Berg Athos
Αυτόνομη Μοναστική Πολιτεία
Άγιον Όρος
(gr.)
Aftonomi Monastiki Politia
Agion Oros
(gr.)
Autonome Mönchsrepublik Heiliger Berg
Autonome Mönchsrepublik Athos
Flagge Griechenlands Flagge der Mönchsrepublik Athos
(Details) (Details)
Amtssprache Koine und Kirchenslawisch als Sprachen im Gottesdienst sowie Griechisch, Russisch, Serbisch, Georgisch, Bulgarisch, Rumänisch.
Hauptstadt Karyes
Staatsform Autonome Mönchsrepublik
Staatsoberhaupt Kostas Karamanlis und das Außenministerium Griechenlands in politischen Aspekten
und
Bartholomäus I. und das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel in religiösen Aspekten
Fläche 335,637 km²
Einwohnerzahl 2 262 Einwohner (2001 [1])
Bevölkerungsdichte 6,73 Einwohner pro km²
Nationalfeiertag Orthodoxes Osterfest
Währung Euro
Zeitzone UTC+2
Nationalhymne Ymnos is tin Eleftherian
(„Ode an die Freiheit“)
Internet-TLD .gr
Vorwahl +30
Offizielle Webseite www.mountathos.gr
Lage der Mönchsrepublik Athos in Griechenland

Der Heilige Berg Athos (griechisch Άθως, Àthos; im Griechischen meist Άγιον Όρος, Ágion Óros, „Heiliger Berg“) ist eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souveränität in Griechenland. Er befindet sich auf dem gleichnamigen östlichen Finger der Halbinsel Chalkidikí in der Verwaltungsregion Zentralmakedonien in der Region Makedonien. Das Territorium umfasst rund 336 km² und zählt 2262 (mönchische) Einwohner, zuzüglich einer saisonal wechselnden Zahl von zivilen Arbeitern. Im Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff „(Berg) Athos“ entweder die ganze Halbinsel Athos mit dem Mönchsstaat oder auch nur den eigentlichen Berg an der Südost-Spitze der Halbinsel, der 2.033 Meter hoch ist.

Inhaltsverzeichnis

Weltkulturerbe

Die 20 Großklöster der orthodoxen Mönchsrepublik sind Teil des UNESCO-Welterbes. Das erste Kloster, die Große Lavra, wurde 963 vom byzantinischen Mönch Athanasios Athonites gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt siedelten auf dem Athos bereits Mönche, die sich an den Vorbildern der asketischen Mönche im Alten Ägypten orientierten. Bald gründeten bulgarische, rumänische, russische, georgische und serbische Mönche weitere Großklöster auf dem Berg Athos. Es gab auch italienische Gemeinden, z.B. die der so genannten Amalfitaner (nach der Stadt Amalfi) südlich des Klosters Karakollou, welche jedoch im 12. Jh. aufgelassen wurden. Heute gibt es 20 Großklöster, davon sind 17 griechisch, eines russisch, eines bulgarisch und eines serbisch.

Neben den Klöstern gibt es auf dem Athos die Siedlungsform der Skiten (gr. σκήτες), die jeweils von ihrem Mutterkloster abhängen, somit keine eigenständigen Rechte in Regierung und Verwaltung der Mönchsrepublik besitzen. Skiten, rund um einen klösterlichen Zentralbau angelegt, der in Gebäuden und Funktionen den größeren Klöstern gleicht, sind dörfliche Siedlungen, deren Bauten in Kalívia (gr. καλύβια, „Hütten“), Wohnbauten für mehrere Mönche, und Kelliá (gr. κελλιά, „Zellen“), Hütten für einen Bewohner, unterschieden werden. Außerdem siedeln an den schwer zugänglichen Hängen des eigentlichen Berges Athos Mönche in Eremitagen (gr. ησυχαστήρια, Hesychasterien), zumeist Kleinstbauten und Höhlen.

Berühmt sind die Malerwerkstätten des Athos, deren große Tradition der Ikonenmalerei ins Hochmittelalter zurückreicht, als Maler-Mönche der sog. Makedonischen Schule von Thessaloniki auf den Athos umsiedelten.

Klöster auf dem Berg Athos


Siedlungen, Klöster, Skiten und ihre Bewohner

Die folgende Statistik (Zensus 2001) zeigt, dass nach langem Niedergang in den letzten Jahren wieder verstärkter Zuzug auf den Heiligen Berg festzustellen ist. Darüber hinaus sind Umschichtungen zwischen Klöstern und Skiten erkennbar.

