Berlin House

Housefrau war eine wöchentliche Sendung des Kölner Musikfernsehsenders VIVA der 90er Jahre, die sich mit dem Musikstil Techno und seinen Machern befasste.

Inhaltsverzeichnis

Redaktion und Moderation

Das Konzept der Sendung stammte von Andrea Junker und Antonia Langsdorf, Junker wurde verantwortliche Redakteurin. Die Stamm-Moderatoren der Sendung waren die beiden DJs Mate Galic und Sabine Christ. Bei Specials gab es Verstärkung durch weitere Viva-VJs wie Heike Makatsch oder DJs wie Marusha, Tom Novy oder DJ Disko.

Design

Das Studio bestand aus einer großen gewellten Röhre, die an hinteren Ende mit einem von hinten beleuchteten überdimensionalen Lüftungsschacht endete, aus dem Kunstnebel strömte. Seitlich befanden sich Tische und Bänke, in der hinteren Mitte eine Reihe ausrangierter Waschmaschinen, auf denen die Turntables platziert waren. Die Waschmaschine ganz links diente gleichzeitig als Lostrommel für die Verlosungen der Sendung. Ein Livepublikum gab es nicht. Als Vorspann diente ein in den damals typisch bunten VIVA-Farben gehaltener Kurzfilm, in dem zu einer schnellen Technomelodie und dem Ausruf „Housefrau“ eher untypisch mit Essen und Küchengeräten umgegangen wurde und an dessen Ende - auf ein Stück Brot getoastet - das Logo in Form eines „H“s erschien. Videos und kommende Beiträge wurden angekündigt durch einen computeranimierten Einspieler bestehend aus weißem schwarzumrandeten Text, der mit schachbrettartig angeordneten roten und weißen Würfeln hinterlegt war. Platten- und Veranstaltungstips wurden ebenfalls durch wechselnde Farbhintergründe hinterlegt.

Ablauf

Die wöchentliche Sendung hatte eine feste Struktur. Nach einer kurzen Begrüßung wurde das erste Musikvideo ausgestrahlt. Als nächstes kam eine Berichterstattung über eine Veranstaltung der Szene oder ein Besuch bei den Machern der Musik. Auch als Übergangselement für die weiteren Bestandteile der Show dienten wieder Musikvideos. Als nächstes waren die Studiogäste an der Reihe. Diese wurden, immer von leiser elektronischer Hintergrundmusik begleitet, zu neuen Platten, Musikvideos, Veranstaltungen oder ähnlichem befragt und danach an die Turntables gebeten. „Von führenden Housefrauen empfohlen“ war der nächste Teil: hier wurden ca. fünf neue Platten angespielt. bei den „Houseaufgaben“ handelte es sich um Verlosungen, bei denen man Eintrittskarten, Platten und ähnliches gewinnen konnte. Zuletzt gab es Tipps zu den Veranstaltungen der Folgewoche und eine Vorschau für die nächste Sendung.

1994 wurde die Zuschauerzahl der Sendung (bei der jeweiligen Erstausstrahlung) auf knapp 300.000 geschätzt.

Musik

Im Gegensatz zu späteren VIVA-Formaten wie Club Rotation befasste sich Housefrau noch mit Bereichen der elektronischen Musik, die von Popeinflüssen weitgehend verschont geblieben waren. Typische Richtungen waren Rave, Trance und House, später die ersten Electro-Stücke. Ausgestrahlt wurden vorwiegend Videos deutscher DJs und Musiker wie Boris Dlugosch, WestBam, Cosmic Baby, Tomcraft, DJ Hooligan, RMB, Ravers Nature, Hardy Hard (damals noch Hardsequencer), Paul van Dyk, Mark Spoon und anderer, diese waren auch Gäste der Sendung. Seltener waren auch internationale Gäste zu Besuch, wie zum Beispiel Carl Cox. Marusha wurde aufgrund ihres Hits „Somewhere Over The Rainbow“ anfangs bereits als zu kommerziell betrachtet. Die Plattentipps waren allerdings noch wesentlich puristischer und hatten selten etwas mit den Studiogästen zu tun.

Sondersendungen

Als „Specials“ brachte Housefrau Liveberichte von Veranstaltungen wie Mayday und später der Loveparade. Die Sendezeiten waren so gelegt, daß immer hauptsächlich die wichtigsten DJs und Musiker des Berliner Plattenlabels Low Spirit zu sehen waren: WestBam, sein Bruder DJ Dick, RMB, Ravers Nature und Marusha. Die Mayday-Livesendungen bestanden aus Interviews in einem kleineren Nebenraum, Einspielern, nicht zu wenig Werbeunterbrechungen und natürlich Liveübertragungen aus den Hallen, meistens der großen. Zusätzlich wurde zu Außenmoderator Tom Novy geschaltet, der in der Gängen, im Ü-Wagen und Backstage seine Interviews machte. Die Loveparade wurde zunächst nur aufgezeichnet, erst nach der Verlegung zur Siegessäule gab es die erste Liveübertragung.

Spätere Sendungen

Ende der 90er wurde die Sendung umbenannt in House TV. Zunächst hatte dieses mit einem Moderatorenwechsel und dem Auszug aus dem Studio zu tun, danach wurde das Konzept geändert. Bei Berlin House wurde anfangs auch noch moderiert und von Events berichtet, später aber ausschließlich nur noch Videos ausgestrahlt. Dennoch blieb es bei den Sondersendungen. Anfang des neuen Jahrtausend lief zwei Jahre eine vergleichbare Sendung namens Electronic Beats. Das inzwischen auch abgesetzte Format Club Rotation war eher zuständig für von größeren Musikkonzernen produzierte Musik.

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