Bergdama
Damara-Familie in der Landwirtschaft

Die Damara (Nama: !uinida, Herero: ozonduka) sind eine afrikanische Volksgruppe mit Siedlungsgebieten u. a. in Namibia. Sie werden auch Bergdama genannt, da Damara eigentlich eine weibliche Dualform ist.

Die Damara sind vermutlich überwiegend schwarzafrikanischen Ursprungs, sprechen jedoch eine Sprache, die der der Nama und San (Buschmänner) ähnelt. Über ihren Ursprung ist viel spekuliert worden, da sie wohl nicht zur Bantu-Einwanderungswelle gehören, die sich seit der Zeitenwende über den südlichen Teil Afrikas ergoss. Auch von den Khoikhoi („Hottentotten“) und den San („Buschmänner“) unterscheiden sie sich äußerlich, so dass nur schwer ein gemeinsamer, nicht allzu weit in die Vergangenheit zurückreichender Ursprung angenommen – aber auch nicht ausgeschlossen – werden kann. Gleichwohl gelten die Damara zusammen mit den San als die ältesten Besiedler des südlichen Afrikas.

traditionelles Siedlungsgebiet
Junge vom Stamm der Damara, Deutsches Bundesarchiv, 1897

Historisch waren die Damara, soweit sich dies rekonstruieren lässt, nie eine dominante Ethnie, sondern immer den anderen Völkern dieses Raumes untertan, bei den Herero, Nama und Afrikaanern standen sie über lange Zeit sogar im Sklavenstatus. Bei diesen Völkern genossen die Damara dennoch eine gewisse Wertschätzung, da sie die Kunst des Eisen- und Kupferschmelzens und des Schmiedens beherrschten – Fertigkeiten also, die bei der Speer- und Pfeilherstellung sehr wichtig waren. Die Beherrschung durch andere Volksstämme führte zu einem allmählichen, aber sehr weitgehenden Verlust der kulturellen Identität, zumal die Damara keine Schriftsprache kannten.

In Namibia stellen sie etwa 8% der Bevölkerung (Schätzung 1994: 132.000). Im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan richtete das Apartheidsregime in Südafrika das Damaraland 1973 als Homeland für die Damara zwischen dem Kaokoland und der Namib-Randzone ein.

Nach den Damara benannt ist das Damarafaltengebirge, das vor 650 - 500 Millionen Jahren durch die Kollision des Kongokratons und des Kalaharikratons entstand. Die an dieser Stelle zuvor existierende Meeresverbindung (Damarameer) wurde dabei geschlossen. Die Meeressedimente, die bei der Kollision an die Erdoberfläche transportiert wurden, sind inzwischen weitgehend abgetragen. Heute stehen deshalb vielerorts vor allem in Namibia entblößte Granitgesteine (Damara-Granite) an, die als unterirdische magmatische Intrusionen bei der Aufwölbung entstanden waren.

Berühmte Damaranamibier

Siehe auch


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