Berchuyssen
Berghausen
Gemeinde Reichshof
Koordinaten: 50° 59′ N, 7° 37′ O50.9847222222227.6194444444444349Koordinaten: 50° 59′ 5″ N, 7° 37′ 10″ O
Höhe: 349 m ü. NN
Einwohner: 685 (1. Jan. 2007)
Postleitzahl: 51580
Vorwahl: 02261
Karte
Lage von Berghausen in Reichshof

Berghausen ist ein Ort von 106 Ortschaften der Gemeinde Reichshof im Oberbergischen Kreis im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Beschreibung

Die nächstgelegenen Zentren sind Gummersbach (10 km nordwestlich), Köln (54 km westlich) und Siegen (46 km südöstlich).

Erstnennung

1492 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt und zwar „Hannes von Berchuyssen ist Zeuge bei der Feststellung der bergischen Rechte im Eigen von Eckenhagen.“

Schreibweise der Erstnennung: Berchuyssen[1]

Berghausen, schon in der Mercatorkarte des „Eigen von Eckenhagen“ von 1575 mit diesem Namen aufgeführt, hat einen naturbestimmten Namen „Ansitz auf dem Berge“

Geschichte

Im Kirchspiel Eckenhagen bestanden bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts hinein, wo die rechtlichen Unterschiede zwischen Ritter-, Sattel- und Bauerngut gänzlich beseitigt wurden, 6 Sattelgüter, u.a. Alpe. Dieses umfasste die „10 Aggerhöfe“, neben Berghausen noch Ober- und Niederalpe, Hunsheim, Ohlhagen, Fahrenberg, Seifen, Merkausen, Allinghausen, Dorn und Allenbach.

Den Unterlagen des Alper Bürger Club ist zu entnehmen, dass sich dort stattliche Steinbauten um einen wehrhaften Bergfried erhoben, wo sonst doch die Ortschaften nur durch niedrige Fachwerkhäuser geprägt waren. Als „ein Schloß und Adelicher seß (Sitz)“ sind beide Plätze („In der Olpe“ und „In der nider Olpe“) bezeichnet.

Die im Jahre 1575 ausgewiesenen „Eigen von Eckenhagen“ bestanden aus 2 Kirch- oder Pfarrdörfern, 83 Weilern und 18 Einzelhöfen.

Von allen verpflichteten Gütern und Grundstücken wurde der Schatz oder die zwangsweise zu erhebende Steuer, ursprünglich von der Bede oder freiwilligen Steuer unterschieden, erhoben. Nach den Kellnereirechnungen von 1749 war es Aufgabe der Honschaften im Eigen von Eckenhagen, die Abgaben in den 105 Ortschaften für das Amt Windeck zu erheben. Berghausen war von der Zahlung befreit.

Kirche

Die Anfänge einer eigenen Pastorisierung in dem Gebiet gehen weit zurück. Aus dem Buch „Eckenhagen und Denklingen im Wandel der Zeiten“, geht hervor, dass um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Niederalpe ein Peter von Heydt, genannt Hüngerkausen lebte. Er heiratete 1560 eine nichtadelige Frau, Gertrud aus Ohlhagen. Aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor. Er setzte sich kurz vor seinem Tod ein Denkmal, indem er den 10 Aggerhöfen das „Häuschen zum Dorn samt dem Gärtchen hinten daran, legiert zur Ehre Gottes vor ein Kapell und Schulhaus und auch dazu fünfzig Rthlr.“ schenkte. Die Testamentsvollstreckung fand am 9. Oktober 1622 durch den Bruder Johann statt. In der Kapelle verrichteten die sogenannten 10 Aggerhöfe im bergischen Amt Windeck ihre regelmäßigen Gottesdienste. Fast schon 150 Jahre war die Kappellengemeinde Dorn im ungestörten Besitz ihrer Rechte, als 1765 der Pfarrer von Eckenhagen, unterstützt durch den Richter von Windeck, Dorn in einen harten Rechtsstreit verwickelte und den Predigtstuhl beseitigen ließ. Auf Eingabe der Dornschen Nachbarschaft bzw. der ev.- luth. Eingesessenen der 10 Aggerhöfe erging am 18. Oktober 1765 der Bescheid der Königl. Preußischen Landesregierung, dass diese Maßnahmen zu unterlassen bzw. rückgängig zu machen sind. Die lutherische Kapelle wurde jedoch zum Ende des 18. Jahrhunderts auf Veranlassung der luth. Pfarrer zu Eckenhagen wegen angeblicher Baufälligkeit niedergerissen.

