Berchthold von Kremsmünster

Berchtold von Kremsmünster (* vor 1270; † 1326 oder später), auch Bernardus Noricus genannt, war ein Geschichtsschreiber und Chronist

Er trat in den 80er Jahren des 13. Jahrhunderts in das Kloster Kremsmünster ein. Er wurde 1290 Diakon und ist seit 1292 im Scriptorium des Klosters nachweisbar. Im Jahr 1300 wurde er zum Priester geweiht. Einige Zeit war er als Scholasticus tätig. 1319 reiste er nach Avignon. Er starb an einem 2. Februar, vermutlich 1326.

Berchtold erstellte ein Urbar, dichtete ein Reimoffizium und war als Kustos der Stiftskirche von Kremsmünster tätig. Seine Bedeutung liegt aber vor allem in seiner Tätigkeit als Historiker. Er verfasste die „Historia Cremifanensis“ und die „Narratio de ecclesia Cremsmunstrensi“, welche zu den „Geschichtsquellen von Kremsmünster“ zählen. Die „Historia Cremifanensis“ umfasst die Geschichte Kremsmünsters von der Gründung bis zu Abt Friedrich von Aich. Die „Narratio de ecclesia Cremsmunstrensi“ behandelt in einem ersten Abschnitt die Gründung des Klosters, in einem zweiten den Niedergang und die Gegenwart. In vielen anderen Büchern finden sich Notizen, Glossen, Querverweise, Ergänzungen, aber auch längere Texte von seiner Hand. Zu seiner Zeit umfasste die Bibliothek von Kremsmünster etwa 400 Werke.

Literatur

  • Historia Cremifanensis. Liber de origine et ruina monasterii Cremifanensis. Bernardi Cremifanensis historiae in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores (in Folio) 25: Gesta saec. XIII.. Herausgegeben von Georg Waitz u. a. Hannover 1880, S. 628–678 (Digitalisat).
  • Altman Kellner: Profeßbuch des Stiftes Kremsmünster. o.O.u.J.
  • Mittelalterliche Bibliothekskataloge Österreichs V. Oberösterreich. Bearbeitet von Herbert Paulhart. Wien – Köln – Graz 1971.
  • Theodorich Pichler: Die Stiftsbibliothek. In: Kremsmünster. 1200 Jahre Benediktinerstift. o.O. 1976.
  • Winfried Stelzer: Gebildete Zeitgenossen im Umkreis Engelberts von Admont. In: Johann Tomaschek , Michael Braunsteiner (Hrsg.): Abt Engelbert von Admont (reg. 1297-1327. Schriften zur Kultur- und Kunstgeschichte des Benediktinerstiftes Admont 6. Admont 1998, S. 19-35.
  • Paul Uiblein: Berchtold von Kremsmünster. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon I. Berlin – New York 1978, S. 715-718.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Berchthold — ist der Name von Berchtold von Falkenstein († 1272), Abt des Benediktinerklosters St. Gallen von 1244 bis 1272 Berchthold von Kremsmünster (auch Bernardus Noricus genannt; * vor 1270, † nach 1326), Geschichtsschreiber und Chronist Siehe auch:… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Berc — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Lauriacum — Legionslager Enns Alternativname Lauriacum/Lauriaco/Lauriaci Limes Noricum Abschnitt Strecke 1 Datierung (Belegung) severisch, 205 bis 5. Jahrhundert Typ …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”