Bergen (Landkreis Celle)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bergen
Bergen (Landkreis Celle)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bergen hervorgehoben
52.8102777777789.961111111111177
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 77 m ü. NN
Fläche: 163,77 km²
Einwohner:

12.942 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29303
Vorwahl: 05051
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 004
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Deichend 3–7
29303 Bergen
Webpräsenz: www.bergen-online.de
Bürgermeister: Rainer Prokop (CDU)
Lage der Stadt Bergen im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Scharnhorst Hohne Langlingen Eldingen Habighorst Ahnsbeck Höfer Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild

Bergen ist eine Stadt im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide, Niedersachsen. Sie liegt jeweils etwa 24 km entfernt zwischen Soltau und Celle.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Kirchspiel Bergen wurde 1197 urkundlich erstmals erwähnt. Als Sitz der Amtsvogtei Bergen und später, als königlich hannoversches Amt, war es Mittelpunkt eines Gerichts- und Verwaltungsgebietes. [2]. Das 1852 gebildete Amt Bergen wurde nach der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen im Jahre 1866, in den 1867 gebildeten Kreis Fallingbostel eingegliedert (inkorporiert). Nach der Kreisreform von 1885 ging das Amt Bergen in dem neu gebildeten Landkreis Celle auf. War die Entwicklung Bergens im Mittelalter und der frühen Neuzeit bedingt durch Brände in den Jahren 1354, 1585 und 1796 eher zögerlich verlaufen, so führten die Agrarreformen im 19. Jahrhundert sowie der Anschluss an die Bahnstrecke Celle–Soltau zu weitreichenden Veränderungen. Insbesondere auch die Errichtung des Truppenübungsplatzes Bergen - 1935 - begünstigte eine beginnende Verstädterung, die zum Wandel des agrarisch geprägten Dorfes zur heutigen Kleinstadt geführt hat, in der Gewerbe und Handel prägend geworden sind und die Landwirtschaft weitestgehend an Bedeutung verloren.

Am 16. April 1957 wurde die Ernennungsurkunde zur Bezeichnung „Stadt Bergen“ vom niedersächsischen Innenminister unterschrieben und am 14. Mai 1957 vom Lüneburger Regierungspräsidenten in Bergen übergeben. Neben Celle ist Bergen die einzige politische Gemeinde im Landkreis Celle die das Stadtrecht besitzt.

Heute stellt die Stadt Bergen ein Grundzentrum im nördlichen Teil des Landkreises Celle dar. Mit der kommunalen Neugliederung in den Jahren 1971 und 1973 kamen die Gemeinden Becklingen, Belsen, Bleckmar, Diesten, Dohnsen, Eversen, Hagen, Hassel, Nindorf, Offen, Sülze und Wardböhmen zur Stadt Bergen. Dadurch haben Einwohnerzahl und Fläche beträchtlich zugenommen. Die Gemarkungsfläche der früheren zentralen Ortschaft Bergen betrug 11 km², durch die Gebietsreform ist sie auf 163 km² angewachsen.

Heute leben in der Stadt Bergen etwa 17.000 Einwohner. In dieser Zahl sind mit rund 3.000 Personen Angehörige der britischen Streitkräfte mit ihren Familien enthalten, die nicht meldepflichtig sind.

Politik und Verwaltung

Rathaus Bergen

Seit der niedersächsischen Gebiets-und Verwaltungsreform 1973 besteht die Stadt Bergen aus den Ortsteilen Becklingen, Belsen, Bergen, Bleckmar, Diesten, Dohnsen (mit dem Ortsteil Wohlde), Eversen, Hagen, Hassel, Nindorf, Offen, Sülze und Wardböhmen.

Stadtrat

Der Rat der Stadt hat 32 gewählte Mitglieder, sowie den direkt gewählten hauptamtlichen Bürgermeister. Dem Stadtrat gehören folgende Parteien bzw. Wählergemeinschaften an:

CDU SPD WG FDP Grüne Gesamt
2006 17 (55,6%) 7 (22,1%) 3 (10,1%) 2 (7,2%) 1 (3,1%) 30 Sitze[3]
2011 17(52,7%) 7(21,6%) 5(13,9%) 1(4,4%) 2(7,5%) 32 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[4]

Bürgermeister (ab 1945)

