Österreichische Grenznutzenschule
Carl Menger (1840–1921) – Begründer der Österreichischen Schule

Die Österreichische Schule, Wiener Schule, Österreichische Grenznutzenschule[1] oder psychologische Schule ist eine Richtung der Volkswirtschaftslehre. Zu erster Bekanntheit gelangte sie im Methodenstreit der Nationalökonomie gegen die Historische Schule. Sie unterscheidet sich von den etwa zeitgleich entstandenen Lausanner Schule und Cambridger Schule durch die subjektivistische Analyse der Ökonomie, methodologischen Individualismus, die Abneigung gegenüber der mathematischen Darstellung sowie die Betonung von Dynamik und Unsicherheit wirtschaftlicher Abläufe. Zentral ist für sie die evolutorische Schöpfung von Wissen durch den Unternehmer.

Ihre bedeutendsten Vertreter sind Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises und Friedrich von Hayek. Die auf Murray Rothbard zurückgehenden Austrian Economics oder Neo-Austrians führten seit etwa 1970 in den USA zu einem verstärkten Interesse an einer subjektivistischen Wirtschaftstheorie; ihre heutigen Vertreter sehen sich in der Tradition der Österreichischen Schule.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsklärung

Mit Österreichischer Schule beziehungsweise Austrian School werden zum Teil sehr unterschiedliche Positionen bezeichnet. Israel Kirzner, ein Schüler Ludwig von Mises’, unterscheidet fünf verschiedene Auffassungen:[2]

  1. Eine Auffassung, die vor allem in Deutschland und Österreich verbreitet ist, sieht die Österreichische Schule als eine rein historische Epoche der Wirtschaftsgeschichte, deren Lehren spätestens ab 1930 in die Mainstream-Volkwirtschaftslehre integriert wurden.
  2. Zur Bezeichnung eines wiederholten Interesses an der Kapitaltheorie Böhm-Bawerks, jedoch ohne die streng subjektivistische Theorie Mengers. In diesem Sinne wird der Begriff vor allem bei John Richard Hicks (Capital and Time: A Neo-Austrian Theory (1973)), Peter Bernholz und Malte Michael Faber (Introduction to Modern Austrian Capital Theory (1979)) verwandt.
  3. Zur Bezeichnung einer generell libertären politischen Ideologie wird seit Anfang der 1980er Jahre austrian in den USA gebraucht, um die Befürwortung freier Märkte zu bezeichnen. Dies geht insbesondere auf Murray Rothbard zurück.
  4. Zur Bezeichnung der historischen Österreichischen Schule und eines seit etwa 1970 in den USA bestehenden Interesses an den Ideen und Methoden Carl Mengers und der im folgenden als erste Generation bezeichneten Wirtschaftstheoretiker, sowie an Mises und von Hayek; zum Teil wird die Bezeichnung Neo-Austrians verwendet. In diesem Sinne findet sich der Begriff bei Murray N. Rothbard (Man, Economy and the State (1962)), Israel Kirzner (Competition and Entrepreneurship (1973)). Die Neo-Austrians grenzen sich vor allem durch ihre Betrachtung von Märkten als Prozess im Gegensatz zum in den Wirtschaftswissenschaften vorherrschenden Gleichgewichtsmodell ab.
  5. Zur Bezeichnung einer allgemein subjektivistischen Mikroökonomie, die die Unsicherheit aller ökonomischen Entscheidungen betont. Kirzner ordnet diesem Verständnis das Werk G. L. S. Shackles und Ludwig Lachmanns (Austrian economics in the present crisis of economic thought (1977)) zu.

Lehren

Fritz Machlup, einer Schüler Wiesers und von Mises’, nennt 1982 sechs Hauptlehren der österreichischen Schule, die um etwa 1930 das Herzstück der österreichischen Neuerungen bilden:[3]

  • Methodologischer Individualismus: Wirtschaftswissenschaft muss aus dem Handeln von Individuen heraus erklärt werden (nicht zu verwechseln mit ideologischem oder politischem Individualismus, den Gegensatz stellt der methodologische Kollektivismus dar).
  • Methodologischer Subjektivismus: Wirtschaftswissenschaft basiert auf der Untersuchung der Handlungen realer Individuen, deren subjektivem Wissen (beziehungsweise Unwissen), ihrer subjektiven Bedürfnisse und ihrer subjektiven Erwartungen.
  • Grenznutzenlehre: Alle ökonomischen Entscheidungen werden durch den Grenznutzen bestimmt.
  • Nützlichkeit: Subjektive Wertungen (Nützlichkeit) und abnehmender Grenznutzen bestimmen die Nachfrage und somit den Marktpreis.
  • Opportunitätskosten (auch Wiesersches Kostengesetz).
  • Zeitstruktur von Konsum und Produktion: Die Entscheidung zu sparen oder zu konsumieren entsteht durch die subjektive Zeitpräferenz.

Als innerhalb der Schule umstritten führt er die folgenden Lehren auf, die insbesondere durch Ludwig von Mises ab den 1960ern in die USA ausstrahlten:[3]

  • Vollständige Souveränität der Konsumenten: Die Konsumenten drücken ihre Bedürfnisse über die Nachfrage aus. Nur der von Staatseingriffen unbehinderte Markt sorgt durch Wettbewerb dafür, dass permanent (über das Preissystem als Steuermechanismus) die Bedürfnisse der Konsumenten optimal befriedigt werden.
  • Politischer Individualismus: Nur vollständige ökonomische Freiheit sorgt dauerhaft für politische und moralische Freiheit der Bürger. Ökonomische Beschränkungen führen zur zunehmenden Ausbreitung und Beschränkung politischer und moralischer Freiheit.

Da die unbestrittenen Thesen der Schule bald von allen ökonomischen Schulen anerkannt wurden, sieht Israel Kirzner die Liste als um zwei Punkte ergänzungbedürftig im Hinblick auf das Spätwerk von Mises’ und von Hayeks an:

  • Märkte und Wettbewerb als Lern- und Entdeckungsprozess
  • Individuelle Entscheidungen als Wahl zwischen individuell zu identifizierenden Alternativen in grundsätzlich unbekanntem Kontext.

Die US-amerikanischen Neo-Austrians, die im wesentlichen durch Mises und dessen Schüler Murray Rothbard geprägt sind, definieren sich weitaus stärker durch die Abgrenzung zum neoklassischen Modell. Jesús Huerta de Soto, ein spanischer Vertreter der Neo-Austrians, hebt als Merkmale dieser speziellen Richtung folgende Lehren hervor:[4]

  • Ausformung einer universalen Theorie menschlichen Handelns (im Gegensatz zur rein wirtschaftswissenschaftlichen Theorie der Rationalen Entscheidung).
  • Der wissenschöpfende, kreative Unternehmer als Wirtschaftssubjekt (im Gegensatz zum neoklassischen homo oeconomicus).
  • Möglichkeit unternehmerischer Fehler (im Gegensatz zur neoklassischen Modell vollständiger Information).
  • Strenge Unterscheidung zwischen objektivem (wissenschaftlichem) und subjektivem (praktischem) Wissen.
  • Märkte als Entdeckungsprozess (im Gegensatz zum neoklassischen Modell der vollständigen Konkurrenz).
  • Subjektive Kostentheorie (im Gegensatz zur neoklassichen objektiven Kostentheorie).
  • Verbale Logik (im Gegensatz zur neoklassischen mathematischen Formalisierung).
  • Aprioristisch-deduktive Methode (im Gegensatz zum empirischen Modell).
  • Unmöglichkeit quantitativer Vorhersagen, sondern Beschränkung auf pattern predictions.
  • Vorhersage wirtschaftlicher Geschehnisse durch die unternehmerische Fähigkeiten jedes Menschen (im Gegensatz zum Sozialingenieur).

