Bergheim (Flachgau)
Bergheim
Wappen von Bergheim
Bergheim (Flachgau) (Österreich)
Bergheim (Flachgau)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 15,2 km²
Koordinaten: 47° 50′ N, 13° 1′ O47.84027777777813.022222222222435Koordinaten: 47° 50′ 25″ N, 13° 1′ 20″ O
Höhe: 435 m ü. A.
Einwohner: 4.860 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 320 Einwohner je km²
Postleitzahl: 5101
Vorwahl: 0662
Gemeindekennziffer: 5 03 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 39a
5101 Bergheim
Website: www.bergheim.at
Politik
Bürgermeister: Johann Hutzinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(21 Mitglieder)
15 ÖVP, 2 SPÖ, 2 FPÖ/U, 2 Grüne
Lage der Gemeinde Bergheim im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Bergheim (Flachgau) im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Bergheim ist eine österreichische Gemeinde im Bundesland Salzburg mit 4860 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011). Der südliche Teil des Gemeindegebiets grenzt an die Landeshauptstadt Salzburg. Der Plainberg mit dem Wallfahrtsort Maria Plain bildet die Grenze zwischen Gemeinde und Stadtgebiet sowie die Abgrenzung zwischen Stadt und Land Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde Bergheim liegt im Bezirk Flachgau, unmittelbar am nördlichen Stadtrand Salzburgs im gleichnamigen Bundesland. Auf einer Fläche von etwa 15 km² leben etwa 4900 Menschen mit Hauptwohnsitz in den insgesamt elf Ortsteilen Bergheim, Fischach, Gaglham, Hagenau, Kemating, Lengfelden, Maria Plain, Muntigl, Radeck-Kasern, Siggerwiesen und Voggenberg.

Bergheim liegt im nördlichen Alpenvorland, wird im Süden durch die Stadt Salzburg, im Westen durch den Fluss Salzach, im Norden durch die Gemeinde Anthering und im Osten durch die Gemeinden Elixhausen und Hallwang bzw. Salzburg begrenzt.

Geologisch gesehen besteht Bergheim aus vielen kleinen Erhebungen und Senken, die durch Ausläufer eiszeitlicher Gletscher und deren Flüsse entstanden sind. Der heutige Ortskern liegt leicht erhöht (435 m ü. d. M) und steigt weiter zum Plainberg an (562 m ü. d. M.). Der Voggenberg bildet mit dem Hochgitzen (674 m ü. d. M.) die höchste Erhebung.

Neben dem Fluss Salzach gibt es noch mehrere kleinere Bäche. Der größte von diesen ist die Fischach, ein Abfluss des Wallersees, der über Elixhausen in das Gemeindegebiet kommt, durch die Ortsteile Lengfelden und Fischach fließt und bei Muntigl in die Salzach mündet. Im Ortsteil Fischach zweigt ein Seitenarm der Fischach ab, der Mühlbach. Dieser mündet bei Muntigl wieder in die Fischach. Weitere Bäche heißen Plainbach, Bruckbach, Frauenbach und Ehrenbach.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Bergheim ist bereits seit dem ausgehenden Paläolithikum (10.000 v. Chr.) besiedelt, was durch einen Fund am Muntiglerhügel bezeugt ist.

Weitere Funde aus dem Neolithikum (3. Jahrhundert. v. Chr.), eine Höhensiedlung am Muntiglerberg und eine Bergsiedlung am Hochgitzen deuten auf eine ununterbrochene Besiedelung des Gebietes hin. Auch am Plainberg und in Lengfelden gab es Hinweise auf derartige Siedlungen.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Kelten das Gebiet. Im Jahre 15 v. Chr. besetzten erstmals die Römer die Gegend und ein Jahr später wurde das keltische Königreich Noricum Teil des Römischen Reiches. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch jene beiden römischen Gutshöfe, die man in Kerath und Kemating ausgegraben hat. Im Jahr 488 n. Chr. zog die römische Besatzung auf Befehl König Odoakers ab.

Um 650 begannen die Bajuwaren den Raum Salzburg zu besiedeln. Im Jahr 1896 fand man nahe der heutigen Pfarrkirche eines der größten Gräberfelder des Flachgaus, das auf diese Zeit zurückgeht.