Klöster

Kloster Iviron
Kloster Simonos Petras
Kloster Agiou Dionysiou
Kloster Zografou
Kloster (geordnet nach Hierarchie) 1903 1959 1968 1978 1988 1992 2000
Kloster Megisti Lavra (Μονή Μεγίστης Λαύρας) 1187 459 406 348 309 345 362
Kloster Vatopedi (Μονή Βατοπεδίου) 966 129 83 60 55 75 142
Kloster Iviron (Μονή Ιβήρων) 456 101 68 52 53 61 78
Kloster Chilandar (Μονή Χιλανδαρίου) 385 63 55 69 45 50 75
Kloster Agiou Dionysiou (Μονή Αγίου Διονυσίου) 131 53 40 35 59 60 58
Kloster Koutloumousiou (Μονή Κουτλουμουσίου) 214 107 68 66 73 77 95
Kloster Pantokratoros (Μονή Παντοκράτορος) 548 118 84 63 57 50 70
Kloster Xiropotamou (Μονή Ξηροποτάμου) 106 43 36 22 38 34 40
Kloster Zográfou (Μονή Ζωγράφου) 155 21 15 13 11 11 20
Kloster Dochiariou (Μονή Δοχειαρίου) 60 29 16 11 31 32 27
Kloster Karakallou (Μονή Καρακάλλου) 130 42 30 13 16 26 37
Kloster Filotheou (Μονή Φιλοθέου) 133 44 36 81 82 74 70
Kloster Símonos Petras (Μονή Σίμωνος Πέτρας) 108 27 18 61 78 78 73
Kloster Agiou Pavlou (Μονή Αγίου Παύλου) 250 115 111 87 85 85 104
Kloster Stavronikita (Μονή Σταυρονικήτα) 219 35 26 43 40 33 45
Kloster Xenofontos (Μονή Ξενοφώντος) 195 66 43 39 50 46 48
Kloster Osiou Grigoriou (Μονή Οσίου Γρηγορίου) 105 53 34 57 72 77 86
Kloster Esfigmenou (Μονή Εσφιγμένου) 91 46 25 41 40 56 101
Kloster Agiou Panteleimonos (Μονή Αγίου Παντελεήμονος) 1928 61 27 30 32 40 53
Kloster Konstamonitou (Μονή Κωνσταμονίτου) 65 29 17 16 26 27 26
Gesamtzahl 7432 1641 1238 1217 1255 1337 1610

Skiten und Siedlungen

Berg Athos (Luftbild)
Skiti/Siedlung 2001 (gemeldet) 2001 (real) 1991 (gemeldet) 1991 (real)
Karyés (Καρυές, auch: Karies oder hochsprachlich Karyä, Καρυαί) 242 233 223 216
Vígla - Agios Nílos (Βίγλα - Άγιος Νείλος) 12 12 0 0
Vouleftiria (Βουλευτήρια) 11 11 0 0
Dafni (Δάφνη) 33 38 11 16
Karoúlia (Καρούλια) 4 4 0 0
Katounákia (Κατουνάκια) 36 36 0 0
Kapsála (Καψάλα) 19 19 0 0
Kerasiá - Agios Vasílios (Κερασιά - Άγιος Βασίλειος) 27 27 0 0
Metóchion Chourmítsa (Μετόχιον Χουρμίτσης) 10 12 9 11
Néa Skíti (auch: Skiti Theotokou) (Νέα Σκήτη) 44 48 0 0
Prováta-Morfonoú (Προβάτα-Μορφονού) 29 29 0 0
Skiti Agías Annis (Σκήτη Αγίας Άννης) 87 94 126 126
Skiti Agías Triádos (Σκήτη Αγίας Τριάδος) 40 40 29 29
Skiti Agíou Andréou Vatopedíou (Σκήτη Αγίου Ανδρέου Βατοπεδίου) 87 89 0 0
Skiti Agíou Dimitríou Vatopedíou (Σκήτη Αγίου Δημητρίου Βατοπεδίου) 16 16 0 0
Skiti Agíou Dimitríou (Σκήτη Αγίου Δημητρίου) 9 9 0 0
Skiti Agíou Panteleímonos (Σκήτη Αγίου Παντελεήμονος) 12 16 23 24
Skiti Evangelismós tis Theotókou (Σκήτη Ευαγγελισμός της Θεοτόκου) 9 10 14 26
Skiti Theotókou (Σκήτη Θεοτόκου) 1 1 35 35
Skiti Profítou Ilíou (Σκήτη Προφήτου Ηλíου) 0 0 2 2
Skiti Timíou Prodrómou Ivíron (Σκήτη Τιμίου Προδρόμου Ιβήρων) 7 7 6 6
Skiti Timíou Prodrómou Megístis Lávras (Σκήτη Τιμίου Προδρόμου Μεγίστης Λαύρας) 15 15 13 13


