Bergkittel
Theodor Körner als Bergstudent in Freiberg, Kreidezeichnung von Friedrich Mardersteig

Der Bergkittel ist die traditionelle Tracht der Berg- und Hüttenleute. Da die Verhüttung der Erze früher oft in direkter Nähe der Bergwerke stattfand, wurde diese bergmännische Tradition auch von den (sich erst später als eigenständige Berufsgruppe definierenden) Hüttenleuten übernommen.

Die Schnittform der Bergkittel ist für jede Region spezifisch. Oftmals zeigen Applikationen oder Stickereien an den Ärmeln und am Kragen die genaue Berufszugehörigkeit des Trägers (Schlägel und Eisen: Bergleute, Tiegelzange und Abschlackeisen: Hüttenleute).

Bergkittel werden heute noch von Knappenvereinen, Bergmannschören und ähnlichen Vereinen zur Brauchtumspflege bei öffentlichen Auftritten regelmäßig getragen.

Maximilianische Bergmannstracht (Stadtmuseum Trofaiach)

Im österreichischen und deutschen Raum gibt es eine ältere „weiße, die sogenannte maximilianische Bergmannstracht" und eine jüngere „schwarze" Tracht. Die maximilianische Tracht, die bis ins Mittelalter zurückgeht, bestand aus einem Mantel mit Kapuze und dem Arschleder. Als Festtagstracht besteht der Mantel aus weißem Leinen, als Arbeitstracht war sie aus grobem, braunem Wollstoff gefertigt. Die „schwarze" Bergmannstracht, die jetzt allgemein gebräuchlich ist, entstand wahrscheinlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Sachsen.

Auch an ehemaligen Bergakademien wird der Bergkittel von angehenden Montaningenieuren als Traditionskleidung gepflegt. Besonders Angehörige studentischer Verbindungen tragen ihn anstelle einer sonst üblichen Pekesche.

In Clausthal tragen u.a. die Aktiven der Verbindungen Landsmannschaft Alemannia-Silesia zu Clausthal im Coburger Convent, Turnerschaft Rheno-Germania zu Clausthal im Coburger Convent, Freie Burschenschaft Schlägel und Eisen, Alte Freiberger Burschenschaft "Glückauf" zu Clausthal, A.V. Glückauf-Salia Clausthal im CV und KV, VDSt Clausthal, Wingolfsverbindung Catena, sowie die drei Corps, Corps Borussia, Corps Hercynia und Corps Montania, Bergkittel zu Couleur. Als ehemalige Clausthaler Studentenverbindung tragen auch die Chargierten der K.St.V. Abraxas-Rheinpreussen aus Dresden bei feierlichen Anlässen den Bergkittel. In Freiberg wird er von Aktiven des VDSt Freiberg sowie der Akademischen Sportverbindung "Alte Elisabeth" getragen, in Aachen beim Corps Franconia Fribergensis und Corps Palaeo-Teutonia Aachen (ehemals Teutonia Freiberg) (nur Studenten des Bergbaus). Der Berg-und Hüttenmännische Verein trägt an allen drei Standorten Aachen, Berlin und Clausthal Bergkittel.

An der Montanuniversität Leoben gehört der Bergkittel zur akademischen Tracht und wird von Professoren und Studenten bei offiziellen Anlässen wie dem Ledersprung getragen. Er erfreut sich einer großen Wertschätzung und wird auch als Abendgarderobe akzeptiert. Die schwarze Bergmannstracht wurde im 19. Jahrhundert, so wie andere Traditionen, vor allem von der Bergakademie Schemnitz übernommen.

Die CV-Verbindung AV Salia-Silesia zu Oppeln in Polen trägt ebenfalls Bergkittel, um ihre Verbundenheit zur oberschlesischen Heimat zu demonstrieren.

Verweise

Siehe auch

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