Benolpe (Kirchhundem)
Benolpe
Gemeinde Kirchhundem
Koordinaten: 51° 4′ N, 8° 1′ O51.0619444444448.0202777777778371Koordinaten: 51° 3′ 43″ N, 8° 1′ 13″ O
Höhe: 371 m ü. NN
Einwohner: 478 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 57399

Benolpe ist ein Dorf im südlichen Sauerland. Es bildet den Bezirk 6 der Gemeinde Kirchhundem.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das Dorf Benolpe gehört zum Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges, das auch als Südsauerland oder Olper Land bezeichnet wird. Darin gehört es zum sogenannten Bilsteiner Bergland.[1] Die Ortschaft liegt an den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges im Tal der Olpe, einem Bach, der von Welschen Ennest kommend Richtung Nordosten fließt und in Kirchhundem in die Hundem mündet. Der Ort ist umgeben von den Bergen Rimmert (569 m) im Osten, Wolfshorn (642 m) im Süden, Welperich (543 m), Waare (556 m) und Rehhecke (565 m) im Westen sowie Haardt (527 m) im Norden.[2]

Nachbarorte

Nachbarorte von Benolpe sind Varste im Osten, Welschen Ennest im Süden, Oberveischede (Stadt Olpe) im Westen, Kirchveischede und Bilstein (beide Lennestadt) im Norden und Heidschott im Nordosten. [2]

Geschichte

In einer nicht näher datierten Zinspflichtigenrolle des Klosters Deutz aus dem 13. Jahrhundert erscheint der Ort Overolipe. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um den Ort Benolpe handelt.[B/V 1] Die erste sichere Erwähnung Benolpes kommt in einer Urkunde von 1395 vor, mit der Johann Pepersack, seine Frau Liese und seine Brüder Hermann, Pastor zu Halver, und Wilhelm an Heidenreich von Heggen und Wilhelm Vogd von Elspe ein Viertel der Freigrafschaft Hundem verkaufen. In der Urkunde werden mehrere Einwohner des Dorfes Benolpe genannt, die zur Freigrafschaft gehörten.[3] Seit dem Mittelalter gehörte das Dorf zur Pfarrei Kirchveischede. Mit dem Erwerb der saynschen Lehnrechte an der Herrschaft Bilstein durch Graf Engelbert III. von der Mark wurde Benolpe 1359 märkisch. Nach Belagerung der Burg Bilstein durch Erzbischof Dietrich II. von Moers wurde das Gebiet 1445 dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen angegliedert. Seitdem gehörte Benolpe zum kurkölnsichen Amt Bilstein. Die kurkölnische Herrschaft dauerte bis 1802/03, als infolge des Reichsdeputationshauptschlusses die geistlichen Fürstentümer aufgelöst wurden. Das Herzogtum Westfalen wurde dabei dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeteilt, kam aber bereits 1816 durch die Verhandlungen des Wiener Kongresses an Preußen. Benolpe wurde 1808 ein Schultheißenbezirk; administrierender Schultheiß war 1812 Karl Joseph Höfer aus Rahrbach. 1826 wurden an Stelle der Schultheißenbezirke Bürgermeistereien gebildet, die in der Regel vier Kirchspiele umfassten. Benolpe kam mit dem Kirchspiel Kirchveischede dabei zur Bürgermeisterei Bilstein. An Stelle der Bürgermeistereien wurden 1843/44 Ämter gebildet, wobei Benolpe mit der politischen Gemeinde Kirchveischede zum Amt Bilstein kam.[B/V 2][4] Das Dorf war über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt. Allerdings gab es im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert auch zahlreiche Bergleute im Dorf, die auf den benachbarten Erzgruben bei Silberg und Varste beschäftig waren.[5] Von der 1861 eröffneten Ruhr-Sieg-Eisenbahn profitierte Benolpe nicht direkt. Das Dorf bekam nicht einmal einen Haltepunkt für den Personenverkehr und war deshalb auf den drei Kilometer entfernten Bahnhof in Welschen Ennest angewiesen.[6] Erst 1954 bekam Benolpe einen eigenen Haltepunkt an der Bahnlinie[7], der aber seit längerer Zeit wieder aufgegeben worden ist.

Religionen

Seit dem Mittelalter gehörte Benolpe zur katholischen Pfarrgemeinde Kirchveischede. Im Dorf gab es eine der heiligen Elisabeth geweihte Kapelle[8], die erstmals 1537 erwähnt worden ist[9]. Als 1816/17 zwei emigrierte französische Geistliche hier Sonntagsgottesdienste hielten, wurde das Bedürfnis, einen eigenen Geistlichen zu bekommen, geweckt. 1855 wurde durch acht Einsassen der Grundstock für die Gründung einer Vikarie gelegt, indem sie für 2000 Taler ein Bauerngut in Niederdielfen (Kreis Siegen) erwarben. Der Vikariefonds wurde außerdem während des Baus der Ruhr-Sieg-Eisenbahn weiter gefördert, indem die Benolper Einsassen die ihnen zustehende Grundentschädigung teilweise dort einfließen ließen. Dem Fonds wurden ferner die für Benolpe gezahlten Jagdpachtgelder zugewiesen. 1868 kam es zur Gründung einer Pfarrvikarie. Die heutige katholische Kirche St. Elisabeth wurde 1912 nach Plänen des Architekten Pinnenkamp, Bochum durch den Unternehmer Plaßmann, Förde, erbaut.[B/V 3] Die katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth Benolpe gehört heute zum Pastoralverbund „Am Cölschen Heck“ im Dekanat Olpe, Erzdiözese Paderborn.