Lebensform

Kloster Dochiariou

Waren die meisten Klöster früher idiorrhythmisch organisiert, sind seit 1980 auch die letzten Klöster wieder zum koinobitischen Lebensstil zurückgekehrt, ebenso wie die klosterähnlichen Skiten (zum Beispiel Skíti Prophíti Ilíou, Skíti Agíou Andréou u. a.). Demgegenüber leben aber die Mönche in den dorfähnlichen Skiten (zum Beispiel Néa Skíti, Skíti Agías Annis u. a.) idiorrhythmisch.

Die Klöster folgen weiterhin dem julianischen Kalender, der gegenüber dem ab 1582 in Westeuropa eingeführten gregorianischen Kalender mittlerweile um 13 Tage "nachgeht". Die Stundeneinteilung orientiert sich ebenfalls am byzantinischen Vorbild: Der Tag beginnt also mit Sonnenuntergang (Null Uhr); allein das Kloster von Iviron zählt die Stunden ab Sonnenaufgang.

Pilgerreisen

Eremitenbehausungen an der Steilküste
Grenze zu Athos bei Ouranoupolis

Auf dem Berg war die Fortbewegung lange Zeit nur zu Fuß oder per Maultier möglich. Im Jahr 1963 wurde zur 1000-Jahrfeier die erste Schotterstraße zwischen Dafni (Hafen von Athos, den man per Schiffsverbindung von Ouranopolis aus erreicht) und der Hauptstadt Karyes gebaut. Inzwischen sind alle 20 Klöster des Athos an das Straßennetz angeschlossen und werden regelmäßig von Jeeps oder Bussen angefahren. Einige Skiten im gebirgigen Südteil der Halbinsel sind nur über Maultierpfade oder per Schiff erreichbar. Die Halbinsel ist für (männliche) Pilger, jedoch nicht für klassische Touristen zugänglich. Wenn man gewisse Regeln einhält und die maximal erlaubte Besucherzahl noch nicht ausgeschöpft ist, wird man problemlos als „Pilger“ anerkannt.

Zutrittsverbot für Frauen („Ávaton“)

  • „Aus diesem Paradiese ist das Weib verstoßen, damit der Mann nicht jenes Paradieses verlustig gehe“ (Fredrich 1915, S. 10)
  • „Die Athoniten verwehren den Frauen den Zutritt zum Heiligen Berg, weil sie die Frauen wahrhaft lieben. Alle Frauen sind auf dem Athos abwesend, und doch wieder, durch die Gottesmutter, Maria, sind alle anwesend.“ (Pater Mitrophan in: Günther 1996)

Der Athos heißt auch to perivóli tis Panagías (der Garten der Gottesmutter) und ist im theologischen Sinne einzig und allein der obersten Heiligen der orthodoxen Kirche, Maria, vorbehalten. So ist der Zutritt zum Berg Athos Frauen grundsätzlich untersagt. Ein pragmatischer Grund dafür ist wohl der Wunsch der Mönche, von optischen sexuellen Reizen unbeeinflusst zu leben und sich somit ungestörter der Gottesverehrung widmen zu können. Selbst weibliche Tiere sind von dem Verbot betroffen, allerdings wiegen gewisse praktische Notwendigkeiten schwerer: Mönche, die Ikonen malen, benötigen für ihre Arbeit frischen Eidotter und dürfen daher als einzige Hühner halten. Außerdem sind Katzen erlaubt, um die mönchischen Siedlungen frei von Mäusen, Ratten und Schlangen zu halten.

