Bergschlössl
Das Bergschlössl

Das Bergschlössl ist ein barockes Gebäude im Linzer Volksgartenviertel, welches in den Jahren 1717 bis 1718 errichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Das in einer großen Parkanlage situierte Haus besteht aus drei Geschossen mit 9 Räumen. Das Gelände gehörte im 15. Jahrhundert zum sogenannten Stockhof, einem landesfürstlichen Lehen und wurde im Jahr 1708 seitens der Stadt Linz gekauft um Lehm abzubauen und einen Ziegelstadel zu errichten.

1717 bis 1718 wurde auf einem Teil des Areals das heutige Bergschlössl durch den aus Linz stammenden Baumeister Johann Michael Prunner erbaut, wobei der zuständige Bauherr der ständische Syndikus und Sekretär, der kaiserliche Johann Jakob Mäderer von Ehrenreichscron war. Eine Mauer mit einer dreitürigen Portalanlage umgab Haus und Garten.

In der Vergangenheit hatte das Gebäude die Hausnummer Linz 743, in dem Schlösschen hatte der Graf von Hohenwart seinen Sitz. Der Barockbau kam 1773 in den Besitz des Jesuitenkollegs Nordicum, von Pater Regens (1777 bis 1787). Der nächste Inhaber nach Pater Regens war Graf Sigmund Anton von Hohenwart, welcher es erneut an das Collegium Nordicum veräußerte. Wandmalereien in der Sala Terena, denen der Park als Vorlage diente, stammen aus dem 18. Jahrhundert, aus der Zeit Johann Ignaz Schiffermüllers. Im Raum Oktagon und dem pompeijanischen Bad, die sich im ersten Obergeschoss befinden existieren ebenfalls Malereien, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen.

In der Folgezeit wechselte das Schlösschen noch etliche Male den Besitzer: Johann Gottfried Graf von Thürheim, Graf Johann Anton von Weißenwolff, Graf Gottfried Clam, Graf Otto von Hohenfeld waren nacheinander Eigentümer. Als der Besitz 1902 von Robert Weingärtner gekauft wurde, ließ dieser das Schloss und den Park neu gestalten. Der im Jugendstil errichtete Wintergarten beim Haupteingang stammt aus dieser Zeit. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Bergschlössl nicht mehr bewohnt und auch der Garten nicht mehr kultiviert.

Im Jahr 1986 kaufte die Stadt Linz das Bergschlössl, das dann 1987 beinahe einem Brand zum Opfer gefallen wäre. Eine umfassende Renovierung erfolgte in den Jahren 1992 bis 1998, wobei der zuständige Architekt Peter Riepl war. Wiedereröffnet wurde das Gebäude 1999.

Der Bergschlössl-Park

Die Parkanlage wurde im 18. Jahrhundert angelegt, unter der Führung eines der erfolgreichsten Naturgeschichtler der damaligen Zeit, Ignaz Schiffermüller. Zweck der Anlage war ein botanischen Lehrgang im Nordischen Stift (heute Aloisianum). Der nach ökologischen Gesichtspunkten angelegte und circa drei Hektar große Park untersteht seit 1989 der Aufsicht und Pflege der Linzer Stadtgärten des Magistrates und zählt zu den ersten „botanischen-ökonomischen Parks“ von Oberösterreich. Das Gelände ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Laut aufgenommenem Baumbestand der Stadtgärten beinhaltete der Park im Jahr 2007 54 verschiedene Baumarten. Aus der Zeit Schiffermüllers bestehen noch einige Raritäten wie ein amerikanische Tulpenbaum und asiatische Eiben beidseits der Terrasse. Von den 400 Einzelgehölzen sind Spitzahornbäume und Eschen am häufigsten vertreten. Steinerne Figuren der Ceres, Putti mit Früchten und Vasen verzieren den Garten.

Barockinschrift

Das stadtseitige Eingangsportal ist mit einem kurzen Barockgedicht überschrieben. Die Inschrift lautet (Originalschreibweise):

Mann Mag die Palläste ziehren / Mit der Schönsten Mahlerey
XeuXis[1] Mag den Pemsel führen / Ist es doch nur ein Copey
gegen dem was Wald und Felt / Im original Vorstelt

Sonstiges

Franz Racher, ein Professor der Physik startete ein Jahr nach dem Ballonstart der Montgolfier-Brüder in Paris am 12. September 1784 zwei Ballons mit einem Durchmesser von zwei Schuh vom Park des Schlössls aus, worüber in der Linzer Ordinari-Zeitung berichtet wurde.

Heutige Nutzung

Das seit 1986 der Stadt Linz gehörende Gebäude wird von der Design Center Linz Betriebsgesellschaft verwaltet und ist an die LIMAK Austrian Business School vermietet. Es wird vorwiegend für Empfänge, Bankette, Seminare etc. genutzt.

Weblinks und Quellen

Einzelnachweise

  1. Gemeint ist vermutlich Zeuxis von Herakleia
48.29086114.285672

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