Bergkirche Klaus
links Bergkirche, rechts Schloss Klaus
Abendmahlskelch, 1622 für die Bergkirche Klaus gestiftet, heute noch in Vach bei Fürth verwendet
Wappen der Familie Storch

Die frühbarocke, römisch-katholische Bergkirche Klaus liegt im oberösterreichischen Ort Klaus an der Pyhrnbahn.

Geschichte

1616–1618 wird oberhalb des Schlosses die Bergkirche Klaus als evangelische Pfarrkirche durch Ludwig von Storch erbaut, gemeinsam mit Prädikantenwohnhaus und Friedhof. 1622 stiften Ludwig und Anna Johanna Storch einen goldenen Abendmahlskelch für die evangelischen Gottesdienste. Als die Storchs aufgrund der Gegenreformation Österreich verlassen müssen und sich in Vach bei Fürth (Bayern) niederlassen, spenden sie den Kelch der dortigen evangelischen Kirche, wo er bis heute in Verwendung ist.[1] Im Zuge der Gegenreformation wird die Bergkirche schließlich 1674 als katholische Pfarrkirche geweiht, was durch Freiherrn Georg Siegmund von Salburg und dessen Nachfolger Gotthard Heinrich, Graf von Salburg, jahrelang angestrebt worden war. Die Kirche wird unter die Patronanz des hl. Johannes des Täufers gestellt, ein Marmortaufstein wird aufgestellt.

1677–1696 nimmt der Brüsseler Casparus Podevin, damals Pfarrer von Leonstein, die Innenausstattung vor.[2] Wertvolle Deckenfresken sowie ein Hochaltar prägen den Kircheninnenraum. 1858 wird die (heute denkmalgeschützte) Orgel gebaut. 1884 wird zum Gedenken an die Übernachtung „seiner kaiserlichen Hoheit Erzherzog Johann von Österreich“ im Schloss auf dem Weg zur Bergkirche die sogenannte Kaiserlinde gepflanzt, die dort noch heute steht. 1960 werden bei Restaurierungsarbeiten 37 Fresken freigelegt, die mehr als 150 Jahre verdeckt waren.

Durch den Anbau einer Kapelle an den Pfarrhof im Ort Klaus verliert die Bergkirche an Bedeutung und dient seither hauptsächlich für Hochzeiten und Begräbnisse. 1962 fand erstmals ein Konzert in der idyllischen Kirche am Fuße des Berges „Kirchmauer“ statt. Seit 1967 findet der alljährliche „Musik Sommer Klaus“ statt, das sich zu den kleinsten Musikfestivals Österreichs zählt.

Einzelnachweise

  1. GFF Gemeinschaft für Familienforschung in Franken e.V.: Eberhard Krauß in „Blätter für fränkische Familienkunde“. Band 26 – 2003, S.136-141.
  2. Dirngrabner, Gertrud: „Die Herrschaft Klaus (OÖ) 1512 – 1761. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der philosophischen Fakultät an der Karl-Franzens-Universität in Graz. 1958. S. 115-116.

Weblink

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