BerliOS
BerliOS
BerliOS logo.png
http://www.berlios.de
Motto Der Open-Source-Mediator
Kommerziell nein
Beschreibung Webportal zur Verwaltung quelloffener Softwareprojekte
Sprachen deutsch, englisch, spanisch
Eigentümer Fraunhofer-Gesellschaft

BerliOS (kurz für „Berlin Open Source“) ist ein Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, eine Kommunikationsplattform für Anwender, Entwickler sowie kommerzielle Hersteller und Dienstleister von Open-Source-Software zu bilden. Der Betrieb sollte ursprünglich zum Ende des Jahres 2011 eingestellt werden, da sich der Träger "Fraunhofer FOKUS" aus der Finanzierung zurückziehen will.[1] Allerdings gibt es mittlerweile Pläne, die Plattform als gemeinnützigen Verein weiterzubetreiben.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach einem Beschluss des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) den Einsatz von Open Source-Software stärker zu fördern, wurde das Projekt BerliOS erstmals im Mai 2000 von dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) angekündigt[3][4]. Neben der Förderung durch das BMWi fanden sich weitere Sponsoren aus der Wirtschaft, wie beispielsweise die Unternehmen Hewlett-Packard, die Telekom-Tochter T-Systems oder die IHK Berlin. Die Fördergelder betrugen zu Beginn umgerechnet rund 500.000 Euro.

Im Oktober 2002 machte das BerliOS Schlagzeilen, als der Nachrichtenticker heise online verkündete, die Fördermittel seien bald aufgebraucht und es bestehe kein Interesse das Projekt fortzuführen[5]. Diese Meldung stellte sich jedoch als grob verzerrt heraus und wurde später von den Mitarbeitern richtiggestellt[6]. In den folgenden Jahren kamen weitere Bereiche dazu, wie beispielsweise 2003 das OpenFacts Wiki, in welchem das Wiki-Prinzip auf Softwaredokumentationen übertragen wird.

Im Februar 2005 geriet die Plattform negativ in die Schlagzeilen, als sich herausstellte, dass auf einem Subversion-Server eine für jeden sichtbare Datei mit den verschlüsselten Passwörter der Benutzer vorhanden war. Nachdem die Verantwortlichen dies bemerkten wurde die Datei zwar geschützt, jedoch nur ein Teil der Benutzer über den Sachverhalt informiert[7]. Weitere Sicherheitstechnische Bedenken wurden im Januar 2010 laut, als nach einem erfolgreichen Hackerangriff auf der Hauptseite der Text „If you have no capacities to properly administrate a system then do not do it!“ (Wenn ihr nicht die Kapazitäten habt, ein System richtig zu administrieren, dann macht es nicht!) zu lesen war[8].

Ende September 2011 teilte das Projekt mit, dass der Betrieb wegen unzureichend sichergestellter Finanzierung zum Ende des gleichen Jahres einstellen wird[1].

Ende Oktober 2011 wurden Pläne bekannt, wonach das Projekt auf Basis eines gemeinnützigen Vereins mit Hilfe freiwilliger Helfer fortgesetzt werden soll[2].

Struktur

Die Funktionen sind vielfältig, so betreibt BerliOS unter Anderem eine Wissensdatenbank auf Basis eines Wikis über Open-Source-Software namens OpenFacts. Es sollen wissenswerte Informationen über Open Source bzw. freie Software für Einsteiger wie für Fortgeschrittene gesammelt werden.

Das Onlineangebot gliedert sich in die folgenden Unterthemen:

  • Developer ist eine Hosting- und Entwicklungsplattform für quelloffene Softwareprojekte. Developer ist vergleichbar mit Sourceforge
  • SourceAgency ist eine Projektbörse
  • SourceWell listet neue Softwarekomponenten
  • DevCounter ist eine Datenbank für persönliche Profile von Softwareprogrammierern
  • SourceLines ermöglicht die Dokumentation erfolgreicher Projekte nach dem Prinzip des Best Practice
  • DocsWell sammelt Softwaredokumentationen
  • WebCalendar listet Termine und Veranstaltungen mit Open-Source-Bezug
  • SourceBiz hilft Anwendern bei der Suche nach Unternehmen, die quelloffene Software einsetzen

Die Technik des Internetportals basiert dabei auf einer älteren Version von SourceForge, zu einem Zeitpunkt, als diese noch unter einer freien Lizenz stand. Im Gegensatz zu SourceForge ist die Anwendung hinter BerliOS demnach immer noch frei. [9]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b BerliOS wird zum 31.12.2011 geschlossen Bekanntmachung im BerliOS Developer Weblog, 28. September 2011
  2. a b Berlios geht weiter Bekanntmachung im BerliOS Developer Weblog, 31. Oktober 2011
  3. Ministerium fördert Open Source Artikel auf Spiegel Online, 22. November 1999
  4. Open Source für Mittelstand und Verwaltung Artikel auf heise online, 19. Mai 2000
  5. Open-Source-Projektbörse BerliOS vom Aus bedroht Artikel auf heise online, 14. Oktober 2002
  6. BerliOS vor dem Aus? Artikel auf pro-linux.de, 14. Oktober 2002
  7. Sicherheitsproblem bei BerliOS Artikel auf golem.de, 13. Februar 2006
  8. Open-Source-Projektbörse BerliOS fällt Angriff zum Opfer. 12. Februar 2010, abgerufen am 11. Mai 2010.
  9. Matthew B. Doar: Practical Development Environments. O'Reilly Media, 2005, ISBN 978-0596007966.

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