Bergmassiv
Muztagh Ata im Karakorum, Xinjiang, China
Mont Ventoux in den Südalpen, Vaucluse, Frankreich

Als Massiv (französ. „massig“, „kompakt“) wird ein geschlossener Block aus Fels bezeichnet, als Gebirgsmassiv (Massengebirge), Gebirgsstock, Bergstock oder Gipfelstock und ähnliches.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Massive sind nicht als Gebirgszüge (Kettengebirge) und Bergketten organisiert, sondern haben eine kompaktere Form, und sind rundum vom Tälern oder Tal-Pass-Zügen umgrenzt und zeigen sich als mehr oder minder freistehende geomorphologische Einheit.

Geologisch werden Massivformen in ihrer unterschiedlichen Gesteinsbildung und Entstehungsgeschichte unter den Begriffen Stock bei senkrechter Orientierung der Gesteinsschichten, Klippe bei erosiver Vorgelagerung zu einer kompakten Gesteinseinheit, oder Scholle bei tektonischem Abriss, zusammengefasst.

Gebirgsmassive

Satellitenbild des Brandbergmassiv, Namibia

Gebirgsbildende Massive werden Massengebirge genannt. Viele dieser größeren Massive haben ein hohes geologisches Alter und stellen frühere Hochgebirge dar, von denen nur mehr etwa die Hälfte der alten Gipfelhöhen übrig blieb. Typisch ist diese Form für Mittelgebirge. Solche alten Massive können auch durch Erosion weitgehend verschwinden oder zu Rumpfgebirgen werden (siehe auch Schild). Solche Formen ohne ausgeprägte Gipfelbildung nennt man Kuppengebirge (Frankenwald) oder Plateaugebirge (etwa die Schwäbische Alb).

Beispiele:

  • Böhmische Masse in Böhmen und nordöstlichem Österreich, altes Rumpfgebirge aus voralpinider Zeit
  • das Zentralmassiv Frankreichs
  • Massif des Maures am Südrand der Alpen, das nicht zu ihnen gehört, sondern ein tektonisches Stück der afrikanischen Platte ist

Bergmassive

Untersberg bei Salzburg – prototypischer Kalkstock mit Karstplateau und Steilflanken
Gipfelstock des Großglockner, Österreich – Schieferhülle des Tauernfenster über Zentralalpengneis

Einzelne Berge oder kompakte Berggruppen nennt man Bergmassiv oder Stock. Sie zeichnen sich durch steile Flanken aus, und bilden häufig einen Plateauberg mit einem gefurchten Hochplateau oder einen Tafelberg mit Hochebene. Auch für massige, primär steinerne Vulkane wird das Wort verwendet.

Unter dieser Bergform finden sich meist die relativ höchsten Berge – also von ihrem Fuß aus gemessen – einer Region. In Hochgebirgen sind Schartenhöhen von 300–500 m Metern als Mindestmaß für einen eigenständigen Berg, der Mont Ventoux etwa erhebt sich über 1600 m über die Hügel des Rhônetals und hat eine entsprechende Schartenhöhe. Noch mehr gilt das für Vulkane, wie die Vulkankette Ostafrikas mit dem Kilimandscharo-Massiv als „höchstem freistehende Berg der Welt“, dem Elbrus, oder dem Mount St. Helens.

Siehe hierzu auch: Höchster Berg

Beispiele:

Gipfelmassive

Gipfelformationen in Stockbildung sind häufig: Der Gipfel des Berges bildet dann eine gegenüber seiner Hauptmasse deutlich abgesetzte Form. Grund sind wechselnde Gesteinsbildung im Aufbau des Berges.

Extremere Ausformung nennt man Felsturm oder Zinne.

Bergmassive in der Kunst

Der Elbrus, Mondnacht (Archip Kuindschi, Öl auf Papier auf Leinwand, nach 1890

Bereits unzählige Maler und Kunstfotografen haben sich Bergmassive als Motiv gewählt. Am häufigsten werden solche Massive abgebildet, die besonders steile Flanken haben und vom Tal aus gut einzusehen sind. Vom steirischen Hausberg Grimming und vom Dachstein sind jeweils tausende Gemälde entstanden, auch von berühmten Künstlern wie z. B. Gauermann. Ebenso bekannt sind Motive aus den Berner Alpen (Eiger, Jungfrau etc.), aus dem mitteldeutschen Harz oder aus den Südtiroler Dolomiten.

Literatur

  • André Cailleux, Anatomie der Erde, Kap.1 und 3. Kindlers Universitätsbibliothek, München 1968.
  • Jonathan Weiner, Planet Erde, Droemer-Verlagsanst. München 1987.

Weblinks


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