Benzingerode
Benzingerode, gesehen vom Struvenberg
Benzingerode, gesehen vom Austberg

Benzingerode ist seit dem 1. April 1993 ein Ortsteil der Stadt Wernigerode[1] im Landkreis Harz des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Benzingerode liegt im Nordharz etwa 7 km östlich von Wernigerode, an der alten Bundesstraße 6, die mitten durch den Ort führt und von der am östlichen Ortsausgang eine Verbindungsstraße nach Silstedt abzweigt. Südwestlich von Benzingerode liegt der Stapenberg.

Geschichte

Blick vom Fernradweg auf den Ort

Während des Neolithikums war die Gegend besiedelt von Personengruppen, die der Bernburger Kultur, einer Untergruppe der Trichterbecherkultur zugeordnet werden. Als archäologisch auswertbare Zeugnisse dieser Gruppen haben sich so genannte Totenhütten erhalten. Eine solche wurde auf der Trasse der Ortsumgehung der neu gebauten Bundesstraße 6n gefunden. Der Ort selbst kann auf eine fast 800-jährige Geschichte zurückblicken. Der Ortsname Benzingerode (Variationen: Benshingerod, Bentsingerod) wird erstmals im Lehnsverzeichnis des Grafen Heinrich I. von Regenstein erwähnt, das Einträge aus der Zeit von 1212 bis 1227 verzeichnet. Da es sich um den ältesten Teil des Lehnsverzeichnisses handelt, in dem Benzingerode genannt wird, könnte sich der Zeitpunkt der Ersterwähnung auf die Jahre 1212/13 eingrenzen lassen.

Aus einer Urkunde vom 28. September 1323 geht hervor, dass Graf Heinrich von Regenstein dem Stiftskapitel St. Sylvestri zu Wernigerode drei Viertel Land und einen Hof zu Bencingerode übergab, wie seine Brüder Ulrich und Siegfried es auch getan haben.

Der Ort geht auf zwei ehemalige Gutshöfe zurück, den Oberhof und den Unterhof. Beide Bezeichnungen haben sich als Flur- bzw. Straßennamen bis heute erhalten. Der Unterhof soll das Gut der Herren von Benzingerode gewesen sein.

Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche

Unmittelbar östlich des Ortes befinden sich die wenigen Überreste der Struvenburg. Sie liegt an der Westseite des Struvenberges, dessen höchster Punkt 306 m hoch liegt und zum Naturschutzgebiet Ziegenberg gehört.

Nordwestlich des Ortes liegt der Aust- oder Augsberg, auf dem sich eine Warte befindet. Die Restaurierung der Austbergwarte erfolgte zwischen 2006 und 2008. Die Warte ist ein Teil des alten Landwehrsystems im Nordharz. Sie stammt vermutlich aus der Zeit um 1250 und diente der Grafen von Blankenburg als Schutzturm. Zum größtenteils aus Muschelkalk bestehenden Austberg führt ein 7 km langer markierter Rundweg durch interessante Vegetation.

Die in der Ortsmitte gelegene neoromanische Dorfkirche Benzingerode wurde 1903 erbaut und ähnelt der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Ferner befindet sich ein Schulmuseum im Ort.

Weiterhin stehen nordöstlich von Benzingerode drei Menhire. Diese befinden sich auf einem Feld, unweit der neu gebauten B 6n und sind über den 6 km langen Menhir-Rundweg zu erreichen. Der "große" Menhir (3,50 m) steht noch am ursprünglichen Standort, während die anderen beiden Menhire vor kurzem an mehr oder weniger originalen Stellen wieder errichtet wurden.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

Weblinks


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