Bergiselbahnhof
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Lok 2 der Localbahn Innsbruck–Hall i. Tirol mit einem Personenzug am Bergiselbahnhof, im Hintergrund das Stift Wilten. Ende 19. Jhd.
Fahrzeug der Straßenbahn Hagen kurz nach seinem Verkauf an die IVB beim alten Bergiselbahnhof 1976

Der Bergiselbahnhof war Ausgangspunkt der Localbahn Innsbruck–Hall i. Tirol am Fuße des Bergisels in Innsbruck. Er war der dritte Bahnhof (nach dem Südbahnhof und Staatsbahnhof) im Großraum Innsbruck. Später wurde er als Betriebshof der Innsbrucker Verkehrsbetriebe genutzt, heute befindet sich hier die Endhaltestelle der Linie 1 der Innsbrucker Straßenbahn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Errichtet wurde der Bergiselbahnhof 1891 für Localbahn Innsbruck–Hall i. Tirol. Er war der Ausgangspunkt für eine Bahn, die die Dörfer Wilten, Mühlau, Arzl, Rum, Thaur mit den Städten Innsbruck und Hall in Tirol verband. Im Bahnhof befand sich die Verwaltung der Localbahn. Südlich des eigentlichen Bahnhofs befanden sich auch noch Remisen, Werkstättengebäude und auch ein Güterdepot. 1900 wurden die Remisenanlagen um einen Teil östlich der Klostergasse erweitert um die Fahrzeuge der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn aufnehmen zu können, welche ab diesen Zeitpunkt die Ortschaften Lans, Sistrans und Igls an Innsbruck anband. Aufgrund des Rufes von Igls als Luftkurort, bekam der Bahnhof eine überregionale Bedeutung. Hier musste man von der Localbahn in die Mittelgebirgsbahn umsteigen. Mit der Eröffnung der Stubaitalbahn 1904, gewann der Bahnhof zusätzlich an Bedeutung, da man von hier den westlich der Brennerstraße gelegenen Stubaitalbahnhof leicht zu Fuß erreichen konnte. Auch wurden in Zukunft die Hauptuntersuchungen der Fahrzeuge der Stubaitalbahn in den Werkstätten der Localbahn im Bergiselbahnhof durchgeführt. 1905 wurde der Bahnhof nochmals erweitert, um die Fahrzeuge der Innsbrucker Straßenbahn aufnehmen zu können. Die Stadtbahnremise befand sich in etwa dort, wo sich heute der Ausgangspunkt der Linie 6 befindet. Ein zusätzliches Zubringergleis zur Endhaltestelle der Straßenbahn beim Staatsbahnhof wurde errichtet. Einige Jahre Später wurde auch die Endhaltestelle der Linie 1 zum Bergisel verlegt.

Durch den Zunehmenden Autoverkehr Anfang der 1930er verlor der Bergiselbahnhof seine Bedeutung als Bahnhof und bekam immer mehr den Charakter einer Endhaltestelle und eines Betriebshofes. Auch hielt seit Ende der 1930er Jahre die Localbahn nicht mehr im Bergiselbahnhof und auch die Mittelgebirgsbahn wurde zeitweise bis in die Innenstadt geführt.

1941 wurden die Innsbrucker Verkehrsbetriebe unter Zusammenlegung der Localbahngesellschaft mit einigen privaten Buslinien gegründet. Die Busse wurden zum Teil in den nicht mehr benötigten Hallen untergestellt. 1944 wurde eine O-Bus-Halle gebaut, welche jedoch kurz nach der Inbetriebnahme durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Auch das Bahnhofsgebäude wurde bei Bombenangriffen beschädigt. Die O-Bus Halle wurde nicht mehr aufgebaut und die Busse in einer anderen Halle in Arzl an der Endhaltestelle der Linie C untergestellt.

Da das Gelände des Bergiselbahnhofs vom Stift Wilten gepachtet worden ist, und die Pachtvertragsdauer dem Ende zuging, suchte man Anfang der 1970er eine Lösung für dieses Problem. Für die Olympischen Winterspiele 1976 wurde im Westen anschließend an den Stubaitalbahnhof ein Pressezentrum errichtet, dessen Nachnutzung als Büros für die Verkehrsbetriebe gedacht war. Da man nach Einstellung der Localbahn 1974 und mit dem erricht neuer Werkstätten im neuen Stubaitalbahnhof, wie der neue Betriebshof genannt wird, nicht mehr soviele Räumlichkeiten brauchte, wurden erste Teile des Bergiselbahnhofs stillgelegt. Mit dem Bau der Straßenbahnhalle am neuen Betriebshof 1981 wurde der Bergiselbahnhof schließlich ganz aufgelassen und abgerissen.

Aktuell

Heute erinnert noch die Endstation der Linien 1 und 6, sowie der umgangssprachliche Ausdruck „Bergiselbahnhof“ für diese Haltestelle, an den ehemaligen Bahnhof. Von den ursprünglichen Gleisanlagen ist nichts mehr vorhanden. Die Umkehrschleife der Linie 1 sowie die beiden Gleise an der Haltestelle der Linie 6 wurden komplett neu verlegt. An Stelle der alten Remisenanlagen stehen heute Firmengebäude.

Literatur

  • Duschek, W., Pramstaller W. u. a.: Local- und Straßenbahnen im alten Tirol, Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2008, 48 S.
  • Walter Kreutz: Straßenbahnen, Busse und Seilbahnen von Innsbruck. 2. Auflage. Steiger Verlag, Innsbruck 1991, ISBN 3-85423-008-7
  • Innsbrucker Verkehrsbetriebe AG (Hrsg.), Bernhard Mazegger, Eduard Ehringer: 100 Jahre Straßenbahnen in Innsbruck 1891 – 1991; 50 Jahre Innsbrucker Verkehrsbetriebe 1941 – 1991. Eigenverlag IVB, Innsbruck 1991
  • Walter Kreutz, W. Pramstaller, W. Duschek: 100 Jahre Elektrische in Innsbruck. Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2005
  • Durch Wälder und über Wiesen – Ein Jahrhundert Innsbrucker Mittelgebirgsbahn. Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2000, 32 S.

Weblinks


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