  • 9. Mai 1945 – 1. November 1945 Albert Repke (CDU) (kommissarischer Bürgermeister)
  • 4. Dezember 1945 – 23. September 1946 Hermann Hornbostel (CDU) (kommissarischer Bürgermeister)
  • 1. November 1946 – 1948 Friedrich Kruse sen. (Niedersächsische Landespartei)(NLP) (erster frei gewählter Bürgermeister nach 1945)
  • 14. Dezember 1948 – 1952 Walter Müller Deutsche Partei(DP)
  • 1952–1956 Wilhelm Brockmann (Unabhängige Wählergemeinschaft)(UW)
  • 1956–1960 Wilhelm Brockmann (DP)
  • 1960–1973 Wilhelm Brockmann (CDU) (Die Wahl vom Oktober 1960 wurde wegen einer Verfassungsbeschwerde auf März 1961 verschoben)
  • 1973–1976 Heinrich Schneider (CDU)
  • 1976–1981 Dr. Walther Kothe (CDU)
  • 1981–1983 Franz Christian von Harling (CDU)
  • 1983 – 31. Dezember 1997 Dr. Helmut Wegner (CDU)
  • 1. Januar 1997 – 26. April 1998 Adolf Krause (CDU)
  • seit 27. April 1998 Rainer Prokop (CDU)(geboren 27. Dezember 1950)(erster hauptamtlicher Bürgermeister)

Neben dem Stadtrat haben die einzelnen Ortschaften jeweils noch einen Ortsrat und einen Ortsbürgermeister.

Städtepartnerschaften

Bergen unterhält Partnerschaften mit den Städten:

wales

Pembroke in Wales (seit 1977)

POL Śrem COA.svg

Śrem in Polen (seit 1999)

Hendrik Ido Ambacht wapen.svg

Hendrik-Ido-Ambacht in den Niederlanden (seit 2004)

Mit dem Heimatkreis

POL Szubin COA.svg

Szubin(1941–1945 Altburgund) in Polen hat die Stadt Bergen 1956 eine Patenschaft übernommen. Zu den jährlichen Treffen des ehemaligen Heimatkreises Altburgund-Schubin erschienen früher oft mehr als tausend Teilnehmer.

Freundschaftliche Beziehungen unterhält die Stadt Bergen außerdem mit:

Rožnov pod Radhoštěm znak.png

Rožnov pod Radhoštěm in Tschechien

Wappen ottendorf-okrilla.png

Ottendorf-Okrilla im Landkreis Bautzen in Sachsen.

Pembroke coa.svg

Pembroke (Malta)

Öffentliche Einrichtungen

Amtsgericht

Das „Gogericht“ (Ferdinand Brütt) im Ratssaal des Stadthauses

Seit dem 15. Jahrhundert waren die Kirchspiele Bergen und Wietzendorf als Gogerichtsbezirk zusammengefasst. Von 1437 bis 1852 fungierten hier die Gografen als Richter. Sie unterstanden der Vogtei Celle (später Großvogtei Celle). Der erste Gograf war Ludermann Tunderen (1437–1445). Ab 1674 stellte die erneuerte Lüneburger Amtsverfassung den Aufgabenbereich der Amtsvogteien dar. Bis Ende des Dreißigjährigen Krieges war die eigene Wohnung der Amtsvögte gleichzeitig ihr Amtssitz.

1651 wird die alte „Kocksche Kote“ Bergen Nr. 5, die dem Kloster St. Michaelis in Lüneburg abgabepflichtig war, offizieller Amtssitz des Amtsvogtes. 1653 kaufte die Regierung von den Erben des Amtsvogtes Cord Brase die Hofstelle und baute sie zu einem Amtsvogteigebäude aus. 1709 wurde das Gebäude, unter dem Amtsvogt Jost Hinrich Wolff (nach ihm ist die Bergener Grundschule benannt), vollständig umgebaut. 1852 erfolgte die Trennung von Justiz und Verwaltung im Königreich Hannover. Von da an galt preußisches Recht[5] und es gab das Amt Bergen und das Amtsgericht Bergen. In diesem Zuge wurde die Vogtei Wietzendorf von Bergen abgetrennt. Der erste Amtsrichter war Ernst August Eggert von Estorff. Auf dem Amtsgerichtsgrundstück von 6.480 m² standen unter anderem, das Geschäftsgebäude, das Dienstwohngebäude, das Gerichtsgefängnis und mehrere Nebengebäude. 1945 erfolgte eine Umgestaltung der deutschen Gerichte. Das Amtsgericht Bergen wurde eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Celle. Am 1. Juli 1973 wurde das Amtsgericht Bergen aufgelöst.