Die Frau auf dem Berg Athos war im 19. Jahrhundert ein beliebtes literarisches Motiv, so in der Oper Der heilige Berg (1914) des norwegischen Komponisten Christian Sinding. Bei der Aufnahme Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft im Jahr 1981 wurde der politisch-rechtliche Sonderstatus der Mönchsrepublik anerkannt, dennoch hat in jüngster Zeit das Ávaton wiederholt zu Kontroversen mit der Europäischen Union geführt; so forderte das Europaparlament zuletzt 2003 in einem nicht bindenden Beschluss mit knapper Mehrheit dessen Abschaffung.

Immer wieder wurde das Avaton von Frauen übertreten. 1969 betraten fünf griechische Urlauberinnen eigenmächtig das Gebiet des Athos; 1989 verirrte sich eine deutsche Touristin in das Mönchsterritorium. Schlagzeilen machten zuletzt sechs griechische Frauen, die im Januar 2008 vor laufender Kamera die Grenze zum Mönchsstaat übersprangen, um gegen Gebietsansprüche der Mönche außerhalb des Athos zu protestieren.[2]

Verwaltung

Kloster Simonos Petras

Die Mönchsrepublik gehört völkerrechtlich zu Griechenland (in Staatsrechtterminologie ist Griechenland Suzerän der Mönchsrepublik), durch den autonomen Status obliegen einige innenpolitische Entscheidungen und die Verwaltung des Berges aber den Mönchen, ebenso gehört der Berg Athos nicht zum steuerlichen Gemeinschaftsgebiet der EU. Jedes Kloster ist innerhalb der Mönchsrepublik autonom und wird von einem auf Lebenszeit gewählten Abt geleitet. Die Macht liegt bei den 20 Großklöstern, von denen Kleinklöster (Metóchia), Mönchsdörfer (Skiten) und Einsiedeleien (Kelliá) abhängen.

In dem kleinen Hauptort Karyes befindet sich die Kirche des Protaton sowie das Gebäude der Hierá Sýnaxis („Heilige Versammlung“), die aus den Äbten der 20 Klöster besteht und legislative und judikative Funktionen wahrnimmt. In Karyes gibt es 19 Kellia („Zellen“), in denen die Äbte untergebracht sind. Eine Ausnahme hierzu bildet das Kloster Koutloumousiou, da es in der Nähe von Karyes angesiedelt ist und demzufolge eine eigene Zelle nicht benötigt. Karyes ist der Sitz der Hierá Koinótis („Heilige Zusammenkunft“), also des „Parlaments“, in das jedes Großkloster einen Vertreter (Antiprósopos, Nominativ) entsendet. Der Prótos („der Erste“), der jährlich neugewählte Vorsitzende der Exekutive, hat seinen Sitz ebenfalls dort.

Der staatliche Gouverneur Griechenlands auf dem Athos untersteht dem griechischen Außenministerium und ist zusammen mit einigen Beamten und Polizisten für die Einhaltung der Verfassung des Athos und die Wahrung von Sicherheit und Ordnung zuständig.

Interne Konflikte

Für internationale Schlagzeilen sorgte im Dezember 2005 die Besetzung des Konaki (Sitz des Vorstandes der Mönchsrepublik) durch 20 Mönche des Klosters Esfigménou. Damit protestierten sie gegen den Beschluss der übrigen 19 Klöster, die Vertretung ihres Klosters in den Gremien der Mönchsrepublik nicht mehr anzuerkennen. Ausgelöst wurde der Eklat nach jahrzehntelang schwelender Krise 2003, als die Mönche von Esfigménou dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel „Verrat an der Orthodoxie“ vorwarfen, weil er mit der römisch-katholischen Kirche Gespräche aufgenommen hatte. Daraufhin hatte der Patriarch die Rebellen zum Verlassen der Mönchsrepublik aufgefordert. Die Mönche von Esfigménou ignorierten die Forderung. Im Dezember 2006 kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, als gemäßigte Mönche versuchten, den besetzten Verwaltungskomplex zu räumen. Es gab eine Handvoll Verletzte, aber die Besetzung dauert an. Die griechische Regierung bot Polizei- und Militärhilfe an, was von seiten der Mönche abgelehnt wurde. Im August 2008 drohten die Mönche damit, sich und ihr Kloster in die Luft zu sprengen, falls die Polizei versuche, es zu räumen. [3]

Der Klosterbrand vom 3./4. März 2004

Kloster Chiliandarí

Bei einem Feuer in der Nacht vom 3. zum 4. März 2004 im serbischen Kloster Chiliandarí (serb. Hilandar) wurden wertvolle Wandmalereien aus dem 12. und 13. Jahrhundert ein Raub der Flammen.

