Beringen SH
SH ist das Kürzel für den Kanton Schaffhausen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Beringenf zu vermeiden.
Beringen
Wappen von Beringen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Schaffhausen
Bezirk: Schaffhausenw
Gemeindenummer: 2932i1f3f4
Postleitzahl: 8222
UN/LOCODE: CH BER
Koordinaten: (685105 / 283694)47.698338.57239449Koordinaten: 47° 41′ 54″ N, 8° 34′ 21″ O; CH1903: (685105 / 283694)
Höhe: 449 m ü. M.
Fläche: 14.19 km²
Einwohner: 3386 (31. Dezember 2009)[1]
Website: www.beringen.ch
Blick auf Beringen vom Beringer Randenturm her gesehen

Blick auf Beringen vom Beringer Randenturm her gesehen

Karte
Karte von Beringen
w

Beringen ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Beringen liegt im landwirtschaftlich geprägten Klettgau, am Fusse des Randen. Es grenzt im Norden und Osten an Schaffhausen, im Süden an Neuhausen am Rheinfall, und im Westen an Guntmadingen, Löhningen und Siblingen.

Politik

Gemeindepräsident ist Hansruedi Schuler (FDP Stand 2009).

Verkehr

Am östlichen Rand von Beringen teilt sich die Hauptstrasse 14 (FrauenfeldSchaffhausenNeuhausen am RheinfallSchleitheimFreiburg im Breisgau und die Hauptstrasse 13 (auch Europastrasse 54, Singen am Hohentwiel – Schaffhausen – Neuhausen am Rheinfall – TrasadingenWaldshutBasel).

Eine nicht vollständig asphaltierte Nebenstrasse führt von Beringen über einen kleinen Höhenzug zum Quartier Breite der Stadt Schaffhausen. Diese Strasse wird auch der "Kistenpass" genannt, da sie über einen Hohen Punkt auf dem Randen führt.

Die Hochrheinbahn (Schaffhausen–Erzingen–Waldshut–Basel) führt durch Beringen, wo es auch einen Bahnhof gibt, der von Zügen des Nahverkehrs etwa stündlich bedient wird. Ausserdem gibt es zwei Überlandbuslinien; eine von Schaffhausen nach Schleitheim (Regionallinie 21), die zweite von Schaffhausen nach Erzingen (deutsche Südbaden Bus GmbH), die ebenfalls zur Anbindung von Beringen an Schaffhausen genutzt werden können.

Geschichte

Beringen gehört zu den Ortschaften im heutigen Kanton Schaffhausen, die schon früh erstmals erwähnt werden, nämlich 1090 in einer Schenkungsurkunde des Grafen Burkhard von Nellenburg an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen.

Die Urkunde Kaiser Otto I. aus dem Jahr 965, die oft als Ersterwähnungsurkunde von Beringen angeführt wird, ist eine Fälschung aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

In Beringen lebten aber schon zur Bronzezeit, vor rund 3’500 Jahren, Menschen, von denen reiche Gräber gefunden wurden. Vor rund 2’000 Jahren waren es die Römer, die im Lieblosental eigene Siedlungen - einen Gutshof - gründeten. Sie wurden später durch die Alemannen über die Alpen zurückgedrängt.

Im Frühmittelalter erfolgte die eigentliche Gründung Beringens 'Die Siedlung des Bero'. Von dieser Siedlung zeugt ein kleines Gräberfeld in der Flur Spinnbündten, das überaus wertvolle Funde, Fibeln (Broschen) aus Silber und Gold sowie Bronze und Glasgefässe erbracht hat. Sie gehören zu den wertvollsten Funden dieser Zeit auf Schweizer Boden und belegen, dass im 7. Jh. hier ein reiche Familie ansässig war.

Ein adeliges Geschlecht ist in Beringen ab dem hohen Mittelalter belegt: Die 'Hün von Berinen'. Ihnen gehörte das - heute kaum noch erkennbare - Schloss in der Ortsmitte.

Über die Einwohnerzahlen von früher können keine verlässlichen Angaben gemacht werden. Immerhin werden 1530 in einer Aufstellung der Herdstätten für Beringen 43 angegeben (zum Vergleich: Neunkirch 92, Gächlingen 24, Neuhausen 12, Trasadingen 10, Guntmadingen 5). Diese Zahlen belegen, dass Beringen damals das benachbarte Neuhausen an Grösse übertraf und eine der bedeutenden Dorfgemeinschaften des damaligen Stadtstaates Schaffhausen war.

1840 beschrieb Eduard Im Thurm, der erste Schaffhauser Statistiker, Beringen mit den folgenden Worten: "Pfarrdorf mit 145 Feuerstellen, liegt an der Landstrasse von Schaffhausen nach Freiburg im Breisgau. Seine Bewohner treiben Obst-, Wein-, Wiesen und Ackerbau, auch taglöhnen viele derselben in der Stadt."

