Bentley EXP Speed 8
Bentley
Speed 8
Hersteller: Bentley
Produktionszeitraum: 2001–2003
Klasse: Rennwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: 3,6-4,0 Liter V8-Ottomotor, 452-477 kW
Länge: 4650 mm
Breite: 1990 mm
Höhe: 1080 mm
Radstand: 2740 mm
Leergewicht: 908–916 kg
Vorgängermodell: Audi R8C
Nachfolgemodell:

Der Bentley EXP Speed 8 und dessen Evolutionsstufe Bentley Speed 8 sind Le-Mans-Prototypen, die Bentley gemeinsam mit Racing Technology Norfolk für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans entwickelte, die er 2003 gewinnen konnte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Bentley EXP 8 war ein nach dem Reglement des Automobile Club de l’Ouest (ACO) gebauter Rennwagen der Prototypenklasse LMGTP, der das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnen sollte. Unter Leitung von Chefkonstrukteur Peter Elleray wurde der Wagen aus den Plänen des Audi R8C weiterentwickelt, einer geschlossenen Variante des Audi R8, die nur einmal zu einem Renneinsatz gekommen war und die Audi wieder fallen gelassen hatte. Der Bentley EXP Speed 8 debütierte am 16. und 17. Juni 2001 mit den Fahrern Andy Wallace, Butch Leitzinger und Eric van de Poele bei den 24 Stunden von Le Mans, wo er den dritten Platz hinter den damals als unschlagbar geltenden offenen Audi R8 erringen konnte. Damit endete Bentley´s 73-jährige Abwesenheit vom werksseitigen Motorsport.

Entwicklung

Unter Federführung des Bentley-Werkes wurde EXP Speed 8 bei RTN (Racing Technology Norfolk) entwickelt und gebaut. Erstes Antriebsaggregat war 2001 der turbogeladene 3,6-Liter-V8-Motor des R8 von Konzernschwester Audi. Das Sechsganggetriebe hingegen entwickelte XTrac eigens für dieses Fahrzeug. Im Gegensatz zu Audi, die mit Michelin-Reifen fuhren, entschied sich Bentley für Rennreifen von Dunlop.

Nach dem ersten Jahr, das als Versuchsjahr galt, wurde der Audi-Motor weiterentwickelt. Der Hubraum stieg von 3,6 auf vier Liter, um den schwereren geschlossenen Prototyp näher an die offenen Audi R8 zu bringen. Darüber hinaus zog eine nicht befriedigende Aerodynamik des EXP Speed 8 starke Modifikationen am Design des Wagens für die Saison 2003 nach sich, woraufhin der Bentley nur noch Speed 8 hieß – ohne den Zusatz EXP –, nachdem die Experimentalphase abgeschlossen war. Die Änderungen betrafen vor allem die Front und den Bereich des Cockpits, bedingt durch eine Änderung der Crashbox am Monocoque. Zudem wechselte man von Dunlop zu Reifenhersteller Michelin.

Insgesamt wurden zwei Testträger, vier EXP Speed 8 und fünf Speed 8 gebaut, von denen allerdings einige nie in Rennen eingesetzt wurden, sondern als Crashtest- oder als Präsentationsfahrzeuge dienten.

Renngeschichte

Der Bentley Exp Speed 8 von Martin Brundle, Stéphane Ortelli und Guy Smith 2001 in Le Mans