Geschichte und Entwicklung

Antike und scholastische Vorgänger

Vertreter der Schule sehen bereits in Ciceros De re publica 51 v. Chr. Argumente vorweggenommen, die später zentral für von Mises' und von Hayeks Überlegungen zur Unmöglichkeit des Sozialismus sein würde: Niemals habe eine zentrale Planstelle vergleichbares Wissen verfügbar, wie es über das Preissystem zum Ausdruck komme. Eine zentral verwaltete Wirtschaft sei somit zwangsläufig einem Marktsystem an Leistungsfähigkeit unterlegen.[5]

(2) Is dicere solebat ob hanc causam praestare nostrae civitatis statum ceteris civitatibus, quod in illis singuli fuissent fere, qui suam quisque rem publicam constituissent legibus atque institutis suis, ut Cretum Minos, Lacedaemoniorum Lycurgus […], nostra autem res publica non unius esset ingenio, sed multorum. […] Nam neque ullum ingenium tantum extitisse dicebat, ut, quem res nulla fugeret, quisquam aliquando fuisset, neque cuncta ingenia conlata in unum tantum posse uno tempore providere, ut omnia complecterentur sine rerum usu ac vetustate.

„(2) Dieser Mann pflegte zu sagen, darin liege der Grund des Vorzuges unserer Verfassung vor der der übrigen Staaten, dass, während in diesen immer nur einzelne lebten, die, jeder in seinem Vaterland, die Verfassung des Staates durch ihre Gesetze und Einrichtungen begründet hätten; zum Beispiel bei den Kretern Minos, bei den Spartanern Lykurgos; […] dagegen in unserem Staat nicht das Talent eines einzelnen, sondern vieler, die Verfassung begründete. […] Denn, sagte er, nie und nirgends gab es wohl einen Mann von so allumfassenden Geist, dem gar nichts entgangen wäre; auch ist es unmöglich, dass ein Verein aller Talente in einem Zeitraum alles so auf die Dauer berechnen könnte, dass er die Erfahrung und die Probe der Zeit zu ersetzen vermöchte.“

Marcus Tullius Cicero: De re publica II. Buch.[6]

Luis Molina (1536–1624)

Von Hayek sieht im Gegensatz zu Max Weber die Ursprünge des Kapitalismus nicht in calvinistischer und protestantischer Ethik, sondern in der spätscholastischen Schule von Salamanca[7] und zitiert in seiner Nobelpreisrede von 1974 Luis de Molina und Juan de Lugo; Murray Rothbard bezeichnete die Schule von Salamanca als „proto-austrians“.[8] Jesús Huerta de Soto sieht in ihren Lehren sowie bei Richard Cantillon und Turgot bereits alle wesentlichen Ideen der Österreichischen Schule vorweggenommen:[9]

Diego de Covarrubias y Leyva (1512–1577) habe bereits in Omnia Opera (1604) eine subjektive Werttheorie entwickelt, nach der der Wert einer Sache nicht von immanenten, objektiv gegebenen Eigenschaften, sondern allein von der ihr subjektiv entgegengebrachten Wertschätzung abhinge. Carl Menger zitiert sein Werk Veterum collatio numismatum in Grundsätze der Volkswirthschaftslehre (1871).[10] Das Verhältnis von Kosten zu Preisen werde bei Luis Saravia de la Calle erörtert; in Instrucción de mercadores (1544) lehre dieser (im Gegensatz zur späteren klassischen Nationalökonomie), dass Kosten von Preisen abhingen. Der gerechte Preis werde durch die Marktknappheit bestimmt. Die Idee vom dynamischen Wettbewerb werde bereits bei Luis de Molina und Jerónimo Castillo de Bovadillo (Política para corregidores (1585)) behandelt. Über die für die spätere klassische Nationalökonomie so charakteristischen Gleichgewichtspreise schreibe Juan de Lugo (1583–1660) 1643: „pretium iustum matematicum licet soli Deo notum“ (deutsch: „den gerechten mathematischen Preis zu kennen, ist nur Gott erlaubt“). Überlegungen zur Zeitpräferenz und zur Geldschöpfung durch Banken fänden sich 1556 bei Martín de Azpilcueta. 1605 veröffentlicht Juan de Mariana in De monetae mutatione eine Theorie über die schädlichen Folgen der Inflation sowie 1625 den Discurso sobre las enfermedades de la companía, in dem er staatliche Intervention aufgrund des begrenzten Wissens des Staates für schädlich erklärt. Intervention stelle eine Verletzung von Naturrechten dar und führe langfristig zu Chaos.

Der kreative Unternehmer als Schlüsselfigur des Wirtschaftsprozesses werde bei Richard Cantillon 1730 behandelt, verstreutes Wissen 1759 bei Turgot. Jaime Balmes (1810–1848) beschäftige sich in seinem Aufsatz Verdadero idea del valor (1844) mit dem klassischen Wertparadoxon und stelle Überlegungen zur Lösung durch Betrachtung des Grenznutzens an.

Erste Generation

Erste und zweite Generation werden auch als ältere österreichische Schule zusammengefasst.[1]

Carl Menger (1840–1921)

Grundsätze der Volkswirtschaftslehre (1871)

Als eigentlicher Begründer der Schule gilt Carl Menger mit seinen 1871 erschienenen Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre, die Wilhelm Roscher gewidmet sind. Die Grundsätze sind die erste Gesamtdarstellung der Ökonomie aus konsequent subjektivistischer Sicht. Menger sah sie vor allem in scharfem Gegensatz zur klassischen Nationalökonomie. Zentrum von Mengers Überlegungen ist der Mensch als kreativ Handelnder und als Protagonist aller wirtschaftlichen und sozialen Prozesse. Ausgehend vom methodologischen Subjektivismus sieht Menger als „Endzweck“ allen Wirtschaftens die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Güter teilt Menger deshalb in Güter erster Ordnung (oder Konsumgüter) und Güter höherer Ordnung ein. Durch Güter erster Ordnung werden direkt menschliche Bedürfnisse befriedigt; Güter höherer Ordnung bilden Zwischenstationen bei der Produktion Güter erster Ordnung. Der Wert eines Gutes ist seine subjektive Wertschätzung für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse; die Nützlichkeit „die Tauglichkeit eines Dinges, der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu dienen.“ Huerta de Soto sieht dies als den wichtigsten Beitrag Mengers in der Volkswirtschaftslehre; Frank H. Knight sieht dies hingegen als „weniger wichtige Beiträge“.[11]

Das sogenannte klassische Wertparadoxon wird von ihm mithilfe der Betrachtung des Grenznutzens gelöst. Diesen Weg hatten fast gleichzeitig mit ihm und jeweils unabhängig voneinander, bereits Hermann Heinrich Gossen, Léon Walras (Eléments d’économie politique pure (1874)) und William Stanley Jevons (Theorie of Political Economy (1871)) eingeschlagen; im Gegensatz zu diesen beruht Mengers Erklärung nicht auf mathematischen Überlegungen, sondern ist lediglich eine Konsequenz der angewandten subjektivistischen Betrachtung.[12]

Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften (1883)