Dank den Fortschritten der Medizin und bei der Hygiene hatte die Bevölkerungszahl vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts rasch zugenommen. Dieser starke Bevölkerungszuwachs führte in der Landwirtschaft zu einer Güterzerstückelung mit vielen Klein- und Hungerbetrieben. Die Gemeinde konnte bald ihre Einwohner nicht mehr ernähren, so dass bis 1852 149 Beringer nach Amerika auswandern mussten.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Beringen noch ein kleines Bauerndorf. Daran erinnert auch das Dorfwappen. Wein und Brot waren die wichtigsten Lebensmittel der Einwohner und deren Erzeugung ihr wesentlichster Lebensinhalt.

Mit der Industrialisierung der Stadt Schaffhausen und des Nachbarortes Neuhausen wandelte sich Beringen während der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts zum Vorort dieser neuen Industrieagglomeration. Seit den 60er Jahren wurde Beringen ebenso schnell selbst zur Industriegemeinde.

Wappen

Blasonierung

Gespalten von gelb mit blauer Traube und von rot mit weissem halbem Mühlrad.

Beringens Kirchenpatron ist der heilige Georg. Dieser ist auch als berittener Drachentöter auf weissem Grund auf einer bildlichen Darstellung des Wappens aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Später ist auf dem Wappen ein schwarzer, wachsender Bär in gelb auf dem Wappen zu sehen. Da sich der Namen der Ortschaft von Bero (Bär) herleitet, war dieses Wappen eine Versinnbildlichung des Namens. Zur Zeit des Ancien Régime entwickelte sich ein neues Wappen, das einerseits den seit Jahrhunderten bestehenden Mühlen, andererseits dem zur damaligen Zeit blühenden Rebbau Rechnung trug. Das Älteste Siegel mit diesem Wappen ist von 1804 erhalten. Von 1839 ist noch ein Friedensrichtersiegel erhalten, das anstelle der Rebe ein Schweizerkreuz trägt.

Bei der Wahl des Gemeindewappens 1949 verzichtete man auf das Wappen mit dem heiligen Georg, da man Verwechslungen mit dem Wappen von Stein am Rhein verhindern wollte, und man es für eine protestantische Gemeinde für nicht schicklich hielt, einen Heiligen in ihrem Wappen zu führen. Der Vorschlag, den Bären im Wappen zu führen wurde zugunsten des bisher geführten Wappens schliesslich abgelehnt. [2]

Das Ortsmuseum von Beringen am Abend

Kultur

In Beringen gibt einige interessante Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Das Ortsmuseum im Herzen von Beringen ist ein Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert. Das sogenannte "Schloss" war Stammsitz der „Edlen Hün von Beringen“, die im Hochmittelalter Inhaber der Dorfvogtei waren. Es beinhaltet eine volkstümliche Sammlung von Maschinen aus Handwerk, Feuerwehr und Militär, sowie Werke von regionalen Künstlern.

Der Beringer Randenturm ausserhalb des Dorfes ist ein beliebter Aussichtspunkt für Einheimische und Besucher. Die 26 Meter hohe Stahlkonstruktion wurde 1998 erbaut und ersetzte so den Holzturm, welcher bis dahin an der Stelle stand.

Beringen verfügt über ein aktives Vereinsleben. In Beringen sind über 50 Vereine in diversen Bereichen aktiv.

Bildung

Beringen verfügt über Schulen für alle Alterklassen und Schulstufen. Da die umliegenden Gemeinden Löhningen und Guntmadingen keine Sekundar- oder Realschulen betreiben, gehen die Jugendlichen in Beringen zur Schule.

Früher gab es verschiedene Primarschulen in Beringen. Das "alte Schulhaus" am Schulberg, welches nach dem Neubau des Schulhauses Schützeweg während einigen Jahren nicht mehr als Schule genutzt wurde, beherbergt heute unter anderem eine Ludothek, die von der Pro Juventute betrieben wird.[3].

Aufgrund der stark steigenden Bevölkerungszahl Beringens wird das Schulhaus heute wieder als Primarschule genutzt.

Der "Pavillon" am Zimmerberg war ein Provisorium mit 3 Gebäuden, welches im Jahr 2004 abgerissen wurde. An seinem Standort befindet sich heute ein Kindergarten. 1995 wurde das Schulhaus Schützeweg fertiggestellt.

Das Sekundar- und Realschulhaus befindet sich auf der Anlage "Zimmerberg", welche direkt beim Schützeweg liegt. Die Anlage verfügt über eine Sporthalle ("Alte Turnhalle") und über eine Mehrzweckhalle ("Neue Turnhalle"), wo regelmässig Veranstaltungen von diversen Vereinen stattfinden.

In der Haargasse und an der Gellerstrasse befinden sich zudem zwei Kindergärten.

Sport

Verglichen mit der Dorfgrösse verfügt Beringen über ein sehr gutes Sportangebot. Ein Fitnesscenter, mehrere Fussballplätze, einen Basketballplatz, eine Skateboard Halfpipe, sowie insgesamt 14 Tennisplätze auf 5 Anlagen geben Sportlern die Möglichkeit, sich vielseitig zu betätigen.

Weblinks

 Portal:Kanton Schaffhausen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kanton Schaffhausen

 Commons: Beringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S.177-180
  3. http://www.pro-juventute.ch/Ludothek-Beringen.4279.0.html

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