Berlin-Kaulsdorf

Kaulsdorf
Ortsteil von Berlin

Berlin Marzahn Hellersdorf Kaulsdorf Mahlsdorf Biesdorf BrandenburgKaulsdorf auf der Karte von Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 29″ N, 13° 34′ 51″ O52.50805555555613.580833333333Koordinaten: 52° 30′ 29″ N, 13° 34′ 51″ O
Fläche 8,81 km²
Einwohner 18.686 (30. Juni 2011)
Bevölkerungsdichte 2121 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 12621, 12619
Ortsteilnummer 1003
Gliederung
Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf
Ortslagen
  • Alt Kaulsdorf
  • Kaulsdorf-Nord
  • Kaulsdord-Süd

Kaulsdorf ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Zusammen mit Biesdorf und Mahlsdorf befindet sich hier Deutschlands größtes zusammenhängendes Gebiet mit Ein- und Zweifamilienhäusern.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort entstand vor 1200 im Zuge der deutschen Ostsiedlung, allerdings nicht als Neugründung (aus wilder Wurzel), sondern in Umstrukturierung einer slawischen Siedlung, wie der archäologische Befund von vergesellschafteten spätslawischen und frühdeutschen Scherben zeigt. Um 1250 folgte die Errichtung der Kirche zu Kaulsdorf (1717 Erweiterung und 1875 Bau des heutigen Turms). Im Jahr 1347 wurde Kaulsdorf als Caulstorp in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Ludwig des Älteren an die Kalandsbrüder in Bernau erstmals erwähnt. 1412 wurde der Ort ein Altargut der Petrikirche zu Cölln an der Spree, bis 1536 die Rechte der Petrikirche an die Domkirche in Berlin abgetreten wurden. 1539 wurde Kaulsdorf mit der Reformation Tochterkirche von Biesdorf.

Kaulsdorfer Dorfkirche

Infolge des Dreißigjährigen Krieges wurden 1638 alle Höfe im Dorf verwüstet und waren ohne Bewohner, bis 1652 in Kaulsdorf fast alle Bauern- und Kossätenhöfe wieder besetzt wurden. Das Berliner Akademienmitglied Franz Carl Achard erwarb 1782 das von Abgaben befreite Gut für Versuche des Rübenanbaus und der Zuckergewinnung. Der Haltepunkt Kaulsdorf an der Preußischen Ostbahn wurde 1869 eröffnet.

1874 fand erstmals in Kaulsdorf, das zum damals neu gebildeten Amtsbezirk Biesdorf gehörte, eine Gemeindevertreterwahl statt. Die Eröffnung des Kaulsdorfer Wasserwerkes erfolgte im Jahr 1914. Bis 1920 war der Ort Teil des Kreises Niederbarnim, dann wurde Kaulsdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und Teil des Bezirkes Lichtenberg. Im März 1920 bekam Kaulsdorf Elektroenergie. Zwischen 1942 und 1945 entstand ein Hilfslazarett (heute Krankenhaus Kaulsdorf).

Aus dem Bezirk Lichtenberg wurde Kaulsdorf 1979 als Teil des neuen Ost-Berliner Stadtbezirks Marzahn ausgegliedert. Als dieser 1986 geteilt wurde, war Kaulsdorf Teil des damals neu geschaffenen Stadtbezirks Hellersdorf (bestehend aus den Ortsteilen Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf). Im Jahr 1995 hatte Kaulsdorf 13.089 Einwohner. Der Ortsteil wurde 2001 durch die Fusion der Bezirke Marzahn und Hellersdorf Teil des damals neu entstandenen Bezirks Marzahn-Hellersdorf.

Südlich der gemeinsam geführten Trasse der Bundesstraßen 1/5 liegt an der Grenze zu Mahlsdorf der sogenannte „Berliner Balkon“, die einzige großflächig unbebaute Stelle im Berliner Raum, an der der Höhenunterschied der Barnimhochebene zum Berliner Urstromtal nachvollzogen werden kann.

Bauten

Für die 1929/1930 erbaute katholische Kirche St. Martin schuf Charles Crodel zwischen 1942 und 1946 insgesamt 26 Fenster (datiert: 1943) und neun Rundfenster sowie eine Mosaikwand und eine Emailarbeit für den Altar.[2]

Weblinks

 Commons: Berlin-Kaulsdorf – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 10 Vorurteile über Marzahn. Abgerufen am 2. September 2010.
  2. Chr. Goetz, M. Hoffmann-Tauschwitz (Hrsg.): Kirchen Berlin Potsdam. Berlin 2003, S. 112.

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