Ein weiterer wichtiger Beitrag Mengers ist seine Theorie der Entwicklung von „Socialerscheinungen“, die er am Beispiel des Geldes bereits in den Grundsätzen erörtert. In den Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Oekonomie insbesondere (1883) beschäftigte ihn später erneut die Frage: „Wieso vermögen dem Gemeinwohl dienende und für dessen Entwickelung höchst bedeutsame Institutionen ohne einen auf ihre Begründung gerichteten Gemeinwillen zu entstehen?“[13] Friedrich von Savigny, Montesquieu, Hume und Burke hatten die theoretische Tradition einer evolutiven, historischen und spontanen Entwicklung begründet; ihnen standen die Vertreter einer rationalistischen Betrachtungsweise (Thibaut, Bentham) gegenüber. Menger bekannte sich in den Grundsätzen zur historischen Betrachtungsweise. Dies verallgemeinerte er in den Untersuchungen. Alle sozialen Erscheinungen seien „unbeabsichtigte Resultante“[14] und entstünden spontan und evolutiv.[15]

Unter Berufung auf Aristoteles vertritt Menger, die Erkenntnis der gesellschaftlichen Wirklichkeit verlange zwei komplementäre aber epistemologisch grundverschiedene Wissenschaften: Theorie (Form bei Aristoteles) und Geschichte (Inhalt bei Aristoteles). Die Theorie sei axiomatisch-deduktiv, wohingegen die Geschichte auf empirischen Daten beruhe. Die historische Schule vermische diese in unzulässiger Weise. Die Wirtschaftstheorie könne nie auf empirischen Daten beruhen, sondern sei eine reine Geisteswissenschaft, ähnlich der Mathematik. Die Wirtschaftsgeschichte sei demgegenüber eine eigenständige, aber gleichberechtigte Wissenschaft.[16]

Der Methodenstreit der Nationalökonomie

Widerspruch in der deutschen Wirtschaftswissenschaft gegen Mengers Untersuchungen kam insbesondere von der Historischen Schule um Gustav von Schmoller, die in Preußen vorherrschend war und einen relativistischen Ansatz vertrat. Menger hielt dagegen die ökonomischen Gesetze nicht für historisch relativ, sondern logisch objektiv erkennbar. Die unterschiedlichen Ansätze führten zum sogenannten Methodenstreit der Nationalökonomie, in dem Menger vor allem von Eugen von Böhm-Bawerk, dem zweiten Begründer der Schule, und Friedrich von Wieser unterstützt wurde. Der Ausdruck Österreichische Schule (oder auch Wiener Schule) wurde dabei zunächst von Vertretern der historischen Schule gebraucht und sollte den Kreis um Menger als provinziell abwerten. Die Österreicher nahmen ihn aber bald selbst an und zitierten später gerne polemisch ihre Gegner, die sich selbst zunächst positiv gemeint als „intellektuelle Leibgarde des Hauses Hohenzollern[17] bezeichnet hatten.[18]

Im Verlaufe des Methodenstreites formierte sich die Österreichische Schule als neue, international anerkannte Richtung der Volkswirtschaftslehre;[2] 1891 schrieb Eugen von Böhm-Bawerk einen Aufsatz für die US-amerikanische Zeitschrift Annals of the American Academy of Political und Social Science, in dem er ihre grundsätzlichen Lehren darlegte.[19] Weitere Beiträge aus der Frühphase der Österreichischen Schule kamen von Johann von Komorzynski (Der Wert in der isolirten Wirtschaft (1889)), Robert Zuckerkandl (Zur Theorie des Preises (1889)), Viktor Mataja (Der Unternehmergewinn (1884)), Gustav Groß (Die Lehre vom Unternehmergewinn (1884)), Emil Sax (Grundlegung der theoretischen Staatswirtschaft (1887)) und Robert Meyer (Das Wesen des Einkommens (1887)). Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erreichte die Schule durch die positive Erwähnung im Lehrbuch Grundriß der Politischen Ökonomie (1893) von Eugen von Philippovich.[20]

Zweite Generation

Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914)

Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914)

Kapital und Kapitalzins (1884–1902)

Eugen von Böhm-Bawerk trug in Kapital und Kapitalzins wesentlich zur Entwicklung einer subjektivistischen Kapital- und Zinstheorie bei.

Menschliches Handeln bezeichnet für ihn jedes willensgesteuerte Verhalten des Menschen. Die Ziele dieses Handelns werden frei gewählt und durch frei gewählte Mittel, die subjektiv für das Ziel geeignet erscheinen, zu erreichen versucht. Wert und Nützlichkeit beschreiben dabei die psychische Wertschätzung des Zieles und des Mittels. Ziele und Mittel sind nicht objektiv gegeben, sondern Ergebnis des unternehmerischen Handelns des Menschen. Als Resultat der Willensbetätigung des Menschen stellt dieser, oft unbewusst, Pläne auf; ein Plan ist eine geistige Vorschau über das stufenweise Erreichen von Zielen in der Zeit. Zeit ist für ihn nicht im physikalischen Sinne zu verstehen, sondern eine Kategorie der Wirtschaftswissenschaften für das menschliche Handeln.[21]

Menschliches Verhalten hat stets ein Ziel. Von diesem Ziel ist der Mensch durch die Zeit getrennt. Den Einsatz von Zeit wertet der Mensch weniger als das zu erreichende Ziel. Er zieht dabei, ceteris paribus, bei zwei Bedürfnissen gleichen Wertes das früher zu erreichende dem später zu erreichenden vor (Gesetz der Gegenwartspräferenz).[22]

Kapitalgüter sind Zwischenetappen in jedem Handlungs- und Produktionsprozess. Was Kapitalgüter sind, hängt von der subjektiven Betrachtung ab. Kapitalgüter dienen stets einem Ziel, das heißt, sie sind Güter höherer Ordnung (auch "Produktionsmittel"). Kapitalgüter können die natürlichen Ressourcen, Arbeit und Zeit sein, die durch die unternehmerischen Fähigkeiten des Menschen genutzt werden.[23]

Condition sine qua non für die Erzeugung von Kapitalgütern ist das Sparen, das heißt der Verzicht auf unmittelbaren Konsum. Böhm-Bawerk erläutert dies am Beispiel Robinson Crusoes: Dieser sammelt zu seiner Ernährung jeden Tag Brombeeren. Durch einen Akt kreativer unternehmerischer Wissensschöpfung, stellt er fest, dass er durch Zuhilfenahme eines Stockes höhere Äste biegen kann und somit mehr Brombeeren in kürzerer Zeit ernten kann. Einen geeigneten Stock zu finden und ihn zu bearbeiten, würde etwa fünf Tage dauern. Da er in dieser Zeit keine Brombeeren ernten kann, muss er für diese Zeit durch Sparen und zusätzliche Ernte vorsorgen, was etwa zehn Tage dauern würde. Die Akkumulation von Kapitalgütern entstehe somit durch Abwägung der bestmöglichen Ausnutzung von Gegenwart und Zukunft. Begeht der Kapitalist einen unternehmerischen Fehler, so erweist sich der Konsumverzicht als nutzlos.[24]

In modernen Volkswirtschaften habe sich die Aufgabe des Kapitalisten in keiner Weise demgegenüber geändert: Wenn die Wirtschaftsabläufe auch komplexer und der Zeithorizont wesentlich länger sei, so liege das wesentliche Merkmal des Kapitalisten im Sparen. Der Unterschied zwischen "reichen" und "armen" Nationen liege in der Höhe des in der Zeit angesparten Kapitalstockes.[25]

Unter Kapital versteht Böhm-Bawerk den Wert der Kapitalgüter in Marktpreisen. Da in sozialistischen Wirtschaftsordnungen keine Märkte und somit auch keine Preise vorhanden seien, sei keine Wirtschaftsrechnung möglich und es existiere folglich auch kein Kapital.[26]