Der Wunsch nach einer selbständigen Pastorisierung der Schulbezirke Hunsheim, Drespe, Sotterbach und Mennkausen in der „Untergemeinde Eckenhagen“ wurde nach vielem Hin und Her durch Ministerial-Verfügung erfüllt, die bestimmte, dass je ein Gotteshaus in Hunsheim und Volkenrath erbaut wird. 1907 dann war es soweit, am 21. Mai fand die Grundsteinlegung für die Kirche in Hunsheim statt, am 17. November die Einweihung. Die Kirche hatte 2 Glocken. Die größere, die 1917 abgeliefert werden musste, trug die Inschrift: O LAND, LAND, LAND, HÖRE DES HERREN WORT! – die 1928 wieder neu beschaffte im oberen Kranz: NACH KRIEG UND LEID RUF ICH ERNEUT ZUR SELIGKEIT! Im April 1942 mussten sie wieder abgeliefert werden.

1907 legte die bürgerliche Gemeinde Denklingen in Hunsheim auch einen Friedhof an, das Kriegerehrenmal wurde 1925 erstellt.

Von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges blieb man nicht verschont. Am 1. Dezember 1943 erfolgte ein Angriff auf den Oberbergischen Kreis. Die 1907 erbaute kleine, schöne Kirche in Hunsheim wurde zerstört.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, der kirchlichen und weltlichen Behörden fand am 5. September 1948 die Grundsteinlegung für ein neues Gotteshaus statt, am 8. Mai 1949 das Richtfest. Den ersten Gottesdienst feierte man am 29. Januar 1950, die Einweihung am 10. Dezember des Jahres.

Zu den Katholiken, im 20. Jahrhundert bis Kriegsende in dieser Gegend nur sehr wenige, findet man den Hinweis, dass durch erzbischöfliche Verfügung vom 24. August 1889 14 Ortschaften aus der Gemeinde Denklingen, auch Beghausen, mit zusammen 130 Katholiken in seelsorgerischer Hinsicht dem Rektorat Derschlag zugewiesen wurden.

Schule

Der Weiler Dorn hat in der Geschichte dieser Gegend eine besondere Bedeutung durch seine in damaliger Zeit berühmte Schule. Zu dem Schulbezirk gehörte auch Berghausen. Das Kirchspiel Eckenhagen war groß, ein Schulzwang bestand nicht, also suchte man dem Bildungsbedürfnis Rechnung zu tragen. Da kam 1622 das Vermächtnis des Peter von Heydt aus Niederalpe zur rechten Zeit. Eine Schulordnung wurde 1782 erlassen. Die Einlösung durch den Bevollmächtigten der 10 Aggerhöfe, Chr. Klein zu Freckhausen, erfolgte am 1. Oktober des Jahres.

Als die Schule 1841 abbrannte, blickte man auf eine über 200 jährige Geschichte zurück. Der Schulsaal blieb weitgehend unversehrt und wurde nach Hunsheim verlegt. Dort befindet sich die Schule noch heute, nach Peter von Heydt benannt.

Freizeit

Vereinswesen

  • Dorfgemeinschaft Berghausen

Quellen

  1. Klaus Pampus: Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte, ISBN 3-88265-206-3
  • Oswald Gerhard: Eckenhagen und Denklingen im Wandel der Zeiten

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