Bergische Achsenfabrik
BPW Bergische Achsen KG
Unternehmensform KG
Gründung 15. Juli 1898[1]
Unternehmenssitz Wiehl, NRW, Deutschland
Unternehmensleitung

Christian Peter Kotz, Uwe Kotz, Michael Pfeiffer

Mitarbeiter über 1.900 (in Wiehl)
rund 5.000 (weltweit)
Umsatz 940 Mio. Euro im Jahr 2007
Branche Metallverarbeitung
Produkte

Anhängerachsen und Fahrwerksysteme

Website

www.bpw.de

BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft entwickelt und produziert als weltweit operierender Zulieferer der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie komplette Fahrwerksysteme für die Auflieger- und Anhängerbranche. Mit über 100-jährigem Know-how stellt BPW Fahrwerke für den Schwerlastbereich, für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen, für PKW- und Leicht-LKW-Anhänger, für Caravans, für Industrie- und Arbeitsmaschinen für Kunden in der ganzen Welt her. Achsen im Heavy-Duty-Bereich bilden den Schwerpunkt der Produktion und werden neben Deutschland in BPW eigenen Werken in Italien, Ungarn, Südafrika und China gefertigt. Die Produktpalette reicht von Achsen mit Trommel- und Scheibenbremsen über Luft- und Blattfederungen bis hin zu Pendel- und Lenkachsen. Mit mehr als 12 Millionen verkauften Achsen, 400 Patenten und 2500 Innovationen ist BPW in diesem Kerngeschäft die Nummer 1 in Europa. Stammsitz des Unternehmens ist Wiehl, 50 Kilometer östlich von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

Am 15. Juli 1898 gründen Otto Nohl, Carl Ferdinand Reusch, Ernst Gustav Reusch und Friedrich Zapp die Bergische Patentachsenfabrik GmbH in Wiehl. Nohls Gesellschafteranteil finanziert sein Schwiegervater Gustav Friedrich Kotz sen. 12 Mitarbeiter beginnen am 3. Oktober mit der Fertigung von Eisenachsen für Kutschen, Ackerwagen und Speditionsfuhrwerken. Neben den täglich mit Wagenfett zu schmierenden Achsen stellt BPW Patentachsen her, die eine Öl-Dauerschmierung besitzen. Im Jahr 1900 scheiden Carl Ferdinand und Ernst Gustav Reusch aus dem Unternehmen aus und verkaufen ihre Geschäftsanteile an Otto Nohl und Friedrich Zapp.

Am 1. Oktober 1901 tritt Nohls Schwager Gustav Friedrich Kotz jun. In das Unternehmen ein und wird am 1. April 1902 Geschäftsführer. Er kauft die Geschäftsanteile von Friedrich Zapp. Im gleichen Jahr knüpft Gustav Friedrich Kotz erste Geschäftskontakte mit Kunden in den Niederlanden und Dänemark.

Zwischen den 1903 und 1907 entwickelt das Unternehmen die neuartige NOKO-Patentachse, welche von der Fachpresse als "als epochemachende Erfindung" gepriesen wurde. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges werden Gustav Friedrich Kotz und Teile der Belegschaft zum Kriegsdienst eingezogen. Bis zum Kriegsbeginn hat die BPW seit ihrer Gründung 313.300 Achsschenkel produziert. Neben Schmier- und Patentachsen produziert das Unternehmen Gleitlagerachsen für Militärfuhrwerke. Nachdem Otto Nohl schwer erkrankt, wird Gustav Friedrich Kotz vom Militärdienst befreit und übernimmt dessen Geschäftsanteile. Er ist jetzt alleiniger Inhaber der BPW. Der Betrieb beklagt 14 gefallene Mitarbeiter.

Im Jahr 1924 rüstet das Unternehmen erstmals eine Achse mit Kegelrollenlagern in Zusammenarbeit mit SKF aus. Gegenüber anderen Achssystemen erzielt die BPW eine Zugkraftersparnis von 50 Prozent, eine Schmiermittelersparnis von bis zu 80 Prozent sowie eine Kraftstoffersparnis von rund 10 Prozent. Bei gleicher Zugkraft können Rollenlagerachsen um die Hälfte mehr beladen werden und schneller fahren, da sich ihre Lager nicht so schnell erwärmen.