Die Wertschätzung von Gütern ist von Mensch zu Mensch als auch beim selben Menschen in der Zeit unterschiedlich. Folglich komme es durch Gütertausch zu einem Markt. Der Zins erkläre sich aus dem Zusammenspiel von Kapitalgütern und der Zeitpräferenz: Wenn manche Menschen Kapitalgüter in der Gegenwart höher einschätzen als Kapitalgüter in der Zukunft, so komme es auch hier zu einem Markt. Menschen die Kapitalgüter in der Gegenwart niedrig bewerten, verzichten auf diese und geben sie an Menschen, die diese in der Gegenwart hoch einschätzen. So verzichte der Kapitalist auf einen Teil seines Konsums, um Arbeitern aber auch Eigentümern der Produktionsmittel Kapital zur Verfügung zu stellen. Die unternehmerische Bewertung des Werts der Zeitpräferenz drücke sich in Marktpreisen aus: dem Zins. Der Zins sei zentral für die Produktionsstruktur einer Gesellschaft, wobei der Kreditmarkt nur ein geringer Teil dieses Marktes sei.[27]

Die Kapitaltheorie Böhm-Bawerks stellt für einige Beobachter den bleibenden Kern der Österreichischen Lehre dar;[28] andere hingegen sehen Inkonsistenzen mit Mengers subjektivistischem Ansatz.[29][30]

Kritik an Alfred Marshall

Parallel zum Methodenstreit führte Böhm-Bawerk einen Streit mit Alfred Marshall. Dieser sah den Preis als durch die historisch gegebenen Kosten determiniert, also als objektiv gegeben an. Böhm-Bawerk vertrat hingegen die Kosten als Ergebnis des Preises an (subjektive Kostentheorie).[31]

Kritik an Karl Marx

Die Österreichische Schule begann bereits früh sich mit dem Marxismus auseinanderzusetzen; ihre Vertreter lehnen dabei jede Art von Sozialismus und Zentralverwaltungswirtschaft ab. Dies geht vor allem auf Böhm-Bawerk zurück, der in seinem Werk Kapital und Kapitalzins (1884–1902) Mengers Werk erweiterte und dabei die Arbeitswerttheorie von Karl Marx – die für den Marxismus als grundlegend gilt – systematisch zu widerlegen versuchte, während viele andere Ökonomen sich erst nach der Oktoberrevolution 1918 mit dem Marxismus zu beschäftigen begannen. Böhm-Bawerk behauptete als erster die Inkonsistenz der Arbeitswerttheorie im ersten und dritten Band von Marx' Das Kapital.[32] Der Streit fand bei Mises und Hayek seine Fortführung im Streit um die Wirtschaftsrechnung im Sozialismus.[33]

Böhm-Bawerk wandte sich vor allem gegen Marx' Theorie von der "Ausbeutung" der Arbeiter. Tatsächlich würden die Eigentümer der Produktionsmittel den Arbeitern helfen, da sie diesen den Lohn bereits im Voraus zahlen würden. Marx ignoriere den Faktor Zeit und die Zeitpräferenz. Er überschätze zudem den Faktor Arbeit. Die Arbeitswerttheorie Marx' sei zirkulär. Der technische Fortschritt ersetze nicht die menschliche Arbeit, er mache sie nur produktiver und sorge somit für die Erhöhung des Kapitalstocks und des Wohlstandes. Er wandte sich gegen Marx' Krisentheorie des Kapitalismus: Warum solle der Kapitalist weiterproduzieren trotz sinkender Profitrate?[34]

Auch durch seine Kritik an Marx wurde er bald zum bekanntesten Vertreter der Österreichischen Schule. Von marxistischer Seite betrachtete man diese bald als den Inbegriff bürgerlicher Marx-Kritik. Nikolai Bucharin versuchte diese Kritik von marxistischer Seite zu widerlegen.[35] Rudolf Hilferding nahm 1906 an einem von Böhm-Bawerks Seminaren teil.[36]

Kritik an John Bates Clark

Böhm-Bawerk wandte sich auch gegen die Kapitaltheorie John Bates Clarks und Walras', die er als "mystisch" und "statisch" bezeichnete. Kapital führe nicht als solches zu einem Zins ("value jelly"). Es müsse dazu unternehmerisch sinnvoll eingesetzt werden.[37]

Friedrich von Wieser (1851–1926)

Friedrich von Wieser war nach 1903 der Lehrstuhlnachfolger Mengers. Er verfasste Beiträge zu einer subjektiven Theorie der Opportunitätskosten. Er verwandte erstmals den Begriff Grenznutzen.

Mises hielt seine Arbeiten für wenig kreativ und ordnete ihn eher der Schule von Lausanne um Walras als der Wiener Schule zu. Hayek hielt sein Theorie der Gesellschaftlichen Wirtschaft (1914) eher für ein personal achievement als ein Werk der Österreichischen Schule.[38]

Dritte Generation

Dritte und vierte Generation werden auch als jüngere österreichische Schule zusammengefasst.[1]

Ludwig von Mises (1881–1973)

Ludwig von Mises (1881–1973)

Die dritte Generation der Österreichischen Schule bildete fast alleine Ludwig von Mises. Mises war bis zur Lektüre von Mengers Grundsätzen im Winter 1903 ein Anhänger der historischen Schule Schmollers und nahm danach bis 1914 an Böhm-Bawerks Privatseminar teil, dem auch Joseph Schumpeter angehörte. Er erweiterte die Lehren Mengers und Böhm-Bawerks um eine Geld- und Kredittheorie, legte die Grundlagen für die österreichische Theorie der Konjunkturzyklen. Er fasste die Lehren der österreichischen Schule in der bisher systematischsten Form in Human Action zusammen.[39]

Theorie des Geldes und der Umlaufmittel (1912)

Geldtheorie

Mises löste das Problem der zirkulären Argumentation bei der Anwendung des Grenznutzens auf die Theorie des Geldes durch sein Regressions-Theorem. Die Kaufkraft des Geldes entsteht durch Angebot und Nachfrage. Bis zur Mises Theorie des Geldes und der Umlaufmittel stellte sich nun das Problem, dass die Nachfrage an Geld gerade durch seine Kaufkraft entsteht. Mises löste dies, indem er die Nachfrage an Geld heute auf seine Kaufkraft in der Vergangenheit zurückführte bis zu dem Tag, an dem zum ersten Mal Geld geprägt wurde. Dort sei der Wert des Geldes durch seinen Warenwert (beispielsweise den Goldwert) bestimmt worden. Die Theorie steht in Einklang mit Mengers evolutiver Theorie der sozialen Institutionen.[40]

Mises' Theorie des Geldes und der Umlaufmittel wurde bald das Standardwerk in diesem Bereich in ganz Kontinentaleuropa. Im angelsächsischen Raum wurde das Werk auch nach seiner Übersetzung ins Englische in den 30er Jahren kaum rezipiert. Keynes bedauerte später, nicht vor seinen Arbeiten Mises' Geldtheorie gekannt zu haben.[41]

