Berlin-Friedrichswerder
Stadtviertel in Berlin-Mitte: Altkölln (Spreeinsel) [1] (mit Museumsinsel [1a], Fischerinsel [1b]), Alt-Berlin [2] (mit Nikolaiviertel [2a]), Friedrichswerder [3], Neukölln am Wasser [4], Dorotheenstadt [5], Friedrichstadt [6], Luisenstadt [7], Stralauer Vorstadt (mit Königsstadt) [8], Gebiet Alexanderplatz (Königsstadt und Altberlin) [9], Spandauer Vorstadt [10] (mit Scheunenviertel [10a]), Friedrich-Wilhelm-Stadt [11], Oranienburger Vorstadt [12], Rosenthaler Vorstadt [13]

Der Friedrichswerder ist eine Ortslage der Berliner Innenstadt westlich des Spreekanals im Ortsteil Mitte.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Friedrichswerder liegt zwischen der Straße Hinter dem Gießhaus im Norden, dem Spreekanal im Osten, dem Spittelmarkt an der Leipziger Straße im Süden sowie der Ober- und Niederwallstraße mit dem Hausvogteiplatz im Westen.

Geschichte

Der Friedrichswerder wurde 1662 als erste Stadterweiterung im Westen der Doppelstadt Berlin-Cölln durch einen kurfürstlichen Frei- und Schutzbrief zur Stadtgemeinde erhoben und 1668 in die Berliner Festung mit einbezogen. Die Bezeichnung als Werder ist darauf zurückzuführen, dass die neu gegründete Stadt anfänglich fast vollständig vom Spreekanal sowie dem Festungsgraben umgeben war. Der preußische König Friedrich I. verfügte am 18. Januar 1709 die Vereinigung der Stadtgemeinden Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Seit den 1870er-Jahren verdrängten Großbauten Teile der alten Wohnbebauung und der Hausvogteiplatz entwickelte sich zu einem Geschäftszentrum der Textilbranche. Die Einwohnerzahl erreichte ihr Maximum im Jahre 1875 mit 9176 und betrug 1910 noch 2979.[1] Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Friedrichswerder schwerste Schäden. Die Freifläche zwischen der Kurstraße und dem Hausvogteiplatz wird seit 2005 wieder neu bebaut.

Der Friedrichswerder (mit C markiert) 1688

Stadtbild

Ausstellungsbau des Deutschen Historischen Museums

Am nördlichen Ende des Friedrichswerders erinnert der Straßenname „Hinter dem Gießhaus“ an das einstige Königliche Gießhaus (1645–1875). Heute befindet an diesem Ort der Ausstellungsbau des Deutschen Historischen Museums, der 2003 von dem chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei errichtet wurde.

Deutsches Historisches Museum (ehemaliges Zeughaus)

Das Zeughaus ist das älteste Gebäude am Boulevard Unter den Linden und beherbergt das Deutsche Historische Museum.

Kronprinzenpalais

Das spätklassizistische Kronprinzenpalais (Unter den Linden 3) wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1968 wieder aufgebaut. Heute finden hier Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Kommandantenhaus

Direkt gegenüber dem Zeughaus wurde im Jahre 2003 das Kommandantenhaus (Unter den Linden 1) wieder aufgebaut. Südlich schließt sich der Schinkelplatz an. Er war zwischen 1966 und 1996 mit dem Gebäude des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR überbaut und wird seit 2007 originalgetreu rekonstruiert.

Die Friedrichwerdersche Kirche

Die Friedrichswerdersche Kirche wurde 1830 von Karl Friedrich Schinkel am Werderschen Markt erbaut. Sie wird heute als Schinkel-Museum genutzt.

Bauakademie

Zwischen der Friedrichswerderschen Kirche und dem Spreekanal stand bis 1962 die ebenfalls von Schinkel erbaute Bauakademie. Es gibt Bestrebungen, die Bauakademie wieder originalgetreu aufzubauen.

Hauptgebäude des Auswärtigen Amts

Gegenüber der Friedrichswerderschen Kirche liegt das 1999 fertiggestellte Hauptgebäude des Auswärtigen Amts.

Altbau Auswärtiges Amt

Zwischen dem Spreekanal und der Kurstraße liegt das Haus am Werderschen Markt. Es wurde zwischen 1934 und 1940 für die Reichsbank errichtet und war von 1959 bis 1989 der Sitz des Zentralkomitees der SED. Nach umfangreichen Umbauarbeiten wird es seit 1999 vom Auswärtigen Amt genutzt.

Townhouses

Ab 2005 wurde auf der ehemaligen Freifläche zwischen der Kurstraße und dem Hausvogteiplatz im Rahmen des Planwerks Innenstadt das Projekt Berlin Townhouses mit mehrgeschossigen Reihenhäusern nach Amsterdamer Vorbild realisiert.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Friedrich Leyden: Gross-Berlin. Geographie der Weltstadt. Hirt, Breslau 1933 (darin: Entwicklung der Bevölkerungszahl in den historischen Stadtteilen von Alt-Berlin, S. 206)
52.51444444444413.398333333333

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