Ein Großteil des riesigen ausgedehnten, aus mehreren Gebäuden bestehenden Komplexes wurde durch einen Brand, welcher angeblich durch einen defekten Heizlüfter verursacht wurde, stark zerstört. Für wahrscheinlicher halten die Experten nach einem neuartigen Laserscan des gesamten Komplexes einen Fall von Brandstiftung. Viele wertvolle Ikonen, Handschriften und auch Fresken konnten zwar gerettet werden, doch allein der materielle Schaden wird auf bis über 20 Millionen Euro geschätzt. Die Mönche mussten die zur Hälfte zerstörte Klosteranlage verlassen. Der ehemalige serbische Ministerpräsident Vojislav Koštunica hat in seinem Land einen Spendenaufruf zur Wiederherstellung des Klosters getätigt, aber auch die serbisch-orthodoxe Kirche sammelt Mittel zur Restaurierung. Inzwischen sind erste Gebäude wiederhergestellt.

Der Berg Athos im alpinistischen Sinne

Die Kapelle auf dem Gipfel des Athos
Die Kapelle Panagia in ca. 1500  Meter Höhe

Die höchste Erhebung der Athos-Halbinsel ist der Berg Athos im engeren Sinne, ein kegelförmiges und auf allen Seiten steiles Bergmassiv mit nur einem einzigen deutlich ausgeprägten Gipfel (2.033 m). Es ragt am südöstlichen Ende der Athos-Halbinsel direkt aus dem Meer auf und erreicht somit einen für nichtvulkanische Gebirgsmassive bemerkenswerten Höhenunterschied von über 2000 Metern auf kürzester horizontaler Distanz.

Während der Berg Athos nach Norden hin mit schroffen Wänden abbricht, bietet die Südflanke eine gute Aufstiegsmöglichkeit. Von einer der Skiten im südlichen Teil der Halbinsel oder vom Kloster Megistis Lavras her kommend, führt ein durchgehend gut erkennbarer Pfad von der Wegkreuzung Stavrós über die bunkerartige Kapelle Panagía (1.500 m) zum Gipfel hinauf. Er bietet keine technischen Schwierigkeiten und ist aufgrund der unterschiedlichen Vegetationszonen und der weiten Ausblicke aufs Meer hinaus abwechslungsreich und landschaftlich sehr reizvoll.

Auf dem Gipfel befindet sich eine kleine Kapelle, Metamórfosis Sotíros („Verklärung des Heilands“), in der einmal im Jahr, am Festtag der Verklärung Christi (am 6. August nach julianischem Kalender, am 19. August nach gregorianischem) eine Nachtwache (Agrypnía) gefeiert wird.

Pilger, die den Berg besteigen wollen, können sowohl in der Panagía als auch in der Gipfelkapelle eine Notunterkunft finden. Auch wenn eine Besteigung des Athos keine besonderen alpinistischen Fähigkeiten erfordert, sei doch darauf hingewiesen, dass die bis zu 2000 Höhenmeter Aufstieg bei mediterranen Temperaturen zu einer großen konditionellen Herausforderung werden können und beste Vorbereitung erfordern.

40.15722222222224.3263888888892033Koordinaten: 40° 9′ N, 24° 20′ O

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Volkszählung 2001, Quelle: Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ), (PDF 875 KB)
  2. Siehe die Meldung auf Spiegel online
  3. Meldung auf dem Nachrichtenportal von t-online, 31. August 2008