Konjunkturzyklen

Mises' Konjunkturtheorien entstand durch die Kombination von Böhm-Bawerks Kapitaltheorie und den Arbeiten der Currency School. Verantwortlich für Konjunkturzyklen sei die Geldschöpfung durch Banken und die Zentralbank. Durch zyklisches und unkontrolliertes Geldwachstum entstünden Kredite ex nihilo mit künstliche niedrigen Zinsraten. Durch Inflation und Kreditexpansion würde das gesamte Preissystem verzerrt, der Preis verliere seine Funktion der Information über Knappheit, unproduktive Produktionsweisen würden dadurch künstlich am Leben gehalten. Krisen und Rezessionen seien das unvermeidbare Resultat, um die dadurch induzierten Fehlinvestitionen an die Realität anzugleichen. Die Weltwirtschaftskrise sah Mises als das Resultat monetärer Fehlentscheidungen in den 20er Jahren an. Die einzige Lösung seien Banken mit 100%iger Reserve. Mises' Erklärung stellt die erste mikroökonomische Erklärung von Konjunkturzyklen dar.[42]

Die Gemeinwirtschaft (1922)

Nach dem Methodenstreit und dem Streit um Böhm-Bawerks Kapitaltheorie stellt der Streit um die Unmöglichkeit des Sozialismus den dritten großen Streit in der Wirtschaftsgeschichte dar, in den die Österreichische Schule verwickelt war. Für Mises war die Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im Sozialismus das Zentrum seiner Argumentation. In einer freien Wirtschaft entstehe der Preis aus der Verbindung von subjektiver Wertschätzung (Ordinalzahlen) und freiwilligem Tausch auf dem Markt; die subjektive Wertschätzung drücke sich dort in Marktpreisen (Kardinalzahlen) aus, die Information über die Knappheit eines Gutes gäben. Sozialismus und Interventionismus basierten für Mises letztlich auf Zwang und verhinderten dadurch freiwilligen Austausch. Die für die Wirtschaftsrechnung notwendige Umwandlung von subjektiver Wertschätzung in Kardinalzahlen werde unterbunden. Die zentrale Verwaltungsstelle habe keine ausreichende Information.[43]

Die Fehlschlüsse einer sozialistischen Wirtschaftstheorie sah Mises in der klassischen objektiven Werttheorie begründet. In deren Gleichgewichtsmodellen seien alle wesentlichen Informationen objektiv gegeben; das Modell sei statisch. Frank Knight sah 1938 im Sozialismus tatsächlich kein wirtschaftliches, sondern ein politisches Problem.[44]

Die Gemeinwirtschaft überzeugte Friedrich Hayek von den Ideen der Österreichischen Schule; bis dahin war jener fabianischer Sozialist. Wilhelm Röpke und wandte sich nach dessen Lektüre ebenfalls vom Sozialismus ab. Oskar Lange, Wlodzimierz Brus und Harold Laski beschäftigen sich daraufhin mit dem für Marx noch unbedeutenden Problem der Wirtschaftsrechnung. Lionel Robbins wurde ebenfalls stark von Die Gemeinwirtschaft beeinflusst; er verfasste The Nature and Significance of Economic Science (1932), das enormen Einfluss auf die Rezeption der Österreichischen Schule im anglo-amerikanischen Raum hatte. Durch seine Vermittlung erlangte Hayek 1931 eine Stellung an der London School of Economics.[2] Mises' Privatseminar wurde auch von Felix Kaufmann, Alfred Schutz und Erik Voegelin besucht.[45]

Human Action (1949)
Ludwig von Mises – Human Action (1949)

Human Action – A Treatise on Economics ist die systematischste und konsequenteste Zusammenfassung der Lehren der österreichischen Schule, wie sie sich bis zu Mises entwickelt hatte.

In ihm entwickelt Mises die Theorien Mengers und Böhm-Bawerks von einer Wirtschaftstheorie zu einer umfassenden Theorie des menschlichen Handelns, der Praxeologie weiter. Für Mises war sie eine wertfreie Wissenschaft, die für jede Handlung die Frage beantwortete: Hat eine Handlung die gewünschten Konsequenzen? Jedes Handeln hat für Mises einen unternehmerischen Kern, das in der kreativen Schöpfung von Information über die Zukunft besteht. Unternehmertum besteht für Mises nicht im Entscheiden nach nutzenmaximierender Berechnung. Den homo oeconomicus hielt er für ein untaugliches Modell. Der Gewinn eines Unternehmers entstehe nicht durch die Übernahme mathematischer Risiken, sondern durch die bestmögliche Voraussicht der zukünftigen Bedürfnisse der Verbraucher, der Suche und Schöpfung von Information. Unternehmerische Fähigkeit sei nicht erlernbar, es sei von Grund auf unakademisch und beruhe stattdessen auf immanenten Fähigkeiten des Menschen.[46]

Zu den Axiomen von Mises Praxeologie gehören, dass jedes menschliche Handeln ein Ziel hat und dieses vom Menschen bewertet wird. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden zunächst für wichtige Ziele genutzt (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen). Das frühere Erreichen desselben Ziels ist besser als dessen späteres Erreichen (Gesetz von der Zeitpräferenz). Alles menschliche Handeln vollzieht sich in der Zeit. Von einem Zustand zum nächsten wird der Mensch durch die Befriedigung von Bedürfnissen angetrieben.[47]

Die Geschichte sei demgegenüber die Theorie vom Inhalt des menschlichen Handelns in der Vergangenheit. Die Realität und menschliches Handeln seien jedoch nur erkennbar durch dem Menschen innewohnende, von Geburt an vorhandene Fähigkeiten.[48]

Weitere Vertreter der dritten Generation

Weitere Vertreter der dritten Generation sind Hans Mayer (der Lehrstuhlnachfolger Wiesers), Richard von Strigl, Ewald Schams, Leo Schonfeld-Illy, Alexander Mahr (Volkswirtschaftslehre (1948)) und Ludwig Lachmann.

Vierte Generation

Friedrich August von Hayek (1899–1992)

Friedrich August von Hayek

Preise und Produktion (1931)

Hayek baute die Konjunkturtheorie Mises' weiter aus. Preise und Produktion ist die Ausführung von Gedanken, die Hayek bereits 1928 in seinem Aufsatz The intertemporal price equilibrium and movements in the value of money veröffentlicht hatte. 1974 erhielt Hayek für Preise und Produktion den Nobelpreis.[49]

Seine Analyse basiert dabei grundsätzlich auf der traditionellen Gleichgewichtstheorie.[50] Einfluss übte dabei auch die Theorie Knut Wicksells aus; demnach beruhen Ungleichgewichtsprozesse auf dem Auseinanderklaffen von "natürlicher" Zinsrate und dem von den Banken festgelegten Zins. Grundlegend für Hayeks Konjunkturtheorie sind folgende Überlegungen: Durch freiwilliges Sparen verringert sich die Nachfrage nach Konsumgütern. Der relative Preis der Konsumgüter sinkt. Die Kapitalbildungsquote steigt, wodurch der Geldzins sinkt. Sinken die Kapitalkosten, so wird die Investition in ergiebigere Produktionsmittel lohnender (Ricardo-Effekt)[51]. Solange dies auf freiwilligem Sparen basiert, strebt die Wirtschaft einem Gleichgewicht entgegen.[52]

Sinkt durch Kreditexpansion der Geldzins unter die "natürliche" Zinsrate, steigen die Investitionen in Produktionsmittel. Der verringerten Konsumgüterproduktion steht eine gleichbleibende Nachfrage entgegen. Der Konsumgüterverzicht führt zu "erzwungenem Sparen", das den von den Investoren beanspruchten Ressourcen entspricht. Mit der dadurch verursachten Preissteigerung erreicht das Wirtschaftshoch einen kritischen Punkt: Die Konsumgüterpreise steigen bei nunmehr steigendem Zins. Die einzigen Lösungen sind für Hayek die weitere Kreditexpansion, um die Abnahme der Kapitalgüternachfrage zu vermeiden oder schmerzhafte, aber dauerhaft unvermeidbare Prozess der Rezession. In der Rezession gleicht sich das intersektorale Ungleichgewicht der tatsächlichen Nachfragestruktur wieder an (monetäre Überinvestitionstheorie[1]).