Eingemeindungen

Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 gehörte Benolpe zur politischen Gemeinde Kirchveischede im Amt Bilstein und kam dann zur heutigen Gemeinde Kirchhundem im Kreis Olpe.[B/V 4]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl[10][6][B/V 5][11]
1931 391
1935 389
1940 360
1950 441
1959 395
1969 415
1974 469
1978 422
1985 461
1990 465
2010 478

Kultur und Sehenswürdigkeiten

St. Elisabeth

Die katholische Kirche St. Elisabeth Benolpe ist eingetragenes Baudenkmal der Gemeinde Kirchhundem. Im Ort befinden sich außerdem zahlreiche Fachwerkhäuser, von denen zwei ebenfalls als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen sind.[12] Im Südwesten des Ortes befindet sich auf einer Anhöhe, dem Beul, eine 1951 errichtete Mariengrotte.[13]

Musik

In Benolpe gibt es den Männergesangsverein Elisabeth, der 1888 gegründet wurde.[B/V 6]

Parks

Benolpe befindet sich an den Randbereichen der Naturparke Ebbegebirge (im Westen) und Rothaargebirge im Osten.[2][14]

Verkehr

Benolpe liegt an der Bundesstraße 517 und an der 1861 eröffneten Ruhr-Sieg-Eisenbahn.

Öffentliche Einrichtungen

In Benolpe befindet sich in den Räumen der ehemaligen Volksschule das Horst-Limper-Haus, die Jugendbildungsstätte des Kreises Olpe. Das Dorf hat einen eigenen Friedhof in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde

Söhne und Töchter des Ortes

Quellen

  1. Otto Lucas: Das Olper Land. Arbeiten der Geographischen Kommission im Provinzhialinstitut für Westfälische Landes– und Volkskunde. 4, Münster 1941, S. 4f und 22f.
  2. a b c Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Wanderkarte 1:25.000 Lennestadt-Kirchhundem. 2. Auflage. 1989 (Grundlage: Topographische Karte 1:25.000).
  3. Graf von Spee’sches Archiv (Attendorn-)Ahausen, Akten Ahausen-Grevenstein-Salwey Nr. 67a. Abschrift des 17. Jahrhunderts der verschollenen Originalurkunde.
  4. Günther Becker, Hans Mieles: Bilstein. Land, Burg und Ort. In: Beiträge zur Geschichte des Raumes Lennestadt und der ehemaligen Herrschaft Bilstein. Lennestadt 1975, S. 154ff.
  5. Martin Vormberg, Fritz Müller: Beiträge zur Geschichte des Bergbaus im Kreis Olpe. In: Schriftenreihe des Kreises Olpe. Teil 1: Der Bergbau in der Gemeinde Kirchhundem, Nr. 11, Olpe 1985, S. 67.
  6. a b Lucie Löcker: Mein Heimatdorf (Benolpe). 1950.
  7. Gemeindearchiv Kirchhundem, Bestand: Archivalien in Buchform, Nr. 10, Schulchronik Benolpe, S. 39
  8. Gerig: Kirchliche Zustände im Jahre 1628 im Gebiet des heutigen Kreises Olpe. In: Heimatstimmen aus dem Kreise Olpe. Nr. 8. Folge, 1951, S. 485ff.
  9. Klemens Stracke, Maria Nolte: Die Geschichte der Kirche (Benolpe). In: Festschrift 75 Jahre Schützenverein Benolpe e. V. o.o.u.J.. 1980, S. 35.
  10. Gemeindearchiv Kirchhundem, Bestand: Gemeinde Rahrbach, Nummern 78, 225 und 228. Darin: Personenstandsaufnahmen des Amtes Bilstein
  11. Einwohnermeldeamt der Gemeinde Kirchhundem
  12. Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem
  13. Martin Vormberg, Edgar Zoor: Marienbildstöcke – Ein unübersehbares Zeichen der Marienverehrung im Kurkölnsichen Sauerland am Beispiel der Gemeinde Kirchhundem. In: Marienverehrung im Sauerland. Schmallenberg-Holthausen 2004, S. 273ff.
  14. Tourismuskarte. Abgerufen am 8. Februar 2011.

Günther Becker, Martin Vormberg: Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Kirchhundem 1994.

  1. S. 24
  2. Passim
  3. S 294
  4. S. 419f
  5. S. 430
  6. S. 263

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