gab. In Berlin komplettierte er seine musikalische Ausbildung. Unter dem Pseudonym Benjamin Kapper komponierte er auch für deutsche Spielfilme und dirigierte seine Werke. Zumeist gemeinsam mit Walter Jurmann schuf Kaper zahlreiche Stücke für die Tanzorchester der damaligen Zeit: Jurmann komponierte, Kaper besorgte die Arrangements.

1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, floh der Jude Kaper nach Frankreich und arbeitete für französische Regisseure. 1935 wurde Metro-Goldwyn-Mayer-Chef Louis B. Mayer in Paris auf Kapers ebenfalls mit Jurmann für den Film "Ein Lied für dich" geschriebenen Song "Ninon" aufmerksam. Mayer holte Kaper noch im selben Jahr nach Amerika. Bei der Einbürgerung in die USA geschah der Fehler, der zu Kapers untypischem Vornamen führte. Der verantwortliche Beamte las an Stelle des w ein u und so wurde aus Bronisław Kaper ein Bronisłau Kaper. Es muss angemerkt werden, dass es keinen slawischen Namen Bronisłau gibt.

Im Gegensatz zu seinen späteren Arbeiten begann Kaper in den USA als Songwriter, der für einige Filme die Soundtracks lieferte. Doch seine über 150 Musikkompositionen sind die bekanntesten. Zu einem späteren Jazz-Standard wurde der "On Green Dolphin Street", den er 1947 mit Ned Washington schrieb und den später Miles Davis interpretierte.

Bronisłau Kaper wurde im Lauf seiner über vier Jahrzehnte tätigen Arbeit dreimal für den Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“ wie auch einmal in der Sparte „Bester Song“ nominiert. Einmal, 1954, für "Hi-Lili, Hi-Lo" aus der Filmromanze Lili konnte er die Goldstatue entgegennehmen. Ein weiterer bekannter Spielfilm Kapers war Meuterei auf der Bounty aus dem Jahr 1962. Für ihn wurde er in beiden Kategorien (Filmmusik/Song) nominiert. Für die Fernsehserie FBI mit Efrem Zimbalist Jr. schrieb Kaper eine bekannte Titelmelodie.

Bronisłau Kaper erlebte hautnah mit, wie der Glanz des alten Hollywoodfilms verblasste und er somit immer weniger Angebote erhielt. Nachdem seine letzte Arbeit für den Film The Salzburg Connection (1972) in den Filmcredits nicht erwähnt wurde, zog er sich vollständig ins Privatleben zurück.

Bronisłau Kaper, der weder verheiratet war noch Kinder hatte, erlag im Alter von 81 Jahren einem Krebsleiden.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

  • 1942: Oscar-Nominierung für The Chocolate Soldier in der Kategorie Best Music, Scoring of a Musical Picture.
  • 1951: Golden Globe-Nominierung für „Mein Leben gehört mir“ (A Life of Her Own) in der Kategorie Best Motion Picture Score.
  • 1954: Oscar für Lili in der Kategorie Best Music, Scoring of a Dramatic or Comedy Picture.
  • 1958: „Golden Laurel“-Nominierung der Laurel Awards für „Die Brüder Karamasow“ (The Brothers Karamazov) in der Kategorie Top Music Composer.
  • 1960: „Golden Laurel“-Nominierung der Laurel Awards für „Das Erbe des Blutes“ (Home from the Hill) in der Kategorie Top Score.
  • 1963: zwei Oscar-Nominierungen für „Meuterie auf der Bounty“ (Mutiny on the Bounty), in den Kategorien Best Music, Original Song und Best Music, Score - Substantially Original.
  • 1963: „Golden Laurel“ der Laurel Awards für „Meuterie auf der Bounty“ (Mutiny on the Bounty) in der Kategorie Top Song.

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