Im Unterschied zum Monetarismus sieht Hayek die Entstehung von Rezessionen durch das Zusammenspiel von monetären Phänomenen und der realen Produktionsstruktur an. Durch die Weltwirtschaftskrise sah Hayek seine Arbeiten bestätigt.[53]

Nachdem die fast alle Vertreter der Österreichischen Schule (bis auf Hans Mayer) zu Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts Wien meist aus politischen Gründen verlassen hatten, um in verschiedenen angelsächsischen Ländern weiterzuarbeiten, erreichten sie mit Hayeks Konjunkturtheorie den Höhepunkt ihres Einflusses auf die Wirtschaftswissenschaft. Die streng historische Auffassung sieht ihre Lehren damit größtenteils als in die gängige Volkswirtschaftslehre integriert an; mit dem Erlöschen Wiens als Zentrum sei auch die Wiener Schule erloschen und zu einer Episode der Wirtschaftsgeschichte geworden.[2] Nachdem die Lehren der Historische Schule kaum noch vertreten wurden, konnten die Vertreter der Österreichischen Schule davon ausgehen, dass sich ihre Lehren letztlich durchgesetzt hätten.[54]

Streit mit der Schule von Chicago und Keynes

Hayek sah in den Arbeiten der Chicagoer Schule um Frank Knight und dessen „mystischer“ Kapitaltheorie die Grundlagen für den Keynesianismus.[55]

Keynes bezeichnete in der auf das Erscheinen des Buches folgenden Diskussion Hayeks Theorie als "frightful muddles". Hayek warf Keynes vor, seine Theorien basierten auf keiner systematischen Kapitaltheorie, seine makroökonomischen Betrachtungen seien nutzlos. Die Theorie vom Unterkonsumption sei ein Mythos.[56]

The Counter-Revolution of Science (1955)

Nach Hayeks Übersiedlung nach Chicago 1949 beschäftigte er sich weniger mit rein ökonomischen Themen. Seine Arbeiten konzentrierten sich nun auf sozialphilosophische Überlegungen um den Sozialismus, „Stückwerk-Technologie“ und „Sozialingenieure“.[57]

In Weiterführung der Gedanken Mengers vertritt Hayek, dass eine Gesellschaft nicht rational organisierbar ist, da Wissen in Gesellschaften nur verstreut vorhanden ist. Stattdessen entwickele sich eine „spontane Ordnung“, in der Menschen ihre frei gewählten Ziele mit frei gewählten Mitteln verfolgen können. Das Wesen des Staates sei aber Zwang und Gewalt. Durch die gewaltsame Störung dieser spontanen Ordnung werde der Anreiz zur Wissensschaffung verringert.[58]

Alle sozialen Institutionen, wie Sprache, Recht, Moral, seien nicht zentral steuerbar, sondern ein verstreut stattfindender, evolutiver Prozess, in dem die Erfahrungen und Wünsche von Millionen einzelner Menschen relevant seien.[59]

Sozialistische Vorstellungen basierten auf der Übertragung atavistischer Vorstellungen, die für Kleingruppen und Stämme aus der Frühzeit der Menschheit geeignet waren. Die für den Sozialismus typische Beibehaltung dieser Vorstellungen führe auf Dauer zu primitiver Subsistenzwirtschaft in Stämmen. Für die Erhöhung des Lebensstandards in einer modernen arbeitsteiligen Gesellschaft, die durch friedlichen und freiwilligen Güteraustausch charakterisiert sei, taugten sie nicht.[60]

Hayek verallgemeinerte so die Theorie Mises' für jede kartesisch-rationalistisch konstruierte Gesellschaft. In The Counter-Revolution of Science (deutsch: Missbrauch und Verfall der Vernunft) nennt er diese auf Comte, Saint-Simon und Bentham zurückgehenden Ideen Szientismus: Die Methoden der Naturwissenschaften (insbesondere der Physik) seien nicht auf die Sozialwissenschaften übertragbar.[61]

Damit richtete er sich auch gegen Milton Friedmans Positivismus. Obwohl er Friedman und viele seiner Ideen bewunderte, hielt er dessen in den Essays in Positive Economics (1953) dargelegte Methodik für gefährlich. Der Monetarismus und der Keynesianismus seien sich letztlich sehr ähnlich.[62]

Recht, Gesetz und Freiheit (1973–1979)

Charakteristisch für den Sozialismus war für Hayek institutionalisierter und systematischer Zwang. In Sozialismus wandle sich das abstrakte und allgemein geltende Gesetz zu bürokratischen Anweisungen für das individuelle Verhalten. Frei gewählte Verhaltensnormen würden durch staatliche Anweisungen ersetzt.[63]

Auch die Gerechtigkeit werde im Sozialismus grundlegend anders definiert. Während iustitia traditionell blind und ohne Rücksicht auf Reichtum und Armut nach abstrakten Normen entscheide, sei "soziale" Gerechtigkeit das Ergebnis der willkürlichen Entscheidung eines Zentralorgans im Hinblick auf "Ergebnisgleichheit". Dies widerspreche jedoch grundlegend dem Gedanken der Gleichheit vor dem Gesetz; Rechtssicherheit werde nicht mehr beachtet. Der freiwillige Vertrag durch die Hegemonie der Mehrheit ersetzt.[64]

Weitere Vertreter der vierten Generation

Weitere bedeutende Vertreter der vierten Generation sind Gottfried Haberler, Fritz Machlup, Oskar Morgenstern, Paul Rosenstein-Rodan.

Austrian Economics und Neo-Austrians in den USA

Die frühe Rezeption der Österreichischen Schule in den USA ist wesentlich auf Benjamin Anderson (The Value of Money (1917)), Frank Fetter, Henry Hazlitt, William Harold Hutt, Kurt Richebächer, Frederick Nymeyer, Hans Sennholz und Philip Wicksteed zurückzuführen.

Murray Rothbard

Mises' Schüler Murray Rothbard entwickelte die Lehren Mises' weiter zu einem radikalen kapitalistischen Libertarismus, dem Anarchokapitalismus.

Austrian economics bezeichnet heute in den USA meist einen naturrechtlichen, konservativen Anarchokapitalismus. Diese auf Rothbard zurückgehende Entwicklung („rothbardianism“)[65] in den USA unterscheidet sich in ihren Lehren zum Teil erheblich von denen Mengers bis Hayeks: Böhm-Bawerk, Mises und Hayek lehnten Anarchie und naturrechtliche Begründungen strikt ab. Markt konnte für sie nur innerhalb einer staatlichen Ordnung existieren. Trotz ihrer anti-marxistischen Haltung verblieb die Österreichische Schule von Menger bis Hayek eher apolitisch. Wieser schloss staatliche Intervention nicht aus. Hayek und Mises legten großen Wert auf die Wertfreiheit ihrer ökonomischen Methode. Hayek wehrte sich gegen seine Identifikation als konservativ.[66]

Rothbard und das auf in seiner Tradition stehende 1982 von Lew Rockwell gegründete Ludwig von Mises Institute in Auburn (Alabama) befürworten dagegen einen naturrechtlich[67][68] legitimierten Anarchokapitalismus, sowie eine konservatives politisches Weltbild.[69] Beobachter zweifeln deshalb deren Identifikation mit der Tradition der Österreichischen Schule an.[2]

Ron Paul, der sich mehrfach als Präsidentschaftskandidat der Republikaner bewarb, gilt als Anhänger der Austrian economics und hat sechs Bücher auf diesem Gebiet verfasst.[70] The Review of Austrian Economics (ISSN 0889-3047) bzw. das Quarterly Journal of Austrian Economics (ISSN 1098-3708) gelten als die wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften über Austrian economics.

