Bergsandglöckchen
Berg-Sandglöckchen
Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)

Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Gattung: Sandrapunzel (Jasione)
Art: Berg-Sandglöckchen
Wissenschaftlicher Name
Jasione montana
L.
Illustration aus der Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz von 1885.

Das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) ist ein Glockenblumengewächs aus der Gattung der Sandrapunzeln und wird auch Sandknöpfchen, Bergnelke oder Schaf-Skabiose genannt.

Um auf diese seltene Art und ihren gefährdeten Lebensraum aufmerksam zu machen, wurde das Berg-Sandglöckchen 1990 zur Blume des Jahres auserkoren. Die Art ist wegen starken Nährstoffeintrags in magere Saumbiotope, die selbst rückläufig sind, gefährdet.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale, Biologie

Die einjährig-überwinternde oder zweijährige Pflanze wird 20 bis 60 cm groß, wobei der Stängel niederliegend oder aufrecht sein kann. Laubblätter befinden sich nur im unteren Stängelteil; sie sind länglich bis lanzettlich und haben einen wellig-krausen Rand. Der Blütenstand erreicht einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Die Hüllblätter sind eiförmig und meist kürzer als die Blüte. Die Krone ist hellblau, selten weiß, und in fünf lineale, am Grund röhrig verwachsene Zipfel geteilt. Blütezeit ist von Juni bis August.

Das Berg-Sandglöckchen ist eine bis 1 m tief wurzelnde Halbrosettenpflanze (Sandpflanze). Die Blüten sind vormännliche Körbchenblumen, sehr ähnlich denen der Korbblütler. Die Einzelblüten des Blütenkörbchens sind bis zum Grunde gespalten. Sie öffnen sich von unten nach oben. Die Staubbeutel sind an der Basis verwachsen. Sie versperren dadurch den Weg zum Nektar und dienen so als Saftdecke. Der Pollen wird schon in der Blütenknospe auf die Griffelbürste entleert. Später breiten sich die Staubbeutel aus, der Griffel verlängert sich stark, und die zweilappige Narbe entfaltet sich. Bestäuber sind viele Zweiflügler, Bienen (bis 100 Arten), Falter und Käfer; Selbstbestäubung kommt nicht vor. Die Kleinheit der Blätter und ihre raue Behaarung sind Anpassungen an zeitweilige Trockenheit. Die Früchte sind kleine, abstehende, an der Spitze mit zwei Poren aufspringende Kapselfrüchte. Die Kelchblätter sind krallig, die Samen klein. Sie werden durch Tiere und den Wind verstreut. Heranreifende Samen sind zum Studium der Embryonalentwicklung geeignet.

Vorkommen

Das Sandglöckchen kommt sowohl in gebirgigen Lagen als auch in den Graudünen der Nord- und Ostseeküste vor. Sie wächst bevorzugt auf trockenen Sand-Magerrasen oder an kalkarmen felsigen Stellen, aber auch als tiefwurzelnde Pionierpflanze auf Brachflächen. In Österreich ist die Art in Wien ausgestorben, sonst zerstreut bis selten in allen Bundesländern.

Nach Ellenberg ist das Berg-Sandglöckchen eine Halblichtpflanze, ein Trockniszeiger, ein Säurezeiger, und eine Ordnungscharakterart der Felsgrus- und Felsbandgesellschaften (Sedo-Scleranthetalia).

Systematik

Die Art ist recht formenreich; sie wird unterteilt in zwei Unterarten: die verbreitete Sippe J. montana ssp. montana mit durchschnittlich höherem und aufsteigendem Wuchs und die seltener vorkommende, meeresnahe Form J. montana ssp. litoralis, die kleiner und eher niederliegend wächst.

Weblinks

Bilder: [1] [2]


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