2001 kehrte Bentley, nach 73-jähriger Abwesenheit vom 24-Stunden-Rennen von Le Mans, mit einem Dreijahres-Programm an die berühmte Rennstrecke an der Sarthe zurück. Mit dem EXP Speed 8 als einzigem Fahrzeugtyp in der geschlossenen LMGTP-Klasse konnte man sogleich den dritten Platz im ersten Rennen erringen. Zwei Fahrzeuge wurden eingesetzt, jedoch schied eines davon nach einem Fahrzeugbrand aus. Im folgenden Jahr setzte man nur ein Fahrzeug ein, welches bereits mit dem hubraumerweiterten Motor ausgestattet war und als Testträger für den Speed 8 diente, der 2003 debütieren sollte. Das Fahrzeug wurde Vierter und musste sich, wie schon 2001, nur den Audi R8 geschlagen geben. Um 2003 einen Sieg in Le Mans erringen zu können, entschied Bentley sich, den neuen Speed 8 schon bei dem 12-Stunden-Rennen von Sebring - welche als guter Testlauf für Le Mans gelten - unter Rennbedingungen zu testen. Ans Ende der Startreihe durch eine Regelverletzung in der Qualifikation zurückversetzt, konnten sich die EXP Speed 8 in einer Aufholjagd bis zum Ende des Rennens an einen dritten und vierten Platz vorkämpfen - wiederum hinter einem werk- und einem privatseitig eingesetzten Audi R8.

Während Audi entschied 2003 nicht als Werksteam am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilzunehmen, war die zur Volkswagen gehörende Tochterfirma Bentley der einzig verbliebende Hersteller in der LMP-Klasse. Unterstützt von Joest Racing, die bislang alle Le-Mans-Protoypen-Einsätze bei Audi betreuten, und den Audi-Werksfahrern Tom Kristensen und Rinaldo Capello startete der Bentley Speed 8 in Le Mans von der Pole-Position. Nach dem Start konnten die beiden eingesetzten Rennwagen beinahe das ganze Rennen die Führung beanspruchen, obwohl eines der Fahrzeuge elektrische Probleme während des Rennen hatte. Nach 377 Runden gewann der Speed 8 mit der Startnummer 7, gefahren von Rinaldo Capello, Tom Kristensen und Guy Smith das Rennen. Den Doppelsieg komplettierte das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 8, in dem Mark Blundell, David Brabham und Johnny Herbert am Steuer saßen. Nach drei Gesamtsiegen von Audi, war der Sieg von Bentley der vierte Erfolg für die Volkswagen-Gruppe. Jedoch endete mit dem Gesamtgewinn auch das Bentley-Engagement und die Rennprototypen wurden danach ausschließlich im Rahmen historischer Veranstaltung eingesetzt. So tritt der Speed 8 beispielsweise regelmäßig beim Goodwood Festival of Speed an.

Technische Daten

Leistungsdaten des EXP Speed 8, wie er in den 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 2001 eingesetzt wurde:

  • V8-Motor mit einem Zylinderbankwinkel von 90° und zwei Turboladern, Ladedruck: 1,87 Bar
  • 3600 cm3 Hubraum
  • Zwei Luftmassenbegrenzer (Air-Restriktoren) mit 33,1 mm Durchmesser
  • 468 KW (637 PS) Leistung
  • 917 kg Gewicht (mit Fahrer)
  • 345+ km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Tankinhalt: 90 Liter
  • Reifenhersteller: Dunlop

Leistungsdaten des EXP Speed 8, wie er in den 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 2002 eingesetzt wurde:

  • V8-Motor mit einem Zylinderbankwinkel von 90° und zwei Turboladern, Ladedruck: 1,87 Bar
  • 4000 cm3 Hubraum
  • Zwei Luftmassenbegrenzer (Air-Restriktoren) mit 33,1 mm Durchmesser
  • 477 KW (650 PS) Leistung
  • 908 kg Gewicht (mit Fahrer)
  • 345+ km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Tankinhalt: 90 Liter
  • Reifenhersteller: Dunlop

Leistungsdaten des Speed 8, wie er in den 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 2003 eingesetzt wurde:

  • V8-Motor mit einem Zylinderbankwinkel von 90° und zwei Turboladern, Ladedruck: 1,87 Bar
  • 4000 cm3 Hubraum
  • Zwei Luftmassenbegrenzer (Air-Restriktoren) mit 30,7 mm Durchmesser
  • 452 KW (615 PS) Leistung
  • 916 kg Gewicht (mit Fahrer)
  • 335+ km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Tankinhalt: 90 Liter
  • Reifenhersteller: Michelin

Weblinks

Quellen


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