Bergedorf 85
Bergedorf 85
Voller Name Allgemeiner Sportverein Bergedorf-
Lohbrügge von 1885 e.V.
Gegründet 29. März 1885
Stadion Sander Tannen
Plätze 10.000
Präsident Klaus Hinz
Trainer Manfred Nitschke
Homepage www.asv-bergedorf.de
Liga Oberliga Hamburg
2007/08 13. Platz (Oberliga Nord)
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Heim
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Auswärts

Der Allgemeine Sport-Verein Bergedorf-Lohbrügge von 1885 e. V. (kurz „Bergedorf 85“) ist ein Sportverein im Stadtteil Bergedorf in der Freien und Hansestadt Hamburg. Neben der Hauptsportart Fußball verfügt der Verein über folgendes Sportangebot: Aikido, Badminton, Gymnastik, Handball, Karate, Schwimmen, Surfen, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen und Wassersport.

Die erste Fußballmannschaft des Vereins spielte in den 1950er Jahren in der Oberliga, der damaligen höchsten deutschen Spielklasse. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß. Aufgrund der Trikotgestaltung mit schwarzer Brust- und Rückenpartie sowie mit weißen Ärmeln und weißen Hosen wird der Verein auch „Die Elstern“ genannt. Derzeit spielt der Klub in der Oberliga Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung des Vereins und der Fußballabteilung

Haupttribüne des Stadions Sander Tannen (21. Juli 2006)

Die Urzelle des heutigen Vereins war der 1885 gegründete Allgemeine Turnverein (ATV) Bergedorf. Dieser Verein fusionierte im Jahre 1911 mit dem Arbeiter Turnverein Phönix Sande zur Freien Turnerschaft Bergedorf-Sande. Dieser Turnverein erhielt im Jahre 1912 eine eigene Fußballabteilung. Aufgrund einer Ortsteilumbenennung nannte er sich ab 1929 Freie Turnerschaft Bergedorf-Lohbrügge. Als Arbeiterfußballverein für die Werktätigen der Bergedorfer Glashütte spielten die „Elstern“ bis 1933 nicht im DFB , sondern im Arbeiter-Turn-und Sportbund (ATSB). Nach der Auflösung des ATSB und des Vereins[1] durch die Nationalsozialisten spielte der Verein unauffällig in den untersten Spielklassen des damaligen Ligensystems. Man stand dabei ganz im Schatten des bürgerlichen Lokalrivalen SSB Bergedorf 1860 (heute TSG Bergedorf 1860). Nach der Auflösung aller Vereine durch die britische Besatzungsmacht unmittelbar nach Kriegsende 1945 entstand die FT Bergedorf-Lohbrügge 1885 am 20. Januar 1946 als „ASV Bergedorf 85“ neu. Heimstadion der „Elstern“ ist das Stadion „Sander Tannen“ im Hamburger Stadtteil Lohbrügge.

Die erfolgreichen 1950er Jahre der Fußballer

Nach der Neugründung 1946 begann der furiose Aufstieg des Vereins, der nun seinen Lokalrivalen, die TSG, eindeutig in den Schatten stellte. Innerhalb von nur 2 Spielzeiten stieg man von der vierten in die damals zweithöchste Spielklasse, die Verbandsliga Alster, auf. Fast hätte Bergedorf 85 in der dritten Saison 1948/49 sogar den Sprung in die Oberliga Nord geschafft, hätte es im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen den Harburger TB 1865 nicht eine 3:4-Niederlage kassiert. So musste der Verein bis 1958 warten, bevor der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse gelang. Die ganzen Jahre zuvor gehörte man der zweithöchsten Spielklasse an: zunächst der Verbandsliga Alster (1949/50) und anschließend der Amateurliga Hamburg. In dieser Zeit konnten sich die Bergedorfer im Jahre 1952 für die Endrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft qualifizieren, wo man erst im Viertelfinale mit 0:2 an Bremen 1860 scheiterte. 1953 und 1954 standen die "Elstern" in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord, scheiterten jedoch beide Male. Doch im Jahre 1958 sollte es endlich klappen; als Hamburger Amateurligameister verpatzten zwar die Bergedorfer den Auftakt der Aufstiegsrunde total (2:2 gegen den Bremer SV, 1:7 gegen den Itzehoer SV), doch eine anschließende Siegesserie (u. a. 4:1 gegen Arminia Hannover und 5:2 gegen den Itzehoer SV) sicherte den Aufstieg ins Fußballoberhaus. Der Aufstiegstag, der 25. Mai 1958, hat seiter einen ganz besonderen Platz im historischen Fußballkalender der Bergedorfer. Das erfolgreiche Jahr wurde dadurch komplettiert, dass man bei der Deutschen Amateurmeisterschaft bis ins Finale vorstoßen konnte. Dort allerdings unterlag man, noch geschwächt durch die Aufstiegsfeierlichkeiten, dem FV Hombruch 09 aus Dortmund mit 1:3. Fünf Jahre, bis zu ihrem Ende 1962/63, gehörte man der Oberliga an. Die erfolgreichste Saison war gleich die erste, als man als Dritter der „Herbstmeisterschaft“ sogar von der Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft träumte und auf dem heimischen Sportplatz Mannschaften wie Werder Bremen (5:2), FC St. Pauli (2:0) oder Eintracht Braunschweig (2:0) das Fürchten lehrte. Am Ende reichte es dann aber nur zu Platz 11. In den kommenden Spielzeiten stand zumeist der Abstiegskampf im Vordergrund, und als 1963 die Einführung der Fußball-Bundesliga anstand, verzichtete man gleich auf eine Lizenz und ging in die nunmehr zweitklassige Regionalliga Nord.

