Bergstraße (Kreis)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Bergstraße Deutschlandkarte, Position des Kreises Bergstraße hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Heppenheim (Bergstraße)
Fläche: 719,54 km²
Einwohner: 263.945 (30. Juni 2008)
Bevölkerungsdichte: 367 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HP
Kreisschlüssel: 06 4 31
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Gräffstraße 5
64646 Heppenheim
Webpräsenz:
Landrat: Matthias Wilkes (CDU)
Lage des Kreises Bergstraße in Hessen
Karte

Der Kreis Bergstraße ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen. Nachbarkreise sind im Norden die Landkreise Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg, im Osten der Odenwaldkreis und im Süden der baden-württembergische Rhein-Neckar-Kreis und der Stadtkreis Mannheim. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Rheinland-Pfalz. Links des Rheins liegen die kreisfreie Stadt Worms und der Rhein-Pfalz-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ein Teil des Kreises liegt im Odenwald, der andere befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene und gehört zum Teil zum Hessischen Ried. Die beiden Städte Hirschhorn und Neckarsteinach im Neckartal sowie die Gemarkung Michelbuch haben keine direkte Verbindung zum restlichen Kreisgebiet und bilden eine Exklave.

Namensgebend ist die Bergstraße, eine touristische Route, die von Darmstadt nach Süden bis nach Wiesloch in Baden-Württemberg führt. Der nördliche Teil dieser Strecke führt durch den Kreis Bergstraße.

Geschichte

Das Gebiet des Kreises Bergstraße gehörte vor 1800 größtenteils zu Kurmainz, teilweise zur Kurpfalz, der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Erbach-Schönberg. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam es an Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen in die Provinz Starkenburg. Die Verwaltungseinheiten waren zunächst die Ämter Bensheim, Fürth, Gernsheim, Heppenheim, Hirschhorn, Kürnbach (Wimpfen), Lampertheim, Lindenfels, Lorsch, Pfungstadt, Schönberg, Seeheim, Wald-Michelbach, Wimpfen und Zwingenberg. 1821 wurden statt der Ämter nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise. Im Bereich des heutigen Landkreises Bergstraße wurden die Landratsbezirke Bensheim, Heppenheim, Lindenfels und Hirschhorn, sowie Wimpfen mit Amt Kürnbach als Exklave in Baden gebildet. Dabei wurden einige Orte an benachbarte Landratsbezirke abgegeben.
Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch Kreise, nicht mehr Landratsbezirke, und zwar den Kreis Bensheim und den Kreis Lindenfels geben. Heppenheim war zur Eingliederung in den Kreis Bensheim vorgesehen, sein Landratsbezirk sollte an den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet, die Stadt Heppenheim mithin nicht in den Kreis Bensheim eingegliedert wurde. Der Landratsbezirk Wimpfen blieb selbständiger Verwaltungsbezirk.
Am 31. Juli 1848 wurden die beiden Kreise Bensheim und Heppenheim dann zum Regierungsbezirk Heppenheim zusammengeschlossen. Der Landratsbezirk Wimpfen kam zum Regierungsbezirk Erbach. Diese Verwaltungsreform dauerte jedoch nur knapp vier Jahre, denn am 12. Mai 1852 wurde die Zusammenlegung wieder aufgehoben. Dabei entstand wieder der Kreis Lindenfels und der neue Kreis Wimpfen, die 1874 aber endgültig aufgelöst wurden und den Kreisen Bensheim und Heppenheim zugeschlagen wurden.

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen. Dieser wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Lampertheim, Biblis, Bürstadt und Hofheim wurden an den Landkreis Worms in der Provinz Rheinhessen abgegeben. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt.[1]

Bis 1945 gehörte außerdem das baden-württembergische Bad Wimpfen als Exklave zum Kreis Bergstraße. Nach 1945 wurden die rechtsrheinischen Gebiete des Landkreises Worms und der Stadt Worms in den Landkreis Bergstraße eingegliedert.
Bei der Gebietsreform in Hessen[2] ab 1972 wurde der Kreis Bergstraße nochmals geringfügig verändert: Die Gemeinde Laudenau ging nach einer Bürgerbefragung an den Odenwaldkreis und wurde Ortsteil von Reichelsheim (Odenwald)[3].