Der Name Fischach taucht bereits um 700 auf und 788 ist im Güterverzeichnis Bischof Arnos von einer Kirche „Ad Fischaha“ (zur Fischach) die Rede, deren Lage aber bis heute nicht geklärt ist.

Der Name Bergheim stammt ziemlich sicher aus dieser Zeit, da es sich bei der Silbe -heim um typisch bajuwarische Namen für Ortsneugründungen aus dieser Zeit handelt. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 927 zurück, als Erzbischof Adalbert dem Diakon Reginold eine Kirche samt Gut übergab, deren Reste man unter der heutigen Pfarrkirche vermutet. Möglich, dass die zu dieser Zeit ansässigen Geschlechter (Itzlinger oder Fischacher) neben dem Gut auch eine Burg besaßen, worüber es jedoch keine Aufzeichnungen gibt.

Im 12. und 13. Jahrhundert hatten die Herren von Bergheim bedeutende Positionen rund um die Erzbischöfe inne, was sich auch auf die Stellung von Bergheim auswirkte: man hatte ein eigenes Gericht, Fischrechte sowie Zehente und Güter im Gemeindegebiet.

Als Ende des 14. Jahrhunderts die Geschlechter der Bergheimer und Radecker erloschen, wurde der Grundbesitz vom Erzbistum Salzburg verwaltet und das Gericht nach Radeck verlegt, wo die Freiherrn von Rehlingen 1670 die Burg neu aufgebaut hatten. Heute erinnert daran nur eine Burgkapelle.

Während der Franzosenkriege (1792 bis 1815) wurden große Teile Bergheims zerstört, als die französische Armee bei Laufen die Salzach überquerte und danach gegen Salzburg vorrückte. In dieser Zeit wechselte Bergheim mehrmals die Besitzer. Als das Bundesland Salzburg im Jahr 1816 von Bayern zu Österreich überging, wurde Bergheim zum unmittelbaren Grenzort.

In einer Planungsphase befindet sich derzeit das Projekt Ortsumfahrung mittels Tunnel, der die stark befahrene Ortsdurchfahrt zukünftig entlasten soll.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Bergheim hat 21 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Johann Hutzinger (ÖVP).

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: „In goldenem Schild ein grüner Dreiberg, auf dessen Mittelkuppe ruhend ein achtspeichiges rotes Wagenrad.“ Die Berge stellen die drei höchsten Erhebungen Bergheims dar (Hochgitzen, Plainberg und Voggenberg) Das Wagenrad weist auf die früheren Herren von Radeck hin.

Wirtschaft

In den letzten 20 Jahren erlebte Bergheim auf Grund seiner Lage auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Das Handelszentrum zwischen Bergheim und Lengfelden beherbergt wichtige nationale und internationale Firmen. Im Gebiet Lengfelden Siedlung – Kasern siedelten sich vor allem wichtige Betriebe im Modebereich an. Begleitend erlebt auch der Tourismus einen Aufschwung. Viele Festspielgäste residieren in Bergheim.

Verkehr

Die Stadt Salzburg ist von Bergheim aus mit der S-Bahn Linie S1 in wenigen Minuten erreichbar, zum Hauptbahnhof benötigt man auf diese Weise sieben Minuten. Zudem verbindet die Albus-Linie 21 den S-Bahnhof Bergheim mit dem Ortszentrum, dem Ortsteil Lengfelden und Lengfelden Siedlung und führt weiter in die Stadt Salzburg. Außerdem verbindet ein Ortsverkehr (Linie 310) den Bahnhof Bergheim mit dem Ortskern und den Ortsteilen Fischach und Voggenberg. Der Ortsteil Viehausen ist mit der Postbuslinie 120 (Richtung Mattsee) mit der Stadt verbunden.