Stadthaus

Das Stadthaus (vormals das Amtsgericht)

1975 kaufte die Stadt Bergen das Grundstück des ehemaligen Amtsgerichtes. Zunächst war eine Nutzung als Jugendzentrum, Freizeiteinrichtung oder Stadtbücherei geplant. Auch eine Polizeischule wurde angedacht. 1979 wurde beschlossen, das alte Rathaus zu verkaufen und die Verwaltung hierher zu verlegen. Da sich die Verkaufsverhandlungen hin zogen und große Teile der Bevölkerung gegen das Vorhaben waren, nahm man auch hiervon Abstand. Am 20. Oktober 1981 wurde beschlossen, durch einen An- und Erweiterungsbau eine neue Stadthalle mit einem Festsaal zu errichten. Das alte Amtshaus von 1653/1709 und das Gerichts- und Gefängnisgebäude von 1853 sollten aus Denkmalschutzgründen weitgehend erhalten bleiben und eingebunden werden. In einem Architektenwettbewerb erhielt Dipl.-Ing. Hans-Joachim Ehrich aus Braunschweig den ersten Preis für seinen Entwurf. 1984 wurde mit dem Umbau begonnen. Am 6. Dezember 1985 wurde das neue Stadthaus, dessen Baukosten über sieben Millionen DM betrugen, eingeweiht. Es weist einen Festsaal für maximal 530 Personen mit Bühne und Nebenräumen, Veranstaltungsräume, einen Ratssaal mit Galerie, sowie verschiedene Sitzungszimmer auf. Im Ratssaal des Stadthauses hängt das Gemälde „Gogericht“ des Bergener Malers Ferdinand Brütt (1849−1936). Es ist eine Vorarbeit zu einem Gemälde im Landgericht Lüneburg.

Heimatmuseum Römstedthaus

Heimatmuseum Römstedthaus

Das Römstedthaus ist ein Bauernhausmuseum zur Lokal- und Regionalgeschichte. Den Schwerpunkte bildet das bäuerliche Leben und Arbeiten bis um die Jahrhundertwende 1900. Es befindet sich in einem ehemaligen, etwa 350 Jahre alten Rauchhaus das noch immer auf seinem alten Platz steht. Die alte Hofstelle und Pfarrkote wurde erstmals 1438 erwähnt. „Wobbeke Scroders“ war der damalige Bewirtschafter. 1831 werden die Kote und die Ländereien verpachtet, das Haus wird bis 1912 noch als Rauchhaus genutzt. Der Heimatverein Bergen erwirbt 1912 das Haus. Der Präzeptor Friedrich Römstedt (1849 – 1930) richtet das Haus mit einer vorgeschichtlichen und heimatkundlichen Sammlung aus. 1913 wird das Museum eröffnet. Es wird die bäuerliche Alltagskultur früherer Jahrhunderte anhand entsprechend eingerichteter Wohnräume erklärt und verschiedene Produktionsmethoden der damaligen Landwirtschaft vorgeführt. 1984 wird eine neben dem alten Amtsgericht stehende ehemalige Remise mit Pferdestall abgetragen und eingelagert. 1985 wird dieses Haus auf dem Museumsgelände neu aufgebaut. Im Obergeschoss dieses Nebengebäudes, in das man über die alte Holztreppe aus dem ehemaligen Amtsgericht gelangt, befindet sich die archäologische Ausstellung, in der über ur- und frühgeschichtliche Funde aus der Region informiert wird.

Sonstige

Im Westen der Stadt liegt der ab 1935 von der Wehrmacht errichtete NATO-Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Bergen. Das Areal wird von der Bundeswehr und Streitkräften der NATO genutzt. Die kommunale Verwaltung dieses Platzes erfolgt durch den Gemeindefreien Bezirk Lohheide [6] gemeinsam mit dem westlich angrenzenden Bezirk Osterheide.

Für diesen Truppenübungsplatz wurden mehrere Dörfer und Einzelhöfe geräumt. Innerhalb weniger Jahre mussten etwa 3.650 Einwohner aus 25 Gemeinden ihre Heimat verlassen. Am Ostrand des Geländes, bei der Ortschaft Belsen, seinerzeit „Ostlager“ genannt, entstanden rund 100 Kasernengebäude, 50 Pferdeställe und 40 Großgaragen, außerdem ein Lazaratt, Depots und ein Scheibenhof.