Der Abstieg der Fußballer

Stadion Sander Tannen während der Oddset-Pokal-Partie gegen den FC St. Pauli (21. Juli 2006)

Der Niedergang des ehemaligen Erstligisten begann im Jahre 1970, als man nach sieben eher unauffälligen Regionalligaspielzeiten den Weg ins Amateurlager antreten musste. Man spielte nun in den darauffolgenden Jahren in der Verbandsliga Hamburg und rutschte mit der Verbandsliga durch die Einführung neuer Ligen bis in die Fünftklassigkeit ab. Sportlicher Höhepunkt der 1980er Jahre war das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München vor mehr als 15.000 Zuschauern an den Sander Tannen. Die Elstern gingen in der 68. Minute in Führung und mussten erst in der Schlussminute der regulären Spielzeit den Ausgleich hinnehmen. Erst in den 1990er Jahren ging es wieder leicht nach oben, als man 1994 in die neue Amateur-Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein aufsteigen konnte. Doch stieg man in der Folgezeit zweimal aus der vierten Klasse wieder ab und ebenso häufig wieder auf, bis man sich ab 2001 endgültig in der Oberliga etablieren konnte. 2004 gelang es den Bergedorfern, sich für die wiedergeschaffene Oberliga Nord zu qualifizieren und damit den erneuten Abstieg in die Fünftklassigkeit zu verhindern. Dieser folgte dann jedoch im Sommer 2008, als sich die Elstern nicht für die neugeschaffene (nun viertklassige) Regionalliga qualifizieren konnten und so in die Fußball-Oberliga Hamburg, die ehemalige Verbandsliga, abstiegen.

Teilnahmen am DFB-Pokal

  • 1975 Bergedorf 85 - Fortuna Köln 1:6
  • 1982 Bergedorf 85 - Bayern München 1:5 n. V. - Bergedorf führte bis 15 Sekunden vor Schluss mit 1:0, ehe Dieter Hoeneß den Ausgleich für die Bayern köpfte. Die „Helden des 28. August 1982“ waren:
    • Dierks, Vogel, Hofmeister, Glogowski, Bargsten, Bentler, Jürgens, Roloff, Keller, Spill, Brügmann, Erb, Kalla.
  • 1992 Bergedorf 85 - Bayer 04 Leverkusen 1:3 - Es war der einzige Gegentreffer (Andreas Hammer 85. Min. zum 1:2) für Leverkusen im laufenden Pokalwettbewerb, den sie dann gewannen.
  • 2003 Bergedorf 85 - VfL Wolfsburg 1:6 - Bergedorfs Führungstor durch Klein stand zur Wahl zum Tor des Monats.
  • 2008 Bergedorf 85 - MSV Duisburg 1:5

Ligazugehörigkeit der ersten Fußballmannschaft

  • 1946/47 A-Klasse Hamburg (viertklassig)
  • 1947/48 Bezirksliga Ost (drittklassig)
  • 1948/49 bis 1949/50 Verbandsliga Alster (zweitklassig)
  • 1950/51 bis 1957/58 Amateurliga Hamburg (zweitklassig)
  • 1958/59 bis 1962/63 Oberliga Nord (erstklassig)
  • 1963/64 bis 1969/70 Regionalliga Nord (zweitklassig)
  • 1969/70 bis 1993/94 Verbandsliga Hamburg (bis 1974 drittklassig, 1974-1994 viertklassig, ab 1994 fünftklassig)
  • 1994/95 bis 1995/96 Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein (viertklassig)
  • 1996/97 Verbandsliga Hamburg (fünftklassig)
  • 1997/98 Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein (viertklassig)
  • 1998/99 bis 2000/01 Verbandsliga Hamburg (fünftklassig)
  • 2000/01 bis 2003/04 Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein (viertklassig)
  • seit 2004/05 Oberliga Nord (viertklassig)

Überregional bekannte Spieler von Bergedorf 85

Frauenfussball

Die Frauenmannschaft schaffte 2007 das „Double“ mit dem Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse, die Regionalliga Nord, und dem Gewinn des Hamburger Pokals. Als Aufsteiger belegte die Mannschaft auf Anhieb den vierten Platz.

