Berlin-Schönholz
Niederschönhausen mit Schönholz (1899)

Schönholz ist eine Ortslage im Westen des Berliner Ortsteils Niederschönhausen im Bezirk Pankow.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Üblicherweise wird das Niederschönhauser Gebiet westlich der Friesenstraße und der Homeyerstraße als Schönholz bezeichnet. In Schönholz liegen der Volkspark Schönholzer Heide mit dem sowjetischen Ehrenmal Schönholz, die Schießanlage Schönholz sowie die Friedhöfe Pankow III und Pankow V.

Entstehung

Königin Elisabeth Christine, Frau von Friedrich II., die ihren Wohnsitz im Schloss Schönhausen in Niederschönhausen hatte, kaufte im Jahre 1752 an dieser Stelle Land. Es war in dieser Zeit Mode geworden, Maulbeerplantagen anzulegen. Ab 1763 wurden am Rand der Plantage Leineweber und Tuchmacher angesiedelt, die überwiegend aus Böhmen stammten. Der Straßenname „Tuchmacherweg“ erinnert heute noch hieran. Im Jahre 1791 erhielt die Kolonie den Namen „Schönholz“. Um 1840 bildete sich aus der Plantage ein kleines Gut mit Schloss und Park, die Schönholzer Heide. Am Ende des 19. Jahrhunderts war Schönholz zu einem beliebten Ausflugsort für die Berliner geworden. An diese Zeit erinnert noch das ehemalige Schützenhaus in der Hermann-Hesse-Straße, das zu einem ehemaligen Gartenrestaurant namens Schloß Schönholz gehörte. Daneben gab es auch die Ausflugsgaststätte „Kastanienwäldchen“, die später zu „Thiemanns Festsälen“ umfirmierte.

1920 bei Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin kam Schönholz als Teil von Niederschönhausen zum Bezirk Pankow. 1938 wurde auch ein bis dahin zum Bezirk Reinickendorf gehörender Gebietsstreifen östlich der Nordbahn mit der Waldsteg-Siedlung dem Bezirk Pankow zugeordnet und wird seitdem zu Schönholz gerechnet.

DDR-Zeit

In der DDR war Schönholz postalisch zu unterschiedlichen Zeiten Niederschönhausen, Rosenthal und Wilhelmsruh zugeordnet. Seit der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 1961 war der S-Bahnhof Berlin-Schönholz für DDR-Bürger nicht mehr zugänglich, da er sich im West-Berliner Bezirk Reinickendorf befindet. Teile der Garten- und Siedlungskolonien entlang des Waldwegs aber auch Wohngrundstücke entlang der Richtung Westen verlaufenden Straßen befanden sich im „Sperrgebiet“. Dies hatte zur Folge, dass die dort Wohnenden Besuche nur mit besonderer Genehmigung empfangen durften. Die Grundstücke auf dem Gebiet des Grenzstreifens wurden zum Zweck des Mauerbaus enteignet. Der östliche Teil sowohl der Provinz- als auch der Frühling- und Klemkestraße wurde durch die Mauer von den jeweiligen westlichen Teilstücken abgetrennt. Eine gewisse Zeit liefen die Abwässer aber noch in Richtung Reinickendorf. Dies wurde von der DDR erst zu späteren Zeiten geändert.

Nach der Wende

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen befindet sich heute südlich der Provinzstraße die Verkehrsschule Pankow. Nördlich der Provinzstraße zwischen Provinz- und Klemkestraße und weiter bis nach Wilhelmsruh befinden sich bislang unbebaute Grünflächen.

Verkehr

Am S-Bahnhof Schönholz halten neben den S-Bahnlinien S1 und S25 auch die Buslinien 150, 327 und N52.

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