Im Zentrum des Platzes befinden sich die bekannten Sieben Steinhäuser. Eine Gruppe von fünf Großsteingräbern, ein Kulturdenkmal aus der Endzeit der Trichterbecherkultur (3500-2800 v. Chr.).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Denkmale

Im Zentrum der Stadt, unmittelbar neben der St. Lamberti-Kirche befinden sich drei Denkmale.

  • Zum einen das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges. Das Denkmal wurde am 30. April 1922 eingeweiht. Es trägt auf der Vorderseite die Inschrift: „Das Kirchspiel Bergen 1914–1918 seinen Helden“ und auf der Rückseite: „Die Liebe höret nimmer auf“.
  • Dann ein Sandstein mit einer weißen Marmortafel zum Gedenken an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871). Dieses Denkmal wurde am 22. Juni 1878 eingeweiht. Die Marmortafel trägt die Inschrift: „In Erinnerung an die in den Jahren 1870 u. 71 gefallenen Krieger aus dem Kirchspiel Bergen.“
  • Ein weiteres Denkmal, das eine rege Geschichte hat, wurde, ursprünglich zur Friedensfeier anlässlich der Beendigung der Franzosenzeit, errichtet. In der Völkerschlacht von Leipzig (Oktober 1813) wurden die Truppen Kaiser Napoléon Bonapartes besiegt und der Erste Pariser Frieden (30. Mai 1814) geschlossen. Auf Anordnung des Prinzregenten König Georg IV feierten alle Kirchen des Landes am 24. Juli 1814 ein Friedensfest. Der Platz, der bis dahin „Buernbrink“ hieß und für Jahrmärkte genutzt wurde erhielt jetzt den Namen „Friedensplatz“. Ein hölzerner Pfahl wurde errichte, der die Inschriften: „Zur Friedensfeier! Bergen, den 24. Juli 1814“„Dem Vaterlande Heil“„Friede dem Jahrhunderte“ trug.
Mitte des 19. Jahrhunderts stürzte der inzwischen morsche Pfahl um und wurde 1865 zur fünfzigjährigen Gedenkfeier an die Schlacht bei Waterloo durch ein ebenfalls hölzernes Denkmal ersetzt.
Auch dieses Denkmal verfiel und wurde durch den heutigen Sandstein ersetzt. Dieser enthält die folgenden Inschriften:
Zur FriedensfeierBergen, den 24. Juli1814. Erneuert zur50 jährigen Jubelfeierder Schlacht beiWaterlooam 18. Juni 1865und errichtet in Stein1898
Auf der Rückseite ist ein gekröntes kursives Monogramm von Georg V. König von Hannover (1819–1878) „GR“V (Georgius Rex) eingemeißelt.
An den Seiten steht: Dem Vaterlande HeilFriede dem Jahrhunderte.
Die „Franzosenkaserne“

Franzosenkaserne

1810, während der Franzosenzeit, wurde auf Anordnung der seinerzeitigen französischen Besatzungsmacht auf der Hofstelle Bergen Nr. 25 dieses Haus erbaut. Es diente den französischen Offizieren Napoléons als Unterkunft. Nach dem Ende der Besatzungszeit und Abzug der Franzosen wurde das Gebäude als Wohnhaus umgebaut. Ein alter Fayence-Kachelofen aus der Zeit, der ursprünglich in dem Haus stand, befindet sich heute im Heimatmuseum „Römstedthaus“.

Sonstiges

Am Südwestrand der Stadt befindet sich noch das alte Backsteingebäude der ehemaligen Wassermühle, mit dem Mühlenteich. Gemäß Balkeninschrift soll die Mühle im Jahre 1470 von „H. Moller“ erbaut, 1903 von „U. Ullrich“ und 1989 von „G. Nehm“ umgebaut und/oder betrieben worden sein. In den Unterlagen des Niedersächsisches Landesarchivs - Hauptstaatsarchiv Hannover (NdsHStA) finden sich wenige Akten zur Mühle.[7]

Im Zentrum der Stadt steht ein hohes, altes Backsteingebäude. Seit 1902 bis 2007 war dieses ehemals „Kaiserliche Postamt“ das Dienstgebäude der Deutschen Reichspost, später der Deutschen Bundespost.