Der zweite bedeutende US-amerikanische Mises-Schuler ist Israel Kirzner (New York University).

Die Positionen Hayeks werden vom Hayek Institut in Wien weitergeführt.

Einfluss und Kritik

Nikolai Bucharin kritisierte in Die politische Ökonomie des Rentners (1926) die Böhm-Bawerksche Kapitaltheorie aus marxistischer Sicht.

Karl Popper sah seine Wissenschaftstheorie durch Hayek auf die Sozialwissenschaften angewandt.[71]

Milton Friedman kritisierte die Methodik der Österreichischen Schule scharf. Sie sei durch ihre dogmatische Grundlage nicht fähig, die Wirtschaftswissenschaften langfristig voranzubringen und führe zu Intoleranz; sie sei nicht wissenschaftlich im Sinne Karl Poppers, da ihre Axiome von vornherein unwiderlegbar seien.[72] Insbesondere hielt er die österreichische Theorie zur Erklärung von Konjunkturzyklen für falsch:[73][74]

Der ehemalige Vorsitzende der Fed, Alan Greenspan, sagte im Jahr 2000 „the Austrian school have reached far into the future from when most of them practiced and have had a profound and, in my judgment, probably an irreversible effect on how most mainstream economists think in this country.“ (deutsch: „Die Österreichische Schule hat weit über ihre Zeit hinausgedacht und hatte einen weitgehenden – in meinen Augen unumkehrbaren – Einfluss auf den Mainstream der Wirtschaftswissenschaften in diesem Land.“) Er nahm außerdem an einem von Mises gehaltenem Seminar teil.[75]

Der österreichische Ökonom Hanns Abele sieht in der Spieltheorie einen „wichtigen methodischen Fortschritt für Studien in der Tradition der Österreichischen Schule.“[76]

Kritiker der Austrian economics sind weiterhin Bryan Caplan[77], Tyler Cowen sowie David D. Friedman.

Literatur

Primärliteratur

Erste Generation

  • Carl Menger: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. Wilhelm Braumüller, Wien 1871, ISBN 978-3-86550-523-1 (online). 
  • Carl Menger: Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften, und der politischen Ökonomie insbesondere. Duncker & Humblot, Leipzig 1883, ISBN 978-3-86550-523-1 (online). 

Zweite Generation

  • Eugen von Böhm-Bawerk: Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien. In: Kapital und Kapitalzins. Erste Abtheilung, Fischer, Jena 1884, ISBN 978-3-87881-085-8 (online). 
  • Eugen von Böhm-Bawerk: Positive Theorie des Kapitales (Buch I–IV). In: Kapital und Kapitalzins. Zweite Abtheilung, 1. Band, Wagner, Innsbruck 1889, ISBN 978-3-87881-061-2. 
  • Eugen von Böhm-Bawerk: Positive Theorie des Kapitales (Exkurse). In: Kapital und Kapitalzins. Zweite Abtheilung, 2. Band, Wagner, Innsbruck 1902, ISBN 978-3-87881-061-2. 

Dritte Generation

Vierte Generation

  • Friedrich Hayek: Prices and Production. Routledge & Kegan, London 1931. 
  • Friedrich Hayek: The Road to Serfdom. Routledge, London 1944, ISBN 978-0226320557. 
  • Friedrich Hayek: The Counter-Revolution of Science – Studies in the Abuse of Reason. Collier-Macmillan Limited, London 1955 (online). 
  • Friedrich Hayek: Recht, Gesetz und Freiheit – Eine Neufassung der liberalen Grundsätze der Gerechtigkeit und der politischen Ökonomie. 3 Bände, 1973/1976/1979 (Originaltitel: Law, Legislation and Liberty—A New Statement of the Liberal Principles of Justice and Political Economy), ISBN 978-3-16-147878-9. 

Neo-Austrians

  • Murray Rothbard: Man, Economy, And State: A Treatise On Economic Principles. D. Van Nostrand Co., Princeton 1962, ISBN 978-0945466307 (online). 
  • Israel Kirzner: Competition and Entrepreneurship. Chicago University Press, Chicago 1978, ISBN 978-0226437767. 

Sekundärliteratur

  • Karsten von Blumenthal: Die Steuertheorien der Austrian Economics: Von Menger zu Mises. Metropolis-Verlag, Marbug 2007, ISBN 978-3-89518-618-9 (Zugl. Dissertation Universität Hamburg, 2007). 
  • Malte Michael Faber: Introduction to Modern Austrian Capital Theory. Springer, Berlin 1979. 
  • Wolfgang Grassl und Barry Smith (Hrsg.): Austrian Economics. Historical and Philosophical Background. New York University Press, New York 1986, ISBN 978-0814730072. 
  • Friedrich Hayek: Economic Thought VI: The Austrian School. In: David L. Sills (Hrsg.): International Encyclopedia of the Social Sciences. Vol. 4, The Macmillan Company & The Free Press, New York 1968, S. 458–462. 
  • Friedrich A. v. Hayek Institut (Hrsg.): Von Menger bis Mises. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2000, ISBN 3-933180-58-9. 
  • Friedrich A. v. Hayek Institut (Hrsg.): Von Hayek bis White. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2000, ISBN 3-933180-59-7. 
  • John Richard Hicks und Wilhelm Weber (Hrsg.): Carl Menger and the Austrian School of Economics. Oxford University Press, Oxford 1973, ISBN 978-0198281818. 
  • Jesús Huerta de Soto: Die österreichische Schule – Markt und Kreativität. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2007 (Originaltitel: La Escuela Austríaca – Mercado y Creatividad, übersetzt von Ingolf Günter Krumm), ISBN 978-3-902466-03-7. 
  • Randall G. Holcombe (Hrsg.): 15 Great Austrian Economists. Ludwig von Mises Institute, Auburn (Alabama) 1999, ISBN 978-0945466048. 
  • Israel Kirzner: Austrian Economics. In: Steven N. Durlauf und Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave - Dictionary of Economics. 2. Auflage. Vol. 1, Palgrave Macmillan, New York 2008, S. 313–320. 
  • Norbert Leser: Die Wiener Schule der Nationalökonomie. Boehlau Verlag, Wien 1986, ISBN 978-3205063537. 
  • Fritz Machlup: Austrian Economics. In: D. Greenwald (Hrsg.): Encyclopedia of Economics. MacGraw-hill, New York 1982. 
  • Karen Iversen Vaughn: Austrian Economics in America: The Migration of a Tradition. Cambridge Univ Press, 1998, ISBN 978-0521637657. 

