Benneckenstein (Harz)
Benneckenstein (Harz)
Wappen von Benneckenstein (Harz)
Koordinaten: 51° 40′ N, 10° 43′ O51.66722222222210.716944444444510Koordinaten: 51° 40′ 2″ N, 10° 43′ 1″ O
Höhe: 510 m ü. NN
Fläche: 23,65 km²
Einwohner: 2.159 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Jan. 2010
Postleitzahl: 38877
Vorwahl: 039457

Benneckenstein (Harz) ist ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken und Luftkurort im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Benneckenstein liegt in Sachsen-Anhalt nahe der Grenzen zu Niedersachsen und zu Thüringen im Tal der Rappbode und der dort aus dem Hochharz nach Nordhausen verlaufenden Bundesstraße 4. Benachbarte Orte sind Tanne, Sorge, Hohegeiß, Rothesütte und Trautenstein.

Geschichte

Am 14. Februar 1741 erhielt das Dorf Benneckenstein von König Friedrich II. von Preußen die Rechte einer preußischen Stadt. Damit ging eine 368 Jahre währende Teilung des Ortes zu Ende. Zwischen 1945-1952 gehörte Benneckenstein zum Land Thüringen. Danach gehörte es zum Kreis Wernigerode, dem südlichsten Kreis im Bezirk Magdeburg. 1972 feierte der Ort sein 650-jähriges Bestehen.

Am 1. Januar 2010 schloss sich die Stadt Benneckenstein (Harz) mit den Gemeinden Elend, Sorge, Stiege und Tanne sowie den Städten Hasselfelde und Elbingerode (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.[1]

Die Altersstruktur (Stand: 31. Dezember 2008)[2] sah folgend aus: 10,2% unter 16 Jahren, 1,1% im Alter 16–18, 7,5% im Alter von 18–25, 8,6% im Alter von 25–35, 13,2% im Alter von 35–45, 27,1% im Alter von 45–60 und 32,3% über 60 Jahre. Damit waren 56,4% der Bevölkerung im Altersbereich 18–60 Jahre.

Ortsname

Laut einer Sage entstand der Name Benneckenstein aufgrund eines Ausrufes einer alten, am Wegesrand mit ihrer Kiepe schlafenden Frau, nachdem es sich ein Jägersmann, in der Annahme, er setze sich auf einen Stein, auf ihr bequem machte. "Benn eck en Stein?!"

Wappen

Das Wappen von Benneckenstein (Harz)

Das Wappen wurde am 10. Dezember 1932 durch das Preußische Staatsministerium verliehen und am 25. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg bestätigt.

Blasonierung: „In Silber eine gefugte rote zweizinnige Mauer, aus der der mit blauem Obergewand (Kasel) und silberner mit zwei schwarzen Tatzenkreuzen belegten Stola gekleidete, golden nimbierte heilige Laurentius herauswächst, in der Rechten einen grünen Palmenzweig, in der Linken einen gesenkten schwarzen Rost haltend.“

Das Wappen wurde vom Berliner Heraldiker Carl Busch gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Benneckenstein liegt an der Harzquerbahnstrecke der Harzer Schmalspurbahnen von Wernigerode nach Nordhausen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die St. Laurentiuskirche (erbaut 1852) beherrscht auf Grund ihres zentralen und hervorgehobenen Standpunktes Auf der Klippe das Ortsbild. Eine Besonderheit besteht in einer baulichen Abnormität. Der Altarraum ist im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen nach Westen ausgerichtet.
  • Im Ort gibt es ein Eisenbahnmuseum, eine 1994 im Haus des Gastes eingerichtete Heimatstube, ein Boxerstübchen, ein (privates) Museum für ostdeutsche Fahrzeugtechnik sowie Minigolfanlage, Hallenbad, Tennishalle und eine Skisprungschanze.

Veranstaltungen

  • Das traditionelle Finkenmanöver, in seiner Austragung heute einzigartig in Deutschland, findet jährlich am Pfingstmontag auf der sogenannten Waldschneise am Waldschlößchen statt. Der Sangeswettstreit der Buchfinken, der schon vor Jahrhunderten von der Bergbevölkerung gepflegt wurde, findet bis heute im Harz seine Fortsetzung. Das Fest ist verbunden mit dem Abbrennen der Pfingstfeuer, dem Braten der Pfingstwürste und einem bunten folkloristischen Unterhaltungsprogramm auf der Waldbühne. Die Veranstaltung beginnt in aller Frühe um 6 Uhr.
  • Die Laurentiade, als Kirchen- und Stadtfest, wird seit 1990 jeweils am 1. Sonntag im September gefeiert. Ausrichter sind die Vereine der Stadt und die Kirchengemeinde. Höhepunkte sind Konzerte und das lustige Bootsrennen auf dem Kurparkteich.
  • Jährlich wiederkehrende Sportwettkämpfe sind der Oberharzer Grenzlauf (am 3. Februarwochenende; organisiert vom 1909 gegründeten Wintersportverein Benneckenstein) und ein Schlittenhundrennen (am 3. Januarwochenende; seit 1991 organisiert vom Sportverein Reinrassiger Schlittenhunde Deutschland e. V. und von der Stadt Benneckenstein).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Max Schmeling, Von 1934 befand sich in Benneckenstein das Trainingslager für die Nationalmannschaften im Boxen, Ringen und Gewichtheben. Anlässlich der Erfolge der deutschen Boxer an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin erhielt Schmeling - nach dem Sieg über Joe Louis an der Spitze seines Ruhmes - am 28. November 1936 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Benneckenstein. Über Jahre hinweg bestand zwischen der Harzstadt und dem Boxidol ein freundschaftliches Verhältnis. Nach 1991 wurde es neu belebt, und zu Pfingsten 1993 besuchte Max Schmeling noch einmal Benneckenstein.
  • Wilhelm Schmidt (1858–1924), Baurat, Humanist und Erfinder (ca. 1400 Patente), lebte seit 1908 in Benneckenstein. Er brachte die Entwicklung der Heißdampf-Technik für die Dampfmaschine zum Durchbruch und erhielt im Februar 1917 die Ehrenbürgerschaft. Heute erinnert ein Denkmal im Ort an ihn.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaft

Partnergemeinde von Benneckenstein war bis 2010 Salzhemmendorf.

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt - Benneckenstein (Harz), Stand vom 1. September 2009 abgerufen am 3. Februar 2010
  3. http://www.sports-reference.com/olympics/friv/birthplaces.cgi?id=8329

Weblinks

 Commons: Benneckenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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