1929 wird der BPW ein neues Warenzeichen eingetragen. Es zeigt in einem Kreis die Buchstaben BPW mit einer Achse und zwei Rädern auf einer gepflasterten Straße. In modifizierter Form wird diese Logo noch heute gebraucht. Mittlerweile beliefert das Unternehmen Kunden in Argentinien, Brasilien, Chile, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen, Spanien, Südafrika, Tschechien und Ungarn.

Die BPW wird 1937 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Der Firmenname lautet nun Bergische Achsenfabrik Fr. Kotz & Söhne. Der Betrieb beschäftigt erstmals mehr als 1000 Mitarbeiter. Neben Verkaufsstellen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Leipzig eröffnet die BPW Zweigstellen in Breslau, Königsberg, Stettin und Wien.

Am 1. September 1939 beginnt Hitler den Zweiten Weltkrieg mit dem Polenfeldzug. Die von der BPW belieferten Fahrzeugbauer produzieren überwiegend militärische Anhänger, Geschützlafetten und Scheinwerferwagen sowie in geringem Umfang zivile Anhänger. Seit 1942 ist die Produktion rückläufig und im November 1944 kommt der Export zum Erliegen. Von den 1327 Mitarbeitern beklagt die BPW 201 gefallene und 62 vermisste Angestellte. Doch bereits im Juli 1945 erhält das Unternehmen wieder eine begrenzte Fertigungserlaubnis von den alliierten Behörden.

Nachkriegsgeschichte

1948, im Jahr des 50-jährigen Firmenjubiläums, stirbt Gustav Friedrich Kotz. Sein Sohn Fritz Kotz übernimmt die Geschäftsführung.

1958 beginnt die BPW mit der Serienfertigung von Vierkanthohlachsen für LKW-Anhänger. Gegenüber den bis dahin weit verbreiteten Achsen mit massivem Querschnitt sind die Vierkanthohlachsen deutlich leichter und dennoch höher belastbar. Ein Jahr später präsentierte die BPW auf der IAA erstmals eine Luftfeder-Kurbelachse für LKW Anhänger, 1967 folgte die Luftfederachse mit Schlauchrollbalg.

1961 tritt Christian Peter Kotz in die BPW ein. Uwe Kotz folgt ihm 1968. Die Brüder führen das Unternehmen seit dem Tod ihres Vaters Fritz Kotz im Jahre 1980 weiter. Bis zum Jahr 1990 gründet und übernimmt die BPW Vertriebsgesellschaften in Australien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweden, Schweiz, Singapur, sowie in Südafrika und Spanien. Darüber hinaus entstehen Fertigungsstätten in Australien und Südafrika. Gleichzeitig führt der Betrieb ein neues System der Material- und Produktionskontrolle ein. Die sogenannte „dokumentierte Fertigung“ sichert eine detaillierte Erfassung und Auswertung aller wichtigen Produktionsmerkmale und garantiert somit die Rekonstruktion jeder Herstellungsstufe - es handelte sich sozusagen um die Vorläufer eines Qualitätsmanagementsystemes.

1994 erfolgt die Umbenennung in BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft.

1998 wird Michael Pfeiffer neben Christian Peter und Uwe Kotz persönlich haftender Gesellschafter. Des Weiteren wird im Jahr des 100-jährigen Firmenjubiläums die weltweit erste KTL-Beschichtungsanlage für LKW-Anhängerachsen in Betrieb genommen sowie das Tochterunternehmen BPW Italia zur Herstellung von Lenkachsen gegründet. Die Fertigungsanlagen in Wiehl werden modernisiert und der Bau eines neuen Logistikzentrums beginnt, der im Jahre 2000 abgeschlossen ist.

BPW nimmt seit 1995 am Öko-Audit-System der EU teil. Die EMAS (Öko-Audit-Verordnung) wurde bei der BPW 2001 mit der Zertifizierung nach DIN ISO 14001 abgelöst.

Siehe auch

Quellen

  1. http://www.bpw.de

Weblinks


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