Einwohnerzahlen

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Bensheim, Kreis Heppenheim und Landkreis Bergstraße[4]:

Jahr Kreis Bensheim Kreis Heppenheim Jahr Landkreis Bergstraße
1900 55.916 47.083 1939 97.105
1910 65.760 51.909 1950 170.373
1925 72.863 55.087 1969 226.100
1933 78.917 59.000 1990 248.500

Politik

Kreistag

Der aktuelle Kreistag des Landkreises Bergstraße wurde am 26. März 2006 gewählt. Die 81 Abgeordneten gehören allen sieben zur Wahl angetretenen Parteien und Wählergemeinschaften an bzw. sind von ihnen aufgestellt worden. Seit den Kreistagswahlen 2001 regiert eine Mehrheitskoalition aus CDU, FDP und FWG, die die zuvor regierende große Koalition ablöste.

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,3 34 43,2 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,0 28 38,8 31
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,0 6 7,3 6
FDP Freie Demokratische Partei 5,6 4 4,5 4
FWG Freie Wählergemeinschaft Kreis Bergstraße 4,6 4 5,7 5
REP Die Republikaner 3,2 3
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit - Die Wahlalternative 2,3 2
Gesamt 100,0 81 100,0 81
Wahlbeteiligung in % 46,0 52,0
Ergebnisse der Kommunalwahl 2006

Wappen

Landkreiswappen des Landkreises Kreis Bergstraße

Blasonierung: „Geviert; rechts oben in Blau ein silberner Zinnenturm auf silbernem Berg, links oben in Silber eine rote fünfblättrige Blüte mit goldenen Butzen, rechts unten in Silber ein rotes Nagelspitzkreuz und links unten in Blau der hessische Löwe.“

(Wappen-Genehmigung 27. Oktober 1954)

Der silberne Zinnenturm stellt die Starkenburg dar, eine der ehemals wichtigsten Befestigungen der Region (heute Ruine). Die rote fünfblättrige Blüte steht für die Blütenvielfalt im Frühling. Das Nagelspitzkreuz ist das Wappen des Klosters Lorsch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Bergstraße ist eine Tourismusregion. Bei dem recht milden Klima werden aber auch Tabak, Spargel und ausgezeichneter Wein angebaut. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind das Felsenmeer im Lautertal, die karolingische Königshalle des ehemaligen Klosters Lorsch (seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe), die Starkenburg bei Heppenheim, das Auerbacher Schloss sowie das Fürstenlager bei Bensheim-Auerbach.

An der Bergstraße sind international agierende Unternehmen wie Ciba SC (Lampertheim), Langnese-Iglo (Heppenheim), SAP SI (Bensheim), Sirona (Bensheim), Suzuki (Bensheim) und Tyco Electronics (Bensheim) angesiedelt. Des Weiteren sind auch kleine aufstrebende IT-Firmen in der Region zuhause.

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen A 5 (Heidelberg–Darmstadt), A 6 (Kaiserslautern–Heilbronn), A 67 (Mannheim–Darmstadt) und die A 659. Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 3 (Heidelberg–Darmstadt), die B 37, B 38 (Saukopftunnel), B 44, B 47 und B 460.

Der öffentliche Personennahverkehr im Kreis ist gemeinsam mit den anderen Landkreisen des Rhein-Neckar-Dreiecks im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) organisiert.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[5])

Städte

  1. Bensheim (39.580)
  2. Bürstadt (15.563)
  3. Heppenheim (Bergstraße) (25.422)
  4. Hirschhorn (Neckar) (3624)
  5. Lampertheim (31.458)
  6. Lindenfels (5172)
  7. Lorsch (12.828)
  8. Neckarsteinach (3826)
  9. Viernheim (32.542)
  10. Zwingenberg (6814)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Michelbuch (Wohnbevölkerung gehört zur Stadt Neckarsteinach)

Gemeinden

  1. Abtsteinach (Sitz: Ober-Abtsteinach) (2428)
  2. Biblis (8822)
  3. Birkenau (10.176)
  4. Einhausen (6073)
  5. Fürth (10.885)
  6. Gorxheimertal (Sitz: Unterflockenbach) (4036)
  7. Grasellenbach (Sitz: Hammelbach) (3.812)(3853)
  8. Groß-Rohrheim (3749)
  9. Lautertal (Odenwald) (Sitz: Reichenbach (Odenwald)) (7212)
  10. Mörlenbach (10.440)
  11. Rimbach (8669)
  12. Wald-Michelbach (11.208)

Einzelnachweis

  1. Land Hessen 1939 Verwaltungsstruktur, Stand 10. Mai 2008
  2. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße vom 11. Juli 1972 , GVBl. I S. 222
  3. Laudenau, Webseite "Zum Laudenauer Tal", Gasthof und Pension
  4. Land Hessen Landkreis Bergstraße
  5. Einwohnerzahlen

Weblinks


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