Bergrevier Burbach
Grube Bautenberg um 1900
Bergbaureste, vermutlich von der Grube Rennseifen in Salchendorf.

Das Bergrevier Burbach war ein Verwaltungsbezirk des 1861 aufgelösten Bergamtes Siegen im südlichen Siegerland. Das Gebiet wurde von Burbach aus verwaltet und bestand bis 1944, bevor es mit Siegen II zusammengelegt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Ausdehnung

Das Bergrevier Burbach hatte eine Fläche von 121,5 km² und umfasste das alte Amt Burbach inklusive des 1844 eingegliederten Amtes Neunkirchen. Das Gebiet entspricht den heutigen Gemeinden Burbach und Neunkirchen sowie dem Wilnsdorfer Ortsteil Wilden, das bis 1895 dem Amt Neunkirchen bzw. Burbach angehörte und dann zum Amt Wilnsdorf kam.

Geschichte

Eine der ersten erwähnten Gruben und zeitgleich eine der größeren im Revier ist die Grube Bautenberg in Wilden im Jahr 1461. Dort baute man hauptsächlich Eisenerzvorkommen ab. Der Kupferbergbau bekam in anderen Ecken ihre Bedeutung. Bereits vor 1730 grub man im Struthüttener Kunstertal nach Kupfer, die Grube Kunst nutzte Radkunst um in größere Teufen vordringen zu können und an das begehrte Metall zu kommen. Ab dem 19. Jahrhundert wurde dort zunehmend Eisenerz abgebaut.

Um 1700 entstanden im Buchhellertal bei Burbach Gruben wie Grüne Hoffnung, Hoffnungsstern und Kupferkaute, die anfangs hauptsächlich Blei abbauten und erst später auf Kupfer umstiegen, als man um 1840 große Kupfermengen fand. Innerhalb weniger Jahre bildeten sich dutzende Gewerkschaften und namhafte Gruben wie Peterszeche, Mückenwiese, Burg und Crone. 1865 bildete sich unter der Leitung der Peterszeche eine Konsolidation aus Hoffnungsstern, Viktorsfeld, Kupferkaute, Grüne Hoffnung, Mückenwiese und Crone, doch bereits Ende des 19. Jahrhunderts hörte der Boom im Buchhellertal auf, die Peterszeche war 1917 die letzte Grube, die geschlossen wurde.

Das alte Bergmannsdorf Salchendorf war besonders Anfang des 20. Jahrhunderts eine reiche Gemeinde. Große Gruben wie Pfannenberger Einigkeit und Heinrichsglück förderten hunderttausende Tonnen Eisenerz. Die älteste Erwähnung einer Grube mit Namen fand 1732 statt. Mit dem Wodanstolln wurde ein Erbstollen angehauen, der die Gruben Heidenberg und Rennseifen verband. Mit der Grube Pfannenberger Einigkeit schloss 1962 die letzte Grube im Bergrevier Burbach und gleichzeitig die letzte im Altkreis Siegen.

Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1861 unterstand das Bergrevier dem Bergamt Siegen. 1886 waren im Revier 373 Gruben in Betrieb.

Gruben

Die größte und ergiebigste Grube im Revier war die Grube Pfannenberger Einigkeit in Salchendorf. Hier eine Auswahl der größeren oder bedeutenderen Gruben im Bergrevier Burbach:

Grube Gemarkung Mutung Stilllegung Teufe (in Meter) Besonderes
Bautenberg Wilnsdorf-Wilden 1461 1942-03-31 1025,2
Große Burg Neunkirchen-Altenseelbach 1838-08-29 1959 895 Verbundgrube
Grüne Hoffnung Burbach vor 1720 1882 143 Kupferabbau
Heinrichsglück Neunkirchen-Salchendorf um 1840 um 1900 791
Kunst Neunkirchen-Struthütten vor 1730 1925-09-25 600 Kupferabbau
Lohmannsfeld Neunkirchen-Altenseelbach um 1700 1948 780
Ludwigseck Neunkirchen-Salchendorf 1839-01-24 1922-03-30 260
Peterszeche Burbach 1850 1917 440 Kupferabbau
Pfannenberger Einigkeit Neunkirchen-Salchendorf 1810 1962-06-30 1338 zeitweise tiefste Grube Europas
Stahlseifen Neunkirchen-Salchendorf 18. JH 1935-01-31 596
Steimel Neunkirchen vor 1812 1928-11-22 627,3 Verbundgrube
Viktorsfeld Burbach 1712 1862 95 Kupferabbau

Zentren im Bergrevier waren der Ort Salchendorf, in dem ca. 45 Gruben aktiv waren und das südwestlich von Burbach gelegene Buchhellertal, in dem ca. 20 Gruben aktiv waren.

Siehe auch

Literatur

  • T. Hundt, G. Gerlach, F. Roth, W. Schmidt: Beschreibung der Bergreviere Siegen I, Siegen II, Burbach & Müsen; Bonn 1887
  • Pieler: Der Bergbau im Bergreviere Burbach, 1874 (Manuskript)
  • Ute Bosbach, Achim Heinz, Wolfgang Stössel: Spurensuche im Eisenland. Unterwegs auf Erzstraßen und Bergmannspfaden. Amadeusmedien, Betzdorf 2006, ISBN 3-9808936-8-5.

Weblinks


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