Literatur

  • Balafas, Costas: A photographic itinerary on Mount Athos. 1969–2001. Agion Oros u. a. 2006
  • Bamm, Peter: Frühe Stätten der Christenheit. München 1955
  • Beta, Katarina; Antonov, Semen I.: Eine Flamme erfüllte sein Herz. Das Leben des Starez Siluan auf dem Athos. Wien u.a. 1987
  • Byron, Robert: Phoenix: The Station: Athos: Treasures and Men. Weidenfeld & Nicholson history 2000
  • Capuani, Massimo; Paparozzi, Maurizio: Athos. Die Klostergründungen; ein Jahrtausend Spiritualität und orthodoxe Kunst. München 1999
  • Conomos, Dimitri E.: Mount Athos, the sacred bridge. The spirituality of the Holy Mountain. Oxford u. a. 2005
  • Derwahl, Freddy; Kaufmann, Hans-Günther: Athos. Das Heilige berühren. Augsburg 1997
  • Dölger, Franz: Mönchsland Athos. München 1943
  • Dühmig, Karl: Der Berg Athos. München 1892
  • Engel, Hartmut; Engel, Ulrike: Chalkidiki mit Insel Thasos. 40 ausgewählte Wanderungen und Sonderteil zum Berg Athos. Ottobrunn 2000
  • Carl Fredrich: Vor den Dardanellen, auf altgriechischen Inseln und auf dem Athos. Berlin 1915.
  • Fallmerayer, Jakob Philipp: Hagion-Oros oder der heilige Berg Athos. Wien 1949.
  • Golitzin, Alexander: The living witness of the Holy Mountain. Contemporary voices from Mount Athos. South Canaan, Pa. 1996
  • Gothóni, René und Graham Speake (Hgg.): The monastic magnet. Roads to and from Mount Athos. Oxford 2008. Inhaltsverzeichnis
  • Günther, Johann et al.: Athos-Impressionen. Unterweitersdorf 1996
  • Hastaba, Elen et al.: Der heilige Berg Athos. Bozen 2002
  • Huber, Paul: Athos. Wundertätige Ikonen. Stuttgart ca. 1979
  • Iordanoglou, Antonis: Mount Athos. Road Editions, Greece 2005
  • Kadas, Sotiris: Me théa to Àgion Òros. Thessaloniki 2003
  • Kästner, Erhart: Die Stundentrommel von heiligen Berg Athos. Insel Verlag, 1.Auflage Wiesbaden 1956, 14. Auflage Frankfurt 2004, ISBN 978-3-458-31756-2 ;
    • als Tonträger: gelesen von Ernst Schlott, Deutsche Grammophon - Literatur / Universal Music, Hamburg 2001, ISBN 3-8291-1175-4 .
  • Kuhlmann, Rolf: Der Athos. Auf den Spuren einer Faszination. Frankfurt am Main 1998
  • Müller, Andreas A.: Berg Athos. Geschichte einer Mönchsrepublik. München 2005
  • Nußbaumer, Heinz: Der Mönch in mir. Erfahrungen eines Athos-Pilgers für unser Leben, Styria Verlag, Wien 2006
  • Pabel, Reinhold: Athos der heilige Berg. Begegnung mit dem christlichen Osten. Münster (Westfalen) 1940
  • Panteleimon (Mönch): Briefe vom Heiligen Berg Athos. 1989–1999. Hauzenberg 2000
  • Reichert, Volker: Athos. Reisen zum Heiligen Berg 1347–1841. Stuttgart 2001
  • Rose, Hans-Dieter; Rose, Martin: Die Welt ist 13 Tage weit. Erlebnisse, Beobachtungen und Gedanken rund um den Berg Athos. Frankfurt am Main 1994
  • Rosendorfer, Herbert: Die Gespensterrepublik oder Drei Tage auf dem Heiligen Berg Athos. Bozen 2003
  • Sacharov Sofronij: Starez Siluan, Mönch vom Heiligen Berg Athos. Leben – Lehre – Schriften. Düsseldorf 1959
  • Schildberger, Rainer: Wo der Himmel redet. An Europas heiligen Orten. Ein Pilgerbuch. Freiburg u. a. 2004
  • Schneider, Claudia: Starez Siluan (1866–1938). Mönch vom Berg Athos. Wien 2000
  • Sherrard, Philip: Athos. Der Berg des Schweigens. Lausanne/Freiburg 1959
  • Spitzing, Günter: Athos. Der Heilige Berg des östlichen Christentums. Köln 1990
  • Staretz Siluan: Mönch vom Berg Athos. Sein Leben und seine Lehre. Mystische Schriften. 1999
  • Starrach, Helmut: Der Ruf des Athos. Erfahrungen und Begegnungen auf dem Heiligen Berg. Freiburg 2002
  • Thomas, Walter Babington: Dare to be free. London 1977
  • Vorbach, Hans: Begegnung mit Ikonen vom Heiligen Berg Athos. Salzburg (?) 1999
  • Wunderle, Georg: Aus der heiligen Welt des Athos. Studien und Erinnerungen. Würzburg 1937
  • Zografakis, Georgios: Athos. Athen ca. 1960
  • (ohne Autorenangabe): Ritualbuch des Heiligen Berges. Athos-Typikon. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2005
  • zwei kleine französische Athos-Bibliographien:

Weblinks


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