Bergbauverein
Der Verein um 1903
Der Verein um 1913
Glückauf, 1909

Der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund, kurz Bergbau-Verein, mit Sitz in Essen, konstituierte sich am 17. Dezember 1858 (nach einer vorbereitenden Sitzung vom 20. November 1858) als Unternehmerverband und Interessenvertretung im Oberbergamtsbezirk Dortmund.

Inhaltsverzeichnis

Der Verein

Im Jahre 1893 wurde das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat gegründet, welche die Ziele einer Produktions- und Marktkontrolle wirksamer erreichte und seinen Funktionsbereich beschnitt.

Während des Ersten Weltkriegs und später übernahm der Verein wiederum viele organisatorische Funktionen.

Die Zeitschrift der Vereinigung nannte sich "Glückauf - Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift". Ihr erster Jahrgang erschien 1865. In ihr gingen seitdem einige andere Fachzeitschriften aus dem bergmännischen Bereich auf.

Der Verein ist heute unter anderem Gesellschafter des Glückauf Verlags in Essen und der 1951 gegründeten Glückauf Wohnungsbaugesellschaft mit Sitz in Lünen-Brambauer.

Vorsitzende

(alle Vorsitzenden waren zugleich Vorsitzende des Zechenverbandes)

Geschäftsführer

Politik

Der Bergbauverein finanzierte und förderte extrem nationalistische Organisationen. So wurde der Hugenberg-Konzern über die Wirtschaftsvereinigung zur Förderung der geistigen Wiederaufbaukräfte finanziert. Auch der Alldeutsche Verband, dessen Gründungsvater Alfred Hugenberg war, und die Deutschenhilfe wurden vom Bergbauverein finanziert. Die NSDAP wurde ebenfalls unterstützt. Am 20. September 1932 schrieb der Verbindungsmann des Ruhrbergbaus zur NSDAP, August Heinrichsbauer, an Gregor Strasser, dass sich führende Bergbauindustrielle für Hitler als Reichskanzler eingesetzt hätten. Heinrichsbauer schrieb wörtlich:

„dass sehr maßgebliche Herren des Reviers sich bei ausschlaggebenden Berliner Stellen sehr stark dafür eingesetzt haben, dass man Herrn Hitler das Reichskanzleramt übertrage“[1]

Beim Geheimtreffen vom 20. Februar 1933, bei dem deutsche Industrielle der NSDAP einen Wahlfonds von 3 Millionen Reichsmark zu Verfügung stellten, nahmen als Vertreter des Bergbauvereins Ernst Brandi und Hans von und zu Loewenstein teil. An diesem Wahlfonds beteiligte sich der Bergbauverein mit 600.000 Reichsmark.

Anmerkungen

  1. Joachim Petzold: Die Demagogie des Hitlerfaschismus. Berlin 1982, S. 373 ff.

Literatur

  • Stefan Przigoda: Unternehmensverbände im Ruhrbergbau - Zur Geschichte von Bergbau-Verein und Zechenverband 1858-1933, Deutsches Bergbau-Museum 2002, ISBN 3-921533-86-4 <zugl. Univ. Diss. Bochum, 2002>
  • Hans Meis: Der Ruhrbergbau im Wechsel der Zeiten. Verein für die bergbaulichen Interessen Essen, Glückauf 1933, 385 S., herausgegeben zum 75jährigen Bestehen des Vereins

Weblinks


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