Kritik

  • Nikolai Bucharin: Die politische Ökonomie des Rentners. Die Wert- und Profittheorie der österreichischen Schule. Verlag für Literatur und Politik, Wien/Berlin 1926. 
  • Frank H. Knight: Professor Mises and the Theory of Capital. In: Economica. Vol. 8, Nr. 32, November 1941, S. 409–427. 
  • Robert Nozick: On Austrian Methodology. In: Synthese – An International Journal for Epistemology, Methodology and Philosophy of Science. Vol. 36, 977, S. 353–392. 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d Österreichische Grenznutzenschule. In: Gabler Wirtschaftslexikon. 16. Auflage. K–R. 
  2. a b c d e Israel Kirzner: Austrian Economics. In: Steven N. Durlauf und Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave - Dictionary of Economics. 2. Auflage. Vol. 1, Palgrave Macmillan, New York 2008, S. 313–320. 
  3. a b Fritz Machlup: Austrian Economics. In: D. Greenwald (Hrsg.): Encyclopedia of Economics. MacGraw-hill, New York 1982. 
  4. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 14–16. 
  5. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 200, ISBN 8477387598, S. 14–16. 
  6. Deutsche Übersetzung nach Georg Heinrich Moser: Ciceros Werke. Metzler, Stuttgart 1828 (online). 
  7. Friedrich Hayek: Recht, Gesetz und Freiheit. Band II. 
  8. Murray Rothbard: Economic Thought Before Adam Smith. 
  9. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 200, ISBN 8477387598, S. 51–64. 
  10. Carl Menger: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. Wilhelm Braumüller, Wien 1871, ISBN 978-3-86550-523-1, S. 257 (online). 
  11. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 51–70. 
  12. William Jaffé: Menger, Jevons and Walras de-homogenized. In: Economic Inquiry. 14, S. 511–524. 
  13. Carl Menger: Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften. 1883, S. 163. 
  14. Carl Menger: Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften. 1883, S. 182. 
  15. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 51–70. 
  16. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 51–70. 
  17. Die Formulierung stammt aus einer von Emil du Bois-Reymond am 3. August 1870 in der Aula der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin gehaltenen Rede Über den deutschen Krieg. Estelle Du Bois-Reymond (Hrsg.): Reden von Emil Du Bois-Reymond. Band I, Leipzig 1912, S. 393–420. 
  18. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 51–70. 
  19. Eugen von Böhm-Bawerk: The Austrian economists. In: Annals of the American Academy of Political und Social Science. Vol. 1, 1891 (online). 
  20. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 51–70. 
  21. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  22. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  23. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  24. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  25. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  26. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  27. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  28. Malte Michael Faber: Introduction to Modern Austrian Capital Theory. Springer, Berlin 1979. 
  29. Joseph Schumpeter: Histroy of Economic Analysis. Oxford University Press, New York 1954, S. 847. 
  30. Lachmann: Austrian economics in the present crisis of economic thought. In: Capital, Expectations, and the Market Process. Sheed, Andrews & McMeel, Kansas 1977. 
  31. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  32. Eugen von Böhm-Bawerk: Zum Abschluss des Marxschen Systems. In: Horst Meixner und Manfred Turban (Hrsg.): Etappen Bürgerlicher Marx-Kritik. Band 1, Andreas Achenbach, Gießen, S. 65 (online). 
  33. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  34. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  35. Nikolai Bucharin: Die politische Ökonomie des Rentners. Die Wert- und Profittheorie der österreichischen Schule. Verlag für Literatur und Politik, Wien/Berlin 1926. 
  36. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  37. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 75–97. 
  38. Friedrich Hayek: Economic Thought VI: The Austrian School. In: David L. Sills (Hrsg.): International Encyclopedia of the Social Sciences. Vol. 4, The Macmillan Company & The Free Press, New York 1968, S. 458–462. 
  39. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  40. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  41. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  42. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  43. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  44. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  45. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  46. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  47. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  48. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 101–118. 
  49. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  50. Die Tautologien, aus denen die formale Wirtschafstheorie im wesentlichen besteht, können nur insoweit in Aussagen verwandelt werden, die uns irgend etwas über die Kausalzusammenhänge in der realen Welt sagen, als wir imstande sind, in diese formalen Sätze bestimmte Behauptungen darüber einzusetzen, wie Wissen erworben und vermittelt wird; vgl. F. A. Hayek: Wirtschaftstheorie und Wissen. In: F. A. Hayek: Individualismus und wirtschaftliche Ordnung. Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-Zürich 1952. S. 49. Vortrag 10.11.1936
  51. "daß ein Steigen der Löhne die Kapitalisten ermuntern wird, Arbeit durch Maschinen zu ersetzen" (F. A. Hayek: Der Ricardo-Effekt. In: F. A. Hayek: Individualismus und wirtschaftliche Ordnung. Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-Zürich 1952. S. 281 (1942))
  52. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  53. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  54. Mises schrieb 1933: „Innerhalb der modernen subjektivistischen Nationalökonomie unterscheiden wir mehrere Richtungen. Wir sprechen gewöhnlich von der österreichischen, von der Lausanner und von der angloamerikanischen Schule. Darüber, daß es sich hier nur um eine andere Darstellungsweise desselben Grundgedankens handelt und daß die drei Typen mehr durch ihre Terminologie und durch Eigenheiten der Darstellung als durch den Inhalt ihrer Lehre geschieden sind, hat die Arbeit von MORGENSTERN 1), die Ihnen vorliegt, das Notwendigste gesagt.“ (Ludwig von Mises: Grundprobleme der Nationalökonomie. Gustav Fischer, Jena 1933, S. 199 (online). )
  55. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. . Siehe auch Avi Jonathan Cohen: The Hayek/Knight Capital Controversy: The Irrelevance of Roundaboutness, or Purging Processes in Time?. In: History of Political Economy. Vol. 35, Nr. 3, 2003, ISSN 0018-2702, S. 469–490. 
  56. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  57. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  58. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  59. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  60. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  61. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  62. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  63. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  64. Jesús Huerta de Soto: La Escuela Austríaca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387598, S. 119–139. 
  65. Hans-Hermann Hoppe: Rothbardian Ethics. 20. Mai 2002
  66. Friedrich Hayek: Why I Am Not a Conservative. In: The Constitution of Liberty. Chicago University Press, Chicago 1960 (online). 
  67. Jörg Guido Hülsmann: Austro-Liberalismus oder Chicago-Liberalismus?. (online). 
  68. Jörg Guido Hülsmann: Naturrecht und Liberalismus. In: Eigentümlich Frei. 4, 4.Quartal 1998, S. 122 sqq. (online). 
  69. Vgl. etwa Hans-Hermann Hoppe: The Intellectual Incoherence of Conservatism. 4. März 2005
  70. Ron Paul: The Economics of a Free Society
  71. Karl Popper: Logik der Forschung. 7. Auflage. Mohr, Tübingen 1982, S. XXVI. 
  72. Alan Ebenstein: Friedrich Hayek: A Biography. Chicago University Press, Chicago 2003, ISBN 978-0-226-18150-9, S. 273. 
  73. „I think the Austrian business-cycle theory has done the world a great deal of harm.“ (deutsch: „Ich glaube die Österreichische Konjunkturzyklen-Theorie hat der Welt großen Schaden gebracht.“) Milton Friedman: Mr. Market – Interview with Milton Friedman. In: Barron's Magazine. 24. August 1998 (http://www.hoover.org/publications/digest/3507421.html). 
  74. „The Hayek-Mises explanation of the business cycle is contradicted by the evidence. It is, I believe, false.“ Milton Friedman: The “Plucking Model” of Business Fluctuations Revisited. In: Economic Inquiry. vol. 31 (2), April 1993, S. 171. 
  75. Alan Greenspan Hearings before the U.S. House of Representatives' Committee on Financial Services. U.S. House of Representatives' Committee on Financial Services. Washington D.C. 25. Juli. 2000.
  76. Hanns Abele: Grosser Einfluss der Österreichischen Schule der Nationalökonomie auf die Volkswirtschaftslehre. In: NZZ online, 27. Oktober 2007
  77. Bryan Caplan: Why I Am Not an Austrian Economist. (online). 
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