Bedingt durch die Nähe des Truppenübungsplatzes und der dort stationierten Nato-Truppen sind in Bergen neben Briten auch einige Niederländer zugezogen, die auch das kulturelle Leben der Stadt beeinflussen. Unter anderem feiern die Niederländer hier das Fest des Karnevals, der auch in ihrem Land eine Jahrhunderte alte Tradition hat, in Norddeutschland aber eher untypisch ist. Weiter gibt es in der Stadt eine große Gemeinde von Kurden, die der yezidischen Religion angehören. Seit den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts haben viele Yeziden, insbesondere aus der Türkei, hier um Asyl nachgesucht, da sie in ihren Heimatländern ethnischer und religiöser Verfolgung ausgesetzt sind.

St.-Lamberti-Kirche

Kirchen- und Religionsgemeinschaften

  • Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Lamberti
  • Ev. Freikirche „Gemeinde Gottes“
  • Röm.-kath. Kirchengemeinde „Zum kostbaren Blute“
  • St. Johannisgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bergen-Bleckmar
  • Missionswerk: „Lutherische Kirchenmission − Bleckmarer Mission e. V.“ seit 1892.
  • Fabian-und-Sebastian-Kirche der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sülze

Konzentrationslager Bergen-Belsen

In der Ortschaft Belsen, die seit der kommunalen Gebietsreform 1970 zur Stadt Bergen gehört, befand sich das Konzentrationslager Bergen-Belsen (etwa 6,5 Kilometer südwestlich von Bergen).

Anne-Frank-Friedenstage

Anne Frank, die durch ihr Tagebuch weltberühmt wurde, starb Anfang März 1945 in dem Konzentrationslager Bergen-Belsen. Auf Initiative des Anne-Frank-Fonds Basel erfolgte im Jahre 1999 die Einrichtung der Anne-Frank-Friedenstage. Seit dem Jahr 2000 treffen sich jetzt Jugendliche aus ganz Europa jährlich einmal, jeweils im Juni um den Geburtstag von Anne Frank, in Bergen, um über ein friedliches Zusammenleben der Nationen und Religionen mit dem Ziel der besseren Völkerverständigung zu diskutieren. Die Städte Srem, Hendrik-Ido-Ambacht, Szubin und Roznov, mit denen Bergen auch eine Städtepartnerschaft pflegt, bzw. eine freundschaftliche Beziehung unterhält, beteiligen sich ebenfalls an diesen Friedenstagen. Die Stadt Bergen, die Konrad-Adenauer-Stiftung und der Anne-Frank-Fonds organisieren und finanzieren die Veranstaltung.[8]

Altes Verkehrsschild von 1836

Verkehr

Bergen liegt an der Bundesstraße 3 von Celle über Soltau nach Ovelgönne bei Buxtehude. Mehrere Landes- und Kreisstraßen erschließen von hier die von der Landwirtschaft geprägte Umgebung und führen unter anderem nach Hermannsburg, Winsen (Aller) und Wietzendorf. Der nächste Autobahnanschluss ist Soltau Süd an der Bundesautobahn 7 von Hamburg nach Hannover. Des Weiteren führt die Bahnstrecke Celle–Soltau durch den Ort. Ein Schienenpersonennahverkehr findet nicht mehr statt. Zum Transport von Gütern wird die Strecke aber noch benutzt.

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Hans-Cord Sarnighausen: Amtsjuristen von 1732 bis 1852 in Bergen bei Celle, in: GENEALOGIE, Verlag Degener & Co., Heft 1/2010, S. 65-76
  3. Endergebnis Kommunalwahl 2006
  4. Endergebnis Kommunalwahl 2011
  5. Verfassung Preußens vom 31. Januar 1850
  6. Gemeindefreier Bezirk Lohheide
  7. - Die vormals Lüdersche Mühle zu Bergen; insbesondere Regulierung des Wasserstandes im Mühlenteich, 1658-1743. (NdsHStA Hannover, Hann 74 Bergen Nr. 682); Verordnungen und Ausschreiben betreffend das Mühlenwesen, 1680-1869. (NdsHStA Hannover, Hann 74 Bergen Nr. 683) und Anlage neuer Mühlen und Mahlgänge, 1824-1869. (NdsHStA Hannover, Hann 74 Bergen Nr. 684)
  8. Anne-Frank-Friedenstage
  9. Spitta, Ludwig Otto Adelbert: Aus der Geschichte der St.Lamberti-Gemeinde zu Bergen bei Celle

Weblinks

 Commons: Bergen (Celle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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