Benoit Camille Desmoulins
Camille Desmoulins, Stich von Geoffroy
Portrait Desmoulins' von Jean-Sébastien Rouillard

Benoît Camille Desmoulins (* 2. März 1760 in Guise; † 5. April 1794 in Paris) war Rechtsanwalt, Journalist und von Beginn an einer der Führer der Französischen Revolution.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Desmoulins studierte auf dem Collège Louis le Grand in Paris die Rechte, wurde Advokat in Paris und warf sich mit glühender Begeisterung für Freiheit und Gleichheit, die er schon als Jüngling in Gedichten gefeiert hatte, der Revolution in die Arme.

Desmoulins war einer der Mitbegründer des Club des Cordeliers und Gegner der Girondisten. Im Palais Royal wusste er durch feurige Reden („Aux armes!“ – „An die Waffen!“) die Menge zu entflammen, und als er sie am 12. Juli 1789 aufforderte, ein Abzeichen für die Freiheitskämpfer anzulegen, und selbst ein Blatt von einem Baum an seinen Hut steckte, entstand der Brauch, Kokarden zu tragen. Den Sturm auf die Bastille verursachte er mit diesem leidenschaftlichen Aufruf mit und löste eine regelrechte Bewegung aus.

Beim Sturm auf die Bastille verkündigte er von den Trümmern herab den Franzosen Freiheit und Gleichheit. In seinem erfolgreichen Journal Révolutions de France et du Brabant nannte er sich den „Procureur général de la lanterne“ und erklärte offen, dass die Volkssouveränität die einzige Verfassungsart sei, welche der französischen Nation und jedermann, der des Namens Mensch nicht unwürdig sei, gezieme. Von der von ihm verlegten Zeitung La Tribune des Patriotes erschienen nur vier Ausgaben.

Desmoulins heiratete 1790 die geistreiche Lucile Duplessis, eine Tochter aus wohlhabendem Hause.

Obwohl Jugendfreund Robespierres, fühlte er sich doch mehr von dem gemütlicheren Danton angezogen und stiftete mit diesem den Club des Cordeliers. Fortan handelte er mit Danton in Gemeinschaft, auch bei dem Tuileriensturm und den Septembermorden 1792.

Von der Pariser Gemeinde in den Nationalkonvent gewählt, stimmte er für den Tod des Königs. Obgleich der Bergpartei angehörig, zollte er doch den Girondisten volle Achtung, suchte mit Danton auf eine Versöhnung der Parteien hinzuwirken und schlug, als dieser Versuch scheiterte und die Girondisten das Schafott besteigen mussten, die Einsetzung eines Gnadengerichtes vor. In demselben Sinne gab er im Januar 1794 seinen Vieux cordelier heraus, ein Blatt voll Geist, Witz und beißender Satire, in dem er die Tyrannei der Schreckensmänner schilderte und zur wahren Freiheit, zur Mäßigung und vernünftigen Handhabung der Gesetze aufforderte. Hébert, den er besonders angriff, klagte ihn an, die Wiederherstellung des Königtums zu beabsichtigen. Robespierre, nachdem er seinen Freund vorher anscheinend verteidigt hatte, beantragte unter dem Druck der Radikalen im Wohlfahrtsausschuss – wie z. B. Billaud Varenne – vor voller Versammlung die Verbrennung aller Nummern des Vieux cordelier. Als Desmoulins trotzdem die Männer des Terrorismus und die Jakobiner nur noch heftiger angriff, ließ Robespierre am 30. März 1794 Desmoulins, Danton u. a. verhaften, worauf namentlich Saint-Just, mit Desmoulins persönlich verfeindet, dessen Verurteilung betrieb.

Desmoulins war somit anfänglich begeisterter Anhänger eines radikalen Kurses, entfernte sich aber letztlich davon. Dies kostete ihn und auch seine Frau das Leben. Er wurde nach Verurteilung durch Robespierre gemeinsam mit Danton und mehreren anderen hingerichtet. Auf dem Blutgerüst am 5. April 1794 rief er aus, auf die Guillotine deutend: „Dies ist also der Lohn für den ersten Apostel der Freiheit! Die Ungeheuer, die mein Blut fordern, werden mich nicht lange überleben!“

Seine 23-jährige Frau, die sich über seine Hinrichtung beschwerte, musste ihm 14 Tage später auf das Schafott folgen.

Werke

Außer einer Menge Pamphlete und Flugblätter schrieb Desmoulins:

  • Discours de la lanterne aux Parisiens, Paris 17922
  • Satires du choix des mellieures plèces de vers qui ont précédé et suivi la révolution, Paris, 1792
  • Histoire des Brissotins, ou fragments de l'histoire secrète de la révolution et des six premiers mois de la république, Paris 1793, 17942
  • Opuscules, Marseille, Straßburg und Paris 1790

Eine neue Ausgabe seiner Schriften besorgte Claretie (Paris 1874, 2 Bde.), welcher auch seine Biographie schrieb.

Literatur

  • Jules Claretie: Camille Desmoulins: Étude sur les Dantonistes; Paris, 1875 (Biographie)

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.

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