Benno Hoffmann

Benno Hoffmann, eigentlich Bernhard Adolf Bodmann (* 30. Mai 1919 in Süderbrarup; † 9. März 2005 in Vomp, Österreich) war ein deutscher Ballettmeister und Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bernhard Adolf Bodmann wurde als nichteheliches Kind in Süderbrarup in Schleswig-Holstein geboren. Später heiratete die Mutter und übersiedelte nach Essen, wo ihr Sohn von 1934 bis 1936 ein Praktikum bei der Friedrich Krupp AG durchlief. Seine Leidenschaft jedoch gehörte dem Theater, weshalb er ab 1936 an der renommierten Folkwangschule eine Ausbildung in Schauspiel und Tanz absolvierte. 1939 arbeitete er als Tänzer und Ballettmeister unter anderem in Wuppertal, Coburg, am Deutschen Theater Göttingen, in Bielefeld und Karlsruhe. Nach seinem Kriegsdienst bei der Marine von 1941 bis 1945 war er 1948/1949 als Solotänzer am Staatstheater München beschäftigt. Erst seit 1951 arbeitete Hoffmann vorwiegend als Schauspieler, wobei er oft raue bis komische Charaktere verkörperte.

Bundesweit bekannt wurde er durch Rollen in Film und Fernsehen wie dem Edgar-Wallace-Film Zimmer 13 (1964), Die Nibelungen (1966), Lina Braake (1975), Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt (1979) oder in der Rolle des Paul Plaschke, der Werbefigur der ARD-Glücksspirale, die er schließlich sogar in einer eigenen Serie, Trautes Heim (1990), weiterspielte. Ebenfalls beliebt war er in der ARD-Vorabend-Serie 6 Richtige.

Seine populärste Rolle war aber die des Gangsters Cliff Fletcher in dem dreiteiligen Thriller Die Schlüssel von Francis Durbridge, dessen Erstausstrahlung im Januar 1965 erfolgte. Mit dem von ihm in dieser Rolle getragenen schwarzen Lackmantel setzte er sogar einen Modetrend. Es erschienen Artikel in mehreren Zeitungen und Zeitschriften, in denen u. a. darauf hingewiesen wurde, dass Hoffmann privat nichts mit Cliff Fletcher gemein habe.

Darüber hinaus arbeitete Hoffmann zwischen 1955 und 1984 vielfach als Synchronsprecher, unter anderem für Zero Mostel (Toll trieben es die alten Römer), Boris Karloff (Frankenstein) oder Clifton James als Sheriff J. W. Pepper in den beiden James-Bond-Filmen Leben und sterben lassen und Der Mann mit dem goldenen Colt. In den Werner-Zeichentrickfilmen sprach er den Polizisten Bruno und in der Trickfilmserie Als die Tiere den Wald verließen den bösartigen Blaufuchs Narbengesicht. Davor sprach er noch in den Walt Disney-Produktionen Die Hexe und der Zauberer die Rolle des Sir Hector und in Cap und Capper den Jäger Amos Slade.

Hoffmann war auch ein vielbeschäftigter Theaterschauspieler. Vor allem in Operetten und Musicals konnte er seine Fähigkeiten als Sänger und Tänzer unter Beweis stellen. Seine Paraderolle war der Doolittle in My Fair Lady, den er über tausend Mal verkörperte.

Benno Hoffmann hatte zwei Söhne und war seit 1964 in dritter Ehe mit der Schauspielerin Anna Smolik verheiratet. Benno Hoffmann starb am 9. März 2005 nach langjähriger Krankheit im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim in seinem österreichischen Wohnort Vomp, Tirol. Er wurde auf dem Friedhof der Gralsgemeinde in Vomperberg, einem Ortsteil von Vomp, begraben.[1]

Filmografie

  • 1955: Die Barrings
  • 1955: Nacht der Entscheidung
  • 1956: Die Halbstarken (auch Regie-Assistenz)
  • 1957: Endstation Liebe (auch Regie-Assistenz)
  • 1958: Stefanie
  • 1958: Münchhausen in Afrika
  • 1959: Die Halbzarte (auch Choreografie)
  • 1959: Der Mann, der sich verkaufte
  • 1959: Labyrinth der Leidenschaft / Neurose
  • 1959: 2x Adam − 1x Eva
  • 1959: Der König ist tot (TV)
  • 1959: Ich und die Kuh (La vache et le prisonnier)
  • 1960: Kirmes
  • 1960: Jenseits des Rheins
  • 1960: Die Sklaven Roms (La rivolta degli schiavi)
  • 1962: Gabriel Schillings Flucht (TV)
  • 1962: Tunnel 28
  • 1962: Jeder stirbt für sich allein (TV)
  • 1962: Das große Vorbild (TV)
  • 1963: Das Echo (TV)
  • 1963: Das Glück läuft hinterher (TV)
  • 1964: Zimmer 13
  • 1964: Nebelmörder
  • 1964: Das Gespenst von Canterville (TV)
  • 1964: Sicher ist sicher (TV)
  • 1965: Die Schlüssel (Durbridge-Dreiteiler)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. knerger.de: Das Grab von Benno Hoffmann

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