Freizeit

Im Sportbereich wirkt neben den Wanderwegen und dem Tauernradweg vor allem das Erlebnisbad als Besuchermagnet, der sich nicht nur auf die Gemeinde Bergheim beschränkt. Im Winter gibt es neben dem Eislaufplatz auch Langlaufrouten. Ganz in der Nähe lädt der Daxlueg zum Schlittenfahren ein. Das Mode Event Center ist seit mehreren Jahren nicht nur Ort von Veranstaltungen der Modebranche, sondern dient auch regelmäßig als Ballhaus für verschiedene Abschlussbälle Salzburger Schulen. Astronomie-Interessierte finden sich gerne am Voggenberg ein, wo Salzburgs Volkssternwarte der Öffentlichkeit zugänglich ist. Besonders beliebt ist das Freibad „Bergxi“ ein Erlebnisbad mit Rutschen, Sprungturm und Kleinkinderbereich. Dazu kommt noch ein Beachvolleyballplatz. Im Winter wird im Bergxi-Bereich ein Eislaufplatz betrieben. Fußballplatz, Stockschützenbahnen und Tennisplätze sind im angrenzenden Sportzentrum zu finden.

Vereine

Der FC Bergheim ist ein Flachgauer Fußballverein, der derzeit (2011) in der 1. Landesliga spielt. Außerdem gibt es seit 1997 die Bergheimer Pfadfinder. Mit ca. 65 Mitgliedern ist diese Pfadfindergruppe ein fester Bestandteil des Ortsgeschehens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Dekanatskirche hl Georg: Die Kirche wurde 927 urkundlich genannt, die barocke Pfarrkirche wurde 1695 errichtet.
  • Dechantshof
  • Wallfahrtskirche Maria Plain: Auf dem Plainberg bei Bergheim steht die Basilika Maria Plain mit Kalvarienberganlage und Schmerzenskapelle.
  • Schloss Radeck mit Schlosskapelle hl. Johannes der Täufer
  • Ehemalige Richtstätte auf dem Galgenbichl südlich des Schlosses Radeck an der Mattseer Landstraße
  • Häuser und Bauernhöfe
  • Fischachbrücke in Lengfelden: 1964 neu errichtet, Ehedem vom berühmten Dombaumeister Santino Solari erbaut mit Wappenstein des Erzbischofes Paris Lodron mit Jahresangabe 1635. [1]
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf, die mit der S 1 in 15 Minuten erreichbar ist.

Gescheitertes Senderprojekt

In Bergheim sollte zu Beginn der 1960er Jahre ein Großsender für Mittelwelle mit zwei je 200 Meter hohen Sendemasten entstehen. Allerdings wurde dieses Projekt, nachdem man schon mit dem Bau des Sendergebäudes begonnen hat, aufgegeben, da man befürchtete, dass die Antennenmasten den Flugverkehr gefährden würden.[2]

Bildung

Bergheim verfügt über zwei Kindergärten - einen in Lengfelden und einen in Bergheim. Im Ort befinden sich die Volks- und Hauptschule Bergheim.

Politik

Bürgermeister war von 1989 bis 2007 Josef Moßhammer (* 1932; † 2007) von der ÖVP.

Die Gemeindevertretungswahlen am 7. März 1999 hatten folgendes Ergebnis:

  • SPÖ: 21,83 % (4 Mandate)
  • FPÖ: 21,87 % (5 Mandate)
  • ÖVP: 56,31 % (12 Mandate)

Die Bürgermeisterwahl 2004 konnte Josef Moßhammer mit knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen erneut für sich entscheiden. Die Gemeindevertretungswahlen hatten folgendes Ergebnis:

  • SPÖ: 24,37 % (5 Mandate)
  • FPÖ: 13,08 % (2 Mandate)
  • ÖVP: 62,55 % (14 Mandate)

Josef Moßhammer verstarb am 27. September 2007, weshalb es am 20. Januar 2008 zu einer Neuwahl kam.

Die Bürgermeisterwahl 2008 gewann Johann Hutzinger (ÖVP) mit 77,6 %.

Bei der Bürgermeisterwahl 2009 erhielt wiederum Johann Hutzinger (ÖVP) die meisten Stimmen (79,5 %)

Die Gemeindevertretungswahl 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • ÖVP: 67,9 % (15 Mandate)
  • SPÖ: 13,0 % (2 Mandate)
  • FPÖ: 9,9 % (2 Mandate)
  • Grüne: 9,2 % (2 Mandate)

Weblinks

 Commons: Bergheim, Salzburg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dehio Salzburg 1986
  2. http://members.aon.at/wabweb/frames/radioaf.htm

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