Aktuelle Entwicklung

Seit 2000 spielt Bergedorf in der Fußball-Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein (jetzt Oberliga Nord) im oberen Drittel der Tabelle mit. Einige Male hatten die Elstern Chancen, in die Regionalliga aufzusteigen, was ihnen jedoch aufgrund der finanziellen Möglichkeiten verwehrt blieb. In der Saison 2005/06 zogen sich auch noch wichtige Sponsoren zurück, so dass der Verein derzeit eher einen Abstieg in tiefere Klassen befürchten muss. In der Saison 2007/08 wurde der ASV Bergedorf 85 13. der Tabelle; durch die Ligareform mit Einführung der dreigleisigen Regionalliga ist diese Platzierung gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Oberliga-Hamburg. Durch den Einzug in das Endspiel des Hamburger Oddset-Pokals 2008, welches gegen FC St. Pauli II mit 0:1 verloren wurde, qualifizierten sich die "Elstern" für die 1. DFB-Pokalhauptrunde. Zugelost wurde dem ASV Bergedorf 85 der Bundesligaabsteiger MSV Duisburg, der am 10. August im Stadion Sander Tannen zu Gast war. Das Spiel endete aus Sicht des ASV mit 1:5, wobei Sascha de la Cuesta das Tor für die Elstern schoss.

Tischtennis

Die erste Herren-Mannschaft der Tischtennis-Abteilung spielte in den 1980er Jahren mehrere Spielzeiten in der 2. Bundesliga Nord und anschließend noch bis Anfang der 1990er Jahre in der Regionalliga Nord. Die erste Damen-Mannschaft spielte noch bis Mitte der 1990er Jahre in der Hamburg-Liga. Inzwischen ist die Abteilung kaum noch existent. Es gibt noch je eine Damen- und Herren-Mannschaft, der Jugend-Bereich wurde aufgelöst. Beherrschender Club in Bergedorf ist nunmehr der Lokalkonkurrent TSG Bergedorf (6 Herren-Mannschaften, 3 Damen-Mannschaften), dessen erste Herren-Mannschaft in der Regionalliga Nord spielt.

Bilder

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. "100 Jahre Allgemeiner Sportverein Bergedorf-Lohbrügge von 1885 e.V.", Hamburg 1985

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • ASV Bergedorf 85 — Bergedorf 85 Voller Name Allgemeiner Sportverein Bergedorf Lohbrügge von 1885 e.V. Gegründet 29. März 1885 …   Deutsch Wikipedia

  • ASV Bergedorf 85 — Infobox club sportif ASV Bergedorf 85 …   Wikipédia en Français

  • ASV Bergedorf 85 — Football club infobox clubname = ASV Bergedorf fullname = Allgemeiner Sportverein Bergedorf Lohbrügge von 1885 e.V. nickname = Elstern founded = 29 March 1885 ground = Sander Tannen capacity = 10,000 chairman = Klaus Hinz manager = Rüdiger… …   Wikipedia

  • Bergedorf — Bergedorf, als »Landherrenschaft B.« Teil des hamburg. Staates, bis 31. Dez. 1867 von Hamburg und Lübeck gemeinsam verwaltet, dann für 600.000 M an Hamburg abgetreten, 85 qkm, 18.000 E. (Vierländer), enthält die Stadt B., an der Bille (zur Elbe) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Bezirk Hamburg-Bergedorf — Hamburg Bergedorf Bezirk von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Hamburg-Bergedorf — Bergedorf Stadtteil von Hamburg …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Bergedorf — Die folgende Liste enthält die in der Denkmalliste ausgewiesenen Denkmäler auf dem Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg, Bezirk Bergedorf. Hinweis: Die Reihenfolge der Denkmäler in dieser Liste orientiert sich an den Stadtteilen und ist… …   Deutsch Wikipedia

  • Wahlkreis 15 (Bergedorf) — Der Wahlkreis 15 Bergedorf ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Bergedorf. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem fünf Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl… …   Deutsch Wikipedia

  • Wahlkreis 15 Bergedorf — Der Wahlkreis 15 Bergedorf ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Bergedorf. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem fünf Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl… …   Deutsch Wikipedia

  • Wahlkreis Bergedorf — Der Wahlkreis 15 Bergedorf ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Bergedorf. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem fünf Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”