Bergkategorie
Bergkategorien
Einstufung Höhenunterschied
4. Kategorie im Ermessen des Veranstalters
3. Kategorie ab 200 Höhenmetern oder 150 Höhenmeter bei mindestens 6,5%
2. Kategorie ab 400 Höhenmetern
1. Kategorie ab 800 Höhenmetern oder 600 Höhenmeter bei mindestens 6,5%
HC-Kategorie ab 1.500 Höhenmetern oder 1000 Höhenmeter bei mindestens 6,5%

Die Bergwertung ist ein Begriff aus dem Sport, speziell dem Radrennsport. Alljährlich taucht er hier bei Berichten von der Tour de France auf. Eine Bergwertung gibt es jedoch bei allen größeren Rundfahrten wie dem Giro d'Italia oder der Vuelta a Espana.

Es gibt fünf Bergkategorien, die je nach Länge des Anstiegs und den Prozenten der Steigung differieren. Der Weltverband kontrolliert, ob die Einstufung des Berges den Regeln entspricht. Mit den Kategorien sollen möglichst objektive Rahmenbedingungen die Bergwertung prägen.

Für die besten „Kletterer“ unter den Teilnehmern gibt es unterschiedlich viele Punkte bei Erreichen oder Überqueren des Zielstrichs oben am Berg. Der Erste auf einem Berg der Kategorie 4 erhält zum Beispiel 3 Punkte. Bezwingt er hingegen einen Berg der Kategorie HC, werden 20 Punkte seinem Punktekonto hinzugefügt.

Die Abkürzung HC steht für Hors Catégorie (hors bedeutet soviel wie außerhalb), also einen extrem hohen Höhenunterschied, den es in der Tagesetappe vom Radrennfahrer zu bewältigen gilt.

Der Führende der Bergwertung darf während des Rennens ein spezielles Trikot tragen. Bester Kletterer einer Rundfahrt und Gewinner des Bergtrikots ist dann der Fahrer, der am Ende die meisten Punkte auf seinem Konto hat.

Da die Vergabe einer Bergwertung nicht nur vom reinen Höhenunterschied, sondern auch von der Steilheit abhängt, kann man die Kategorie näherungsweise auch mit folgender Formel bestimmen:

 \mathrm{Bergwertung} = \frac {(\mathrm{Steigung\ in\ \%})^{(3/2)} \cdot \Delta h} {100}

hierbei ergeben Werte bis 20 die 4. Kategorie, bis 50 die 3. Kategorie, bis 120 die 2. Kategorie, bis 200 die 1. Kategorie und darüber die Hors Catégorie. Innerhalb der Hors Catégorie gibt es jedoch noch eine eigene Klasse von Pässen mit einem Wert über 350. Da keiner dieser Pässe bei der Tour de France vorkommt, gibt es für Sie auch keine spezielle Wertung. Sie sind jedoch erheblich schwerer als die Pässe der Hors Catégorie der Tour de France. In den Alpen gibt es fünf Berge dieser Kategorie: Die Nordseiten von Passo del Mortirolo, Colle delle Finestre, der Monte Zoncolan, die Edelweißspitze der Großglockner-Hochalpenstraße und das Stilfser Joch von Gomagoi. Alle diese Pässe haben über 1.200 Höhenmeter und kilometerlange Passagen mit mehr als 10 % Steigung.

Die Organisatoren handhaben die Vergabe von Bergpunkten jedoch flexibel, speziell bei den kleineren Hügeln der Kategorie 4, die oft nur teilweise mit Punkten versehen werden. Die Einstufung eines Anstiegs kann auch von seiner Position im Rennverlauf abhängen. Wenn z.B. ein Berg üblicherweise bei einer normalen Überfahrt der 1. Kategorie zugeordnet wird, kann der gleiche Berg als Etappenankunft (Schlussanstieg) zur Hors Catégorie zählen.

Da in den letzten Jahren bei der Tour de France das Bergtrikot häufig von Fahrern gewonnen wurde, die in der Gesamtwertung keine Rolle spielten und ihre Punkte bei mittelschweren Etappen sammelten, wurde das Reglement dahingehend geändert, dass der letzte Anstieg einer Etappe mit doppelter Punktzahl bewertet wird, falls er zur 2., 1. oder höchsten Kategorie gehört.

Bergwertungen gibt es ferner im Motorsport bei Bergrennen. Das Reglement (Regelwerk) kann dort andere Kriterien für die Punktevergabe aufweisen.


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