Benny Powell

Benjamin Gordon „Benny“ Powell (* 1. März 1930 in New Orleans, Louisiana; † 26. Juni 2010) war ein US-amerikanischer Jazz-Posaunist.

Leben und Wirken

Powell, der im frühen Kindesalter den Vater verlor, wurde schon früh durch die Musik der Marching Bands und Paraden geprägt, spielte zunächst Schlagzeug und begann mit zwölf Jahren Posaune zu spielen, die ihm sein Onkel besorgte. Nur kurze Zeit besuchte er das Alabama State Teacher’s College und ging dann mit lokalen Bands auf Tourneen. Seinen ersten professionellen Job hatte er mit 14 Jahren bei der Truppenbetreuuung; im Alter von sechzehn Jahren war er in Texas für ein Jahr Mitglied in der Band von King Kolax;danach gehörte er 1947 Ernie Fields´ Territory Band in Tulsa an. Von 1948 bis 1951 arbeitete er bei Lionel Hampton. Frühes Vorbild war für ihn Posaunist J. J. Johnson; zu seinen Förderern in der Hampton-Band gehörte Betty Carter, die ihn ermutigte, Bebop zu spielen. Anfang 1951, nach einem Gastspiel in Ottawa, verließ er Hamptons Orchester und lebte einige Zeit in Hull (Québec). Anschließend zog er nach New York und trat im Apollo Theater in der Band des Saxophonisten Joe Thomas auf, der auch Charlie Fowlkes angehörte. Dieser empfahl ihn an Count Basie weiter, der eine neue Big Band zusammenstellte.

Von Oktober 1951 bis 1963 war er Mitglied des Count Basie Orchestra, bei dessen Aufnahmen für Clef und Roulette und dessen Erfolgstitel „April in Paris“ er 1955 als Solist mitwirkte. In dieser Zeit entstanden auch Aufnahmen mit kleineren Ensembles, so mit Buck Clayton 1953, bei einer von Frank Wess und Osie Johnson geleiteten Session sowie mit Donald Byrd und Gigi Gryce (Jazz Lab-Sessions) Ende der 50er Jahre.

In den 1960er und 1970er Jahren gehörte er Duke Pearsons Big Band und dem Thad Jones-Mel Lewis Jazz Orchestra (Berkeley Jazz Festival 1968) an, spielte in Orchestern am Broadway und leitete eigene Bands. Zehn Jahre wirkte er im Orchester der Merv Griffin Show in Hollywood mit und arbeitete dort als Studiomusiker, bevor er in den frühen 1980er Jahren nach New York City ging, wo er seitdem mit Musikern wie Abdullah Ibrahim, John Carter und Randy Weston arbeitet. Er gehörte zu den Förderern von Jane Jarvis, die erst mit 70 Jahren begann, Platten aufzunehmen. Powell arbeitete auch als Jazzlehrer bei Jazzmobile und an der New Yorker New School sowie als Musikmanager.

Literatur

  • Carlo Bohländer: Reclams Jazzführer, 1989

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Benny — ist eine Kurzform folgender männlicher Vornamen: Benedetto Benedikt Benjamin Benny ist der Vorname folgender Personen: Benny Andersson (* 1946), schwedischer Musiker, Komponist und Musikproduzent Benny Barnes (1934/1936 1985/1987), US… …   Deutsch Wikipedia

  • Powell (Familienname) — Powell ist ein Familienname. Bekannte Namensträger Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z …   Deutsch Wikipedia

  • Benny Goodman — from the film Stage Door Canteen (1943) Background information Birth name Benjamin David Goodman …   Wikipedia

  • Benny Harris — (April 23, 1919, New York City May 11, 1975, San Francisco) was an American bebop trumpeter and composer.Harris s first major gig was in 1939 with Tiny Bradshaw. He played with Earl Hines in 1941 and 1943, and worked the 52nd Street bebop circuit …   Wikipedia

  • Benny Green (pianist) — Not to be confused with British jazz saxophonist Benny Green. Benny Green (born April 4, 1963 in New York City) is a hard bop jazz pianist who graduated from Art Blakey s Jazz Messengers. He has been compared to Bud Powell in style and counts him …   Wikipedia

  • Powell, Eleanor — ▪ American dancer and actress in full  Eleanor Torrey Powell  born November 21, 1912, Springfield, Mass., U.S. died February 11, 1982, Beverly Hills, Calif.       American film performer best known for her powerful and aggressive style of tap… …   Universalium

  • Benny Green (Pianist) — Photo von John Dugan Benny Green (* 4. April 1963 in New York City) ist ein US amerikanischer Pianist des Modern Jazz und des Mainstream Jazz. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Benny Harris — „Little“ Benny Harris (* 23. April 1919 in New York City; † 11. Mai[1] 1975 in San Francisco) war ein Trompeter des Modern Jazz. Er gilt als wichtige Nebenfigur des Bebop. Inhaltsverzeichnis 1 Karriere 2 Literatur …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Top-30-Schellackplatten von Benny Goodman — Hinweise zur Nutzung der Liste Diese Liste enthält Titel und Komponist(en) der Stücke, Aufnahmedatum, Datum des Eintritts in die Charts, höchste Position und Verweildauer in den Charts. Die Voreinstellung erfolgt nach dem Eintrittsdatum in die… …   Deutsch Wikipedia

  • The Amazing Bud Powell, Volume 1 — Bud Powell – The Amazing Bud Powell Veröffentlichung 1951 Label Blue Note Format(e) LP, CD Genre(s) Jazz Anzahl der Titel 8/12/20 Besetzung …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”